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Biathleten unterwegs in der Politik

Kommentar: Zur aktuellen Lage in den USA

Laufen und schießen. Das ist wohl ein Motto, dass sowohl fĂŒr jeden Wahlkampf als auch fĂŒr den politischen Alltag passend ist. Laufen, laufen und noch einmal laufen. Gerade in Zeiten des Wahlkampfes hetzen die Politiker von einem Termin zum nĂ€chsten. HĂ€nde werden geschĂŒttelt, Nettigkeiten ausgetauscht und die eigene Position schön geredet. Beim Biathlon darf allerdings auch das Schießen nicht vergessen werden. In der Politik geschieht das vor allem durch verbale Angriffe gegen die politischen Kontrahenten.

Auch fĂŒr den Vorwahlkampf in den USA gilt es zu laufen und vor allem zu schießen. Nach seinem Sieg im Bundesstaat Mississippi liegt Barack Obama wieder deutlich in FĂŒhrung im Rennen um die Gunst der WahlmĂ€nner. Den Zwischensieg feiernd konterte er den etwas verzweifelt wirkenden Vorstoß seiner demokratischen Mitstreiterin Hillary Clinton, die ihm den Posten des VizeprĂ€sidenten vorgeschlagen hat. „Ich kann mir nicht erklĂ€ren, wie jemand, der auf dem zweiten Platz liegt, demjenigen, der auf dem ersten Platz fĂŒhrt, die VizeprĂ€sidentenkandidatur anbieten will“, stichelte er wortgewandt.

Die 60-jĂ€hrige Clinton setzt dagegen auf ihre Erfahrung und weitere Giftpfeile in die Richtung Obamas. Sollte der Vorwahlkampf jetzt allerdings zu einer Art Schlammschlacht innerhalb des demokratischen Lagers fĂŒhren, wird am Ende McCain der lachende Dritte sein. Schon jetzt kann er sich voll und ganz auf den eigentlichen Wahlkampf konzentrieren und zurĂŒckgelehnt die SchwĂ€chen und Macken seines zukĂŒnftigen Gegners mitschreiben. Die Demokraten holen ihre Leichen ja selbst aus dem Keller, die der Republikaner nur wieder aufzugreifen braucht.

WĂ€hrend die AnhĂ€nger von Obama mit einem Wahlboykott drohen, sollte Clinton antreten, wollen deren FĂŒrsprecher umgekehrt lieber McCain als Obama wĂ€hlen. Dennoch wĂ€ren die Demokraten gut beraten, so schnell wie möglich ihren Kandidaten zu finden. Als wichtige Etappe der Entscheidungsfindung gilt die nĂ€chste Vorwahl am 22. April in Pennsylvania.

Bei einer nicht-reprĂ€sentativen Umfrage unter den Lesern von back view ergab sich ein sehr deutliches Ergebnis. Rund 70 Prozent wĂŒrden am 4. November fĂŒr Barack Obama abstimmen, wĂ€hrend Clinton (20 Prozent) und McCain (5 Prozent) weit abgeschlagen auf den PlĂ€tzen dahinter landeten.

Mitten im Trubel der Vorwahlen scheint sich der noch amtierende PrĂ€sident der Vereinigten Staaten George W. Bush noch einmal profilieren zu wollen. Durch sein Veto gegen ein bereits verabschiedetes Gesetz kann der amerikanische Geheimdienst CIA auch weiterhin umstrittene Foltermethoden beim Verhör von Terroristen einsetzen. Der Erlass hĂ€tte der Regierung laut Bush „eines der wichtigsten Werkzeuge im Kampf gegen den Terror“ genommen.

Konkret ging es vor allem um ein Verbot des sogenannten „Waterboardings“. Bei dieser Verhörmethode wird der VerdĂ€chtige an ein Brett gefesselt und sein Gesicht mit einem Tuch bedeckt. Die FĂŒĂŸe werden dabei höher gelegt als der Kopf. Wenn die Agenten den „Gefolterten“ dann mit Wasser ĂŒbergießen, wĂŒrde er laut CIA das GefĂŒhl bekommen zu ertrinken und in Todesangst beginnen zu reden.

(Text: Konrad Welzel)
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Über den Autor

GrĂŒnder und Chefredakteur von back view

Konrad hat back view am 06. April 2007 gegrĂŒndet - damals noch in diesem sozialen Netzwerk StudiVZ. Mittlerweile tobt sich Konrad ganz gerne im Bereich Social Media aus und versteht Menschen ohne ein Facebook-Profil nicht - dafĂŒr ist er viel zu neugierig!!!

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