Du bist hier: Home » Politik » International » Illinois Donkeys vs. Arizona Elefants – Der Superbowl der Politik

Illinois Donkeys vs. Arizona Elefants – Der Superbowl der Politik

Der Wahlkampf im R√ľckblick

‚ÄěTonight we mark the end of one historic journey with the beginning of another – a journey that will bring a new and better day to America.“ Der harte Kampf der ‚ÄěPrimaries“ – der Vorwahlen – ist endlich vorbei und es steht fest: Barack Obama, der Junior Senator von Illinois wird am 4. November 2008 als Kandidat f√ľr die Demokraten auf dem Pr√§sidentschaftswahlzettel stehen. Doch das dreckige Schlammwerfen und endlose Graben in den Untiefen der Vergangenheit ist noch lange nicht zu Ende – es hat gerade erst begonnen.

Denn Hillary Clinton war f√ľr Obama zwar eine hart zu knackende Nuss, aber John McCain, der schon einige Wochen vorher das Vertrauen der Republikaner als Pr√§sidentschaftskandidat gewonnen hat, spielt noch eine Liga h√∂her im Wahlkampf-Football. „No matter who wins this election, the direction of this country is going to change dramatically. But the choice is between the right change and the wrong change, between going forward and going backward.“ Mit solchen Worten des Senators aus Arizona wird schon am ersten Tag des Wahlkampfes klar: Dieses Rennen um das Wei√üe Haus wird wieder extrem knapp, nervenaufreibend und ‚Äědirty“, eben genau wie Football.

Dieser Vergleich scheint zwar im ersten Moment weit hergeholt zu sein, betrachtet man die Grundz√ľge des Wahlkampfes jedoch genauer, so ist es erstaunlich, wie viele Parallelen sich aufweisen. Beide Gegner haben St√§rken und Schw√§chen, die besonders deutlich werden, sobald sie auf dem Feld direkt aufeinandertreffen. Team McCain kann mit einer √ľberzeugenden Au√üenpolitik sowie durch eine fast unschlagbare Erfahrung, die auf 26 Jahre im Senat beruht, punkten. Team Obama hingegen k√∂nnten ein durchdachter Wirtschaftsplan und ein soziales Gesundheitswesen zum Sieg f√ľhren. Im Hinblick auf die Visionen f√ľr das Pr√§sidentenamt werden also keine klaren Vorteile deutlich. Sowohl der eine, als auch der andere kann durch ein starkes Programm, das bei den W√§hlern f√ľr viel Zustimmung sorgt punkten.

Wie kann einer der Kandidaten also sicher sein, beim Schlusspfiff am 4. November die Nase vorn zu haben? Was wird den erbitterten Wahlkampf im Endeffekt entscheiden? Die Antwort lautet: Strategie! Eine wohldurchdachte Kampagne, die sicher stellt, dass alle Amerikaner angesprochen werden und nicht nur Demokraten oder Republikaner, ist der sichere Weg ans Ziel, oder beim Football in die ‚ÄěEnd Zone“. Jeder Schritt muss genau geplant und auf den Gegner, als auch auf das Publikum abgestimmt sein. Denn auch der kleinste Fehltritt kann zum Ballverlust f√ľhren und einen Punkt f√ľr den Gegner bedeuten. So hei√üt es also Schutz anlegen, Helm aufsetzen und mit schwarzer ‚ÄěKriegsbemalung“ raus aufs Feld des erbitterten Wahlkampfes.

Der Anpfiff
Die Saison 2008 er√∂ffnet Obama gleich indem er gro√üe Schritte in die Offensive macht. Um McCains Vorwurf, er habe keine Erfahrung in Sachen Au√üenpolitik und sei noch nicht reif dazu Pr√§sident zu werden, au√üer Kraft zu setzen, begibt sich der junge Sanator auf eine etwa einw√∂chige Reise in den Mittleren Osten und nach Europa. Er erkl√§rt, die Absicht dieser Reise sei, wesentliche Diskussionen mit Menschen wie dem afghanischen Pr√§sidenten Karzai, dem irakischen Premierminister Maliki oder dem franz√∂sischen Pr√§sidenten Sarkozy zu f√ľhren, von welchen er erwarte, √ľber die n√§chsten acht bis zehn Jahre noch viel mit ihnen zu tun zu haben.

