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Die Natur spielt verrückt! Oder wir?

Kommentar über die Zerstörung unserer Natur

Sind die Eingriffe des Menschen in die Natur, wie zum Beispiel Überfischung und Massentierhaltung, Abholzung und Brandrodung, Verschmutzung des Trinkwassers und der Luft wirklich die bezeichnenden Auslöser dafür, dass unsere Spezies dem Aussterben verschrieben ist?

Seit Millionen von Jahren verändert sich die Erde gravierend. Das hat auch die Entwicklung von Leben stark beeinflusst. Durch Vulkanausbrüche und aktive Plattentektonik, durch Meteoriteneinschläge und Sonnenstürme gepeitscht, veränderte sich die Erdoberfläche derart, dass die darauf existierenden Lebensformen keine längerfristigen Überlebensgarantien bekamen.

Zerstörung der Natur

Die Erde selbst existiert in Symbiose mit dem Universum, ihrem Aufenthaltsort

Bis heute haben sich die Grundvoraussetzungen für Natur und Lebensformen evolutionär entwickelt. Seit dem Zeitalter der Industrialisierung und Ausbeutung von Natur und planetaren Ressourcen wurde unsere Erde in seiner ureigenen Symbiose mit dem Universum verändert. Diese Erdentwicklungen trugen ebenso zur Veränderung und notwendigen Anpassung der Flora und Fauna bei. Hier erkennen wir die Abhängigkeiten vom Makrokosmos bis in den Mikrokosmos.

Können wir und unsere Nachfahren all diese nicht beeinflussbaren Veränderungen, wie auch die menschengemachte Natur- und Umweltbeeinflussung, überleben?

Um die Natur noch intensiver für die eigenen Zwecke zu nutzen und um vorrangig die Nachhaltigkeit der lebenswichtigen Ressourcen zu gewähren, veränderte der Mensch zum Beispiel die Gene von Pflanzen und Tiere. Massentierhaltung ist nicht nur ein ethisches Problem, an dem sich die Geister scheiden, sondern wird durch die Genmanipulation verschärft.

Hühner, die ihr eigenes Gewicht nicht mehr tragen können, versorgen uns mit „saftig dicken“ Hühnerschenkeln. Antibiotika, ein Grundbestandteil der Nahrung aller in Massen gezüchteten Tiere, wird so vom Menschen aufgenommen. Hormone, Pestizide und Genveränderungen beeinflussen unsere Gesundheit, die natürlichen Ressourcen und verändern nachhaltig die Symbiosen und Abhängigkeiten, derer sie unterliegen. Schon lange lebt der Mensch nicht mehr in Symbiose mit seiner Natur und sieht sich wohl auch nicht mehr als Teil dieser Natur und deren Symbiose.

Wer veränderte die Symbiose des Menschen mit der Natur?

Dabei war alles so schön, als der Mensch noch in Symbiose und somit in Harmonie mit der Natur lebte. Bis heute sind wir von derer Vitalität und Gesundheit abhängig.

Viele Kinder leben in Ballungsgebieten von Großstädten. Unsere Schulen vermitteln ihnen in den naturkundlichen Fächern nur noch trockenen Stoff, ohne den direkten Kontakt mit der Natur zu fördern. Wer kennt noch die Klassenausflüge in den nahe gelegenen Hain oder Park, um Pflanzen zu bestimmen? Wer erklärt unseren Kindern, welche Vögel vor den Fenstern zwitschern und woran wir sie erkennen? Welches Kind erlebt noch, wie ein Samen, der eigenhändig in Erde gebettet wurde, zum Keimling heranwächst und später Blüten trägt. Es gibt viele Beispiele, die uns erkennen lassen, dass wir uns unserer Natur entfremden.

Werden Großstadtkinder gefragt, woher die Milch kommt, dann wird ihre Antwort: “aus dem Tetrapack“ die Unwissenheit unserer Nachkommen bezeichnen. Viele unser Stadtkinder wissen weder, dass das Hühnerfleisch oder das Schnitzel einmal ein lebendes Tier war, noch wie es ausgesehen hat.

Zerstörung der Natur: aus Neugier wurde Gier

Aus Neugier, wie die Natur funktioniert, erkannte der Mensch die schier nie enden wollenden Ressourcen der Natur. Um sich diese Rohstoffe nutzbar zu machen, hat der Mensch einen sehr gewagten Weg für die Entwicklung seiner Spezies eingeschlagen.

Die Beschaffungsindustrie und vor allem die Pharmaindustrie haben bewerkstelligt, die Nabelschnur der Menschen zur ihrer „Mutter“ Natur zu kappen. Sie schafften es, die Lebenserhaltung des Menschen in eine abhängige Symbiose zur industriellen Nahrungsproduktion und den materiellen Wohlstand zum Lebensinhalt zu verändern.

Anstatt das gewonnene Wissen verantwortungsvoll auch in Erkenntnis zu wandeln und zu hinterfragen, wurde aus dem Wissen nur die Möglichkeit des “Beutemachens“ erkannt. Beute für den Fortschritt, die mit industriellem Raubbau in Form von Abholzung, Überfischung der Meere und Ausrottung nicht nützlicher Tierarten und Pflanzen bis hin zur genveränderten Saatgut ihre bisherigen Höhepunkte erlangte.

Was die Menschen dazu brachte, sich von der Natur abzuwenden, waren die Versprechungen des Fortschritts zum Wohle der Bequemlichkeit und dem Erhalt der Gesundheit.

Entwickelt sich die Menschheit zum zerstörerischen Virus?

Unser immer nur kurzfristiges und der Evolution unterlegenes Überlebensnetzwerk Natur ist von äußeren Umständen abhängig und somit auch durch die Menschen evolutionär beeinflussbar. Das bedeutet, pflege und hege die Tier- und Pflanzenwelt, als würde sie im natürlichen Rahmen existieren. Die Menschheit greift aber maßgeblich in dieses Netzwerk der Natur ein und beschleunigt somit die evolutionäre Auslese der nicht in natürlicher Symbiose lebenden Elemente der planetaren Begebenheit.

Viel zu spät hat der Mensch erkannt, dass er das Lebenserhaltungssystem Natur und dessen filigran aufeinander abgestimmte Symbiosen nicht ignorieren darf. Aber auch hier hat sich der Mensch in seiner verblendeten Eitelkeit, alles im Griff zu haben und Herrscher über Leben und Tod sein zu wollen, dem natürlichen Entwicklungsprozess in den Weg gestellt.

Genmanipulation verändert die Natur so nachhaltig, dass die Überlebenschancen für viele Lebensformen nicht mehr möglich sind, und stört den bisher filigran abgestimmten Überlebenskreislauf empfindlich, oder hat ihn gar zerstört. Der Mensch hat bis heute nicht begriffen, dass er neben dem Tier der Letzte in dieser Nutzerhierarchie ist und möglicherweise seinen Untergang eingeläutet hat.

Die bisher aus dem System fallende Bestäubungsarbeit der Bienen, welche durch genmanipulierte Pflanzen und Gifte dem Aussterben verschrieben sind, sind der erste Hinweis auf ein fatales Zusammenbrechen des bisher unser Überleben sichernden Netzwerks Natur.

(Foto: Tobias Mittmann by jugendfotos.de)
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