Regelmäßig bietet Facebook deutschen Datenschützern Gelegenheit, in den Medien zitiert zu werden. Wer sich in dem Netzwerk anmeldet, sollte in der Tat wissen, welches System hinter der Datenspeicherung und den Privatsphäreneinstellungen steckt: Facebook setzt Voraus, dass wir User damit einverstanden sind, alles preiszugeben – nicht nur für unsere Freunde.[divide]

Dabei ist das Profil schon mit ein paar Klicks sicher. Dennoch – regelmäßig ist ein Update notwendig, weil Facebook immer neue Anwendungen und Einstellungen erfindet, die zunächst einmal für alle einzusehen sind. Hier eine kleine Auflistung der aktuellen Einstellungen.
Freunde von Freunden

Grundsätzlich hat Facebook voreingestellt, dass viele Inhalte unseres Profils für alle oder für «Freunde von Freunden» zugänglich sind. Aufgrund der hohen Anzahl von Freunden, die eine noch größere Freundesliste haben, ist letztere Einstellung oft nur eine nette Umschreibung für «alle». Wer die Einstellungen auf «Freunde von Freunden» setzt, muss wissen, dass mitunter auch eine Million Menschen Einblick bekommen können.
Und: welche Freunde unsere Freunde in ihrer Liste haben, wissen wir nicht. Möglicherweise sammelt einer unserer Freunde beliebig viele Menschen in seinem Profil, die er gar nicht kennt. Sie können dann ein Bewegungsprofil von uns erstellen, ohne, dass wir je in Kontakt mit ihnen waren.
Freundeslisten

Wer private und geschäftliche Kontakte auf seinem Profil vereint – was zunehmend passiert – kann zwei Freundeslisten erstellen. Bis zu 100 Freundeslisten sind in einem Profil möglich. So lassen sich individuell für jede Freundesliste die Privatsphäreneinstellungen bestimmen.
Über «Freunde bearbeiten» gelangst du in die Freundesmaske, wo solche Listen erstellt werden können. Einen Namen geben und Liste erstellen (geht alternativ auch im Chat-Fenster links oben). In der Freundesmaske besteht hinter dem Namen der Freunde die Möglichkeit, den jeweiligen Freund einer Liste zuzuordnen.
Bei neuen Kontakten wird sofort gefragt, ob man den neuen Freund einer Liste zuordnen möchte. Sicherlich ist es sinnvoll, nur grob in Gruppen einzuteilen, also beispielsweise in Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen. Wer in den Gruppen zu kleinteilig wird, hat nachher mitunter viel Arbeit bei den Einstellungen.
Kontosicherheit

Unter «Konto» und «Kontoeinstellung» findet sich im Reiter «Einstellungen» der Punkt «Kontosicherheit». Facebook arbeitet standardmäßig mit einer http-Verbindung. Damit können Inhalte ins Netz gelangen, die man auf Facebook einstellt. Die sichere Variante ist deshalb eine https-Verbindung, die jeder selbst einstellen kann.Wer diese wählt, kann aber einige Anwendungen, bestimmte Facebook-Spiele beispielsweise (wie in etwa «Spruch des Tages», «Tageshoroskop» etc.) nicht mehr nutzen. Denn für die Anwendungen darf Facebook Profildaten wie Geburtstag, Name etc. Weitergeben. Wer Anwendungen also ohnehin nicht nutzt oder darauf verzichten kann, sollte die https-Verbindung wählen.
Privatsphäre

Unter «Konto» und «Privatsphäre-Einstellungen» kommst du in den vielleicht wichtigsten Bereich. Hier kannst du definieren, welches Facebook-Mitglied was von dir sehen darf.
Auf Facebook vernetzen

Unter dem ersten Link «Auf Facebook vernetzen» sind vor allem allgemeine Dinge geregelt, beispielsweise, ob du auf Facebook gefunden werden darfst, ob dir auch User Nachrichten schreiben und Freundschaftsanfragen senden dürfen, die du nicht kennst. Wer hier auf «Freunde von Freunden» oder «Nur Freunde» stellt, lernt mitunter keine neuen Menschen kennen, weil diese nicht mit dir in Kontakt kommen können. So kannst du nur nach bestimmten Leuten suchen und dich mit ihnen anfreunden.

 

Bei dem Punkt «Freundesliste» sollte sich jeder User überlegen, welche Schlüsse man aus der Liste ziehen kann – vor allem beruflich. Bin ich nur mit Leuten befreundet, die sich selbst erklären, ist es sicher kein Problem, wenn alle die Liste einsehen können. Als Journalist, Politiker, Wirtschaftler, Lehrer könnten aber falsche Schlüsse möglich sein. Warum ist Lehrer A mit den Schülerinnen B, C, D und E befreundet, aber mit keinem Schüler? Möglich, dass die Schülerinnen ihm eine Anfrage geschickt haben, die Schüler nicht. Aber das ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich.Ausbildung, Vorlieben und Wohnort – jeder muss selbst entscheiden, ob er das freigeben möchte, und wenn ja, für wen. Ich sehe diese Angaben als privat an und nicht für die Masse bestimmt, weshalb sie bei mir nur für Freunde einzusehen sind. Möglich ist auch, über «benutzerdefiniert» nur bestimmten Freundeslisten (beispielsweise Freunde und Bekannte) an den Infos teilhaben zu lassen. Über «Das vor folgenden Personen verbergen» können entweder einzelne Freunde oder ganze Freundeslisten ausgeschlossen werden.
Inhalte auf Facebook teilen

Über den Punkt «Inhalte auf Facebook teilen» unter «Konto» und «Privatsphäre-Einstellungen» lässt sich definieren, wer Fotos, Videos, Kommentare usw. lesen darf. In der Maske gibt es eine Übersicht über die aktuellen Einstellungen. Voreingestellt ist auch hier in der Regel «Alle» oder «Freunde von Freunden».
Unter der Maske gibt es einen kleinen Link «Benutzerdefinierte Einstellungen». Darüber gelangt man in den Bearbeitungsmodus. Unter «Beiträge von mir» verstehen sich Links, Statusmeldungen und Videos und Fotos, die über «was ich gerade mache» eingestellt habe.