Neben viel neuer Erfahrung bringt ihm dies aber auch noch unbeschreiblich viel Medienpr√§senz, welche nicht zu letzt durch sein Privatflugzeug mit der Aufschrift ‚ÄěChange we can believe in“ und dem Obama-Logo erzeugt wird. Ein Highlight dieser Reise ist mit Sicherheit sein Stop in Berlin, wo er vor gesch√§tzten 200.000 Menschen an der Siegess√§ule eine inspirierende Rede h√§lt, welche Amerika den kritischen Deutschen in einem ganz neuen Licht zeigt.
Diese Popularit√§t im Ausland wirkt sich nat√ľrlich auch auf die W√§hler in den USA aus, die sich nach einem Pr√§sidenten sehnen, der auf der anderen Seite des gro√üen Teiches gern gesehen ist und die amerikanischen B√ľrger gerecht repr√§sentiert. Die au√üenpolitische Reise z√§hlt als klarer ‚ÄěTouchdown“ und Punkt f√ľr Obama.

Die Rolle des von Hillary Clinton
Etwa einen Monat sp√§ter setzt der Senator aus Illinois wieder auf den Angriff und gibt nach langem und ungeduldigem Warten seinen sogenannten ‚Äěrunning mate“, den Kandidaten f√ľr das Amt des Vizepr√§sidenten, bekannt. Trotz der Hoffnung Vieler, ist es jedoch nicht seine ehemalige Rivalin Hillary Clinton, sondern Joe Biden, Senator aus Massachusetts. Obwohl man im ersten Moment der Meinung sein k√∂nnte, dass Obama mit den Anh√§ngern Hillarys den Sieg so gut wie in der Tasche gehabt h√§tte, so wird nach kurzem √úberlegen doch deutlich, dass Biden eine sichere und auch wohlbedachte Wahl war.

Er gleicht genau die Schw√§chen aus, die Obama vorgeworfen werden: Er hat viel Erfahrung auf dem Bereich der Au√üenpolitik und genie√üt eine Beliebtheit bei der wei√üen Mittelklasse, welche nur in geringen Zahlen f√ľr Obama w√§hlt. Au√üerdem w√§re es wohl nicht allzu Vertrauens erweckend gewesen, wenn die ehemaligen Kontrahenten Clinton und Obama pl√∂tzlich ein Team formen, und gemeinsam das Wei√üe Haus anstreben w√ľrden.¬† Wieder ein Punkt f√ľr den Senator aus Illinois, auch wenn es wohl einigen Hillary-Anh√§ngern schwer fiel, den Traum der ersten demokratischen Frau im Wei√üen Haus endg√ľltig aufgeben zu m√ľssen.

Barack Obama liegt also der Popularit√§t nach zu urteilen zu Beginn des Wahlkampfes schon vorne, was durch die vom 25. bis 28. August folgenden Democratic National Convention, dem Parteitag der Demokraten, in Denver, Colorado nur noch verst√§rkt wird. Aus dem drei-Tage-Programm wird ein Event gemacht, welches bei den konservativen Republikanern als Popkonzert verschrien wird. Durch einige Reden wie zum Beispiel von Michelle Obama, Al Gore und Hillary Clinton, sowie Auftritten von Musikstars, wurden die Zuschauer auf das gro√üe Finale, Barack Obamas Rede, in welcher er seine Nominierung offiziell anerkennt, vorbereitet. Die Erwartungen sind unglaublich hoch, denn genau diese Rede f√§llt auf das Jubil√§um von Martin Luther King’s ‚ÄěI Have a Dream“ Rede. Wird Obama, der erste schwarze Pr√§sidentschaftskandidat, der Herausforderung gewachsen sein und eine Rede halten, die genauso in die Geschichtsb√ľcher eingehen wird? Ob ein Satz ebenso ber√ľhmt werden wird, wie der von Martin Luther King ist jetzt schwer zu sagen, doch es gab einige Passagen, die fast den gleichen G√§nsehauteffekt erzeugten. Zitate wie: ‚ÄěAmerica, we are better than these last eight years. We are a better country than this“ oder „Tonight, I say to the people of America, to Democrats and Republicans and independents across this great land – enough“, erzeugen ein Hoffnungsgef√ľhl in den Amerikanern, welches mit dem zur Zeit Martin Luther Kings vergleichbar ist. Ein historischer Moment und Punkt f√ľr den afroamerikanischen Kandidaten Barack Obama.

