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Online statt Print

Die Mediennutzung der heutigen Gesellschaft

Tageszeitungen gehen dieser Tage der Reihe nach den Bach runter, Abonnenten springen ebenso ab wie Anzeigenkunden. Das hat zu einem erheblichen Teil auch mit der modernen Mediennutzung der Gesellschaft zu tun. Inzwischen gilt: Online statt Print. Zumindest bei den Jungen, aber was ist mit der älteren Generation?

Die Dauer, die die Gesellschaftsmitglieder dieser digitalisierten Welt vor jeglicher Form von Medium verbringen, stieg in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich an. Doch die Spitze des elektronischen Fortschritts scheint noch lange nicht erreicht.
Während 1977 die Durchschnittszeit des täglichen Fernsehkonsums noch 126 Minuten betrug, lag dieser Wert 2005 schon bei 220 Minuten. Auch die Zeit vor dem Radio stieg von 95 auf 225 Minuten. Seit einigen Jahren sind jedoch neuartige Komponenten auf den Elektromarkt vorgedrungen: Smartphones und Tablets dominieren das Geschehen.

Inzwischen sind Sch√ľlerInnen mit Smartphone ‚Äď gerne auch zwei oder drei Handys, bzw. Tablets pro Kind ‚Äď zur Realit√§t geworden. Junge Menschen werden heutzutage schon in jugendlichen Jahren ans digitale Medium herangef√ľhrt. Nicht selten spielen Zwei- bis Dreij√§hrige schon mit den Smartphones der Eltern.

Aufwachsen mit Smartphone, Tablet und Co.
Laut einer Studie des Internationalen Zentralinstituts f√ľr das Jugend und Bildungsfernsehen (IZI) von 2012 besitzen 95 bis 98 Prozent der Jugendlichen ein Handy. Auf einen Computer k√∂nnen 79 bis 85 Prozent zur√ľckgreifen. Meist (85 bis 88 Prozent) geht damit auch ein Internetzugang einher.

Kein Wunder also, dass die Mediennutzung von heute vermehrt √ľber den digitalen Weg erfolgt. Insbesondere j√ľngere Menschen greifen dabei auf ihre eigene Sozialisierung und Erfahrung zur√ľck. Und die ist ‚Äď wie die Studien zeigen ‚Äď vor allem von PC, Laptop und Smartphone gepr√§gt.

Fluide, unfassbar schnelle Welt
Das hat dementsprechend auch Einfluss auf die Informationsbeschaffung. Denn in dieser fluiden, unfassbar schnellen Welt ist das Internet der Schl√ľssel zur stetigen Information. Im Minutentakt aktualisieren die gro√üen Medienh√§user ihre Onlinepr√§senzen, die inzwischen immer auch in Form einer App rezipiert werden kann.

Doch es sind nicht lediglich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich auf diese digitale Art und Weise ihre Informationen beschaffen. Das Internet ist schon lange kein Randphänomen mehr, es zieht sich gemeinsam mit dem Smartphone durch alle Altersklassen. Auch, wenn die Bedienung mangels Erfahrung teilweise ein wenig länger trainiert werden muss, so steigt der Handyverkauf nicht auch bei den älteren Generationen an.

Zeitungen vor dem Aus
Es soll auch √§ltere Menschen geben, die alleine um des Besitzes wegen ein solches mobiles Endger√§t kaufen, ohne dabei wirklich auf die Apps und zahlreichen M√∂glichkeiten zur√ľckzugreifen. Doch dieser Punkt kann hier zun√§chst vernachl√§ssigt werden. Denn die massive Onlinerezeption hat zahlreiche Zeitungen den Kopf bzw. die Anzeigenkunden gekostet. Die Frankfurter Rundschau war beispielsweise vor kurzem vor gro√üen Problemen.

Der Springer-Konzern hat mit dem boulevardesken Zugpferd BILD hat einen neuen Weg eingeschlagen. Die Onlinepr√§senz soll nun nicht mehr rein kostenfrei zur Verf√ľgung stehen. Miniabos oder auch einzelne Artikel k√∂nnen dort k√§uflich erworben werden.

Sicherlich ein Modell, das die Tageszeitungen in Zukunft immer √∂fter nutzen werden, um im digitalen Zeitalter nicht g√§nzlich die Segel streichen zu m√ľssen. Denn irgendwer muss die Informationssammler ja auch bezahlen. Dann kann auch weiterhin gelten: Online statt Print.

(Text: Jerome Kirschbaum)

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√úber den Autor

Jerome Kirschbaum
Ressortleiter Sport

Jerome Kirschbaum schreibt am liebsten √ľber Sport, wenn er denn nicht selbst auf einem Platz steht. Seit Oktober 2010 verdingt sich Jerome als Schreiberling f√ľr back view, neben den Leibes√ľbungen widmet er sich sich auch politischen Themen. Im wahren Leben musste Jerome zahlreiche Semester auf Lehramt studieren, um dann schlussendlich doch etwas ganz anderes zu werden.

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