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In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?

Diese Frage stellen sich viele Menschen tagtäglich, motiviert durch die unterschiedlichsten Ereignisse in ihrem Leben. Die Forderungen und Wünsche, die „ganz normale“ Menschen mit dieser Frage verbinden sind dabei so unterschiedlich wie die Menschen selbst, darunter Gleichberechtigung, Toleranz, Partnerschaftlichkeit, das Recht auf Selbstverwirklichung, religiöse Freiheit.

Alle diese Fragen erhielten nun eine Plattform und zwar in Form des Projekts „Die Gesellschafter“, einer unkommerziellen und unabhängigen Initiative der Aktion Mensch. Sie soll die Vorstellungen, die die Bürger von ihrer perfekten Gesellschaft haben, widerspiegeln und somit Meinungen, Wünsche und Hoffnungen aufzeigen und diese zur Diskussion mit anderen stellen

Die Internetpräsenz „dieGesellschafter.de“ bietet viele Möglichkeiten: Jeder kann dort seine Idee von der idealen Gemeinschaft einbringen und Utopien spinnen. Hinter all dem steht der Zukunftsglaube, unsere Gesellschaft in kleinen Schritten zum Wohle aller zu verändern. In Foren können über die unterschiedlichsten Themen Beiträge verfasst und Kommentare abgegeben werden. Diese Diskussionen sind das Herzstück der Seite.
Außerdem enthält die Homepage Informationen über das Projekt, ein Gesellschaftertagebuch mit Einträgen wechselnder Autoren, Informationen über Förderprogramme, Aktionen und Wettbewerbe und einen Bereich „Informieren“, der Extras wie ein Lexikon mit gesellschaftlichen Begriffen, eine Linkliste und Informationen über die Gesellschafter-Zeitung der Aktion bietet. Diese erscheint alle 2 Monate mit einer Auflage von 200.000 Exemplaren.

Seit März 2006 ist das Projekt online und verzeichnete bisher große Erfolge. Im März 2007, also ein Jahr nach seinem Start lautet die Bestandsaufnahme wie folgt: bisher wird das Projekt von 96 Organisationen unterstützt, die Internetseite „dieGesellschafter.de“ zählte fast eine Million Besucher, insgesamt wurde die Seite über 4 Millionen mal aufgerufen. Außerdem haben sich bislang über 5.000 Nutzer registriert und es wurden mehr als 80.000 Beiträge publiziert. Darüber hinaus leistet die PR-Abteilung der Initiative hervorragende Arbeit. Es gibt Anzeigen, Plakate und auch wem das Projekt an sich nichts sagt, hat zu mindestens schon mal einen Werbespots der „Gesellschafter“ gesehen. Für diesen Herbst ist sogar eine Buchreihe geplant, die gesammelte Antworten auf Gesellschaftsfragen enthalten soll.

Mitmachen kann jeder – er muss sich nur auf der Homepage registriert und schon kann er seinen Traum von der idealen Gesellschaft mit Gleichgesinnten teilen. Die Themen sind vielfältig und bieten allen Menschen die Möglichkeit, mitzudiskutieren, da sie direkt aus dem Leben gegriffen sind. Das ist beabsichtigt: Das Projekt will möglichst viele Menschen erreichen und ihre Meinungsbildung zu den gesellschaftlichen, politischen und sozialen Themen fördern. Und dank eines Moderatorenteams haben beleidigende, diskriminierende und rassistische Inhalte keinerlei Chance.

„Die Utopie lebt im Internet“
Dies ist das Untermotto des Projekts und es ist bezeichnend. Denn obwohl bei den „Gesellschaftern“ Wert auf Präsenz in den unterschiedlichen Medien, wie der eigenen Zeitung oder Fernsehwerbung, gelegt wird, so liegt der Schwerpunkt doch eindeutig auf der Homepage. Die Wahl des Mediums fiel sicher nicht schwer, da sich das Internet als schnelles, weltweites Medium der Zukunft für diesen Zweck anbietet. Es erreicht schnell viele Menschen und vereinfacht die Möglichkeiten des Meinungsaustauschs ungemein.

Den „Gesellschaftern“ werden durch das Projekt viele Möglichkeiten gegeben, sich für eine bessere Zukunft zu engagieren und ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Es wurde eine Freiwilligendatenbank mit Organisationen eingerichtet, bei denen sich jedermann sozial betätigen kann oder es besteht sogar die Möglichkeit, selbst Projekte zu gründen und eine Förderung des Gesellschafterprogramms zu beantragen. Außerdem organisiert das Projekt Literatur- und Kunstwettbewerbe zum Thema Gesellschaft und veranstaltete ein Filmfestival unter dem Motto „ueber arbeiten“ in 80 deutschen Städten, das mit Dokumentationsfilmen und einem Rahmenprogramm mit Gesprächen und Diskussionen aufwartete. So kann auch die Kunst als Mittel genutzt werden, um die verschiedenen Vorstellungen einer besseren Gesellschaft zu verdeutlichen.

Das Innovative an der Idee von „Die Gesellschaft“ ist die Authentizität des Projekts durch die Menschen und deren Meinungen, die es ausmachen. Es wird damit geworben, dass somit keine ideologische Manipulation stattfindet und keine Meinungen vorgegeben werden. Alles ist 100 Prozent echt und aus dem Leben gegriffen. Dies macht wohl auch den Reiz von dieGesellschafter.de aus. Das Projekt lebt durch die Mitarbeit und Unterstützung seiner Organisationen, aber vor allem durch die der Menschen. Sie und ihr Feedback machen die Initiative zu dem, was sie ist und verhelfen ihr zur Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, die vonnöten ist, um ihren Zweck zu erfüllen – nämlich die Gesellschaft, in der wir leben zu verbessern.

Die universelle Antwort auf die Frage nach der optimalen Gesellschaft, wird wohl nie geben sein: Doch allein der Ideenaustausch und die Diskussionen können bereits Impulse dafür geben. Und wer weiß, vielleicht entsteht ja, wie bei einem Puzzle aus diesen vielen kleinen Teilen, einmal etwas ganz Großes.
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Über den Autor

Julia Radgen
Ressortleiterin Gesellschaft

Julia Radgen lebt in Mainz und schreibt am liebsten über Kultur- und Gesellschaftsthemen - und interessante Menschen. Sie ist Social Media-süchtig und verzichtet nur freiwillig auf Internet und Handy, wenn sie zu einem Festival fährt. Wenn sie groß ist, will Julia mal Journalistin werden.

Anzahl der Artikel : 41

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