Der Konter McCains
Bei so viel Medienaufmerksamkeit und Popularit√§t h√§tte man schon fast annehmen k√∂nnen, dass John McCain gar nicht mehr den Sprung in das Rampenlicht schafft. Doch ein erfahrener Vietnamveteran gibt nicht auf und h√§lt sich auch nach mehreren ‚ÄěTackles“ auf den Beinen.¬†¬† Er wartet geduldig auf seine Chance und greift an, wenn der Gegner es am wenigsten erwartet und dann auch noch mit einer Taktik, die noch nie vorher dagewesen ist. Dieser Angriff hei√üt Sarah Palin.

Am 29. August, einen Tag nach dem Parteitag der Demokraten, gibt McCain bekannt, dass seine Kandidatin f√ľr das Amt des Vizepr√§sidenten die nahezu unbekannte Gouverneurin von Alaska ist. Berechenbar? Nicht John McCain! Denn diese Wahl h√§tte wohl ungew√∂hnlicher nicht ausfallen k√∂nnen. √úber Nacht haben die Medien Obamas historische Rede fast vergessen und auf jedem Titelbild ist das Gesicht der ehemaligen Sch√∂nheitsk√∂nigin zu sehen. Wer ist diese Frau? Wie verlief ihre Karriere? F√ľr was steht sie?

‚Auf all diese Fragen wird versucht so schnell wie m√∂glich eine Antwort zu finden und schon nach kurzer Zeit stellt sich heraus: So unbedacht war die Wahl gar nicht. Da sie als sehr konservativ gilt, spricht sie besonders die W√§hler an, denen McCain als Republikaner zu liberal ist und durch ihre lockere und jugendliche Art verschafft sie dem 72 J√§hrigen auch in den j√ľngeren W√§hlerschichten mehr Zustimmung. Auch wenn etwas unsch√∂ne Wahrheiten √ľber sie aufgedeckt werden, wie beispielsweise der Missbrauch ihres Amtes als Gouverneurin, geht McCains Rechnung doch auf und bringt ihm die Publicity, die er sich vorher erw√ľnscht hatte. Eindeutiger √úberraschungsangriff der Republikaner und triumphaler ‚ÄěTouchdown“, Punkt f√ľr McCain.

Kurz darauf steht die Republican National Convention vom 1. bis zum 4. September an, die bei Weitem nicht f√ľr so viel Trubel sorgt wie die der Demokraten. Trotzdem ist sie aber in vieler Munde, da sie von Hurrikane ‚ÄěGustav“ gest√∂rt wird, welcher an der amerikanischen Golfk√ľste tobt. Aufgrund dieser katastrophalen Lage muss das Programm stark gek√ľrzt werden und¬† Pr√§sident Bush ist leider dazu gezwungen seine Anwesenheit abzusagen. Doch trotz der Zwischenf√§lle meistern die Republikaner den Parteitag souver√§n und k√∂nnen so einen kleinen Pluspunkt f√ľr ihren Kandidaten erhaschen.

Die Rolle von Sarah Palin
Im Rahmen dieser R√ľckkehr McCains wendet sich die Aufmerksamkeit noch mehr seiner Vizepr√§sidentin zu, diesmal jedoch im negativen Sinne. Nachdem sie ein ausgiebiges Interview mit CBS Reporterin Katie Couric hatte, stellt sich die Frage, ob sie √ľberhaupt das Wissen und Urteilsverm√∂gen hat, um Vizepr√§sidentin, oder im Ernstfall sogar Pr√§sidentin zu werden. Auf viele spezifische Fragen antwortet sie ausweichend oder stark stotternd mit einem teilweise sinnlosen Satzbau.

