Du bist hier: Home » Kultur » „Am Ball bleiben und auch mal eigene Trends setzen“

„Am Ball bleiben und auch mal eigene Trends setzen“

Zwei YOU FM-Redaktionsmitglieder im Interview

Die Redaktion von back view hat sich in Frankfurt mit zwei Gesichtern des jungen Radiosenders des Hessischen Rundfunks YOU FM getroffen. Der Moderator Torben Hagenau und der Redakteur Frederik Merx erzÀhlen von ihrem Alltag beim Radiosender und ihren Konzertbesuchen bei Rihanna und David Hasselhoff.


teaser_grback view: Torben und Frederik, ihr kommt gerade von der Nachmittagssendung. Wer ist heute Morgen frĂŒher aufgestanden?
Frederik
: In der Redaktion fangen wir morgens immer so gegen neun Uhr an. Die Diva neben mir schlÀft aber gerne mal aus.
Torben: Hey, ich war auch schon um zehn Uhr hier. (lacht)

Gibt es eine klare Aufgabenteilung bei YOU FM zwischen Inhalten und Moderation?
Torben:
Nein, ich bin bis Beginn der Sendung auch Redakteur. DafĂŒr gehe ich auch gerne mal raus auf die Straße. Heute hatten wir zum Beispiel eine Umfrage zum Thema „Welche Frau will Sex mit Philipp Lahm“. Da setze ich mich dann nicht nur vor das Mikrofon im Studio.
Frederik: Das wĂ€re auch der falsche Weg. Wir setzen ja vor allem auf InteraktivitĂ€t. Da mĂŒssen wir auch Mal alle raus aus der Redaktion und den direkten Kontakt zu unseren Zuhörern suchen. Auf der Straße oder auch durch Diskussionen am Telefon oder ĂŒber das Internet.

text_Gehen die Anrufe dann live auf Sendung? Und wie viel Resonanz habt ihr dabei?
Torben:
Es gibt insgesamt sechs Leitungen und bei guten Themen sind die auch alle belegt. Ich mache diese TelefongesprĂ€che ĂŒbrigens schon ganz gerne live. In der Regel passiert da auch nichts, warum wir das vorher aufzeichnen und zensieren mĂŒssten. Nur bei wirklich kritischen Themen entgehen wir dem Livecharakter, um beispielsweise Beleidigungen zu vermeiden.

Einige von uns haben gerade bei privaten Radiostationen die Erfahrung gemacht, dass Umfragen oder Anrufe gerne auch mal gefaked werden. Gibt es so etwas bei euch auch?
Frederik:
Nein, niemals. Das wĂŒrde unseren GrundĂŒberzeugungen widersprechen. Da kommt uns auch unser öffentlich-rechtlicher Status und Auftrag zu Gute. Wir sehen das lieber umgekehrt: Wenn es keine RĂŒckmeldungen von unseren Hörern gibt, dann ist unser Thema einfach zu uninteressant.

FĂŒr alle, die YOU FM nicht kennen – Welche Musik spielt ihr denn und in welche Sparte wĂŒrdet ihr YOU FM stecken?
Torben:
Meist sind es schon die gerade angesagten Titel. Aber was uns auszeichnet, ist eine gewisse Risikofreudigkeit bei neuen Songs. Normalerweise lĂ€uft das bei den Radiostationen so, dass nur Songs gespielt werden, die vorher durch ausgiebige Befragungen Ă  la „WĂŒrden sie bei diesem Titel umschalten?“ getestet wurden. Wir packen aber in jede Stunde auch zwei bis drei brandneue Songs. Nur so können wir immer am Ball bleiben und auch mal eigene Trends setzen.
Frederik: Das ist schon ein gewisses Alleinstellungsmerkmal gegenĂŒber den meisten anderen Sendern. Trotzdem haben wir bei YOU FM aber auch einen Informationsanspruch.
Torben: Ich wĂŒrde sagen: Wir machen Infotainment.

Aber es ĂŒberwiegt dennoch deutlich die Musik?!
Frederik:
Ja, klar. Wir sind ja schließlich ein junger Radiosender. In der Regel gibt es insgesamt drei Minuten WortbeitrĂ€ge in einer halben Stunde Sendung. Außer bei speziellen Thementagen.

