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Öffentliche Orte – oder die Menschen?

Warum sind Bahnhöfe, Einkaufzentren und Co. so anstrengend?

Es ist nicht so, dass es rein an den Menschen liegt, denn häufig sind die Gänge schon zu eng gebaut oder es gibt zu wenige Ausgänge. Aber mal ganz ehrlich, ohne die Menschen wäre es nicht mal annähernd so schlimm. Hiermit möchte ich nicht die komplette Menschheit unter Beschuss nehmen, sondern einige Personengruppen mit bestimmten Eigenschaften, von denen ich mir sicher bin, dass jeder schon weiß, welche damit gemeint sind.

bahnhofAlle Zeit der Welt

Die erste Gruppe macht sich damit beliebt, dass sie anscheinend keine anderen Verpflichtungen hat und sich daher so langsam wie nur möglich fortbewegt. Dies wäre ja nicht schlimm, wenn sie dies nicht auf Kosten der Nerven anderer machen müssten, denn diese Sorte von Trödlern ist ein Herdentier. Egal wie groß ihre Gruppe ist, sie müssen unbedingt nebeneinander gehen und möglichst den ganzen Weg blockieren. Auch das wäre kein Weltuntergang, wenn sie zumindest bei Bedarf anderer beiseite gehen würden. Aber leider gibt es eine Spezies, die in einer eigenen Luftblase zu wohnen scheint, in der nur ihre Artgenossen von Bedeutung für sie ist, denn anderen den Weg frei zu machen, liegt nicht in ihrer Natur.

Stehen bleiben? Aber gerne!

Gruppe zwei der Menschen, die das Einkaufen oder Reisen zur Qual machen, sind die „Standfesten“. Klingt beinahe wie eine positive Eigenschaft, aber leider ist diese Standfestigkeit bei ihnen im wahrsten Sinne des Wortes gemeint. Sie bleiben stehen, egal wo und egal wann. Besonders beliebt scheinen bei ihnen zwei bestimmte „Standpunkte“ zu sein. Als erstes bleiben sie gerne mitten im Weg stehen, ohne sich auch nur einen Zentimeter aus dem Weg zu bewegen und dies machen sie besonders gerne ohne Ankündigung, wobei sich Kollisionen nicht vermeiden lassen.

Ein weiterer Ort, an denen man diese Art Menschen häufig antrifft, ist der Bahnsteig. Genau vor den Türen platzieren sie sich, um ja schnell in den Zug oder die Bahn einsteigen zu können und sich den besten Platz zu sichern. Dass andere Menschen vielleicht zuerst aussteigen wollen, scheint ihnen völlig egal zu sein. Dies ist wohl die egoistische Gruppe Menschen, die man an öffentlichen Orten vorfindet.

Rolltreppen – ein beliebter Treffpunkt

Die letzte Personengruppe, die meine Abneigung gegen öffentliche Orte schürt, sind die Rolltreppen-Blockierer. Vielleicht können sie aber nichts dafür, denn sie scheinen unter einer Rechts-Links-Schwäche zu leiden. Anders kann man nicht erklären, warum sie „rechts stehen und links gehen“ nicht zu verstehen scheinen. Wenn sie es eilig haben, quetschen sie sich links durch und beschweren sich über jeden, der im „Weg“ steht. Wenn sie aber viel Zeit haben, stellen sie sich nach links oder mitten auf die Stufe, was schon manch einen Anderen den Anschluss an seinen Zug gekostet hat. Dabei belassen sie es jedoch nicht, denn das Ende der Rolltreppe scheint für diese Spezies eine Art sozialen Wert zu besitzen. Es wird sich in Ruhe verabschiedet oder begrüßt, während es sich hinter ihnen staut. Wenn man nicht Teil einer Menschenlawine sein möchte, muss man die Herde trennen und mit Kraft durch sie hindurch gehen, denn auf Bitten reagieren sie nicht.

Selbstverständlich gibt es noch weitere Menschen, die öffentliche Orte in eine Art Dungeon verwandeln zu scheinen und den Einkauf oder die Zugfahrt zu einer richtigen Quest machen, denn nicht jeder ist perfekt. Trotzdem möchte ich mir Quests fürs Gaming bewahren und wünsche mir, dass der Mensch zumindest ab und zu Gebrauch von seinem Verstand nimmt. Es ist eine Gabe, die wohl jeder haben sollte, denn es heißt nicht umsonst gesunder Menschenverstand.

(Foto: Tobias Mittmann by jugendfotos.de)

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