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Von Elefanten, Sonnenuntergängen und der Savanne

Johannas Tagebuch, IV: Impressionen aus Nambia
namibia_titelDie erste Aufregung ist verschwunden und so langsam finde ich in einen normalen Tagesablauf hinein. Während ich an den Abenden unter der Woche ein kühles Bier mit meinen Mitbewohnern auf der Terrasse genieße, so fahre ich am Wochenende gerne aus der Stadt hinaus, um das Land noch besser kennen zu lernen.

Ich bin nun bereits seit fünf Wochen hier in Windhuk. Die Zeit seit meiner Ankunft ist schneller vorbei gegangen als mir bewusst war. Die beste Veränderung ist – ohne Frage – die Umstellung der Uhren auf Sommerzeit und somit eine weitere Stunde Sonne am Abend. Musste ich mich zu Beginn mit meinem Nachhauseweg von der Botschaft beeilen, um überhaupt noch 15 Minuten Sonnenlicht auf der Terrasse zu erhaschen, so laufe ich nun in einem wesentlich langsameren Tempo, um nicht vollkommen verschwitzt anzukommen.projektreise 265 klein
Es ist überall sichtbar, dass sich der Frühling nähert. Die ersten Bäume und Blumen fangen das Blühen an, es wird deutlich wärmer und zusätzlich zur Uhrumstellung wird es täglich ein bisschen später dunkel. Ich habe nun auch endlich die Möglichkeit nach meiner Arbeit noch eine Runde joggen zu gehen, wobei dies aufgrund der dünnen, vom Tag aufgewärmten Luft sowie der unebenen und hügeligen Landschaft hier sehr anstrengend ist.
Mein persönlicher Höhepunkt der letzten Woche waren die drei Nächte, in denen ich zusammen mit zwei weiteren Mitbewohnern auf der Terrasse unter dem Sternenhimmel geschlafen habe. Eingekuschelt in unsere Bettdecken haben wir vor dem Einschlafen die Sterne beobachtet und am nächsten Morgen wurden wir vom Hahn des Nachbars geweckt.

Es ist mittlerweile nun schon zur Gewohnheit geworden am Wochenende zusammen wegzufahren – eine sehr schöne Gewohnheit, die ich auch äußerst genieße. Dieses Wochenende sind wir auf eine vier Autostunden nordwestlich von Windhuk gelegene Farm mit Babygiraffen gefahren. Leider haben wir diese noch nicht gesehen, da sie sich frei bewegen und bei einer Farmgröße von 80.000 Hektar schwer zu finden sind.
projektreise 296 kleinIch sitze gerade im Garten und versuche mir die Details der Landschaft genau einzuprägen. Der Boden ist von einem kräftigen Rot – der Farbe der Wüste und Savanne. Der Garten erfordert sicherlich viel Bewässerungsarbeit und erstrahlt in kräftigem Grün mit farblichen Akzenten. Der Himmel ist hellblau ohne eine einzige Wolke. Außerhalb des Gartens erstreckt sich die Savanne mit ihren knorrigen Bäumen, sehr großen und großen Steinen sowie dem gelblichen Gras.Ich genieße es hier zu sitzen und über meine bisherigen Ausflüge nachzudenken. Das Quadfahren quer über die Farm am gestrigen Nachmittag zählt auf jeden Fall zu den Highlights. Ich hätte nie gedacht, dass mir dies so viel Spaß machen könnte, aber es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl durch die Landschaft zu düsen, nach Tieren Ausschau zu halten und die Sonne im Gesicht zu spüren. Wir waren über zwei Stunden unterwegs und dennoch haben wir nur einen kleinen Teil der riesigen Farm gesehen.

Der Besuch im Etosha Nationalpark zählt auch zu den ganz besonderen Erlebnissen. Bereits vor vier Jahren war ich einmal dort, aber das Gefühl ist jedes Mal aufs Neue einfach unbeschreiblich. Man sitzt im Auto und fährt durch den Park – immer auf der Suche nach Tieren. Zwischen den grau-gelben Gräsern und der anamibia 166 kleinm Horizont weißlich schimmernden Etosha-Pfanne, dem Herzen des Parks, kann dies für die Augen nach einer Zeit auch sehr anstrengend werden. Umso schöner ist es, wenn man eine kleine Zebra- oder Elefantenherde am Wegrand stehen sieht. Trotz ihrer Größe und Unförmigkeit finde ich, dass Elefanten etwas sehr Graziöses und Schönes an sich haben. Sobald sich ein Elefant jedoch bedroht fühlt und die Ohren senkrecht aufstellt, sollte man schnellstmöglich weiterfahren – egal wie schön das Motiv gerade ist. Dies bedeutet nämlich, dass sich der Elefant gestört fühlt und bald zum Angriff übergehen wird. Geschichten über Touristen, die sich falsch verhalten, gibt es genügend.

Neben den großen bekannten Tieren, wie Elefanten, Giraffen, und Zebras hat Namibia auch eine Vielzahl von Antilopen und Katzen zu bieten. Unter letztere versteht man vor allem Geparden, Leoparden und Löwen – allesamt sehr beeindruckende Tiere. Aber auch die verschiedenen Antilopen, besitzen ihre eigene Schönheit. Gewöhnungsbedürftig ist die Bewertung der schönen Tiere nach ihren geschmacklichen Vorzügen – mit der Zeit wird das jedoch normal und so langsam kann auch ich mitreden. Zebra ist sehr zu empfehlen!
Leider neigt sich das Wochenende und damit die Zeit auf der Farm schon dem Ende zu. Ab morgen werde ich tagsüber wieder in meinem Büro in der Botschaft sitzen und nur wenig von der Wärme und Sonne mitbekommen. Ich werde nun meinen Kaffee und die Geräusche der Savanne in der Sonne noch eine Weile genießen. Bis bald – Totsiens!!

Hier gehts zum nächsten Teil.

(Text: Johanna Zapf / Fotos: Konrad Wenzel und Johanna Zapf)
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Über den Autor

Johanna Zapf
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