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„Abhängen und die Welt verbessern“

Die Beatsteaks im Interview mit back view

Seit ihrem neuesten Album „Boombox“, das Platz eins der Charts erreichte, sind die Beatsteaks wieder in aller Munde. Zwischen einem Benefiz-Konzert für Japan und ihrer Europa-Tour stand Gitarrist Bernd Kurtzke back view-Redakteurin Ronja Heintzsch Rede und Antwort zu Veränderungen und Zukunftsmusik.


back view: Das Album „Boombox“ hat bei den Fans eingeschlagen wie eine Bombe. Wie begründet man sich den Erfolg?

Bernd: Wir geben uns nicht wirklich viel Mühe, zu begründen, warum das eine oder andere so oder so läuft. Aber wir freuen uns natürlich darüber.

beatsteaksSeit dem letzten Album sind drei Jahre vergangen, was ist seitdem geschehen?
Wir haben in der Zwischenzeit ein Live-Album namens „Kanonen auf Spatzen“ rausgehauen, haben uns das letzte Album namens „Boombox“ ausgedacht, eingespielt und veröffentlicht und haben uns nebenher um unsere Familien gekümmert. Also eigentlich ist ganz viel passiert.

Zum ersten Mal steht ein Album der Beatsteaks auf Platz eins der Albumcharts. Hat „Boombox“ also eine eher kommerzielle Richtung? Wird man darauf aufbauen bzw. ist Boombox ein Wegweiser in Richtung kommerziellerer Musik der Beatsteaks?
Das Schöne an uns ist, dass man nicht genau weiß, was als nächstes passieren wird. Das geht nicht nur dem geneigten Zuhörer und uns so, sondern auch der Plattenfirma. Die finden es, glaub ich, eher schade, dass wir nicht so berechenbar sind. Uns gefällt es. Also alles offen.

Was unterscheidet Boombox in dieser Hinsicht von den vorherigen Alben?
In dieser Hinsicht gar nichts, in vielen anderen Gesichtspunkten schon. Wir versuchen immer, uns nicht zu wiederholen. Ich behaupte jetzt, das ist uns auch diesmal gelungen. Schon deswegen ist es anders als alle anderen davor.

Wie hat sich die Band mit dem neuen Album entwickelt?
Wir sind älter geworden, haben mehr Falten bekommen usw. Und wir müssen nicht mehr elf Hardcoresongs in 30 Minuten machen oder versuchen, 382 Songs in einem unterzubringen. Wir trauen uns jetzt auch, Dinge, die uns gefallen, auszutreten. Boombox ist das Ergebnis dessen.

Ist die Kritik an Boombox gerechtfertigt, es sei eine Achterbahn aus guten und schlechten Songs?
Wir polarisieren, wie schön! So soll es ja auch sein. Musik ist immer auch zuerst Geschmackssache des Einzelnen. Mir gefallen alle Songs, deshalb prallt diese Kritik an mir ab.

Was lässt sich bisher über die gespielten Konzerte sagen?
Ausverkaufte Hallen, euphorische Stimmung allerorten, jede Menge Spaß. Bis jetzt haben wir nicht viel falsch gemacht.

Was ist für die Zukunft geplant? Was wünscht sich die Band noch?
Wir touren jetzt zwei Jahre lang mit dieser Platte durch die Welt und machen dann die nächste. Wir wünschen uns selbst Gesundheit, damit wir noch ein bisschen das machen können, was wir machen. Und wir wünschen uns generell mehr Respekt voreinander und Frieden in der Welt und dass die Menschen mehr über sich und ihre Zukunft nachdenken und möglicherweise dann die richtigen Entscheidungen treffen.

Und zu guter Letzt, Stichwort „backview“: Was machen die Beatsteaks, wenn sie gerade nicht durch Europa touren?
Abhängen, die Welt verbessern, sich um die Familie kümmern und back view lesen, um zu schauen, ob ihr alles richtig abdruckt.Bei der aktuellen Tour der Beatsteaks hat Konrad Welzel für euch vorbeigeschaut: „Blaue Flecken als Sammlerstücke“

(Text: Ronja Heintzsch / Foto: Konrad Welzel)
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Über den Autor

Ronja Heintzsch
Ressortleiterin Kultur

Konstruktive Kritik in bitterscharfen Kommentaren üben, die Welt bereisen, auf aktuelle Problematiken hinweisen - all dies sind Gründe, aus denen Ronja beschloss, sich dem Metier Journalismus zu verpflichten. Schließlich gibt es noch einige unaufgedeckte Watergate-Affären in dieser Welt.

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