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Zwei Wege für Baden-Württemberg

Die Kandidaten Stefan Mappus und Nils Schmid im Portrait

Die wichtigsten Themen für die kommenden Wahlen in Baden-Württemberg sind aktuell die Atomfrage, die Bildungspolitik sowie das Dauerthema Stuttgart 21. back view-Mitarbeiterin Martina Gewehr hat sich zwei Kandidaten herausgepickt und stellt sie und ihre Ziele vor.

Stefan Mappus, der Platzhirsch
Der bisherige Ministerpräsident Stefan Mappus hält sich in der Atomfrage bedeckt. Er betont, dass die CDU gute Gründe gehabt habe, die Laufzeitverlängerung voranzutreiben. Gleichzeitig sei es nach den aktuellen Ereignissen in Japan wichtig, die Sicherheit der Atommeiler in Deutschland zu überprüfen. Mappus sieht nicht ein, dass die rot-grüne Regierung für den Atomausstieg und die schwarze Regierung für die Stromversorgung zuständig sein solle.

In der Bildungspolitik beruft sich Mappus hauptsächlich auf das bisher erfolgreiche Modell des dreigliedrigen Schulsystems. Er stellt vor allem den guten Ruf Baden-Württembergs im Bundesvergleich heraus. Die Forderungen der SPD können seiner Meinung nach nicht ohne größere Defizite in anderen Bereichen erfüllt werden.

Im Hinblick auf die ewige Debatte über das Großprojekt Stuttgart 21 hält er an seinem Standpunkt fest. Er verteidigt den Umbau nach wie vor und unterstreicht, dass er die Parteien in der Diskussion zusammengeführt habe. Dabei verweist vor allem auf den Schlichterspruch von Heiner Geißler.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich Stefan Mappus bei allen Themen in der Defensive befindet, obwohl er immer wieder betont, dass dies nicht seine bevorzugte Position sei.

Nils Schmid, der Herausforderer
Seit 2009 ist Nils Schmid Landesvorsitzender der SPD in Baden-Württemberg. Er bezieht klar Stellung zu den Hauptthemen der diesjährigen Landtagswahl. Bei der Atomfrage erinnert Nils Schmid gerne an den Atomkonsens, dessen Aufkündigung ein großer Fehler gewesen sei. Er fordert einen raschen Ausstieg aus der Atompolitik und kann den „Zickzack-Kurs“ der CDU nicht nachvollziehen.

Nils Schmid möchte die Bildungspolitik in Baden-Württemberg grundlegend reformieren. Neben der Kostenfreiheit von Kindergärten und der Abschaffung der Studiengebühren, plädiert er für die Einrichtung von Gesamtschulen, um jedem Kind gleiche Bildungschancen zu ermöglichen.

Ein Funken „Einigkeit“ mit Gegner Mappus herrscht bezüglich der Diskussion um Stuttgart 21, denn auch Schmid ist grundsätzlich von dem Projekt überzeugt. Allerdings fordert er eine stärkere Einbindung der Bevölkerung in Form eines Bürgerentscheids.

Nils Schmid präsentiert sich stets selbstsicher und sachlich.

In den Hauptfragen des Wahlkampfs herrscht zwischen den beiden Politikern eher Uneinigkeit. Die Wahl  haben am Sonntag, dem 27. März, die Bürger.  Das Ergebnis wird gespannt erwartet, denn es gibt Aufschluss darüber, welchen Kurs Baden-Württemberg in den nächsten Jahren einschlagen wird.

(Text: Martina Gewehr)


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