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Shades of Cannabis

Eine Begriffserklärung zur Hanfpflanze

Rund um die Pflanze Hanf (lat. Cannabis) gibt es, gerade in letzter Zeit, viel Aufregung und Diskussionen, da das Wort „Legalisierung“ immer mehr durch die Medien schwirrt. Fast jeder, den man fragt, scheint dazu eine Meinung zu haben. Doch wenn man nachfragt, was genau wollen die Grünen da überhaupt erlauben, kommen viele ins Stottern. Deshalb hier ein kleines Cannabis 1×1:

Hanf / Cannabis

Ursprünglich aus Kasachstan, fand die Pflanze schon 2800 v. Chr. ihren Weg ins alte China. Bis in die Neuzeit wurde diese Pflanze vielfältig verwendet, als Medizin, Kleidung, zur Waffenherstellung und sogar als Papier. Die Gutenbergbibel und die amerikanische Unabhängigkeitserklärung sind z.B. auf Hanfpapier gedruckt. Erst seit der Opiumkonferenz in Genf, am 19. Februar 1925, wird das bis dahin am häufigsten verschriebene Medikament mit Opiaten gleichgesetzt.

Begriffe rund um die HanfpflanzeDamit die Pflanze ihre entspannende Wirkung entfalten kann, sind einige Schritte nötig. Zuerst muss man das richtige Geschlecht finden. Da Cannabis getrenntgeschlechtlich ist, wachsen die weiblichen und männlichen Blüten auf unterschiedlichen Pflanzen. Zur Rauschmittelherstellung eignen sich nur die weiblichen Blüten, da in ihrem Harz Cannabinoide (CBD) und Terpenoide enthalten sind. Das wohl bekannteste Cannabinoid ist Tetrahydrocannabinol, kurz THC genannt, welches hauptsächlich für die rauschartige Wirkung von Cannabis verantwortlich ist. Die Blütentrauben werden geerntet, getrocknet und zerkleinert. Danach kann die Pflanze geraucht oder weiterverarbeitet werden.

Marihuana

Ein Synonym für Hanf, also die getrocknete Blüte der weiblichen Hanfpflanze, aus dem Mexikanischen. Weitere Bezeichnungen für dieselbe Droge sind „Gras“, „Weed“, und „Ganja“ aus dem Indischen. Da Marihuana oft aus cannabis sativa Sorten hergestellt wird, die einen höheren THC Gehalt aufweisen, ist die Wirkung eher anregend (cerebral high) während bei Hasch meist cannabis indicas verwendet werden mit einem mittleren THC Gehalt, weshalb sie träge machend (stony high) wirken.

Hasch/Haschisch

(arab. Gras). Als Haschisch wird das Harz der weiblichen Hanfpflanze bezeichnet, welches zu Platten oder Blöcken gepresst wurde. Je nach Herstellungsart und Land besitzt es eine unterschiedliche Farbe und Stärke. Sehr bekannt ist der „Schwarze Afghane“, für den das Harz von der Pflanze abgerieben wird und durch gründliches Kneten seine dunkle Farbe bekommt. Die Stärke ist abhängig von der Qualität der Pflanze sowie von einigen anderen Faktoren, zum Beispiel ob Streckmittel beigegeben wurden (Wachs, Henna…) und die Länge der Lagerung.

Zuerst wird das Harz gesiebt, häufig mit einem „Pollinator“, um es von anderen Pflanzenresten zu trennen. Das daraus gewonnen Haschpulver („Skuff“) wird dann gepresst und kann so gelagert werden. Der THC Gehalt liegt meist bei acht Prozent, kann aber variieren zwischen 2-20 Prozent. Will man Haschisch rauchen (mittels Joint, Bong oder Kleinpfeife) oder inhalieren (mit einem Vaporizer), muss man es zuerst erhitzen und zerkrümeln. Eine weitere beliebte Methode der Weiterverarbeitung ist backen (Cookies, Brownies, Kuchen).

Nimmt man es oral ein, ohne Hilfsmittel, ist die Wirkung stärker, allerdings auch etwa eine Stunde verzögert, während beim Rauchen die Wirkung sofort eintritt. Im Laufe der Zeit haben sich viele Synonyme für Hasch gebildet. Piece (bezieht sich auf die Platte, zu der Hasch gepresst wird), Shit und Dope sind am bekanntesten.

Haschöl

Der Sinn hinter der Haschöl-Herstellung ist es, das THC aus der Pflanze herauszulösen, weshalb die Wirkung etwas stärker ist als die von Haschisch. Die Qualität ist abhängig von der Substanz, die zum Extrahieren verwendet wurde. Möglich sind, unter anderem: Medizinalbenzin, Butter, Alkohol und Feuerzeuggas.

Um Haschöl aus Medizinalbenzin herzustellen, wird das Marihuana in der Flüssigkeit für 2-3 Wochen eingelegt und danach herausgesiebt. Danach die braune Flüssigkeit in eine Schale leeren und warten, bis sich das Benzin verflüchtigt hat. Was übrig bleibt, ist das reine Haschöl, mit einem Wirkungsgehalt von 15-20 Prozent (es ist aber auch mehr möglich, bis zu 60-70 Prozent).

Das Haschöl, gewonnen aus der Blüte, darf nicht verwechselt werden mit Hanföl, welches aus dem Samen gewonnen wird und keine berauschende Wirkung hat, sondern im Gegenteil, sogar gesund ist. Genau genommen ist Haschöl gar kein Öl, sondern Harzextrakt. Zur Einnahme von Haschöl gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Von oral bis rauchen oder in Kaffeesahne auflösen ist alles möglich.

(Text: Theresa Prattes / Foto: Sinan von Stietencron by jugendfotos.de)
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