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Nutten und Koks

Kommentar aus männlicher Sicht: Mein letzter Tag auf Erden

Eigentlich bin ich kein Mensch, der sich mit seinem letzten Tag auf Erden auseinandersetzt, bevor er eintritt, weil mir die Zeit dafür vergeudet erscheint, aber nun habe ich mir Gedanken gemacht – Gott sei Dank nicht, weil ich müsste.

Ich muss gestehen, mein erster Gedanke war, am letzten Tag meines Lebens, mein gesamtes Geld für Nutten und Koks auszugeben und den letzten Rest, der mir noch übrig bliebe, zu verprassen – einfach mal so richtig die Sau rauslassen, ganz nach meinem persönlichen Idol Charly Sheen, der wohl als einziger Schauspieler damit Geld verdient, sich selbst in einer Fernsehrolle zu spielen.

Aber im zweiten Moment erschien mir dieser Plan zu selbstsüchtig, da malte ich mir aus, wie es wohl wäre, meinen letzten Tag mit derjenigen zu verbringen, die mir am nächsten steht. Mit ihr würde ich morgens eine Liste mit Dingen aufstellen, die ich unbedingt mit ihr noch erleben wollen würde. Jedoch stellte sich auch hier nach längerem Nachdenken für mich die Frage, ob es überhaupt möglich ist, an einem Tag mit ihr den Eiffel-Turm zu besteigen, Sex im Flugzeug zu haben, die Christusstatue in Rio de Janeiro zu erklimmen und einen Tandemsprung aus dem Helikopter zu wagen.

Letztlich beschäftigte mich die eingangs erwähnte Frage so sehr, dass ich mit meiner Freundin Fabienne darüber unterhielt, was sie tun würde. Erstaunlicherweise hatte sie eine gute Idee. Sie würde jedem, der ihr etwas bedeutet, eine persönliche Nachricht schreiben. Keine mit welcher der Andere an die täglichen Aufgaben im Haushalt erinnert würde, sondern Dinge, die man demjenigen mit auf seinen Lebensweg geben will. Denn, wie oft denkt man darüber nach, wie man mit einer Person, die eventuell nicht mehr zurückkommt, auseinander gegangen ist. Hoffentlich positiv, so meine Devise.

Egal, wie man nun den Tag verbracht hat, es kommt irgendwann unweigerlich der Moment des Abschieds. An welchem man nur noch eine wichtige Entscheidung zwischen zwei Alternativen treffen muss. Die eine Möglichkeit ist, sich auf den Himmel zu freuen, wo man mit Gott – in Wahrheit einer wunderschönen Frau – Hand in Hand über die Wolken hüpft, oder sich mit den Jungfrauen die Zeit vertreibt – die gibt es bestimmt auch für Christen. Die andere Möglichkeit wäre, doch noch den ersten Plan in die Tat umzusetzen, nur für alle Fälle. Wer weiß, ob es Nutten und Koks nach dem Tod noch einmal geben wird.

(Text: Fabian Rohleder)
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Über den Autor

Konrad Welzel
Gründer und Chefredakteur von back view

Konrad hat back view am 06. April 2007 gegründet - damals noch in diesem sozialen Netzwerk StudiVZ. Mittlerweile tobt sich Konrad ganz gerne im Bereich Social Media aus und versteht Menschen ohne ein Facebook-Profil nicht - dafür ist er viel zu neugierig!!!

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