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Pippi, Heidi und Biene Maja forever

Über alte Fernsehhelden, die nie ihren Charme verloren haben

Jede Generation hat sie: Die Hauptdarsteller und Comicfiguren, die sie ausmacht. Über die sie sich in der großen Pause unterhielt, von denen sie sich Poster an die Wände hing. Was bleibt, sind glückliche Erinnerungen an Titelmusiken. back view-Redakteurin Ronja Heintzsch berichtet von ihren liebsten Fernsehhelden.


In meiner Kindergartenzeit war Supergrobi der Größte für mich. Neben all den anderen Figuren der Sesamstraße stach er immer heraus. Er aß keine Kekse, besaß keine Tauben oder ein Quietscheentchen, sondern rettete mit großer Vorliebe kleine Mädchen, obwohl diese gar keine Hilfe benötigen.

Es mutete immer unfreiwillig komisch an, wenn das tollpatschige blaue Monster, ausgerüstet mit rotem Umhang und Ritterhelm, zu Beginn einer jeden Szene eine Bruchlandung hinlegte. So komisch, dass auch ich mich eines Tages als Grobi verkleidete und ihn nachahmte.

Wär ich eine Heldin, wär ich Supergrobi. Wollte ich frech sein, dann so spitzbübisch wie Michel aus Lönneberga oder Pippi Langstrumpf; Lebensfreude verkörperte für mich Heidi und Schnelligkeit Tom & Jerry. Klassiker blieben über viele Jahre „Sindbad“, der heldenhafte Seefahrer aus 1001 Nacht, Paddington Bär, der wohlerzogene und gut gekleidete Teddy und „Der Bär im großen blauen Haus“, der mich jedes Mal mit einem Schnüffeln begrüßte und in sein Haus zu Tutter, Ojo und Pip und Pop bat.

Auf Alfred J. Kwak, dessen Schwermütigkeit ich nie verstand, bei dem ich aber die Titelmelodie mochte, folgte Biene Maja, bei der ich mich über Willi und Flip amüsierte, bis ich eines Tages die intellektuellere Sendung „Löwenzahn“ favorisierte. Peter Lustig brachte seinen kleinen Zuschauer ruhig und eingehend alles über die Natur bei, was sie wissen wollten und begeisterte auch mich.

Umso trauriger machen mich daher Schlagzeilen wie „Peter Lustig mag keine Kinder“, die völlig aus der Luft gegriffen daherkommen und direkt auf die schönsten Kindheitserinnerungen abzielen.

Als Mädchen begann ich mich jedoch ab der vierten Klasse für „Simsalabim Sabrina“ zu interessieren, die kleine Hexe, die ein ganz ähnliches Leben wie ich führte, mit dem Unterschied, dass ich natürlich keine magischen Kräfte besaß.

Besonders angetan hatten es mir eines Tages die „Pfefferkörner“ und an diesem Interesse für die Serie war kein anderer Schuld als der Anführer der „Pfefferkörner“, Fiete Overbeck. Während die fünf Detektive in der Speicherstadt Hamburgs „Räuber und Gangster, Gauner und Verbrecher“ jagten, drückte ich die Daumen, dass sie Rauschgiftschmugglern und Umweltsündern auf die Spur kamen.

Als Fiete sich dann in Natascha verliebte, musste ich mich jedoch bald notgedrungen nach einer anderen Serie umsehen, und „Kim Possible“ kam mir gerade recht. Schließlich war diese genauso heldenhaft wie bereits Supergrobi und hatte in Ron Stoppable einen ebenso tollpatschigen Kompagnon. Ihre orangenen Haare, die Entschlossenheit, der Mut und die Tatsache, dass sie keine ihrer Rettungsaktionen als große Sache ansieht, machten sie schnell zur beliebten Powerfrau in meinem Fernsehalltag.

Glücklicherweise ist Kim Possible eine der Serien, die auch noch heute auf Super RTL ausgestrahlt wird und die ich mir in unbeobachteten Momenten ansehen kann. Seit Krümelmonster allerdings Obst essen muss, hat er irgendwie seinen Charme verloren. Und Löwenzahn ohne Peter Lustig ist sowieso undenkbar.

(Text: Ronja Heintzsch)
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Über den Autor

Ronja Heintzsch
Ressortleiterin Kultur

Konstruktive Kritik in bitterscharfen Kommentaren üben, die Welt bereisen, auf aktuelle Problematiken hinweisen - all dies sind Gründe, aus denen Ronja beschloss, sich dem Metier Journalismus zu verpflichten. Schließlich gibt es noch einige unaufgedeckte Watergate-Affären in dieser Welt.

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