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Meine drei liebsten Jugendserien

Ein kleiner nostalgischer Rückblick

Unsere Redakteurin Sophie-Isabel Gunderlach blickt auf ihre drei liebsten Jugendserien – ohne Super RTL, dafür mit ORF 1. Charmed, Gilmore Girls oder Sabrina total verhext werden wohl die meisten kennen. In diesem Artikel blickt sie auf ihre Jugend und diese drei Serien zurück.

Charmed – Zauberhafte Hexen

Piper, Phoebe und Prue (später Paige) und ihr Kampf gegen Dämonen, Blinzler und böse Hexen. Jeden Mittag 40 Minuten Spannung und Magie, gepaart mit ein bisschen Familie und Beziehungen – großartig. Das die Handlung einer einzelnen Folge dabei nicht immer sehr inhaltsstark war und dass es am Ende dann doch meistens gereicht hat, wenn die drei Schwestern sich an der Hand hielten und „Die Macht der drei kann keiner entzweien“ gerufen haben, war dabei kein Problem.

Es ging mehr um die Tatsache, dass die Schwestern keine besenreitenden Hexen in ihrem verlassenen Haus waren. Sie lebten in San Francisco, hatten Jobs und ein normales soziales Leben. Das Böse war nicht immer gleich zu erkennen, tarnte sich als netter Typ von nebenan – eine sehr spannende Idee. Morgens ging Phoebe zur Uni und raste dann nach Hause um zusammen mit ihren Schwestern zwei fiese Blaugesichter, die Kindern das Augenlicht stehlen, zu vernichten. Das war einfach super Unterhaltung für Kinder und Jugendliche.

Der Bruch kam, als die Darstellerin von Prue ausstieg. Nicht, dass Prue immer so toll war, aber Paige – die ihr folgte – war völlig nervig. Und für die Handlung überhaupt nicht gut, plötzlich gab es noch eine Halbschwester, die natürlich dann auftauchte. Das erinnerte sehr an Eine Himmlische Familie. Da stiegen die Darsteller der Kinder reihenweise aus und wurden ersetzt durch irgendwelche neuen Kinder, die über irgendjemanden mit der Familie verwandt oder befreundet waren. Leider erholte sich Charmed nicht mehr davon. Spätestens ab der fünften Staffel hatte die Serie ihren ursprünglichen Charme verloren. Die Geschichten waren nicht mehr so detailliert, der Kampf gegen das Böse nahm nur noch Randstellungen ein. Es ging mehr und mehr um die Liebesdinge der Schwestern und Streitereien untereinander – das war dann nicht mehr spannend sondern meistens ermüdend.

Gilmore Girls

Der Klassiker für Mädchen und eine tolle Sendung. Die Geschichte rund um Lorelai und Rory, ihre unglaublich schnellen Gespräche, die kauzigen Personen aus Stars Hollow und die fiese Oma – jede Folge ein Highlight.

Gerade der Einblick in das Leben einer US-Kleinstadt machte dabei einen der Erfolgsfaktoren aus. Das war neu und die Zuschauer erkannten: da geht es ja ebenfalls ziemlich rund. Bis dahin waren meist die großen Städte; New York, Los Angeles oder Washington Handlungsmittelpunkt. Aber ein verschlafenes Nest in Connecticut – das war neu. Und die Serienmacher schafften es Größtenteils, dass Kleinstadtleben so zu zeichnen, wie es in den USA wirklich ist. Nicht immer spannend und gespickt mit allerlei Streitigkeiten. Aber wenn es drauf ankam, hielten alle zusammen und wer einmal in die Gemeinschaft aufgenommen war, der wurde von allen akzeptiert und geschützt.

Perfekt in diesen Rahmen passten die beiden Hauptfiguren, die chaotische und laute Lorelai und ihre ruhige und strebsame Tochter Rory. Ergänzt wurden die Damen von verschiedenen Charakteren, dem grantigen Luke, der coolen Lane und natürlich Rorys Verehrern, dem James Dean nachempfundenen Jess und dem reichen und smarten Logan (Aufgrund persönlicher Präferenz der Autorin wird Dean hier nicht genannt. Alle, die sich nun ärgern, werden um Nachsicht gebeten).
Aus diesem Gemisch an verschiedensten Figuren haben die Autorin Amy Sherman-Palladino lustige, manchmal ernste und immer mit Anspielungen vollgepackte Folgen gemacht.

Ob die vier kommenden Filme bei Netflix das Niveau halten können, wird sich zeigen. Doch da alle Stars aus den ersten sieben Staffeln (auch Melissa McCarthy) wieder an Bord sind, stehen die Chancen gar nicht so schlecht.

Sabrina total verhext

Sabrina total verhext war eine der albernsten und gleichzeitig unterhaltsamsten Serien der 90er und frühen 2000er. Hauptperson war Sabrina Spellman, die bei ihren Tanten wohnte und von diesen an ihrem sechzehnten Geburtstag erfuhr, dass sie eine Hexe ist. Im Folgenden versuchte sie, dies vor ihren Freunden und ihrer großen Liebe Harvey geheim zu halten. Gleichzeitig musste sie sich mit verschiedensten Besuchen aus dem anderen (magischen) Reich (in welches man durch den Schrank im Hause Spellman kam) und allgemein der Magie im Alltag auseinandersetzten.

Die Handlungsstränge waren nicht immer ganz logisch und speziell in den späteren Folgen, nachdem Sabrina ans College ging und in einer neuen WG lebte, verlor die Serie viel von ihrem Witz. Vor allem, da die beiden Tanten danach kaum mehr vorkommen. Die chaotische und immer Männern hinterherjagende Hilda und die hochintelligente aber leicht neurotische Zelda, beide ebenfalls Hexen. Sie versuchten Sabrina zu unterstützen, machten durch verrückte Aktionen und ihr ständiges Einmischen aber oftmals alles nur schlimmer.

Ebenfalls sehr wichtig und lustig war der sprechende Kater Salem. Dieser sah total unecht aus – unklar, ob von den Machern gewollt oder nicht, aber dadurch sehr lustig. Er war mal ein Mensch, der zum Kater verwandelt wurde, da er die Weltherrschaft an sich reißen wollte. Von da an lebte er bei den Spellmans und stand den drei Hexen mit Rat und Tat zu Seite. Wobei er des Öfteren vor allem nach Vorteilen für sich suchte und eine sehr problematische Beziehung zum Katzenklo pflegte. Der Autor der Sendung, Nell Scovell, hatte viele Verrückte Einfälle, die immer mit eingebaut wurden. Gemeinsam mit den Hauptdarstellerinnen und lustigen Nebenfiguren, wie dem Schuldirektor Mr. Craft, war Sabrina keine anspruchsvolle aber sehr unterhaltsame Sendung, welche man einfach gerne anschaute.



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