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Über weltweite Naturschutzgebiete

Teil II der Greenpeace-Vorstellung
Die Mitglieder von Greenpeace wollen keinen Fischereistopp, denn dadurch würden sie auch die Existenzen all jener zerstören, die auf Fischfang angewiesen sind, um ihre Familien zu ernähren. Aber es ist doch ziemlich traurig, dass nicht mal ein Prozent der Meeresfläche, die immerhin zwei Drittel der Erdoberfläche einnimmt, unter Naturschutz steht. Besonders Korallenriffe und Brutstätten von Fischen müssen geschützt werden vor gierigen europäischen und amerikanischen Fischereischiffen, um eine natürliche Fortpflanzung der Fische zu gewähren und damit eine nachhaltige Fischerei zu garantieren. Meeresschutzgebiet heißt das Zauberwort. Nur so bleibt am Ende genug für alle.

Entgegen der Meeresfläche stehen gut fünfzehn Prozent der Landfläche unter Naturschutz. Obwohl das Meer größter Sauerstoffproduzent der Erde ist, scheint vielen Menschen der Wald noch wichtiger. Er ist schließlich Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanze, der Amazonasregenwald in Brasilien liefert sogar neunzig Prozent aller Inhaltsstoffe der uns bekannten Medikamente. Rinderbarone, Soja-Farmer und Betreiber illegaler Einschläge haben bis vor gut drei Jahren noch  munter  massenhaft Fläche abgeholzt und gebrandrodet. Riesige Plantagen wurden angelegt, genmanipuliertes Soja wurde unter anderem auch nach Europa exportiert und zur Massentierhaltung verfüttert. Einer der Hauptabnehmer war McDonalds. Mit Protesten in McDonalds Filialen wurden Konsumenten auf die schädlichen Futtermittel der Fleischlieferanten, die letztendlich auch in ihrem eigenen Körper landen, hingewiesen und McDonalds, das nun einen Ruf zu verlieren hatte, wurde gezwungen, die Importe einzustellen. Nur einen Tag später saßen die brasilianische Regierung, McDonalds und die für die Plantagen verantwortlichen Konzerne mit Greenpeace am Tisch und unterschrieben einen Vertrag, in dem dem sie erklärten, für zwei volle Jahre keinen Millimeter des Amazonasregenwaldes anzurühren. Greenpeace erhielt dadurch, zusammen mit dem WWF, die Chance, den Regenwald aufzukaufen, unter Naturschutz zu stellen und einen „grünen Schutzwall“ in Brasilien zu errichten. Nach Auslaufen des Vertrages wurde er sogar freiwillig um ein Jahr verlängert und dauert jetzt noch circa drei Monate an. Bis dato sind 1,6 Millionen Hektar Amazonasregenwald von der brasilianischen Regierung dauerhaft geschützt. Anders sieht es leider in Indonesien aus, wo ganze Inseln weit der Regenwald, einziger Lebensraum des Menschenaffen Orang-Utan, niedergebrannt wird, um Palmölplantagen anzubauen. Was in Europa die CO2-Emission durch günstigen Biosprit verringern soll, brachte Indonesien durch die Brandrodungen nach den USA an Platz zwei der weltweiten CO2-Emizienten – und das ganz ohne Industrie.