Frederik, du studierst noch, wie bist du zu YOU FM gekommen?
Frederik:
Ich bin jetzt 25 und seit 2006 bei YOU FM. Ich mache Radio schon seit der neunten Klasse und habe damals in der Kinderredaktion von HR2 angefangen. Da durfte ich immer PC-Spiele testen und konnte so meinen Eltern einen Grund geben, warum ich unbedingt eine Playstation brauchte.

Torben, du bist fĂŒnf Jahre Ă€lter, aber hast dein Studium auch gerade erst beendet.
Torben:
Ja, ich habe mir da etwas lÀnger Zeit gelassen. Ich wollte einfach mehr lernen (lacht). Ich habe meinen Master letztes Jahr in Hannover fertig gemacht. Meine ersten Schritte zum Radio habe ich mit 16 gemacht; durch ein Praktikum. Danach war es aber eher Zufall, dass ich zu YOU FM gekommen bin.

Torben, schreibst du die Moderationstexte eigentlich selbst?
Torben:
Normalerweise gibt es immer einen Vorschlag von der Redaktion. Es gibt also oft Skripte, die ich mir dann noch umschreibe. Außer ich habe das Thema selbst in der Redaktion bearbeitet. Dann spart man sich einen Arbeitsschritt. Aber generell gilt das Vier-Augen-Prinzip.
text_quer
Frederik, was war das letzte Konzert, dass Torben besucht hat und sich eigentlich dafĂŒr schĂ€men mĂŒsste?
Frederik:
Er war bei David Hasselhoff. Keine Ahnung warum, aber der hatte diesen Sommer in Frankfurt ein Konzert und das hat er sich angetan.
Torben: Hey, das ist ein Kindheitsidol. Es war eigentlich auch ganz lustig. Er hat bestimmt vier oder fĂŒnf Mal „I`ve been looking for freedom“ gesungen.
Frederik: Der glaubt ja auch bis heute noch, dass er fĂŒr den Mauerfall gesorgt hat.
Torben: Aber fragt mal lieber mich zu Frederiks Fehltritt.
Frederik: Ich persönlich gehe nie auf peinliche Konzerte (lacht). Aber durch meine Arbeit hier auf sehr verschiedene. Obwohl ich mich eigentlich nen Rock-Indie-Typen nenne, war ich kĂŒrzlich bei Rihanna. Ja, ich bin mittlerweile Rihannas Fanboy hier in der Redaktion. Aber auch, wenn man kein Fan von ihr ist – es lohnt sich schon alleine wegen der Show. Das ist eine riesige Hollywoodproduktion und einfach mit keinem normalen Konzert mehr zu vergleichen.

Vielen Dank fĂŒr das GesprĂ€ch an Torben und Frederik.


Info:

You FM sendet seit 2004 unter dem Motto „young fresh music“ als junger Radiosender des Hessischen Rundfunks. Der Sender richtet sich nach eigenen Angaben an Hörer zwischen 14 und 29 Jahren und besteht aus einem jungen 70-köpfigem Team. Youfm setzt besonders auf die Interaktion mit seinen Hörern durch die „Youfm-Community“ und CrossmedialitĂ€t. You FM ist in Hessen empfangbar oder per Webradio weltweit.

(Interview: Anna Franz, Julia Jung, Julia Radgen, Lea Kramer, Helge Braatz und Konrad Welzel / Fotos: Konrad Welzel)
Download PDF  Artikel drucken (PDF)

Schreibe einen neuen Kommentar

You must be logged in to post a comment.

Über den Autor

Stellvertretende Chefredakteurin und Ressortleiterin English

Hauptberuflich ist Julia Weltenbummlerin, nebenberuflich studiert sie Politik. Wenn sie nicht gerade durch Australien, Neuseeland, SĂŒdafrika oder Hongkong reist, schreibt sie ein paar Zeilen fĂŒr back view und das schon seit 2009.

Anzahl der Artikel : 40

© back view e.V., 2007 - 2017

Scrolle zum Anfang