Andere Antworten wirken nicht sehr fundiert und zeugen von Unwissenheit. Beispielsweise behauptet sie, dass sie Erfahrungen in der Au√üenpolitik habe, weil Alaska direkter Nachbar von Russland sei und wenn Putin in den Luftraum der USA eindringen w√ľrde, dies √ľber ihrem Bundesstaat passieren w√ľrde. Auf die Frage wann McCain konkret in seinen 26 Jahren im Kongress einmal f√ľr Regulierungen im Handel gestimmt habe, antwortet sie nach zwei Ausweichversuchen, dass sie Beispiele heraussuchen und Couric dann wieder kontaktieren werde.
Diese Unsicherheiten zeigen deutlich, dass die Erfahrung als B√ľrgermeisterin einer kleinen Stadt und¬† die kurze Zeit als Gouverneurin von Alaska nicht ausreichen, um ein so verantwortungsreiches Amt wie die Vizepr√§sidentschaft zu erf√ľllen. Bei der Taktik mit Palin gl√§nzen zu k√∂nnen, hat McCain sich wohl ins eigene Fleisch geschnitten und ein paar wichtige Punkte an Obama verloren.

Am 24. September versucht er jedoch sein Image wieder aufzupolieren und verk√ľndet, dass er im Rahmen der fortschreitenden Finanzkrise seine Wahlkampagne vor√ľbergehend aufgibt, um nach Washington zu reisen und bei der Findung einer L√∂sung behilflich zu sein. Die Reaktionen der W√§hlerschaft und der Medien sind unterschiedlich. Die einen sehen es positiv, da McCain Verantwortung zeigt und das Wohl seines Landes an erste Stelle setzt, die anderen sind der Meinung, dies zeuge von der Unf√§higkeit sich mehreren Aufgaben gleichzeitig stellen zu k√∂nnen. Au√üerdem schl√§gt er vor, die erste Debatte zwischen ihm und Obama verschieben zu wollen, um sich voll und ganz der Finanzkrise widmen zu k√∂nnen.
Taktik oder ernsthafte Besorgnis? Versucht er den Tag der Debatte zu verschieben, um sich besser darauf vorzubereiten? Solche Ger√ľchte werden durch die Medien gemunkelt, bewiesen wird aber nichts. Klar ist: Hier muss jeder W√§hler f√ľr sich selbst entscheiden was er davon h√§lt, Publicity hat es McCain aber auf jeden Fall gebracht.

Die Fernsehdebatten
Schlie√ülich kommt es zum wirklich spannenden Teil des Wettkampfes. Die ersten b√∂sen Worte sind gefallen und den einen oder anderen Seitenhieb mussten die Kandidaten schon einstecken. Doch nun hei√üt es Kopf einziehen, blo√ü nicht den Ball verlieren und ab durch die Mitte. Die Debatten stehen vor der T√ľr und hier gibt es keine klugen Ausweichman√∂ver oder Schutzma√ünahmen mehr. Wer Fehler begeht muss daf√ľr gerade stehen und das live.¬† Trotz McCains Aufforderung, die erste Debatte zu verschieben, findet sie doch am geplanten 26. September ohne Verz√∂gerung statt und stellt die beiden Kandidaten endlich auf eine B√ľhne wo sie Rede und Antwort stehen m√ľssen.

Zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte sollen die beiden Politiker auch untereinander diskutieren, was ihnen die M√∂glichkeit gibt, sich gegenseitig anzugreifen, aber sich auch zu rechtfertigen. Laut Umfragen gehen die ersten beiden Debatten klar an Obama, welcher durch Fakten √ľberzeugender wirkt, als McCain, der eher die emotionale Schiene f√§hrt. Bei der dritten Debatte k√∂nnte man sich auf ein Unentschieden einigen, sodass diese Debatte wenig Einfluss auf den Ausgang der Wahlen haben wird. Also wieder ‚ÄěTouchdown“ und Punkt f√ľr Obama.

Die Debatte der Vizepr√§sidenten am 2. Oktober hingegen ist etwas schwerer zu bewerten. Da Palin durch ihre Misslungenen Interviews die Erwartungen an sie drastisch heruntergeschraubt hat, rechnen viele Zuschauer wieder mit einigen Fehltritten und wenig durchdachten Antworten. Joe Biden hingegen ist bekannt f√ľr seine Erfahrungen im Debattieren, wird jedoch daf√ľr kritisiert sich h√§ufig zu forsch zu verhalten. Die Debatte jedoch entspricht gar nicht den Erwartungen, die man an sie gesetzt hatte. Beide Politiker scheinen bei den Trainingseinheiten aufgepasst zu haben und besonders Sarah Palin f√§llt durch ihr sicheres Auftreten und durch wohl formulierte S√§tze positiv auf.
Sie verteilt sogar einige scharfe Seitenhiebe gegen ihren Kontrahenten, bleibt aber trotzdem professionell. Im Endeffekt sagen die Umfragen aus, dass 51% der Zuschauer Biden f√ľr den Gewinner hielten, 36% Palin als √ľberlegen sahen. Obwohl die Republikanerin in diesen Umfragen hinten liegt, trauten ihr aber nach der Debatte mehr Menschen die Aufgabe des Vizepr√§sidenten zu als vorher. Man kann also festhalten, dass sowohl Obama, als auch McCain durch ihre ‚Äěrunning mates“ in der Debatte gepunktet haben.

