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Beziehungen im Wandel

Ist die Afrikanische Union ein ernstzunehmender Partner f√ľr die Europ√§ische Union?

Afrika und Europa brauchen sich – oder braucht Afrika nur Europa? Wie sieht diese Beziehung aus, wenn man sie unter die Lupe nimmt? Welchen Problemen steht diese Partnerschaft gegen√ľber und wie k√∂nnen m√∂gliche L√∂sungen aussehen.

Von einer echten, ebenb√ľrtigen Partnerschaft zwischen Europa und Afrika k√∂nne keine Rede sein. Diese Aussage stammt von Stefan Mair. Er hat in einem Diskussionspapier der Stiftung f√ľr Wissenschaft und Politik versucht zu erkl√§ren, warum es ein Missverh√§ltnis zwischen Partnerschaftsrhetorik und empirischen, also wirklichen, Befunden gibt.

Wenn man auf die Beziehung Europas, bzw. der Europ√§ischen Union (EU) und Afrika schaut, so falle ein Merkmal schnell auf: die Ungleichheit der beiden Partner. Europa, oder bei Mair auch Deutschland, ist Exportweltmeister und wirtschaftlich und au√üenpolitisch ein eigenst√§ndiger Akteur – wobei das bei der Europ√§ischen Union nicht immer der Fall ist, wenn man noch von Einheitlichkeit spricht. Ein weiterer Grund f√ľr die Unausgewogenheit dieser Partnerschaft ist die Tatsache, dass Europa der Geber ist und Afrika der Nehmer. H√∂rt man doch oft, dass eine partnerschaftliche Beziehung ein gegenseitiges Nehmen und Geben ist. Was also ist dann diese Beziehung zwischen Europa und Afrika?

Die Vergabe von Entwicklungshilfe ist seit 1990 an die Einhaltung politischer Normen gebunden. Stefan Mair versucht mit Hilfe eines Modells aus dem Handel, dem Senior-Juniorpartner-Verh√§ltnis, die Beziehung zwischen EU und Afrika zu erkl√§ren. Dieses Modell sieht so aus, dass der Seniorpartner, also der √§ltere und erfahrenere, sein Geld und seine Kontakte zur Verf√ľgung stellt, und der unerfahrenere Juniorpartner daf√ľr hart arbeitet. Normalerweise muss der Juniorpartner sich mehr anstrengen, dass Verh√§ltnis w√§re also wieder ungleich zu Lasten des j√ľngeren Partners verteilt.

Wenn die EU der Senior ist und Afrika der Junior, dann stimmt dieses Modell nicht mehr. Der Seniorpartner, also die EU, bringt viel Geld in die Beziehung und kann sich dabei aber nicht sicher sein, ob dass Geld auch f√ľr das verwendet wird, wozu es bestimmt war. Die Partnerschaft ist also immer noch einseitig. Die EU gibt bisher zwar kontinuierlich Geld in der Hoffnung, dass es Afrika irgendwann mal besser geht. Allerdings werden die Umst√§nde auf dem schwarzen Kontinent damit nicht immer nur positiv beeinflusst.

Aber alles schwarz zu sehen w√§re auch nicht angebracht. Die Afrikanische Union, kurz NEPAD, ist ein B√ľndnis aller afrikanischen Staaten. Diese Partnerschaft hat es sich zum Ziel gesetzt den eigenen Kontinent voranzubringen und weiterzuentwickeln. Ein Fortschritt in der Beziehung zwischen EU und Afrika ist, dass die EU eine Afrikastrategie vorgelegt hat. Kernthemen sind Sicherheit und Frieden. Sowohl die EU als auch die NEPAD muss definieren, welche Interessen sie an ihrem Partner hat. Erst wenn man wei√ü, welche Ziele man mit einer Partnerschaft verfolgt, kann man dar√ľber sprechen, wie diese Ziele verwirklicht werden k√∂nnen.

(Text: Nina Nickoll)
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