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Retrokiste: „Über die Ansprüche von Singles“

Die Suche nach den Gründen für ein Single-Dasein

Aus der virtuellen back view-Retrokiste gibt es in diesem Monat einen Artikel von Jens Valentin über die Hintergründe vom Single-Dasein. Einmal im Monat blickt die Redaktion auf diese Weise auf einen beliebten Text von vor drei Jahren zurück.

„Zu hohe Ansprüche – warum Singles alleine sind“ vom 21. Juni 2008:
Es gibt immer mehr von ihnen – Frauen und Männer, die freiwillig oder unfreiwillig, ohne feste soziale Bindung an einen Partner und ohne Kinder, leben. Die Rede ist von Singles. Nach einer Erhebung des Mikrozensus 2005 des Statistischen Bundesamtes leben etwa 26 Prozent aller Frauen ohne Partner, bei den Männern sind es etwa 18 Prozent.Es gibt immer mehr von ihnen – Frauen und Männer, die freiwillig oder unfreiwillig, ohne feste soziale Bindung an einen Partner und ohne Kinder, leben. Die Rede ist von Singles. Nach einer Erhebung des Mikrozensus 2005 des Statistischen Bundesamtes leben etwa 26 Prozent aller Frauen ohne Partner, bei den Männern sind es etwa 18 Prozent.

Aber woran liegt es, dass es immer noch so viele Menschen gibt, die das Single-Dasein der trauten Zweisamkeit vorziehen?Bei den Frauen ist der Grund ganz einfach: Konnten sie in den historischen Gesellschaften aufgrund von moralischen und ökonomischen Gründen noch nicht ohne Partner leben, so ist es in den modernen Industriegesellschaften möglich, sich für ein Leben ohne Partner zu entscheiden. Frauen können heute zwischen verschiedenen Lebensstilen wählen. Dasselbe gilt auch für Männer. Und wenn man sich doch für ein Leben mit Partner entscheidet, dann ist da immer noch das Problem des Anspruchs.

Noch nie waren Singles so anspruchsvoll

Dass es so viele Singles auf dem Partnermarkt gibt, hat vor allem einen Grund: Sie schätzen ihren Wert einfach zu hoch ein. Der Wiener Anthropologe Karl Grammer warnt: „Viele Menschen überschätzen ihren Wert auf dem Partnermarkt völlig.“ Mit der Folge, dass sie nicht nur Probleme beim Finden eines Partners haben, sondern auch dabei, eine bereits existierende Beziehung zu halten. Wer aber heute auf dem Partnermarkt eine Chance haben will, der muss schon etwas bieten können. Weder der Machotyp noch der selbst ernannte Fachmann in Kindeserziehung hat heute gute Karten. Ungepflegte Männer ohne Modegeschmack sind auf dem Partnermarkt genauso wenig begehrt. Ein kleiner Bauch und eine Glatze sind hingegen noch akzeptabel.
Retrokiste
Die Frau darf demgegenüber laut einer englischen Studie damit rechnen, dass die Mannsbilder mittlerweile ihrem Charakter ähnlich viel Beachtung schenken wie ihrer Figur. Die Topchancen haben schlanke bis normalgewichtige Frauen mit weiblichen Formen und einem offenen, geselligen Charakter, betont die Studienleiterin Viren Swami. Auf keinen Fall sollte eine Frau größer sein als ihr Partner – andersrum kann es aber gerne sein. Aber auch bei Männern ist der Charakter ein ganz wichtiges Paarungsmerkmal. Humor, Treue und Ehrlichkeit sind dabei ganz große Werte.

Und bei der Suche nach einem Partner immer daran denken: „Nobody is perfect!“. Oder wie der amerikanische Psychotherapeut Jeffrey Larson formuliert: Man sollte sich von der romantischen Vorstellung verabschieden, dass irgendwo der Richtige – „the one and only“ – auf uns wartet. Realistisch wäre vielmehr die Haltung: „Niemand ist perfekt, doch einige Menschen können mehr als andere unsere Bedürfnisse und Erwartungen in puncto Leben und Liebe befriedigen.“

(Text: Jens Valentin / Zeichnung: Christina Koormann)

 
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