Klimaschutz als wichtige Arbeit
Die wohl größte und dringendste Kampagne derzeit beschäftigt sich mit dem Klimawandel. Schon seit Jahrzehnten warnen Experten und Klimaforscher vor den verheerenden Auswirkungen von ressourcenverschwenderischer und umweltbelastender Lebensweise. Welch andere Erklärung gibt es für die sich häufenden Unwetter, Wirbelstürme, Erdbeben, Hitzewellen im Norden, Schnee am Äquator und das systematische Abschmelzen der Polkappen? Die Erde erwärmt sich und es fehlen nur mehr erschreckende zwei Grad Celsius bis nur Vollendung der Katastrophe. Durch das Süßwasser, das durch das Abschmelzen der Eismassen am Nordpol kaum mehr in den Golfstrom fließt, kommt dieser vom Kurs ab und wird kein warmes Meerwasser mehr nach Europa bringen. Werden wir jetzt noch von Hitzewellen im Sommer geplagt, wird dann die Temperatur um einige Grad sinken. Momentan besteht beispielsweise in Russland die Gefahr des Auftauens der Dauerfrostböden, die dann darunter lagernde, für unsere Atmosphäre höchst gefährliche Methangase freisetzen würden. Dürre und Trockenheit rund um den Äquator, hervorgerufen durch die vom Treibhauseffekt und Ozonloch verursachte Erderwärmung, sorgen für das Anwachsen der Wüsten. Überschwemmungen, hervorgerufen durch das stete Anwachsen des Meeresspiegels, bringen die Bewohner küstennaher Länder zusätzlich um ihren Lebensraum. Schon jetzt gibt es Klimaflüchtlinge, die bekanntesten kommen wohl aus New Orleans in den USA auf der Flucht vor Wirbelstürmen wie Katrina, denen eben durch diese Umstände lebenswerter Raum genommen wird. Trinkwasser, das in solchen Ländern sowieso schon knapp genug ist, wird außerdem immer seltener. Wieder einmal werden diejenigen leiden, die eigentlich keine Schuld tragen. Die großen Industrienationen, die Treibhausgase in Massen in die Atmosphäre schleudern, ohne an morgen zu denken, schaden Menschen am anderen Ende der Erde, die noch versuchen, in Einklang mit der Natur zu leben. Treibhauseffekt und Ozonloch zeigen uns, dass die Forderungen von Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace einfach viel kompromissloser werden sollten. Im Sommer findet in Kopenhagen die Nachfolgekonferenz des Kyoto-Protokolls statt, Greenpeace wird als beratende Instanz dabei sein. Mit dem neuesten Büro in Südafrika gibt es mittlerweile auf jedem Kontinent ein Greenpeace-Büro.

Viele Erfolge hat Greenpeace bis jetzt gefeiert und wird es hoffentlich noch feiern. Von Anfang an hieß das Erfolgsrezept Frechheit, oft führt man einen ungleichen Kampf wie David gegen Goliath gegen Regierungen und Großkonzerne. Doch gerade diese Stellung bringt auch viel Sympathie und Unterstützung der Bevölkerung mit sich. Ehrlichkeit und Unbestechlichkeit sind für das Image von Greenpeace extrem wichtig. Sie erkennen an, dass alle Lebensformen voneinander abhängig sind und das Recht auf saubere Luft, Böden und sauberes Wasser haben. Das allein ist die Grundvorrausetzung, mit der Greenpeace die Denkweisen der Menschen beeinflusst, um sie der Natur wieder näher zu bringen. Die derzeitigen Denkweisen, die uns immer mehr von dieser entfernen, haben uns erst in die jetzige Krise geführt. Wir alle brauchen ein neues, Welt umfassendes Verständnis, dass durch mehr Sorge und Rücksichtnahme auf die Umwelt und ihre Grenzen unsere Handlungen und Entscheidungen bestimmt. Der vielleicht größte Erfolg bisher ist die Veränderung des Bewusstseins, die Idee, dass sich der Einsatz lohnt und es auf das Engagement des Einzelnen ankommt. Schon nach einer alten Prophezeiung der Cree-Indianer sollten „Regenbogenkämpfer“ – „Rainbow Warrior“ die Erde vor einem ökologischen Inferno retten.

Es war ein langer Weg bis heute und das Ziel von Greenpeace ist noch in weiter Ferne. Ziel der Umweltschutzorganisation ist nicht etwa die heldenhafte Rettung der Erde sondern vielmehr die letztendliche Selbstauflösung der Organisation. Denn erst dann, wenn man die Fundraiser auf der Straße, die Aktivisten auf den Schlauchbooten und Schornsteinen, die warnenden Stimmen nicht mehr braucht, erst dann ist ein friedliches und soziales Leben auf unserer Mutter Erde möglich.

Teil I der Vorstellung von Greenpeace

(Text: Katrin Kircheis)

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