Der Endspurt
Der Wettkampf spitzt sich immer mehr zu und Obama setzt sich mit 7% Prozent Zustimmung bei der W√§hlerschaft langsam, aber sicher von seinem Gegner ab. Die Republikaner wollen sich aber nicht geschlagen geben und Palin scheint an ihrem neuen Selbstbewusstsein Gefallen gefunden zu haben, sodass sie sich immer mehr an der Kampagne beteiligt. Um den sich auf der Siegerstecke befindenden Obama zum Stolpern zu bringen, versuchen sie Amerika den ‚Äěreal Obama“ zu zeigen. Dies sei ein Mann, der freundschaftliche Beziehungen mit Terroristen pflege und sich f√ľr sein Land sch√§me. Die Medien sind geschockt. √úberschreiten diese Vorw√ľrfe nicht die professionelle Grenze? Sind solche Attacken wirklich hilfreich, oder werfen sie nur ein schlechtes Bild auf den Angreifer?

Fest steht, dass auch Obama in diesem Sinne keine ganz wei√üe Weste hat und auch schon seit einigen Wochen negative Werbespots √ľber John McCain auf den Fernsehbildschirmen flimmern l√§sst. Dort stellt er in Frage, ob McCain tats√§chlich so ein heldenhafter ‚ÄěMaverick“, Einzelg√§nger, ist, wie er immer zu verstehen gibt. Fazit ist: Negative Werbung bleibt zwar leichter im Kopf und sorgt f√ľr mehr Aufmerksamkeit. L√§sst sich das amerikanische Volk aber tats√§chlich von dem Schlammwerfen beeinflussen, sodass es das Auge f√ľr das Wesentliche verliert? Weder ein Punkt f√ľr McCain, noch f√ľr Obama. Strahlt lieber mit euren eigenen St√§rken, das wirkt viel professioneller.

Wie wenn Obama dies geahnt h√§tte, ist er derjenige, der sich aus dem Hahnenkampf befreit und mit den Spendengeldern f√ľr seine Kampagne 30 Minuten auf allen wichtigen Fernsehsendern kauft. Am 29. Oktober strahlt er dort einen Werbebericht √ľber seine Pl√§ne als¬† Pr√§sident aus, in welchem er Gespr√§che mit amerikanischen Familien f√ľhrt und sich mit ihren N√∂ten vertraut macht. Die Zuschauerzahlen sind enorm und einen Tag sp√§ter steigt Obamas Beliebtheit erneut um 2%. Dies zeigt, dass die W√§hler ein klares Bild von ihrem Kandidaten haben m√∂chten und sich verstanden und vertreten f√ľhlen wollen. Erneut ein ‚ÄěTouchdown“ und Punkt f√ľr Obama.

Die Saison ist fast vorbei, die Kontrahenten sind ausgepowert. Obama hat einen leichten Vorsprung, welcher aber durch einen schnellen Gegenzug von McCain noch eingeholt werden kann. Beide ziehen sich die Maske ihres Helms tiefer ins Gesicht, wischen den Schwei√ü von der Stirn und blicken eisern auf ihr langersehntes Ziel. Es ert√∂nen der Startpfiff und ein ‚ÄěHike!“ und sie sprinten ein letztes Mal los in Richtung ‚ÄěEnd Zone“, oder in ihrem Fall in Richtung Oval Office.

(Text: Denis Kotulla)
Download PDF  Artikel drucken (PDF)

Schreibe einen neuen Kommentar

You must be logged in to post a comment.

√úber den Autor

Avatar
Anzahl der Artikel : 1

© back view e.V., 2007 - 2017

Scrolle zum Anfang