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Nur für München und Garmisch!

Kommentar Pro Olympia-Bewerbung
Lasset die Spiele beginnen. 1936 hatte Deutschland zuletzt Olympische Winterspiele, obwohl wir dabei immer weit vorn platziert sind – was Medaillen angeht. Es wird Zeit für eine Neuauflage und Zeit dafür, dass unsere Wintersportler, die uns bei Weltmeisterschaften und Weltcups oft Freude bereiten, sich vor heimischen Publikum beweisen können.

In Vancouver 2010 lag die deutsche Nation auf Rang zwei im Medaillenspiegel. Ob Andre Lange im Bob, Magdalena Neuner im Biathlon, Maria Riesch im Ski Alpin, Evi Sachenberger im Skilanglauf und Anni Friesinger im Eisschnellauf – sie sind Vorbilder für jene Generation, die die Chance haben könnte, vor heimischen Publikum Medaillen zu sammeln. Sie sind den Weg vorangeschritten und selbst wenn sie aufgrund ihres Alters kaum noch von den Spielen 2018 profitieren würden, würden sie sich für ihre Teamkollegen freuen.
Die letzten Spiele in Garmisch-Partenkirchen standen noch unter dem Einfluss der Nationalsozialisten, die das Sportevent für Propagandazwecke missbrauchten, ebenso wie die Sommerspiele in Berlin 1936. Und über den Anschlag auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München spricht auch heute noch jeder Sport- und Nichtsportfan.Deutschland soll die Chance bekommen, sich neu zu beweisen. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat gezeigt, wie sich das Image eines Landes aufgrund eines sportlichen Großereignisses wandeln kann. Denn diese heimische WM steht noch heute weltweit für ein modernes, junges und schönes Deutschland.
Was die Fußballer können, können auch die Wintersportler. Garmisch-Partenkirchen und München können sich als weltoffen und modern, gleichzeitig aber auch als traditionsbewusst zeigen und den Tourismus in der Region und in Bayern ankurbeln. Noch heute ist der Olympiapark in München eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.Selbst, wenn das Olympiadorf heruntergekommen und kaum bewohnt ist, so zieht es nach wie vor Dutzende Touristen an. Sie zahlen Eintritt, um den 290 Meter hohen Fernsehturm zwischen Olympiastadion, Olympiahalle und Olympiasee hinaufzufahren. Auch Einheimische freuen sich über die Angebote in Olympiastadion und Olympiahalle, wenn beispielsweise große Bands oder Künstler zu Konzerten und Vorführungen einladen.

Infrastrukturell könnte die Region sich weiterentwickeln. Nicht nur, dass neue touristische Ziele entstehen, auch Straßen würden erneuert und umgebaut, Hotels renoviert und Restaurants neu eröffnet. So könnten auf Dauer Arbeitsplätze entstehen, die auch Garmisch-Partenkirchen attraktiver machen.
Garmisch-Partenkirchen kann sich mit einem neuen Olympiapark in einem neuen Licht zeigen. Die weltberühmte Skisprungschanze wurde erst im Jahr 2007 komplett erneuert und zeigt eben diese moderne Seite. Garmisch-Partenkirchen steht für eine lange Tradition, gerade im Skispringen. Alljährlich pilgern Tausende zum traditionellen Neujahrsspringen, zu dem sich die übertragenden Fernsehsender trotz fehlenden deutschen Skisprungstars über hohe Einschaltquoten erfreuen.

Deshalb sollte die Stadt über ihren Schatten springen – und sich schon heute auf ein großes Festspiel im Februar 2018 freuen.

(Text: Miriam Keilbach)



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Über den Autor

Miriam Keilbach
Redakteurin

Miriam war 2007 im Gründungsteam von backview.eu. Sie volontierte beim Weser-Kurier in Bremen und arbeitet seit 2012 als Redakteurin bei der Frankfurter Rundschau. Ihre Themen: Menschen, Gesellschaft, Soziales, Skandinavien und Sport.

Anzahl der Artikel : 59

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