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Habemus Outing!

FLUTLICHT – die back-view-Sportkolumne
Karnevalistische Feiertage und die momentan grassierende Grippeflut in Deutschland machten eine Sportkolumne am letzten Montag unmöglich. Daher nun mit einer Woche VerspÀtung ein Blick auf die Sportwelt der letzten Wochen. Es war einiges los, doch lest einfach am besten selbst!

Um das zur Ehrenrettung klarzustellen: Karneval und Grippe standen in KEINEM kausalen Zusammenhang. Ob das auch fĂŒr die Kicker von Alemannia Aachen gilt, ist nicht ĂŒberliefert. Deren Spiel in Erfurt musste wegen unglaublichen 18 (!) KrankheitsfĂ€llen abgesagt werden.

Vorne gÀnzlich gesund, aber hinten doch recht verschnupft prÀsentierten sich die deutschen Vertreter in den europÀischen Wettbewerben. Dortmund kassierte beim 2:2 in Donezk einige Tore, die noch vom 3:3 der Gladbacher gegen Lazio Rom getoppt wurde. Zudem verloren Leverkusen (0:1 zuhause gegen Benfica Lissabon)  und Hannover gegen Antschi Machatschkala (1:3). Keine gute Ausbeute, das wollen die Bayern gegen Arsenal morgen und Schalke am Mittwoch gegen Galatasaray besser machen.

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Eine der Hauptmeldungen der letzten Tage waren die Ereignisse rund um Oscar Pistorius. Der beinamputierte Sprinter und einstiger Vorzeigeathlet erschoss seine Freundin in seinem Haus mit vier SchĂŒssen. Er hielt sie fĂŒr einen Einbrecher, hieß es zunĂ€chst.

Nun folgen GerĂŒchte und Ermittlungen, die Pistorius in einem schlechten Licht stehen lassen. Hat er seine Freundin vorsĂ€tzlich erschossen? War Eifersucht im Spiel? Eine schreckliche Geschichte, die – wie auch immer – tragisch endete.  Irgendwo tritt der Sport dann auch hinter andere Aspekte des Lebens zurĂŒck.

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flutlichtEine Outing! Ja, ein Outing – der Fußball hat (endlich?) sein Comming-out! Man weiß nicht, ob es wirklich notwendig war, man weiß nicht, ob es schwul-lesbischen FußballerInnen weiterhilft. Doch der Reihe nach: US-Nationalspieler Robbie Rogers sprach letzte Woche Klartext, er ist homosexuell. Was eigentlich ein normaler – um dieses Mist-Wort mal zu gebrauchen – gesellschaftlicher Fakt sein sollte, ist in der Fußballwelt oft immer noch verpönt.

So wurde denn auch gezweifelt an einem seriösen Umgang mit Rogers Outing, doch bisher ist die Resonanz weitgehend positiv. Der Kicker, der damit auch sofort seine Karriere beendete, stieß einen Stein los, der nun vielleicht ins Rollen gerĂ€t. Auch wenn Basisarbeit wohl vor einem Outing anzusiedeln ist, offenbarte Rogers die  Krux eines solchen Comming-outs: Er fĂŒhlte sich gezwungen, seine Karriere zu beenden. Bitter, dass so etwas noch notwendig ist. Wann endlich können auch Homosexuelle offen ihre SexualitĂ€t ausleben UND ihrer Passion auf dem Sportplatz nachgehen?

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In er NBA fand am Wochenende seit einer gefĂŒhlten Ewigkeit das All-Star-Game ohne Dirk Nowitzki statt. Ein Jahr nach seinem epischen Triumph mit seinen Dallas Mavericks ist es erst mal recht still um des Riesen aus WĂŒrzburg geworden.

Der Westen der NBA setzte sich mit 143:138 gegen den Osten durch – ĂŒberragender Akteur war dabei Chris Paul, der auch zum MVP gewĂ€hlt wurde, erzielte dabei 20 Punkte und 15 Assists. Schlagzeilen der anderen Sorte, wobei sie auch positiv sind, produzierte Steve Nash: Der kleine Basketball-King zeigte immer wieder tolle Fußballtricks in den Spielpause. Die 11 Freunde sahen sich prompt veranlasst, ein Portrait zu schreiben.

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Im Tennis scheiterte Tommy Haas im Finale in San Jose an Milos Raonic mit 3:6, 4:6. Haas verbleibt bei seinen 13 Turniersiegen, konnte dennoch in der Weltrangliste von Platz 22 auf Rang 18 klettern. Damit ist der 34-JĂ€hrige momentan der beste deutsche Tennisspieler.

Rafael Nadal hingegen konnte in Sao Paolo seinen ersten Turniersieg seit den French Open von 2012 feiern. Der ewig an seinem Knie leidende Spanier setzte sich Finale in Brasilien mit 6:2, 6:3 gegen David Nalbandian durch.

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Bei den Ski-Weltmeisterschaften in Schladming in der Steiermark belegte die deutsche Auswahl den fĂŒnften Platz und holte insgesamt eine goldene, eine silberne und zwei bronzene Medaillen. Marcel Hirscher siegte dabei im Slalom, Neureuther folgte mit Silber.

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In der Schmuddelecke sind heute einige rechtsradikale Fußball“fans“ der Bundesliga zu finden. Einerseits verkloppten einige Nazis im Rahmen des CL-Spiels in Donezk einen Betreuer des BVB. Zudem ranken sich Mythen um die Rolle von Rechtsradikalen bei der Auflösung der DĂŒsseldorfer Ultras. Bitter, kein Mensch braucht euch!

 

(Text: Jerome Kirschbaum / Foto: Benjamin Radzun, flickr.com)

 
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Über den Autor

Ressortleiter Sport

Jerome Kirschbaum schreibt am liebsten ĂŒber Sport, wenn er denn nicht selbst auf einem Platz steht. Seit Oktober 2010 verdingt sich Jerome als Schreiberling fĂŒr back view, neben den LeibesĂŒbungen widmet er sich sich auch politischen Themen. Im wahren Leben musste Jerome zahlreiche Semester auf Lehramt studieren, um dann schlussendlich doch etwas ganz anderes zu werden.

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