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Pan – im Kino

Kinorezension zum neuen Film über Peter Pan

Wer kennt ihn nicht? Den kleinen Jungen Peter, der einfach nicht erwachsen werden wollte und mutig gegen die Piraten in Nimmerland kämpft. James Barrie hat mit seiner Geschichte um den Waisenjungen eine Figur geschaffen, die auch in 100 Jahren noch begeisterte Anhänger finden wird. 2015 ist nun eine weitere Realverfilmung – nach „Hook“ (1991) und „Peter Pan“ (2003) – in den deutschen Kinos.

Auch in diesem Film übernimmt wieder ein Junge (Levi Miller) die Hauptrolle. Erzählt wird jedoch nicht die Originalhandlung aus Barries Roman, sondern die Vorgeschichte. Sicherlich haben sich schon viele große und kleine Peter Pan-Fans gefragt, wie Peter zu der Figur geworden ist, die wir alle so lieben lernten. Warum kann er fliegen ohne Feenstaub zu brauchen? Warum kann er die Feen überhaupt verstehen? Warum kämpft er gegen die Piraten? Wie kam er nach Nimmerland? Und wer sind seine Eltern?

Das sind nur einige der Fragen, die man sich seit Jahrzehnten in mehreren Generationen stellt und die Eltern oft an den Rand der Verzweiflung bringen, weil einfach keine Antworten auf die gestellten Fragen zu finden sind.

Zunächst beginnt der Film auch sehr vielversprechend und es wird angedeutet, dass man die Fragen nun auch beantwortet bekommt. Jedoch werden hier schon mehr Versprechen gemacht, als gehalten werden. Aber wie sagt Hook doch selbst im Film? „Erwachsene lügen eben!“ Das scheint auch auf die Macher des Films zuzutreffen.

Zur Entwicklung von Peter Pan

Dennoch erfahren die Zuschauer warum Peter mit den Feen sprechen kann, warum er fliegen kann, wer seine Eltern sind und warum er in Nimmerland zu Hause ist. Interessant ist auch die Konstellation, dass Peter – der anfangs noch nicht Pan heißt – mit James Hook befreundet ist. Warum aus den Freunden letztlich Feinde werden, wird leider im Film nicht geklärt, obwohl es doch zu Beginn noch versprochen wurde. Auch wird erklärt, wie Peter nach Nimmerland kommt und warum er gegen Piraten kämpft.

Treu zur Seite stehen ihm seine Freunde Prinzessin Tigerlilli und der Erwachsene James Hook, den er bei der Arbeit im Bergwerk kennenlernte und der ihm zur Flucht verhalf, da er erkannte, dass Peter fliegen kann und so das Volk gegen die Piraten anführen wird. Wollte Hook anfangs nur weg von Nimmerland, ist es letztlich doch sein „gutes Herz“ und seine Gefühle für Tigerlilli, die ihn Peter beim Kampf gegen die Piraten unterstützen lässt.

Nach diesem finalen Kampf, in dem auch die Feen ihren Einsatz haben, ist die Handlung auch schon am Ende. Und nun fragt man sich zu recht: Wo ist das Krokodil? Wie werden Hook und Peter zu Feinden? Warum besucht Peter Wendy und ihre Brüder?

Mein Fazit

Obwohl wir nun eine wirklich spektakuläre Vorgeschichte von Peter Pan zu sehen bekamen, sind noch viele Fragen offen. Auch fragt man sich, wer eigentlich die Zielgruppe dieses actiongeladenen Fantasyfilms sein soll. Teilweise wird doch sehr auf die Tränendrüse gedrückt, so dass man es schon nicht mehr ernst nehmen kann und sich denkt, dass man einfach zu alt ist. Dann wieder ist der Film doch so komplex, dass die Zielgruppe kaum unter zwölf sein kann.

Wie sehr hatte ich mich auf diesen Film gefreut – zumal noch in 3D – und wie sehr war ich dann enttäuscht. Der Zauber Peter Pans war trotz Unmengen an Feenstaub leider nicht zu finden. Bleibt nur zu hoffen, dass die Fortsetzung der Vorgeschichte besser wird.

(Text: Johanna Weyrauther)
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Über den Autor

Johanna Weyrauther

Johanna ist gebürtige Bambergerin, hat hier auch Diplomgermanistik studiert und ist seit 1. April 2013 selbstständig. Für backview.eu schreibt sie, ebenso wie als freie Mitarbeiterin für Bamberg Stadt & Land, Filmkritiken.

Anzahl der Artikel : 12

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