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Slow Bier – der neue Trend?

Über die neue Art des Biergenusses

Bier soll wieder ganz neu entdeckt werden. Regionale Bierbrauereien erkunden die Slow Food-Bewegung. LĂ€sst die neue Art des Biergenusses Fast Food alt aussehen?

Slow Food ist in aller Munde. „Gut, sauber und fair“ soll es nach dem Motto der jĂ€hrlichen Slow Food-Messe in Stuttgart sein. Auf dem „Markt des guten Geschmacks“ kann neben Slow Eis, Slow Marmelade, Slow Wein und Slow WĂŒrstchen auch Slow Bier entdeckt werden. Jedoch scheint es keine Kunst zu sein, sich das goldene GetrĂ€nk in der Kategorie Slow Food vorzustellen.
Schließlich symbolisiert der Gerstensaft seit jeher geselliges Beieinandersitzen, Tradition, GemĂŒtlichkeit und Naturgenuss. SelbstverstĂ€ndlich ist diese Gaumenfreude ein Zeugnis regionaler QualitĂ€t und Sorgfalt. War denn Bier jemals Fast Food?

Slow BierBier ist Fast-Food!

Die Wahrheit ist, Bier ist schon lange kein Produkt des puren Genusses mehr. Die weltgrĂ¶ĂŸten Bierkonzerne sind gar nicht regional und schon ĂŒberhaupt nicht gemĂŒtlich. So besitzt zum Beispiel der weltweit grĂ¶ĂŸte Bierhersteller Anheuser Busch In.Bev. mit Sitz in Belgien und Brasilien, 200 Biermarken aus 23 LĂ€ndern, darunter auch die deutschen Brauereien Beck’s, Hasseröder, Franziskaner Weißbier und LöwenbrĂ€u.

Das emsige Unternehmen verdient zwei Prozent des globalen Bierumsatzes. Im Jahre 2012 wurde die Firma sogar vom amerikanischen Kartellamt aufgrund ihrer möglichen Monopolstellung im Biergewerbe gestoppt. Es geht hier also ums GeschÀft und dazu soll möglichst viel und schnell Bier getrunken werden. Fast Bier eben.

Bier als Slow-Food?

Nun will aber die Slow Food-Bewegung das Bier in seiner UrsprĂŒnglichkeit zurĂŒckerobern. Seine IndividualitĂ€t, Lebendigkeit und unverfĂ€lschter Geschmack sollen unterstrichen werden. Viele kleine Brauereien haben mit diesem Konzept Erfolg. Mit ihrem Motto „Bier benötigt Heimat, Zeit und Charakter“ werben sie um guten Geschmack und einen festen Kundenstamm.

Viele Privatbrauereien bieten neben dem regionalen Charakter auch Bioprodukte an und heben die zeitintensive Braukunst hervor, die höchsten Genuss verspricht. Dazu muss der treue Kunde nicht einmal mehr das traute Heim verlassen. Ihm wird der goldene Gerstensaft wöchentlich bis vor die TĂŒr geliefert – per Bierabo. Er hat zudem abwechslungsreiche Kost. Denn die variationsreiche Auswahl an regionalen Produkten lĂ€sst eine stetige Rotation der unterschiedlichen heimischen Biermarken zu.

Auch ist die reine Bierproduktion nicht das Einzige, was die Braumeister zu bieten haben. Sie bereichern auch mit ihrem heimatverbundenen Marketingkonzept die Touristikbranche. Zudem besitzen viele private Bierhersteller einen eigenen Gasthof mit integriertem Hotel und bieten Besichtigungstouren in ihren Hallen der Braukunst an.

Der Markt besitzt also viel Potenzial fĂŒr eine innovative Zukunft. Und viele kleine Privatbrauereien können so gegen die marktbeherrschenden Weltkonzerne aufrĂŒsten. FĂŒr den Konsumenten bedeutet dies mehr Auswahl an einer höheren Vielfalt von Gaumenfreuden.

(Text: Magdalena Braun / Foto: Vivian Schneider by jugendfotos.de)
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