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Männer haben männlich zu sein

Kommentar: Warum muss ein Mann ein Mann sein?
Können Männer nicht auch eine weibliche Seite haben? Eine Frage die sich sicherlich schon viele Exemplare des starken Geschlechts irgendwann einmal gestellt haben. back view-Redakteur Simon Zöllner hat nach einer eigenen Antwort gesucht.

Das typische Rollenbild der Männer ist immer noch tief verankert. Ein männlicher Manager eines DAX50-Konzerns mit weiblicher Ausstrahlung? Für die meisten schwer vorstellbar. Aber warum eigentlich?

Nett und einfühlsam zu sein bedeutet ja noch nicht, einen Konzern schlecht zu führen. Doch der typische Mann wird nun mal nach wie vor als ein knallharter, kalkulierender Typ ohne Gefühle gesehen. Wenn er zu viel Gefühl zeigt, wird er leicht als schwächlich angesehen. Und das ist nun mal nicht männlich und schon gar nicht gut fürs Geschäft.

Bereits im jugendlichen Alter haben die Meisten das typische Rollenbild im Kopf. Geprägt durch die eigene Familie, durch den Freundeskreis. Für viele Jungen ist ein Freund, der in seiner Freizeit dem Pferdesport nachgeht, unmännlich. Auf der anderen Seite ist eine Frau bei der Feuerwehr doch auch eher die Ausnahme als die Regel. Dies liegt zum einen natürlich an der anstrengenden Arbeit, doch manchmal eben auch am typischen Rollenbild. Genauso wie eben auch ein Soldat früher immer ein Mann war.

Wie man bereits am Beruf des Soldaten sehen kann, sind diese typischen Aufgabenverteilungen schon seltener geworden. Ein anderes gutes Beispiel sind die kickenden Frauen, die dank der Frauenfußballweltmeisterschaft in Deutschland 2011 akzeptierter sind als je zuvor.

Wo liegt also das Problem, wenn auch Männer ihre weibliche Seite zeigen und in den Beruf einbringen oder eher typisch weiblichen Hobbies nachgehen? Das Problem besteht nur in unserem Kopf. Das typische Rollenbild ist eigentlich längst überholt. Warum also kann nicht ein Mann auch Krankenbruder, Sekretär, Cheerleader, Hausmann oder eben doch ein Manager mit weiblichen Charakterzügen sein?

Oft liegt es wohl auch schlicht noch am Gruppenzwang, an fehlendem Selbstbewusstsein und auch an den Medien, in denen gerne ausgeschlachtet wird, dass Männer typisch männlich sein müssen. Tatsächlich aber sollte jeder so sein, wie er selbst möchte, anstatt sich um das Rollenbild in den Köpfen der Anderen zu kümmern.

Es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Nur, weil andere ein bestimmtes Rollenbild erwarten, muss man dieses noch lange nicht erfüllen. Genau diese Freiheit und der Mut zur Selbstbestimmtung sollte einen Mann charakterisieren und nicht überholte Geschlechterverteilungen vom starken Mann und der schwachen Frau, vom gefühlskalten Mann und der einfühlenden Frau und vom Mann als Arbeiter und der Frau als Hausfrau.

(Text: Simon Zöllner)
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Über den Autor

Simon Zöllner
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