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Schnapsdampf statt Schnapsglas

Über den gefährlichen Trend aus den USA

Plastikflasche aufstellen, Schnaps verdampfen lassen, einatmen und auf dem direkten Weg in Lunge und Gehirn. Das ist die Anleitung f√ľr den neuen Trend aus den USA, Akohol zu rauchen. back view recherchierte, was den Reiz daran ausmacht – und warum das ziemich gef√§hrlich ist.

Bier zu trinken macht auf Dauer doch gar keinen Spaß mehr Рnach Jahren des Flaschenkind-Daseins ist irgendwie die Luft raus. Der Alkohol wirkt auch viel zu langsam und dick macht er auch noch. Doch keine Sorge, es gibt eine Alternative: den nächsten Schnaps einfach mal rauchend zu sich nehmen. So wirkt der Alkohol nicht nur schneller, er spart sogar richtig Kalorien. Denn auf diesem Weg wird der Alkohol nicht mehr in Magen und Leber abgebaut sondern direkt weiter in Lunge und Gehirn geleitet.

Auch Bars greifen Trend auf
Das klingt derzeit vor allem in den USA f√ľr einige so verlockend, dass das Rauchen von Alkohol einen wahren Hype erlebt. Sogar in Bars k√∂nnen die G√§ste nun auf der Getr√§nkekarte zwischen fl√ľssiger oder dampfiger Einf√ľhrung des Schnaps ausw√§hlen.

Auf Blogs oder YouTube-Videos werden Anleitungen f√ľr Selbsttests gegeben. Was man dazu braucht? Nicht viel: Glas- oder Plastikflasche, Korken, Alkohol, Luftpumpe. Einfach den Schnaps (wahlweise auch Bier oder andere Spirituosen) in die Flasche geben, Korken drauf und mit der Nadel der Ballpumpe oben durch den Korken pumpen.

Der dadurch erzeugte Unterdruck sorgt beim √Ėffnen der Falsche dazu, dass der Alkohol verdampft ‚Äď dieser wird √ľber den Mund eingeatmet und sucht sich sofort seinen Weg in den Blutkreislauf und ins Gehirn. Der Rausch kommt also deutlich schneller.

Ein gefährlicher Spaß
Und genau dieser schnelle Weg durch den K√∂rper ‚Äď vorbei an der sonst so wichtigen Etappe Leber ‚Äď ist das Gef√§hrliche an dem neuartigen Rauchvergn√ľgen. Denn so steigen die Gefahren einer „√úberdosis“ und einer Alkoholvergiftung deutlich.

Zudem wird die nat√ľrliche Schutzfunktion der √úbelkeit des K√∂rpers au√üer Kraft gesetzt, weil der Alkohol nicht erbrochen werden kann. Denn der nat√ľrliche Reinigungsvorgang kann durch das Inhalieren nicht mehr die Schadstoffe aus dem K√∂rper holen. Schlie√ülich werden auch die Schleimh√§ute extrem angegriffen und der gesamte Atemtrakt zerst√∂rt.

So spa√üig der neue Trend des Alkoholrauchens f√ľr die Jugendlichen in den USA auch sein mag, gef√§hrlicher ist er auf jeden Fall – von den bisher vollkommen unbekannten Langzeitsch√§den noch ganz abgesehen. Dann lieber doch beim gem√ľtlichen und traditionellen Trinken bleiben und den K√∂rper nicht noch zus√§tzlich sch√§digen. Dabei bleibt die Rauschwirkung des Alkohols √ľbrigens auch l√§nger erhalten als durch das Inhalieren.

(Text: Konrad Welzel)

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√úber den Autor

Konrad Welzel
Gr√ľnder und Chefredakteur von back view

Konrad hat back view am 06. April 2007 gegr√ľndet - damals noch in diesem sozialen Netzwerk StudiVZ. Mittlerweile tobt sich Konrad ganz gerne im Bereich Social Media aus und versteht Menschen ohne ein Facebook-Profil nicht - daf√ľr ist er viel zu neugierig!!!

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