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Sozialhelden: Mit hundertzehn Prozent dabei

Mit Wheelmap, SuperZivi und Pfandflaschen fĂŒr eine bessere Welt

Batman, Superman, Spiderman – sie alle können einpacken. Die wahren Helden sitzen in Berlin. Sie sind Sozialhelden und machen unsere Welt mit ganz speziellen und einfallsreichen Projekten ein kleines bisschen besser.


Engagement, Mut und Überzeugung – das waren die Zutaten, mit denen Raul und sein Cousin 2004 in Berlin die Sozialhelden gegrĂŒndet haben. Und sie sind es noch immer. Sozialhelden e.V. ist ein Verein fĂŒr soziales Handeln und ungewöhnliche Projekte. Die Suche nach dem SuperZivi war der Startschuss – acht Jahre spĂ€ter können die Sozialhelden auf etliche weitere erfolgreiche Projekte zurĂŒckblicken.

sozialhelden_rechtsAls Web Designer beworben, fĂŒr die Öffentlichkeitsarbeit eingestellt
Andi ist seit August 2011 bei den Sozialhelden. „Durch meinen Beruf als freier Medienmacher und Journalist bin ich viel auf Social Media KanĂ€len unterwegs. Über Twitter und Google + wurde ich auf den Verein aufmerksam.“ Dort wurde auch eine Praktikumsstelle fĂŒr Web Design ausgeschrieben. Damit hatte der gebĂŒrtige Berliner eigentlich nichts am Hut, beworben hat er sich trotzdem – mit Erfolg. „Die ausgeschriebene Stelle war zwar nichts fĂŒr mich, aber das Team suchte noch jemanden fĂŒr die Öffentlichkeitsarbeit – der perfekte Job fĂŒr mich.“

Die kleinen schönen Erfolgsmomente
Seitdem sitzt Andi zwei bis drei Tage in der Woche im Sozialhelden-BĂŒro, kĂŒmmert sich um Pressefragen, die Social-Media-KanĂ€le und wird selbst kreativ. „Bei den Sozialhelden kann jeder seine Ideen einbringen und neue Projekte ins Rollen bringen. Das sorgt fĂŒr schöne kleine Erfolgsmomente.“ Gerade beschĂ€ftigt er sich hauptsĂ€chlich mit der Wheelmap. Die Wheelmap ist eine Karte im Stil von Google Maps, in der rollstuhlgerechte Orte verzeichnet sind.
Jeder kann hier rollstuhlgerechte Orte suchen, finden und selbst eintragen. Das erleichtert die MobilitĂ€t fĂŒr Rollstuhlfahrer ungemein. Ob der empfohlene Friseur der Freundin ohne Stufen erreichbar ist, kann so mit einem Klick herausgefunden werden. Oder, ob das neue CafĂ© in der Innenstadt barrierefrei ist oder die U-Bahn-Station AufzĂŒge hat. Mittlerweile kann man das auch ganz bequem ĂŒber die Wheelmap App herausfinden.

Ideen einfach mal ausspinnen

Andi ist fasziniert von der KreativitĂ€t und der Leidenschaft, die in jedem einzelnen Projekt steckt. „Ich kann die Arbeit und jedes Projekt zu hundertzehn Prozent unterstĂŒtzen.“ Eigentlich ein Traumjob, hinter dem aber auch viel Arbeit steckt. Dabei werden die Sozialhelden von ehrenamtlichen Helfern unterstĂŒtzt. Wie kann man ein Sozialheld werden? „Jeder kann ein Sozialheld sein, das geht sogar sehr einfach. Jeder hat Ideen, nur viele werden nie umgesetzt. Mit der Sozialhelden Akademie wollen wir Menschen ermutigen, nicht beim ersten Hindernis aufzugeben, sondern ihre Idee erst einmal auszuspinnen. Erst am Ende werden dann die technischen Fragen beantwortet.“

Sozial sein mit dem Bierflaschen-Pfand
Wer nicht gerade sein eigenes soziales Projekt plant, kann die Sozialhelden auch anders unterstĂŒtzen. „Wer uns unter die Arme greifen will, kann uns helfen, bekannter zu werden. Zum Beispiel indem man seinen Bekannten von unseren Projekten erzĂ€hlt, Orte auf der Wheelmap ergĂ€nzt, oder dem Supermarkt um die Ecke „Pfandtastisch helfen“ vorstellt. „Pfandtastisch helfen“ war eines der ersten Projekte der Sozialhelden. Dabei wird neben dem Automaten fĂŒr die Pfandflaschen-RĂŒckgabe eine Box aufgestellt, in die man seinen Pfandbon spenden kann. Mittlerweile gibt es in Deutschland ĂŒber 300 dieser Pfandboxen. „Dadurch kommen jĂ€hrlich ĂŒber 100.000 Euro zusammen. Die gehen dann an gemeinnĂŒtzige Projekte, wie die Berliner Tafel e.V..“
sozialhelden
FĂŒr ihre Initiativen wurden die Sozialhelden schon mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem mit dem Deutschen BĂŒrgerpreis und dem Deutschen Engagementpreis. Dabei setzten die Helden jedoch nicht auf den Mitleidsbonus. Im Gegenteil – mit einem gewissen Witz und einer Portion Ironie bringen sie ihre Projekte an den Mann. „Schon im Namen selbst steckt eine gewisse Ironie. Wir sind natĂŒrlich keine echten Helden, sondern wollen lediglich Hilfe initiieren und Projekte ohne Mitleid verwirklichen.“

In einer Welt, in der Entscheidungen ĂŒberflĂŒssig sind

Andi selbst ist mit seiner Arbeit mehr als zufrieden. „Ich wollte mit den Sozialhelden etwas Neues ausprobieren und kann mir nichts Besseres vorstellen.“ Vom grauen Alltagstrott ist nĂ€mlich keine Spur. „Einfach mal machen, einfach mal ausprobieren – das machen wir hier. Man muss nur den Mut finden, auch Sachen die unsicher sind auszuprobieren, und nicht gleich aufzugeben.“
Ist er sich denn sicher, das Richtige gefunden zu haben? „Wir leben in einer Welt, in der man sich nicht mehr entscheidet. Man hĂ€lt sich alle TĂŒren offen und hat viel zu viele Optionen. Ich habe mich bewusst fĂŒr die Sozialhelden entschieden. Und ich denke, es war die richtige Entscheidung.“

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Weitere Informationen unter www.sozialhelden.de
(Text: Julia Jung / Foto: Melanie Wehnert by Sozialhelden e.V.)
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Über den Autor

Julia Jung
Stellvertretende Chefredakteurin und Ressortleiterin English

Hauptberuflich ist Julia Weltenbummlerin, nebenberuflich studiert sie Politik. Wenn sie nicht gerade durch Australien, Neuseeland, SĂŒdafrika oder Hongkong reist, schreibt sie ein paar Zeilen fĂŒr back view und das schon seit 2009.

Anzahl der Artikel : 40

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