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Günther Jauch – das Phänomen des Everybody’s darling

Kommentar über den beliebtesten deutschen Moderator

Boris Becker, der angeblich nie in der Besenkammer war oder Chiara Ohoven, deren Lippen selbstverständlich von Natur aus aussehen wie ein Gummiboot. Die Liste der kleinen und großen Skandale und Lügenkonstrukte der Stars und Sternchen ist lang. Aber es gibt ein Phänomen in Form eines Mannes im deutschen Fernsehen, der ohne Ausnahme ausschließlich mit guter Arbeit glänzt: Günther Jauch.

 Günther Jauch ist selbst schon lange Millionär. In der Theorie müsste er schicke Autos fahren und auch sonst sämtliche Vorteile der Glitzerwelt von Funk und Fernsehen genießen. Trotzdem ist es außerhalb seiner Sendungen wie „Wer wird Millionär“ sehr ruhig um den Münsteraner. Keine wechselnden Models jenseits der Ü-25 an seiner Seite, keine Alkoholeskapaden und vor allem: keine Kinder von Haushaltshilfen.

Der Übermensch Jauch?
Wahrscheinlich ist er genau deshalb als Werbeträger besonders gut im Geschäft und viel wert. Laut Wirtschaftswoche ist Jauch der mit Abstand vertrauenswürdigste Prominente bei den Verbrauchern in Deutschland. Das ergab eine Umfrage der Berliner Marketingagentur CPI unter 4 000 Deutschen.

Er erreichte dabei den ersten Rang. Somit lässt er andere als vertrauenswürdig eingestufte Stars wie Stefanie Graf oder Formel-1 Star Sebastian Vettel, die sich mit dem dritten und fünften Rang begnügen müssen, weit hinter sich.

Der freundliche Mann von Nebenan
Doch was macht den Münsteraner eigentlich so sympathisch und menschlich? Ist es sein Humor oder Charme im Umgang mit seinen Kandidaten und Gästen? Vielleicht ist es aber auch sein Abiturdurchschnitt von 3,1 oder sein abgebrochenes Jurastudium?

Er vermittelt schlichtweg nicht den Eindruck eines Superhirns wie beispielsweise Wissenschaftler Stephen Hawking und hat sicherlich keinen Adonisbody wie Model Markus Schenkenberg. Solche Tatsachen verunsichern uns bewusst und unterbewusst. Aber offenbar  hat er etwas anderes, was entscheidender ist: Er ist ein Mensch wie Du und Ich.

Günni for President?
Nein. Bei aller Sympathie und Liebe, Günther Jauch ist Unterhaltungskünstler, dafür lieben wir ihn. In das Schema, welches die Meisten von uns für einen Politiker von hohem Rang vorsehen, passt er einfach nicht hinein. Er mag hochintelligent und redegewandt sein, besitzt aber viele der Eigenschaften, die ihn für uns als Politiker qualifizieren würden, eben nicht. Und das ist auch gut so, Angie Merkel verteilt schließlich auch keine Millionen auf RTL – und das ist noch besser so!

(Text: Laura Gassner)

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Über den Autor

Laura Gassner
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