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Zuhause — was ist das eigentlich?

Ab wann ist die Bezeichnung „Zuhause“ eigentlich gerechtfertigt?

Dies mag zwar etwas abgehoben klingen, ich denke aber, dass ich für diese Frage wie geschaffen bin. Erklären lässt sich dies durch meine vielen Umzüge, die ich in meinen relativ jungen 20 Jahren bereits hinter mich gebracht habe. Was also ist ein Zuhause?

Das erste Mal umgezogen, bin ich im zarten Alter von zwei Jahren. Dies scheint einigen wohl etwas viel, ich sehe es aber eher als ein Geschenk, denn ich habe mehr als nur ein Zuhause und ja, das ist möglich. Es gibt nicht nur eine klare Eigenschaft, die eine Heimat definiert, sondern viele Dinge oder vor allem auch Menschen, machen ein Zuhause zu dem, was es ist. Dadurch entstehen auch verschiedene Arten von einem Zuhause, was es ermöglicht mehr als ein einzelnes zu haben.

Zuhause

Entscheidend ist das Gefühl

Klar ist auf alle Fälle, dass ein Zuhause mit einem bestimmten Gefühl verbunden ist. Man fühlt sich da Zuhause, wo man auf Geborgenheit, Entspannung und Sicherheit stößt und sich einfach nur wohl fühlt. Aber was unterscheidet nun ein Zuhause von einer Wellness-Oase? Entspannen kann man sich auch da. Nun, ganz einfach — die Gefühle sind bei einem Zuhause an Erinnerungen geknüpft. Ich lebe seit über einem Jahrzehnt nicht mehr in Südafrika und trotzdem fühle ich mich bei meinen Besuchen wieder, als wäre ich Zuhause, da ich an diesem Ort meine ersten Erinnerungen habe. Es ist also mein erstes Zuhause und definitiv nicht das einzige.

Verschiedene Arten von Zuhause

Dies soll keine genaue Aufzählung von allen möglichen Arten von einem Zuhause sein. Hier sollen lediglich meine Arten von Zuhause aufgezählt werden. Nicht nur mein Mitteilungsbedürfnis spielt hier eine Rolle. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass vor allem junge Erwachsene, die vielleicht zum Studieren in eine andere Stadt gezogen sind, häufig das Gefühl haben, ihre Heimat verloren zu haben. Ich möchte zeigen, dass sie nun nur ein zusätzliches Zuhause gewonnen haben.

Für mich sind neben den Gefühlen und den Erinnerungen vor allem die damit zusammenhängenden Personen wichtig. Neben meinem ersten Zuhause, habe ich auch noch das Zuhause bei meinen Eltern. Ich lebe zwar nicht mehr da oder habe dort mein eigenes Zimmer, es ist aber trotzdem ein Ort, an dem ich zehn Jahre verbracht habe. Alleine all diese Erinnerungen und die Anwesenheit meiner Eltern, lässt es ein Zuhause bleiben. Denn es ist ein  Ort, an dem ich immer zurückkehren könnte, wenn ich Hilfe bräuchte.

Aktuell wohne ich in Hamburg. Mein Zuhause, an dem ich meinem Traumberuf nach eifere: ich will die Öffentlichkeit über Dinge informieren, die kein Geheimnis bleiben sollten. Hier habe ich Freunde fürs Leben gefunden. Und der Ort, an dem ich meine erste eigene Wohnung bezogen habe (auch wenn es eine WG ist). An diesem Ort habe ich Menschen und Erinnerungen gefunden, die ich niemals missen möchte und daher ist es wohl meine nördlichste Heimat. In diesem Zuhause habe ich auch meinen Freund kennen- und lieben gelernt.

Dies bringt mich zu meinem vierten Zuhause. Leider führe ich eine Fernbeziehung, daher ist der Ort an dem mein Freund wohnt, auch ein Zuhause für mich geworden. Denn dort verbringe ich meine freien Tage mit meinem Lieblingsmenschen. Da sind die schönen Erinnerungen wohl im Überfluss vorhanden. Außerdem habe ich durch ihn auch einen weiteren Freundeskreis geschaffen, den ich auch nicht missen möchte.

Es gibt nicht nur ein Zuhause

Wie ich hoffentlich klar gestellt habe, ist ein Zuhause nicht zwingend an den aktuellen Wohnort geknüpft. Es ist ein Zuhause, sobald es sich für einen wie eines anfühlt. Für mich machen dies die Menschen und Erinnerungen aus—es kann aber auch etwas anderes sein. Klar ist jedoch auf alle Fälle, dass ein Zuhause etwas schönes ist: Fühlt man sich an dem Ort nicht wohl, ist es auch keine Heimat.

(Foto: Anna Lena Wöhrer by jugendfotos.de)

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