Panorama / Einblick 06.10.09
Text: Konrad Welzel
Das Bermudadreieck: Mehr als 20 Flugzeuge und über 50 Schiffe sind hier in den letzten 100 Jahren verschwunden. Bücher, Filme und Zeitungsberichte sorgten schnell für die Entstehung eines Mythos. Die Eckpfeiler des Dreiecks sind Miami in Florida, San Juan auf Puerto Rico und die namensgebenden Bermuda-Inseln. Eine Fläche von insgesamt 800 000 Quadratmetern.
Bereits Christoph Kolumbus soll vor über 500 Jahren von einem Kompass berichtet haben, der genau an dieser Stelle verrückt spielte. Piloten, die Abstürze auf wundersame Weise überlebt haben, berichten von Zeitreisen. Schiffe und Flugzeuge gehen von einer Sekunde auf die nächste verloren, ohne dass auch nur ein einziges Frackteil gefunden wurde. Der Ursprung geht vor allem auf die 1940er Jahre zurück. So verschwand am 30. Januar 1948 eine Maschine der British South American Airways mit 25 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern. Knapp ein Jahr später ging ein zweites Flugzeug gleicher Bauart auf dem Weg von Bermuda nach Jamaika spurlos verloren. Beide Vorfälle wurden nach wochenlanger Suche mit dem Kommentar „ungelöstes Rätsel " abgehakt.
Doch nach über 60 Jahren Mythos und unglaublichen Geschichten rund um das Bermudadreieck hat ein Fernsehteam der BBC das Rätsel 2009 angeblich gelöst. Die beiden Abstürze der ausschlaggebenden Flugzeuge aus den später 1940er Jahren sind das Resultat von Konstruktionsfehlern und technischer Probleme. So wurde in bisherigen Untersuchungen vollkommen übersehen, dass bereits beim Start des ersten Flugzeugs technische Störungen mit dem Heizsystem bekannt waren. Der Pilot entschied sich deshalb dafür, die gesamte Strecke auf einer Höhe von nur 670 Metern zu fliegen. Die Folge war ein wesentlich höherer Treibstoffverbrauch. Dazu kam ein nicht funktionierende Kompass und starke Gegenwinde, die ein Umkehren nahezu unmöglich machten.
Drei Beispiele zeigen typische Phänomene des Bermudadreiecks: Verschwundene Flugzeuge, verschwundene Schiffe und Menschen sowie Geisterschiffe.
Phänomen 1: verschwundene Flugzeuge
Eines der bekanntesten Beispiele für verschwundene Flugzeuge im Bermudadreieck ist Flight 19. Bei einem Übungsflug verschwinden im Dezember 1945 fünf Flugzeuge gleichzeitig. Mitten im Bermudadreieck meldet ein Pilot Probleme: Der Kompass spielt verrückt, die Funkgeräte fallen aus und alle fünf Flugzeuge verlieren die Orientierung. Sie fliegen auf das offene Meer hinaus. Der Sprit geht aus und die Spur verliert sich. Keine Wracks - keine Leichen. Erst nach zwei Jahren werden die Piloten für Tod erklärt. Drei Umstände machen diesen Fall zum wohl größten Rätsel des Bermudadreiecks: Der Kompass fällt aus, die Funkgeräte funktionieren nicht mehr und es werden keinerlei Wrackteil gefunden.
Fazit: Es handelt sich um einen tragischen Unfall. Durch die starke Strömung sind die Wrackteile schnell im gesamten Atlantik verteilt. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass keinerlei Überbleibsel gefunden werden. Dass Kompass und Funkgeräte Störungen haben, ist nicht ungewöhnlich, weshalb es heute in jedem Flugzeug immer eine Doppelbesetzung der Instrumente gibt.
Phänomen 2: verschwundene Schiffe und Menschen
Am 22. Dezember 1967 geht vor der Küste von Miami ein Schiff vollkommen verloren. Der Kapitän meldet der Küstenwache zunächst leichte Probleme, der Kompass fällt aus und das Boot wird manövrierunfähig. Ein kleines Problem, dass schnell ausartet. Die Batterien verlieren Strom, das Boot gerät außer Kontrolle und plötzlich ist der Funkverkehr beendet. Das angeblich verankerte Boot ist bereits 20 Minuten nach der Meldung verschwunden. Eine Woche lang sucht die Küstenwache vergebens. Um eine Erklärung zu finden, wird der Meeresboden untersucht. Der Verdacht liegt nahe, dass Methanhydrat Schuld am Verschwinden ist. Rein Physikalisch wäre dies auch möglich: Wenn Methangas in großen Mengen an die Wasseroberfläche strömt, kann ein sogenannter Blowout entstehen. Die Wasserblasen überschlagen sich und können durch die enorme Sprudelwirkung ein ganzes Schiff innerhalb von Sekunden sinken lassen.
Fazit: Störungen des Kompasses sind nicht selten. Schuld sind die magnetischen Gesteine innerhalb des Bermudadreiecks. Die Erklärung für das sekundenschnelle Verschwinden von Schiffen Methanhydrat kann in diesem konkreten Beispiel allerdings nicht angewandt werden. Laut Funkspruch lag das Boot vor der Küste Miamis, wo keinerlei Methanhydrat existiert. Allerdings hat zu diesem Zeitpunkt bereits der Kompass verrückt gespielt und es besteht die Möglichkeit, dass sich das Boot bereits an einem ganz anderen Ort befand.
Phänomen 3: Geisterschiffe
Ein Seemann lebt seit 1999 auf seinem Segelschiff. Am 7. Juni 2001 bricht er von Trinidad-Tobago auf und berichtet seiner Familie täglich per Funk über den aktuellen Stand. Doch bereits am zweiten Tag ertönt kein Lebenszeichen mehr. Suchmannschaften durchforsten eine Woche lange das umliegende Seegebiet. Elf Tage nach dem Verschwinden entdeckt dann ein Fischer in einer Bucht das verschwundene Boot- doch ohne den Segler. Der erste Gedanke: Ein Sturm kommt auf und er geht über Bord. Doch das Segelschiff ist vollkommen in Ordnung und ein Sturm kann ausgeschlossen werden. Mysteriös und nahezu unmöglich kommt hinzu, dass das Schiff rund 500 Kilometer selbstständig und vorbei an den unzähligen kleinen Inseln der Antillen durch das Meer gesegelt ist.
Fazit: Ein Segler, der über Bord geht. Vielleicht war er einfach nur betrunken und ist über Bord gegangen. Doch ein Boot, das 500 Kilometer unversehrt durch die Antillen segelt, konnte bisher niemand plausibel erklären.
Diese drei beispielhaften Fälle zeigen, warum das Mysterium Bermudadreieck ein Rätsel ist: Auch wenn es einfach nur Zufall sein kann, scheint es doch oft auch unerklärlich zu sein! Und so lange wird der Mythos Bermudadreieck weiter existieren.
(Text: Konrad Welzel)
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Kommentare
Quote:
drei fehlende oder falsche Buchstaben. Da warst du wohl selbst im Bermudadreieck. ;)
Liebste Grüße, andi
danke fürs Lob und die Hinweise. Unsere fleißigen Bienchen in der Redaktion haben bereits alles ausgebessert.
Hoffe, dass du uns trotz der Fehlerchen treu bleibst.