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Vom Kiffen, Fixen & Koksen

Drogenmissbrauch in Berlin

In den letzten Wochen hat Berlin nicht nur mit der Fashion-Week, sondern auch mit Drogenskandalen einiger Prominenter fĂŒr Furore gesorgt. back view blickt hinter die Kulissen der Glamour-Welt und verrĂ€t, wie es in der Berliner Szene wirklich vor sich geht.

Berlin – Großstadt, Hauptstadt, Metropole, fĂŒr viele das Großmekka Deutschlands. Doch ĂŒber die Jahre versinkt Berlin immer weiter in einen Drogensumpf, der auch vor der Öffentlichkeit keinen Halt mehr nimmt. Es ist fester Bestandteil des internationalen Drogenmarktes geworden und auch seine Konsumenten werden immer jĂŒnger.

Nirgendwo sonst soviele DrogenabhÀngige
Der Drogen- und Suchtbericht 2013 veröffentlichte einige Zahlen zu den Themen: Drogentote, Zahl der AbhĂ€ngigen in Berlin, deren Alter, Alkoholkranke etc. Aus der Statistik geht hervor, dass unsere Hauptstadt, vor Bayern und Brandenburg, mit Abstand die höchste Anzahl an Drogenkonsumenten und auch am sogenannten „Dealen“ hat. Ganze 14 Prozent der Einwohner kann man zu den SĂŒchtigen zĂ€hlen, also rund 600.000 Menschen, die Tag fĂŒr Tag in Berlin ihre Nerven mit den verschiedensten Substanzen betĂ€uben.

Martin KubsdaVerwunderlich ist dies kam, kann man doch an fast jeder Straßenecke ohne viel Aufsehen das nötige „Zeug“ erhalten und einnehmen. So sind am Mauerpark im Prenzlauer Berg zum Beispiel alle möglichen Arten Gras zu erhalten. Geht man hingegen in den Görlitzer oder Tierpark, sollte man aufpassen, nicht in herumliegende Spritzen zu treten oder bunte Tabletten mit Smarties zu verwechseln.

Man muss nur wissen, wo
„Doch die Aufputschmittel, die die dich richtig abgehen lassen, kriegst’e uff’n Technostrich in Friedrichshain“, hat man mir wĂ€hrend einer Unterhaltung in einem Szeneclub zugetragen. Es ist traurig aber wahr, geht man nur einmal die Revaler Straße bei Nacht entlang, wird einem Speed, „Peppen“, Kokain, MDMA oder Ähnliches fast schon hinterher geworfen, egal wie alt man ist.

Diese Geschichten mögen einen an das Drama „Kinder vom Bahnhof Zoo“ erinnern, doch es ist traurige RealitĂ€t, so wie auch schon damals in den 1970er Jahren. Zwar hat die Zahl der Drogentoten und auch HeroinsĂŒchtigen stark abgenommen, jedoch gibt es zurzeit eine ganz andere Designerdroge, die nicht nur in den Medien, sondern auch in Berlin stark die Runde macht. Die Rede ist von Crystal Meth.

Die Drogenstatistiken aus den Zeiten der Christiane F., die ĂŒbrigens wieder am Bahnhof Zoo sitzt und nicht von den Drogen loskommt, Ă€hneln denen von heute nur noch bedingt. WĂ€hrend die Tabletten- und Heroinsucht zurĂŒckgegangen ist, sind die Zahlen der Alkoholkranken, Kokain- und CrystalsĂŒchtigen und Kiffer erschreckend hoch. Tendenz? Steigend! Es gibt in Berlin auch etliche Festivals, Demonstrationen oder andere Veranstaltungen wie die „Hanfparade“ Mitte August, die den Konsum und Kauf von Cannabis legalisieren wollen. JĂ€hrlich nehmen an ihr zehntausende Personen teil.

Ist es der Druck? Die Neugier? Der fehlende Kick im Alltag? Der Wunsch, in einer so gigantischen Stadt individuell zu sein und aufzufallen? In eine andere Welt entfliehen zu können, wann und wo man will? Der Mensch hat die verschiedensten BeweggrĂŒnde, um sich in die Drogenwelt zu stĂŒrzen, doch nicht einer davon ist plausibel noch sinnvoll. Jeder von uns hat mindestens einen Freund oder Bekannten, der schon einmal Drogen konsumiert hat oder noch immer einnimmt.

Im Jahr 2000 lag die Zahl der Toten noch bei 2030, im vergangenen Jahr bei 944. Man kann also weiterhin hoffen, dass dieser Trend anhĂ€lt und es irgendwann niemanden mehr gibt, der wegen illegalen Substanzen wie Kokain sein Leben lassen muss. Doch bis dahin werden alleine in der Hauptstadt tĂ€glich 20 Kilo Kokain durch Nasen gezogen und junge Fixer weiterhin am Bahnhof Zoo und Umgebung herumlungern. Berlin – Großstadt, Hauptstadt, Metropole mit Glanz und Glamour- und mit (Pf)Lastersteinen.

(Text: Christin Hinze / Foto: Martin Kubsda by jugendfotos.de)

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