 

Familie und Beziehung sind die Verbindung zu Menschen, die du bei Facebook als Schwester, Bruder, Mann etc. getagged hast («in einer Beziehung mit…»). Jeder sollte sich genau ansehen, was dort steht und für wen er es freigeben möchte. Sinn macht mitunter, nur den Freunden Zugang zu diesen privaten und persönlichen Details zu geben. Du würdest auch nicht auf die Straße gehen mit einem Schild in der Hand, auf dem diese Informationen stehen. Mach dir immer wieder bewusst, dass alles, was öffentlich zugänglich ist, gegebenenfalls auch gegen dich genutzt werden kann (beispielsweise in Bewerbungsgesprächen oder bei Jobsuche).
Auch in diesen Einstellungen kannst du definieren, dass nur bestimmte Freundeslisten die Inhalte sehen oder nicht sehen dürfen. Das funktioniert wie oben bereits beschrieben an dieser Stelle genauso («Benutzerdefiniert» – «Dies sichtbar machen für»/»Das vor folgenden Personen verbergen»).
Facebook Places

«Facebook Orte» ist einer der neuesten Dienste, der mit Geodaten arbeitet, also ähnlich wie beispielsweise Foursquare funktioniert. Über das Mobiltelefon kannst du an bestimmten Orten, beispielsweise Restaurants, Kinos, Flughäfen, Discos einchecken. Aber auch wenn du Facebook gar nicht auf einem Smartphone nutzt, kannst du eingecheckt werden – nämlich von deinen Freunden! So haben Einbrecher mitunter ein leichtes Spiel – denn sie wissen, wo du dich aufhältst und wie lange du nach Hause brauchst, wie Seiten wie pleaserobeme.com auflisten.

 

Wenn du nicht möchtest, dass der Geodienst mit deinem Profil in Verbindung steht, sind drei Kreuzchen notwendig und du musst keine Geotags befürchten. Wenn du in bei «Konto» und «Privatsphäre-Einstellungen» in der Bearbeitungsmaske von «Inhalte auf Facebook teilen» bist (siehe oben), steht dort auch der Punkt «Orte, die du besuchst». Klicke hier «Nur ich» an.
Außerdem steht direkt darunter das Kästchen «Mich im «Personen, die jetzt hier sind»-Abschnitt anzeigen, nachdem ich angegeben habe, wo ich mich befinde». «Personen, die jetzt hier sind» ist eine Auflistung zu einer bestimmten Örtlichkeit, woraus zu schließen ist, wer sich gerade dort aufhält oder dort schon war. So können sich beispielsweise zwei Facebook-Freunde am Bahnhof finden, obwohl sie vorher gar nicht wussten, dass sie beide dort Wartezeit haben. Aber so können eben auch alle sehen, dass du nicht zuhause bist. Deshalb empfehle ich: Das voreingestellte Häkchen bei «Aktivieren» entfernen.
Unter «Freunde können angeben, dass ich mich an einem Ort befinde», können dich Freunde mit Smartphones geotaggen. Wenn du nicht möchtest, dass irgendjemand für dich irgendwo eincheckt, musst du die Einstellung «gesperrt» auswählen.
Werbung mit deinem Namen

Wer schon einmal auf seiner Startseite rechts in der Ecke Werbung gesehen hat, weiß, dass Facebook dafür auf die Freunde zurückgreift. So empfehlen deine Freunde mit einem «Gefällt mir» Produkte bestimmter Firmen.
Wenn du nicht möchtest, dass auch mit dir auf der Startseite deiner Freunde geworben wird, kannst du es ausstellen. Unter «Konto» und «Konto einstellungen» findest du einen Reiter namens «Facebook-Werbeanzeigen». Dort gibt es zwei Links, die Einstellungen für Werbeanziegen von Drittanbietern und die sozialen Werbeanzeigen. Beide Links müssen angeklickt werden, und in der Auswahlmöglichkeit auf «Niemand» gestellt werden. So wird nicht mit deinem Namen und/oder deinem Profilbild (Facebook darf für die Werbung auch auf dein Profilbild zugreifen!) Werbung gemacht.
Fertig ist dein sicheres Profil!

Ein letzter Tipp: Bitte bedenke bei allem, was du auf Facebook tust, dass Facebook deine Daten und Angaben speichert – und bislang nicht sicher bekannt ist, was mit diesen Daten und Angaben passiert.

(Text: Miriam Keilbach)

Von Miriam K.

Miriam war 2007 im Gründungsteam von backview.eu. Sie volontierte beim Weser-Kurier in Bremen und arbeitet seit 2012 als Redakteurin bei der Frankfurter Rundschau. Ihre Themen: Menschen, Gesellschaft, Soziales, Skandinavien und Sport.

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