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Über Aspirin, Paracetamol und Co.

Schmerzmittel – auf was ist bei rezeptfreien Mitteln zu achten?

Jeder kennt es: eine Erkältung, eine durchgefeierte Nacht oder manchmal auch einfach nur ein Wetterumschwung und schon hat man Kopfschmerzen. Viele greifen schnell zu Aspirin, Paracetamol und Co. ohne wirklich darüber nachzudenken was sie da gerade eigentlich nehmen. Diese Medikamente sind in der Apotheke frei verkäuflich, doch harmlos sind sie deswegen trotzdem nicht.

Schon 2012 berichtete der Spiegel von einem sprunghaften Anstieg des Schmerzmittelverbrauches in Deutschland. Laut einem Bericht in Spiegel Online sind 2011 6,3 Millionen Packungen Schmerzmittel verschrieben worden. Dabei war nicht ersichtlich, wie hoch der Prozentsatz an verschreibungspflichtigen Medikamenten war.

In Deutschland wird bei der Schmerzmitteleinteilung nämlich in zwei verschiedenen Kategorien unterschieden: Schmerzmittel, die unter das Betäubungsmittelgesetzt fallen und auf Opiaten basieren sind verschreibungspflichtig, wohingegen sogenannte nicht-opioide Antiphlogistika, wie zum Beispiel Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac, in Apotheken frei verkäuflich sind.
Diese nicht auf Opiaten basierenden Schmerzmittel machen zwar nicht physisch abhängig, können jedoch trotzdem einige Nebenwirkungen mit sich bringen und sollten daher nicht ohne ärztliche Aufsicht über längere Zeit eingenommen werden. Weiter gilt dass die Maximaldosierung nicht überschritten werden sollte. Wenn die Schmerzen auch nach 2-3 Tabletten (je nach Dosierung) noch nicht besser werden, sollte in jedem Fall dringend ein Arzt aufgesucht werden.

medikamenteNicht-Opioide Antipholgistika hemmen die Bildung von entzündungsfördernden Gewebshormonen wie Prostaglandin und mindern die Empfindlichkeit der Schmerz-Rezeptoren im Gewebe. Leider können sie dabei auch die für die Magenschleimhaut wichtigen Prostaglandine schädigen, warum es bei übermäßigem Gebrauch unter Anderem zu Magenblutungen kommen kann.

Des Weiteren haben verschiedene Medikamente dieser Gruppe unterschiedliche Wirkungen auf die Blutgerinnung. Aspirin zum Beispiel verringert die Anzahl an Blutplättchen im Blut, sodass das Blut „dünner“ wird, was unter anderem bei Angina Patienten zu Schmerz- und Symptomlinderung führen kann.
Paracetamol und Ibuprofen hingegen haben eine gefäßerweiternde Wirkung. Dadurch kann das Blut zwar auch schneller fließen, es wird aber nicht verdünnt. Genau diese unterschiedliche Wirkungsweise birgt aber auch eine weitere Gefahr. Wenn man zum Beispiel morgens Aspirin genommen hat und dann mittags im Büro auf Paracetamol umsteigen muss, setzt man seinen Körper dadurch gleich zwei durchblutungsfördernden Wirkungen aus. Nach einer Dosis mag dies noch keine Auswirkungen haben, doch nimmt man beide Medikamente kontinuierlich in Kombination, riskiert man innere Blutungen.

Und trotzdem werden diese Schmerzmittel auch weiterhin frei verkäuflich angeboten. Umso wichtiger ist es, zu wissen, was man einnimmt und nicht einfach sofort bei jedem Schmerz zur Pille zu greifen. Wenn Schmerzen, egal welcher Art, mehr als drei Tage andauern ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Genauso ratsam ist es, die Packungsbeilage von Schmerzmitteln sorgfältig zu lesen und sich vor allem an die Maximalmenge (meist 1000mg/Tag) streng zu halten. Sonst kann man auch mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln am Ende im Krankenhaus landen.

(Text: Carolin Schmitt / Foto: Lisa Harrendorf by jugendfotos.de)

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Über den Autor

Carolin Schmitt

Ich habe 2009 angefangen für back view zu schreiben, damals vor allem im Bereich *Sport*. Mittlerweile schreibe ich auch über andere Themen und versuche mein Studium der Anglistik und Amerikanistik auch ab und zu mit meinen Artikeln zu verknüpfen.

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