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Blutige Demonstrationen in Bangkok

√úber die rote Schlacht in der Hauptstadt Thailands

Am Wochenende eskalierten die Demonstrationen der ‚ÄěRothemden“ in Bangkok. Das thail√§ndische Milit√§r versuchte, die Regierungsgegner gewaltsam zur√ľckzudr√§ngen – ohne Erfolg. Stattdessen gab es 21 Tote und mehr als 870 Verletzte. Studierende und Menschenrechtsorganisationen fordern weiterhin eine politische L√∂sung des Konflikts.

Rot ist die Farbe der Demonstranten. Rot ist die Farbe des 2006 gest√ľrzten Premier Thaksin Shinawatra, den die sogenannten ‚ÄěRothemden“ wieder zur√ľck wollen. Rot wurden am Wochenende aber auch die Stra√üen Bangkoks – vom Blut der 21 Toten und √ľber 870 Verletzten. Seit Mitte M√§rz besetzen die Demonstranten zentrale Orte in der Hauptstadt Bangkok und fordern den sofortigen R√ľcktritt des amtierenden Regierungschef Abhisit Veijajiva sowie vorgezogene Neuwahlen.

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Der gewaltsame √úbergriff des Milit√§rs war √ľberhaupt erst m√∂glich geworden, da die thail√§ndische Regierung am 7. April 2010 den Ausnahmezustand ausrief. Versammlungen von mehr als f√ľnf Personen k√∂nnen damit in Bangkok und den umliegenden Provinzen jederzeit von Sicherheitskr√§ften aufgel√∂st werden – notfalls auch gewaltsam.

Am vergangenen Samstag eskalierte die Situation dann: Gummigeschosse und Tr√§nengasbomben flogen durch die Stra√üen und die ‚ÄěRothemden“ schlugen mit Benzinbomben und Steinen zur√ľck. Es waren die schlimmsten K√§mpfe in Thailand seit 1992. Hunderte Menschen kauerten auf dem Boden, Blutspuren zierten Autoscheiben und Fenster.
Dennoch konnte das zahlenm√§√üige √ľberlegene Milit√§r die Gruppierungen der Demonstranten nicht zerschlagen und musste sich nach stundenlangen blutigen K√§mpfen schlie√ülich geschlagen geben.

Auch die von den ‚ÄěRothemden“ unabh√§ngigen Menschenrechtsorganisationen und Studierenden Thailands verlangen von der Regierung eine politische L√∂sung und √§u√üern vor allem ihren Unmut √ľber den ausgerufenen Ausnahmezustand. Sie sehen dadurch sowohl die Meinungsfreiheit als auch die Menschenrechte insgesamt beschnitten.
Dennoch scheint der gro√üe¬†Widerstand der Regierung allm√§hlich zu brechen. So √§u√üerte sich am Montag¬†mit dem amtierenden Armeechef erstmals ein Regierungsmitglied kritisch gegen√ľber dem Regierungschef und forderte eine Aufl√∂sung des Parlaments, da er keine politische L√∂sung des Konflikts mehr sehen w√ľrde.
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Mittlerweile hat sich die Situation in der thail√§ndischen Hauptstadt wieder etwas beruhigt. Das Milit√§r hat sich vorerst zur√ľckgezogen und die Demonstranten haben sich wieder vereint – ein Ende des Ausnahmezustandes ist dennoch¬†nicht in Sicht. Mit den Worten ‚Äěwir verhandeln nicht mit M√∂rdern“ lehnen die Demonstrierenden derzeit jegliche Gespr√§che und Kompromisse mit der Regierung ab.

Rot regiert also weiterhin die Stra√üen Bangkoks – allerdings auch durch die roten S√§rge der Get√∂teten, die sich am Mittwoch in einer Prozession durch das Stadtzentrum schl√§ngelten. Ob die amtierende Regierung noch einmal einen gewaltsamen √úbergriff wagt oder die ‚ÄěRothemden“ weitere Geb√§ude und zentrale Pl√§tze in Bangkok besetzen werde, ist kaum vorhersagbar.

(Text: Konrad Welzel / Fotos: Jan Schwake)
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Gr√ľnder und Chefredakteur von back view

Konrad hat back view am 06. April 2007 gegr√ľndet - damals noch in diesem sozialen Netzwerk StudiVZ. Mittlerweile tobt sich Konrad ganz gerne im Bereich Social Media aus und versteht Menschen ohne ein Facebook-Profil nicht - daf√ľr ist er viel zu neugierig!!!

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