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PC Review – Anno 1701

ANNO 1701 im Test

Vom kleinen Inseldorf zum Imperium – In der neuen Welt lockt neben sagenhaften ReichtĂŒmern unzĂ€hlig viel Spielspaß – Ist Anno 1701 das beste Anno aller Zeiten?

Land in Sicht! Wir entdecken eine kleine Insel, errichten ein Kontor fĂŒr unsere mitgebrachten Waren und bauen ein paar WohnhĂ€user fĂŒr unsere Pioniere, doch wie wird es weitergehen? Sollen wir die Insel erkunden, Ihre BodenschĂ€tze heben und unserer Stadt zu Ruhm und Reichtum verhelfen?  Anno-Veteranen sollten jetzt schon wissen, dass es sich hierbei eher um eine rhetorische Frage handelt. Denn im neuesten Werk von Related Designs ist es Ihre Aufgabe eine Kolonie in unbekanntem Terrain zu grĂŒnden und daraus eine florierende Kleinstadt und letztendlich ein Machtzentrum der Wirtschaft und Industrie zu errichten.

Vom Pionier zum Aristokraten

Rom wurde ja bekanntlich auch nicht an einem Tag erbaut und so errichten wir erst einmal einen Dorfplatz, der auch im spĂ€teren Verlauf den Mittelpunkt der Stadt bilden wird. Um ihn herum errichten wir einfache HolzhĂ€user und fĂŒr unsere frommen Pioniere eine Kirche. Da sich unsere VorrĂ€te nun langsam dem Ende neigen, schicken wir einen HolzfĂ€ller in den Wald und unsere JagdhĂŒtte und der Fischer sorgen fĂŒr Nahrung. Nun bauen wir noch eine Schaffarm und eine angrenzende Schneiderei, welche die Wolle zur warmen Kleidung verarbeitet. Damit unser Markkarren die Waren nicht immer vom weit entfernten Kontor holen muss, errichten wir einen Marktplatz und schon steigt unser Rohstoff-Portfolio. Damit sich unsere Pioniere nun zu Siedlern weiterentwickeln, mĂŒssen wir vom freien HĂ€ndler Werkzeuge einkaufen, da wir diese in den Anfangsminuten noch nicht selbst produzieren können.

Alternativ bietet der freie HĂ€ndler auch immer wieder lukrative AuftrĂ€ge an, die in der Regel wenig arbeitsintensiv sind und grundsĂ€tzlich hohe GoldbetrĂ€ge und wertvolle Rohstoffe als Belohnung einbringen. AllmĂ€hlich fangen unsere Pioniere an ihre HĂ€user auszubauen und werden zu Siedlern. Diese sprudeln zwar mehr Steuern in die Kasse, haben dafĂŒr aber auch höhere AnsprĂŒche und bestehen auf Tabak, Alkohol und Schulbildung. Eine Schule ist schnell gebaut, unsere Hopfenfarmen werfen erste ErtrĂ€ge ab und nach  kurzer Zeit rollt der Brauereimeister auch schon liebevoll animiert die ersten BierfĂ€sser zum Marktplatz. Tabak hingegen ist wesentlich schwieriger zu bekommen, da er nur auf bestimmten Inseln im SĂŒden wĂ€chst und gedeiht. Also bauen wir eine Werft und geben unser erstes Entdeckerschiff in Auftrag, welches sogleich lossegelt und die neue Welt erkundet. Anders als im letzten Anno-Teil bekommen Sie auf jeder Insel angezeigt, welche Rohstoffe vorhanden sind und was Sie anbauen können. Unsere Insel bietet ideale Bedingungen fĂŒr Tabak– und Kakaopflanzen, welche wir im spĂ€teren Verlauf fĂŒr Pralinen benötigen. Ein BedĂŒrfnis der BĂŒrger.

Sie sind nicht allein
Sie sollten jedoch nicht denken, dass Anno keine anspruchsvolle Wirtschafts-simulation ist, denn besonders im fortgeschrittenen Spielverlauf beginnt eine wahre Hatz nach den raren Rohstoffen in der neuen Welt. Ihre Gegenspieler sind zwölf K.I FĂŒrsten, die jedoch genialer Weise jeweils einen eigenen Charakter haben: Hendrik Jorgensen beispielsweise fĂ€hrt einen Schmusekurs und schenkt uns immer wieder grĂ¶ĂŸere Goldsummen, damit wir auch ja sein VerbĂŒndeter bleiben. Agatha von Thielen hingegen mĂŒssen wir bestechen, um mit Ihr Alkohol handeln zu können, die beleibte Dame ist jedoch sĂŒchtig nach Pralinen, dass wiederum können wir nutzen um Ihr die Köstlichkeiten zu Höchstpreisen zu verkaufen. Die K.I ist somit nicht nur ein kompetitives Mittel, sondern durch aus ein strategischer Faktor, da es quasi unmöglich ist alle Produkte selbst herzustellen. Besonders im Zeitalter der Aristokratie sollten Sie auf gut funktionierende Handelsbeziehungen bauen können, da beispielsweise die fĂŒr ParfĂŒm notwendigen Blumen nur auf sehr wenigen Inseln zu finden sind. Anders als in den VorgĂ€ngern können Sie Ihre Handelsrouten jedoch mit Hilfe eines ĂŒbersichtlichen MenĂŒs und wenigen Mausklicks komfortabel festlegen.

Fazit
Kann es ein Leben nach Anno geben? Nach ca. 25 Teststunden und etlichen Multiplayer-Partien im Redaktionsnetzwerk kann ich das kaum glauben.
Related Designs hat das KunststĂŒck vollbracht alte Anno-Tugenden zu bewahren, den Balast aus 1503 ĂŒber Bord zu werfen und unzĂ€hlige geniale Ideen wie die lebendige K.I, den fahrenden HĂ€ndler, die Strategiekarte und noch viele Dinge mehr harmonisch in die wunderschöne Anno-Welt einzubinden. Und wenn ich mal wieder Kollege Johannes mit meiner wirtschaftlichen StĂ€rke oder mit MilitĂ€r und dem Einsatz von Spionen und Saboteuren in die Knie zwinge, lacht auch mein Multiplayer-Herz wieder.

(Text: Benjamin Kratsch)


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