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Senf der Woche (kw40)

Die Kolumne zum Geschehen der vergangenen Woche
Ein Turnschuh nur fĂŒr Indianer. Hat die Welt nicht schon immer darauf gewartet? Eigentlich eine gute Marketingstrategie. In den USA leben rund 4,5 Millionen „Natives“, die nur leider nicht all zu begeistert waren von der Idee des US-Sportartikelhersteller Nike. Drei Jahre lang hat das Unternehmen die FĂŒĂŸe der Indianer vermessen, um „die gesundheitliche Situation der Ureinwohner zu verbessern“. Doch nun hagelt es Kritik von allen Seiten. „Rassen­diskriminierung“, „billiger Marketing-Trick“ und Ă€hnliche VorwĂŒrfe muss sich Nike nun anhören.

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10.000 Modelle des „Air Native N7″ sollen ab November fĂŒr rund 20 Euro das Paar verkauft werden und der Gewinn von voraussichtlich 140.000 Euro soll an indianische Gemeinden gehen. Also was soll der Aufstand der neidischen Konkurrenzhersteller?

Haben die Amerikaner nicht ganz andere Probleme? Einen PrĂ€sidenten der sich beim Radfahren regelmĂ€ĂŸig BrĂŒche zuzieht zum Beispiel. George W. Bush hat nun ein Sozialprogramm auf Eis gelegt, das Millionen Kindern aus Ă€rmeren Familien eine Krankenversicherung sicherte. Mit dem „PrĂ€sidenten-Veto“ kippte der Republikaner das Programm. Nach dieser unpopulĂ€ren Maßnahme stellt sich die Frage, wie viele Steine Bush seiner Partei noch fĂŒr die Kongresswahl im November 2008 in den Weg legen will?
Apropo  – Kokain macht dumm – aber einfallsreich. HĂ€ndler aus Peru haben KĂ€fer aufgeschlitzt und mit Drogen gefĂŒllt. Jedes Insekt hatte damit einen Wert von rund 8.000 Euro unter seinem Chitinpanzer gepflanzt.

Von 8 bis 11 Uhr rief die LokfĂŒhrer-Gewerkschaft am Freitag alle Mitglieder zur Arbeitsniederlegung auf. Auch wenn die Bahn AG mit beamteten LokfĂŒhrern Teile des Betriebs aufrecht erhielten, wurde im Vorfeld ein riesiges Chaos prognostiziert. Am Ende gab es zwar hier und da etwas Stress, aber an den großen Bahnhöfen stellten sich die Pendler auf den Streik ein. Die Bahnangestellten sollten sich langsam einmal Gedanken ĂŒber die Wirkung auf ihre „Kunden“ machen. Je öfter das Verkehrsmittel Bahn ausfĂ€llt, desto hĂ€ufiger wenden sich die Pendler an zuverlĂ€ssigere Transportmittel und könnten am Ende der Deutschen Bahn komplett den RĂŒcken kehren.

Zum Abschluss noch einmal krĂ€ftige Geldbußen: Das Landgericht MĂŒnchen hat dem Siemens-Konzern 201 Millionen Strafe aufgebrummt. VerdĂ€chtig schnell verzichtet Deutschlands grĂ¶ĂŸter Elektrokonzern allerdings auf weitere Rechtsmittel und akzeptiert die gerichtliche Sanktion ohne Murren. Wer weiß, wie viele Skandale sich noch hinter dem Weltkonzern verstecken.

(Text: Konrad Welzel / Zeichnung: Christina Koormann)


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Über den Autor

Konrad Welzel
GrĂŒnder und Chefredakteur von back view

Konrad hat back view am 06. April 2007 gegrĂŒndet - damals noch in diesem sozialen Netzwerk StudiVZ. Mittlerweile tobt sich Konrad ganz gerne im Bereich Social Media aus und versteht Menschen ohne ein Facebook-Profil nicht - dafĂŒr ist er viel zu neugierig!!!

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