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Nicht alle guten Dinge sind drei

Filmkritik zu Rush Hour 3
Das Rezept ist altbekannt: Man nehme den chinesischen Martial-Arts-Comedian Jackie Chan und schicke ihn mit einer amerikanischen Quasselstrippe – sei es jetzt Owen Wilson oder Chris Tucker – zu den verrĂĽcktesten Schauplätzen. Dazu kommen PrĂĽgeleien, SchieĂźereien, akrobatische Einlagen, Differenzen zwischen den Hauptfiguren und Frauchengeschichten, verknĂĽpft durch eine eher dĂĽnne Story. Kein schlechtes Rezept fĂĽr eine Actionkomödie, es hat oft genug gut funktioniert.

In Los Angeles wird ein Attentat auf den chinesischen Botschafter verĂĽbt, als dieser gerade bei einer Konferenz die Namen der Triadenbosse verlesen will. Chief Inspector Lee (Jackie Chan) folgt dem Attentäter (Hiroyuki Sanada), lässt ihn aber aus persönlichen GrĂĽnden entkommen. Als erneut Triaden auftauchen, wird die Spur wieder heiĂź. Sie fĂĽhrt Lee und seinen Partner James Carter (Chris Tucker), der sich wie immer von Lee nicht abwimmeln lässt, nach Paris. Dort werden die beiden Cops erst einmal von der französischen Polizei (u.a. Roman Polanski) einer grĂĽndlichen Leibesvisitation unterzogen. Danach will Taxifahrer George (Yvan Attal) das Duo nicht chauffieren, weil er Amerikaner hasst. Carter lässt sich nicht beirren und zwingt den Franzosen mit Waffengewalt erst mal dazu, die amerikanische Nationalhymne zu singen…

Im Vergleich zu seinen Vorgängern erlaubt sich Rush Hour 3 mehr Absurditäten dieser Art: Carter prügelt einen gefangen genommenen Chinesen übertrieben brutal, weil er französisch spricht und der zum U.S.-Patriotismus bekehrte Taxifahrer George will am Schluss einfach nur jemanden umbringen, um sich wie ein echter Amerikaner zu fühlen.

Wer an Actionkomödien keine allzu hohen Ansprüche stellt, dürfte zufrieden sein.
Der Film bleibt trotz der Tiefschläge bunt und vor allem schnell. Action gibt es wie immer genug. Jackie Chan greift zwar nicht allzu oft in die Trickkiste, dafür hat der Film viele halsbrecherische Stunts zu bieten. Und Chris Tucker wirft wie immer mit Gags um sich, auch wenn nicht jeder davon zündet.
Trotzdem, geht man von der Messlatte der ersten beiden Rush Hour-Filmen aus, fehlt es dem dritten Teil deutlich an Charme. In Rush Hour 1 und 2 war die Idee, einen chinesischen Inspector auf einen amerikanischen Cop treffen zu lassen, noch nicht so verbraucht. So wie sie im dritten Film wieder neu aufgerollt wurde, hätte man es nicht unbedingt machen müssen.
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