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Why so curious?

Eine psychologische Betrachtung der Neugierde

Die Neugierde ist ein GefĂŒhl, das uns seit Kindesbeinen begleitet. Doch im Laufe unseres Lebens verlieren wir nach und nach etwas davon. Was diese Wissbegierde bedeutet und wie sie unseren Alltag ausmacht, erfahrt ihr hier.

„Wer nicht neugierig ist, erfĂ€hrt nichts.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Laut Duden bedeutet Neugier folgendes:

„Es ist das Beherrschtsein von dem Wunsch, etwas Bestimmtes zu erfahren, in Angelegenheiten und oder Bereiche einzudringen, die besonders andere Menschen und deren Privatleben oder Ähnliches betreffen.“

Kaum sind wir auf der Welt, geht es auch schon los. Wir werden von Neuen und Fremden förmlich erschlagen und mĂŒssen uns erst einmal zurechtfinden. Werden wir Ă€lter, nehmen unsere Entdeckungsreisen immer grĂ¶ĂŸere Formen an. Angefangen mit dem Klassiker: der Hand auf der Herdplatte hin zu dem Make-up der Mutter oder des Bieres vom Vater, bis zum Stehlen oder PrĂŒgeln.

Psychologie der NeugierdeSchon Kinderfilme prÀgen unsere Neugierde
Neugierde ist ein ganz natĂŒrlicher Prozess in unserem Leben. Neues fasziniert nach wie vor und der menschliche Trieb setzt Neugierde voraus. In der Steinzeit war er immerhin ĂŒberlebenswichtig. Auch in MĂ€rchen oder Trickfilmen wurden uns frĂŒh wichtige Werte vermittelt, unter anderem auch, was passiert, wenn man seinen Wissensdurst nicht im Zaum halten kann.

Wie zum Beispiel in Walt Disney’s Meisterwerk „Der König der Löwen“, als Simba unbedingt in das Schattenland wollte, obwohl ihm sein Vater dies strikt verboten hat. Das Ende vom Lied? Ab und an sollte man doch mal auf seine Eltern hören. Sonst könnte es passieren, dass man in die eine oder andere Lage gerĂ€t, aus der man ohne fremde Hilfe nicht mehr so schnell heraus kommt. Doch auch unsere Eltern mussten erst diese Phasen durchleben, um auf ihren jetzigen Stand zu gelangen.

Denn jede Tat zieht Konsequenzen nach sind und manchmal sind das sehr interessante. So fanden wir als Kind schnell heraus, dass Klebstoff doch nicht so gut schmeckt, Kaugummi wirklich in Haaren stecken bleibt und dass Coca Cola und Mentos keine gute Kombination sind.

Doch im Laufe unseres Alltags verlieren wir etwas von dieser Experimentierfreude. Das Verlangen nach Vertrautem, Sicherheit und Routine wird stĂ€rker und bietet uns einen gewissen Halt. Denn im Laufe der Zeit haben wir auch herausgefunden, dass Neugier auch durchaus negative Aspekte haben kann. Wie zum Beispiel VertrauensbrĂŒche von Freunden, Familie oder dem Partner, unfaire Behandlung auf der Arbeit oder in der Schule usw.

Wie der römische Politiker Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr – 65 n. Chr.) schon sagte:

„Willst du nicht zornig sein, so sei nicht neugierig.“

Karriere durch Neugierde
Doch Wissenschaftler fanden 2012 heraus, dass neugierig sein erfolgreich macht oder zumindest machen kann. Daten von ca. 50 000 Studenten wurden ausgewertet und man fand heraus, dass die meisten jener Studenten einen durchschnittlichen IQ von 100 hatten, aber trotzdem gute bis sehr gute Leistungen erzielten. Diese Personen reisten gerne und viel, probierten an sich viel Neues aus.
Ein Zwiespalt ist hier also vollkommen berechtigt. Wohingegen Wissensdurst teils auch krankhafte Formen wie Stalking oder totales Versperren vor Neuem annehmen kann, kann es auch ein Karrieresprung sein.

Wie sollte ein Meisterkoch sonst individuelle Rezepte ausprobieren, sollten Firmen neue Technik auf den Markt bringen oder Filmemacher eine Fortsetzung produzieren? Das Ziel ist es also, das richtige Mittelmaß zu finden, ohne sich und anderen zu schaden.
Nicht wie im Jahre 2011, wo ein Computerhacker die gesamten Daten von circa 50 US-Stars klaute und sich vor der Polizei entschuldigte mit der Aussage: „Ich habe aus Neugier gehandelt“.

Deshalb auch hier ein abschließendes Zitat:

„Es gibt zweierlei Arten von Neugier: die eine aus Eigennutz, die uns antreibt zu erfahren, was uns nĂŒtzen kann; die andere aus Stolz, die dem Trieb entspringt, zu wissen, was andere nicht wissen.“ (François VI. Duc de La Rochefoucauld, französischer Schriftsteller)

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(Text: Christin Hinze / Foto: Linda Ackermann by jugendfotos.de)
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Über den Autor

Christin Hinze
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