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NBA-Lockout hält weiter an

Immer noch keine Einigung im amerikanischen Tarifstreit

Ein Ende des Lockouts ist in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA weiter nicht in Sicht. Am vergangenen Dienstag blieb in New York ein weiteres Treffen zwischen den Clubbesitzern und der Spielergewerkschaft National Basketball Player´s Association (NBPA) ergebnislos. Der Saisonstart am 1. November wird somit immer unwahrscheinlicher. Wenn es bis heute, 10. Oktober, zu keinem Ergebnis kommen sollte, werden die ersten beiden Wochen der Saison gestrichen.

„Wir möchten die ersten zwei Wochen nicht verlieren, aber es sieht nicht gut aus. Wenn reguläre Saisonspiele ausfallen, werden darunter beide Parteien finanziell leiden. Außerdem werden sich die Positionen verhärten“, stellt NBA-Commissioner David Stern klar, der weiter auf einen pünktlichen Saisonstart hofft. Bereits alle 114 Vorbereitungsspiele wurden bis zum Saisonstart abgesagt. Dadurch gehen der NBA rund 200 Millionen Dollar (ca. 151 Millionen Euro) verloren, wie Stern betont.

Erster Lockout seit der Saison 1998/1999
Am 1. Juli trat der Lockout in Kraft. Seitdem sind die Spieler ausgesperrt, die in dieser Zeit auch keinen Kontakt zu deren Arbeitgebern haben dürfen. Trainingseinheiten sowie Spiele dürfen ebenso nicht stattfinden. Zudem sind keine Vertragsverhandlungen erlaubt. In der NBA ist es seit der Saison 1998/1999 zu keinem weiteren Lockout mehr gekommen. Es war die Debütsaison von Dirk Nowitzki. Diese wurde auf 50 Partien reduziert.
Hauptstreitpunkt ist beim aktuellen Lockout die Aufteilung der jährlichen Gesamteinnahmen von rund 4,3 Milliarden Dollar. Der abgelaufene Vertrag garantierte den Spielern 57 Prozent der Gesamteinnahmen. Die NBPA machte bei den Verhandlungen in New York ein Angebot von 53 Prozent. Die Clubbesitzer sehen jedoch eine Reduzierung auf 47 Prozent vor. NBA-Commissioner David Stern fordert eine Kürzung der Spielergehälter um insgesamt 800 Millionen Dollar (560 Millionen Euro). Seit dem Inkrafttreten des letzten Tarifvertrages im Jahr 2005 sollen die Klubs mehr als eine Milliarde Verlust gemacht haben.

NBA-Stars wechseln
Die unsichere Zukunft der NBA veranlasst viele Akteure, die Liga vorzeitig zu verlassen. Jüngstes Beispiel ist der französische Ausnahmespielmacher Tony Parker, der bei der diesjährigen Europameisterschaft in Litauen im Trikot der Equipe Tricolore für Furore sorgte. Parker wechselt mit sofortiger Wirkung von den San Antonio Spurs, mit denen er drei Mal die NBA-Meisterschaft gewann, in seine Heimat zum Spitzenclub Asvel Villeurbanne-Lyon.

In der französischen Heimat trifft Parker auf seine Landsleute Nicolas Batum (Nancy) und Boris Diaw (Bordeaux), die ebenfalls ihre NBA-Vereine vorzeitig verlassen haben. Einem Transfer nach Europa hat auch der Russe Andrej Kirilenko von den Utah Jazz zugestimmt, der ab sofort für den russischen Meister ZSKA Moskau auf Korbjagd gehen wird. Er unterzeichnete einen Drei-Jahres Vertrag. Die spanischen Gasol-Brüder hingegen halten sich beim FC Barcelona fit. Es ist nicht auszuschließen, dass beide in den nächsten Wochen Verträge unterschreiben werden.

Bryant vor Sensationstransfer
Außerdem liebäugelt Superstar Kobe Bryant von den Los Angeles Lakers mit einem Wechsel zum italienischen Verein Virtus Bologna. Laut dem italienischen Sender Sky Sport 24 wurde bereits eine Einigung erzielt. 3,3 Millionen Euro für zehn Spiele könnte dem Lakers Superstar das Gastspiel in Bologna bringen. Sollte es im Tarifstreit zu einer Einigung zwischen der NBPA und den Klubbesitzern kommen, könnte Bryant aus dem Vertrag aussteigen.

Was macht Nowitzki?
Es bleibt abzuwarten, ob auch Dirk Nowitzki der NBA den Rücken kehrt und die Dallas Mavericks verlassen wird. Der Nachrichtenagentur dpa versicherte der Würzburger, dass er weiter hofft, dass sich beide Seiten weiter annähern werden und bald ein Vertrag zustande kommt. Mittlerweile ist Nowitzki, der letztes Jahr zum wertvollsten Spieler der Finalserie gegen die Miami Heat gekürt wurde, in die USA zurückgekehrt. Ein Wechsel in die deutsche Basketball-Bundesliga (BBL) beispielsweise gilt als sehr unwahrscheinlich.
Ob Nowitzki und seine Dallas Mavericks am 1. November im Heimspiel gegen die Chicago Bulls die Mission Titelverteidigung einläuten können, steht somit weiter in den Sternen und wird spätestens am kommenden Montag geklärt. Basketball-Fans aus aller Welt hoffen darauf, dass die NBPA und die Clubbesitzer zueinander finden und ein Ende des Lockouts vom Big Apple vermeldet wird. Ansonsten heißt es für Nowitzki und Co. weiter warten.

(Text: Marlo Mintel)
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