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„Maybe you should go fuck yourself“

Ein Buch über das Lebensgefühl der Generation Maybe

Nur keine Entscheidungen fürs Leben treffen und sich alle Möglichkeiten offen halten – das zeichnet die Generation Maybe wohl aus. Doch wer ist schuld an dieser Lebenseinstellung und was ist eigentlich so schlimm daran? Johanna Dreyer und Katharina Weiß gehen dem Phänomen in ihrem neuen Buch „Maybe you should go fuck yourself“ nach.


MaybeMit der Widmung „von Maybes für Maybes“ eröffnen die beiden Autorinnen Johanna Dreyer und Katharina Weiß ihr Buchprojekt über die Generation Maybe. Auf 300 Seiten gehen sie dem neuartigen Lebensgefühl Maybe nach. Sie haben mit vollkommen unterschiedlichen Menschen darüber gesprochen und versuchen diesem Phänomen auf den Zahn zu fühlen.

In selbst verfassten Texten und Kommentaren von Außenstehenden wird das Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Hinzu kommen Illustrationen, Fotografien und Infografiken, die das Buchprojekt zu einem bunten und interessanten Gesamtkunstwerk machen.

Gleich auf den Seiten 7 und 8 kann sich jeder einem Selbsttest unterziehen: Gehört man zu Typ A „Yes, I can“ oder zu Typ B „Maybe“. Es lohnt sich allerdings für beide Typen, auch auf die nächsten Seiten von „Maybe you should go fuck yourself“ zu blättern. Denn schon alleine die fotografische Befragung ist wahnsinnig vielseitig: Mit 52 Bildern haben einige betroffene Maybes 13 Fragen ausschließlich mit Fotos beantwortet.

Hinzu kommen unter anderem Interviews mit Jan Böhmermann, Wolfgang Gründinger, Oliver Jeges, Nina Pauer, Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Dr. med. Gislind Wach Leibl, Sophie Utikal und Christopher Lauer. Das Ergebnis ist ein unglaublich vielseitiges Buch, das durchaus zum Nachdenken anregt.

Interview mit einer der Autorinnen über die Generation Maybe

Ich habe mit Johanna Dreyer, einer der beiden Autorinnen des Buches „Maybe you should go fuck yourself „, über die Besonderheit ihres Werks und die Generation Maybe gesprochen:

Autoren Johanna Dreyer und Katharina WeißHält der provokante Titel, was er verspricht?
Johanna Dreyer: „Maybe“ ist für uns eine Art Schockstarre, losgetreten durch Überforderung: immer schneller tickende Uhren, schwieriger Arbeitsmarkt, Überflussgesellschaft, globale Zusammenhänge, Klimawandel, und so weiter. In unserem Buch befassen wir uns also mit einem Gefühl, dem „Maybe“-Gefühl. Da fanden wir es passend, auch mit einem emotionalen Cover einzusteigen.
Ganz so provokant geht es aber inhaltlich nicht weiter. Innerhalb unserer Kapiteltexte reflektieren wir die Themen eher rational. Im Rahmen der Interviews und des gesellschaftlichen Dialoges hingegen sind viele persönliche Meinungen vertreten. An solchen Stellen waren Emotionen, ungebremste Meinungsäußerung und dadurch teilweise auch eine gewisse Härte durchaus erwünscht. Das eine oder andere Schimpfwort taucht also schon noch auf.

Was ist das Besondere an eurem Buch?
Möglicherweise die Perspektive. Wir bezeichnen uns im Buch ja selbst als „Betroffene“ des Maybe-Gefühls, die herausfinden wollen, wo diese Überforderung ihren Ursprung haben könnte, ob auch andere Menschen damit schon Erfahrungen gemacht haben und vor allem, wie man sie beheben kann. Im Grunde ist das Buch eine Betrachtung des Zeitgeistes, bei der viele verschiedene Menschen zu Wort gekommen sind. „Was sind die Vor-, was sind die Nachteile unserer Zeit? Und was macht sie mit uns?“ Darüber hat nahezu jeder etwas zu sagen. Das Buch ist also eine gemeinsame Erörterung, ein großes Miteinander. Das war der Ansatz.

Generation MaybeWarum ist es so toll, ein Maybe zu sein? Welche Vorteile hat ein solches Leben?
Gut, dass du mich das fragst! Ich finde es nämlich gar nicht so toll, ein „Maybe“ zu sein. Wie oben schon erwähnt, verwenden wir den Begriff Maybe als ein Gefühl der Überforderung und Lähmung. Nicht zu wissen, was wichtig und richtig für die Welt und was wichtig und richtig für einen selbst ist, das ist eine eher unangenehme Sache. Wir haben mit unserer Arbeit an dem Buch versucht herauszufinden, woraus dieser Stand-by-Modus resultieren könnte. Ziel ist es aber, das „Maybe“-Gefühl in die Wüste zu schicken. „Maybe“ soll sich ficken, so steht es auf dem Cover. Wenn man das mal so hart sagen darf.

Wie sehr steckt dieses Maybe-Gefühl in dir selbst?
Ich habe auf jeden Fall schon Bekanntschaft mit dem Maybe-Gefühl gemacht oder zumindest mit einigen Teilbereichen davon. Zum Beispiel mit der Schwierigkeit bezüglich des Umgangs mit den neuen Medien: sich der permanenten Erreichbarkeit, den permanenten Eindrücken, Informationen und Wettbewerben zu entziehen. In diesem Bereich eine gesunde Dosis zu suchen und zu finden, das fällt mir sehr schwer. Oder politische wie wirtschaftliche Sachverhalte in ihren globalen Zusammenhängen zu begreifen, zu bewerten und daraus eine standfeste Meinung zu entwickeln. Da kapituliere ich auch häufiger. In anderen Bereichen hingegen, weiß ich genau, was ich will. Nach Berlin ziehen zum Beispiel, dort kreativ zu arbeiten, das waren so Dinge, von denen ich sehr schnell wusste, dass ich sie machen möchte.

Ist das Buch insgesamt so negativ, wie der Titel auf den ersten Blick wirkt?
Das Buch untersucht zwar ein negatives Gefühl, allerdings auf eine kritische Art und Weise, die sich mit der Lähmung nicht zufrieden geben will. Im Endeffekt geht es darum, der Schockstarre zu entkommen und das ist ja positiv.

„Maybe you should go fuck yourself“
Autoren: Johanna Dreyer und Katharina Weiß
Broschiert: 200 Seiten
Verlag: Books on Demand (17. Februar 2014)
Preis: 9,99 Euro
ISBN-10: 3732284166
ISBN-13: 978-3732284160
Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,8 x 1,7 cm

(Text: Konrad Welzel / Fotos: Veronika Natter)
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Über den Autor

Konrad Welzel
Gründer und Chefredakteur von back view

Konrad hat back view am 06. April 2007 gegründet - damals noch in diesem sozialen Netzwerk StudiVZ. Mittlerweile tobt sich Konrad ganz gerne im Bereich Social Media aus und versteht Menschen ohne ein Facebook-Profil nicht - dafür ist er viel zu neugierig!!!

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