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München und Berlin weinen

FLUTLICHT – die back view-Sportkolumne
Drei Wochen vor EM-Beginn haben die Nationalspieler des FC Bayern München eine herbe Niederlage im Champions-League-Finale einstecken müssen. Bittere Tränen bei Schweinsteiger und Co. Aber auch in Berlin wurde die Hertha zum Weinen gebracht. Bei FLUTLICHT heute aber darüber hinaus alles über einen Schwimm-Europameister und vieles weitere.


Bastian Schweinsteiger, Arjen Robben. Beide verschossen ihre jeweiligen Elfmeter im Finale der Champions League gegen den FC Chelsea. Robben verballerte noch während der Verlängerung, Schweinsteiger dann später den entscheidenden Elfer im Elfmeterschießen.

Es war das Finale dahoam, das zum großen Fiasko wurde für den nun absolut sieglosen FCB. Dreimal Zweiter in einer Saison, das schaffte sonst nur Bayer Leverkusen – akà Vizekusen. Dementsprechend gab sich die Internationale Presse ob der sieglosen Bayern erstaunt.

Marca (Spanien): Nach den puristischen Fußball-Gesetzen ist dies eine grausame und ungerechte Niederlage.

Daily Telegraph (England): Ein englischer Klub schlägt einen deutschen im Elfmeterschießen – notiert diesen Tag in euren Geschichtsbüchern.

In Deutschland titelte 11freunde.de süffisant „Finale am Oarsch„. Der kicker wartete mit „Träume in Trümmern“ auf.

Eine Enttäuschung, die noch nicht zu fassen ist. Es bleibt lediglich die Hoffnung, dass diese Niederlage einen ähnlichen Geist in dieser Mannschaft entfacht wie einst die Last-Minute-Pleite 1999 gegen Manchester United. Ein kleiner Trost: Über 50 Millionen Euro hat der FCB mit der Finalteilnahme eingenommen.

In Berlin geht es dieser Tage ebenso drunter und drüber. In einem Chaosspiel war man nach einem 2:2 in der Relegation abgestiegen, legte aber aufgrund des Platzsturmes der Düsseldorfer Fans Protest ein. Dabei hatte man aber wohl nicht beachtet, dass die Hertha-Fans wie auch -Spieler sich ebenso massiv blamierten. Die einen zündelten in der Fankurve, die anderen schlugen und beleidigten Schiedsrichter Wolfgang Stark.

Der Protest der Hertha war zunächst auf den heutigen Montag vertagt worden. Dann folgte die Abweisung dessen, wohingegen der Hauptstadtklub in Revision ging. Auch diese wurde abgeschmettert, nun will Hertha bis vor den DFB-Bundesgerichtshof ziehen. Auch hier aber wohl ohne Chance.

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Bei der Schwimm-EM konnte Paul Biedermann über die 400-Meter Freistil die erste Goldmedaille holen, obwohl er dabei die Olympianorm verpasste. Auch die Schwimmstaffel der Frauen holte die güldene Medaille.

Ebenfalls im Wasser waren die deutschen Vertreterinnen Katja Dieckow und Uschi Freitag bei der Wassersprung-EM erfolgreich. Das Duo belegte den dritten Platz hinter den siegreichen Italienerinnen und der Urkaine.

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Bei einem noch größeren Cup, der Weltmeisterschaft, sah eine andere deutsche Mannschaft vor einigen Tagen noch weitaus schlechter aus. Bei der Eishockey-WM in Schweden war die DEB-Auswahl in den letzten beiden Spielen gegen Norwegen (4:12) und Tschechien (1:8) gehörig unter die Räder gekommen.

Selbst Trainer Kölliker war sprachlos. Er stand zwar bei Sport:1 vor dem Mikrofon, verweigerte jedoch – sichtbar paralysiert – im Prinzip jeden Kommentar. Beinahe ebenso wortkarg und platt zeigten sich auch die Spieler vor den Kamers.

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Beim ATP-Turnier in Rom gewann Rafael Nadal am heutigen 21. Mai gegen Novak Djokovic mit 7:5 und 6:3 das Finale und konnte somit den Turniersieg heimfahren. Nadal zieht in der Weltrangliste damit wieder an Roger Federer vorbei und belegt nun den zweiten Platz hinter Djokovic.

Bei den Damen war es Maria Scharapowa, die in Rom durch ein 6:4, 4:6 und 7:5 gegen Li Na triumphieren konnte. Die Deutsche Angelique Kerber war erst im Halbfinale an Scharapowa gescheitert und rückte damit in die Top-10 der Weltrangliste.

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In der Schmuddelecke ist heute ein gewisser Brausegetränke-Hersteller zu finden, der bereits in Salzburg und Leipzig Fußballvereine massiv unterstützt und damit für eine eklatante Verquickung von Wirtschaft und Sport sorgt. Auch in der Formel-1 und dem Handball bringt man sich finanziell ein. Die Leibesübungen entfernen sich damit immer mehr von der Basis und Fans werden nun zu Kunden. Eben jener Brausehersteller steigt nun auch beim Münchener Eishockeyklub ein und rettet den EHC München damit vor dem Ruin.

(Text: Jerome Kirschbaum / Foto: Benjamin Radzun, flickr.com)


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Über den Autor

Jerome Kirschbaum
Ressortleiter Sport

Jerome Kirschbaum schreibt am liebsten über Sport, wenn er denn nicht selbst auf einem Platz steht. Seit Oktober 2010 verdingt sich Jerome als Schreiberling für back view, neben den Leibesübungen widmet er sich sich auch politischen Themen. Im wahren Leben musste Jerome zahlreiche Semester auf Lehramt studieren, um dann schlussendlich doch etwas ganz anderes zu werden.

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