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Thomas Broich Fußballgott!

FLUTLICHT – die back view-Sportkolumne
Auch an diesem Montag wird FLUTLICHT Euch über das Sportgeschehen der letzten beiden Wochen aufklären und die Ereignisse auf die Spitze treiben. Heute rund um einen famosen Exilanten. Denn obwohl man in Deutschland seit vergangenem Samstag vor allem der Borussia aus Dortmund zujubelt, weil der BVB zum zweiten Mal in Folge Meister wurde und damit den Rekordmeister aus München an der Nase herumführt, sorgt auch fern der Heimat ein Deutscher für Fußballschlagzeilen.

Thomas Broich galt einst als hoffnungsvollstes Talent der Anfang 2000 brachliegenden DFB-Auswahl. Von Gladbach aus ging er 2006 nach Köln und versandete letztlich 2010 in Nürnberg. In dieser Zeit wurde er von Aljoscha Pause mit einer Kamera begleitet, das Resultat war eine epische, weil tiefgründige und bewegende, Fußballdokumentation, die im letzten Jahr in die Kinos kam.

Broich war 2010 zu den Brisbane Roars gewechselt und hatte dort im ersten Jahr die Meisterschaft geholt. Und an diesem Wochenende konnte er – dem BVB gleich – seinen Titel in Australien verteidigen. Schon im vorigen Monat wurde der famose Exilant zum Spieler des Jahres in Australien gewählt. Es ist die traumhafte Auferstehung eines scheinbar Gescheiterten. Eines sensiblen Kickers, der nie so recht mit dem brutalen Fußballgeschäft leben konnte.

Ähnliche Erfolge peilen auch der FC Bayern München und FC Barcelona in der Champions League an. Im Halbfinale stehen die Bayern mit einem 2:1-Vorsprung in Madrid ordentlich da, wohingegen Barca einem 0:1 im heimischen Camp Nou hinterherlaufen muss.

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Einen ersten Sieg in der Formel-1 konnte nach einer gefühlten Ewigkeit Sebastian Vettel in Bahrain einfahren. Der erfolgsverwöhnte Siegertyp, der die letzten zwei Jahre dominierte, musste die erste längere Durststrecke hinnehmen. Die Siege der Vergangenheit waren in der laufenden Saison keine Selbstverständlichkeit mehr.

Dennoch führt der Heppenheimer die Fahrerwertung mit 53 Punkten an und visiert die Titelverteidigung nicht erst seit diesem Triumph an. Doch das Rennen am vergangenen Wochenende in Bahrain war auch von Protesten begleitet. Immerhin lässt das despotische System mit den blutigen Unruhen einigen Raum für Kritik. Eine andere positive Nachricht aber ereignete sich den Sonntag zuvor in China: Nico Rosberg gelang sein erster Formel-1-Sieg.

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Dass soziale Netzwerke nicht nur Vorteile haben, musste Ariane Friedrich am eigenen Leibe erfahren. Die Hochspringerin wurde in der Vergangenheit immer wieder von Stalkern und Idioten belagert und im Netz angegangen. Ein zugesandtes Bild eines Genitals ließ für die 28-Jährige das Fass überlaufen.

Friedrich veröffentliche Name und E-Mail-Adresse des Delinquenten und steht nun selbst in der Kritik. Selbst juristische Schritte gegen die Leichtathletin werden nicht ausgeschlossen. Die ausgebildete Polizistin hätte die Situation wahrscheinlich auch mit mehr Raison und Gelassenheit lösen können. Dennoch bleibt der Spagat zwischen Popularität und Intimsphäre ein schwerer.

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In der Schmuddelecke tummelt sich neben dem anzüglichen Genital-Absender ein Haufen gewaltbereiter Hooligans. Einerseits brachen zwei FC-Köln-Anhänger dem Leverkusener Michal Kadlec am vergangenen Wochenende die Nase. Andererseits untermauerten die Ultras oder Hools – oder wie man sie auch immer nennen mag – aus Genua ihren zweifelhaften Ruf. Nach knapp 50 Minuten stand es 0:4 gegen ihr abstiegsbedrohtes Team – das Chaos sollte nun seinen Lauf nehmen.

Die Genua-„Fans“ schmissen Raketen und Böller aufs Feld und provozierten damit eine Spielunterbrechung. Damit nicht genug forderten sie die Spieler auf, ihre Trikots auszuziehen, sie seien der Teamfarben nicht würdig. Die Spieler gingen dieser Forderung nacheinander nach und manifestierten damit den Druck und den Einfluss der raderdollen Calcio-Hooligans.

(Text: Jerome Kirschbaum / Foto: Benjamin Radzun, flickr.com)


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Über den Autor

Jerome Kirschbaum
Ressortleiter Sport

Jerome Kirschbaum schreibt am liebsten über Sport, wenn er denn nicht selbst auf einem Platz steht. Seit Oktober 2010 verdingt sich Jerome als Schreiberling für back view, neben den Leibesübungen widmet er sich sich auch politischen Themen. Im wahren Leben musste Jerome zahlreiche Semester auf Lehramt studieren, um dann schlussendlich doch etwas ganz anderes zu werden.

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