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In Gedanken so frei

Kommentar √ľber die Flucht aus den allt√§glichen Ketten

So sehr mich diese Welt und das System doch tagt√§glich vereinnahmen, so sehr liebe ich auch die verr√ľckten und befreienden Gedankenspiele der Nacht. Ab an den Strand, Whiskey-Cola ins Glas, Lagerfeuer an und mit Freunden √ľber M√∂gliches und vor allem Unm√∂gliches philosophieren. Einfach ausbrechen aus den F√§ngen des eigenen Lebens.

Ich hasse es, wenn sich Routine einspielt, wenn der Alltag ohne √úberraschungen an einem vor√ľberzieht wie eine graue Wolke am tr√ľben Herbstnachmittag. Ich hasse den eint√∂nigen Regenhimmel, der kaum Platz f√ľr Lichtblicke l√§sst und einem die gute Laune wie ein Blutegel aus dem K√∂rper saugt.

Je mehr wir selbst in unserem eigenen Leben festh√§ngen und uns an die gesellschaftlichen Strukturen angekettet haben, desto gr√∂√üer ist doch der innere Drang nach mehr. Das Bewusstsein √ľber das verlorene freie Denken und Handeln steigt immer weiter an und wird dennoch nur wieder unber√ľhrt unterdr√ľckt und unters Bett geschoben.

Nur an seltenen Tagen wagen wir den Sprung hinaus in die freie Welt. In ein Universum der unbegrenzten M√∂glichkeiten im Schutze der Nacht. Wir haben die Schnauze voll von Gewissensbissen, schnappen uns ’ne Flasche Whiskey und gammeln bis zum Sonnenaufgang am Strand herum.

Wir blicken auf das gl√ľhende, schwarzgebrannte Holz in unserer Mitte, der Qualm des lodernden Lagerfeuers steigt uns hoch in die Nase und wieder hinunter bis tief in die Lunge. Von innen w√§rmt der Whiskey-Cola uns vom Magen bis in die sonst so vollkommen √ľberlasteten Gehirnzellen.

Endlich! Ja, endlich k√∂nnen wir sein, wer wir sind. Hier und jetzt k√∂nnen wir den zerm√ľrbenden Alltag hinter uns lassen und die Momente der Freiheit genie√üen. Wir blicken den Sternen entgegen und philosophieren √ľber all die Dinge, die wir tun w√ľrden, wenn wir k√∂nnten, wie wir wollten.

Die perfekte Nacht ist frei von all den Ketten unserer Gesellschaft. Und sie ist voller wunderbarer Gedanken und verr√ľckten Ideen jenseits unseres Alltags. Ach, w√ľrde wir nur viel √∂fter den Sprung ins Ungewisse wagen.

(Text: Konrad Welzel / Foto: Mariesol Fumy by jugendfotos.de)

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√úber den Autor

Konrad Welzel
Gr√ľnder und Chefredakteur von back view

Konrad hat back view am 06. April 2007 gegr√ľndet - damals noch in diesem sozialen Netzwerk StudiVZ. Mittlerweile tobt sich Konrad ganz gerne im Bereich Social Media aus und versteht Menschen ohne ein Facebook-Profil nicht - daf√ľr ist er viel zu neugierig!!!

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