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Gott ist an allem Schuld

Strafanzeige gegen Gott
Bisher war in deutschen Medien nicht besonders viel vom US-Bundesstaat Nebraska zu lesen. Doch genau diese Gegebenheit scheint Ernie Chambers, Abgeordneter des dortigen Parlaments, unbedingt ändern zu wollen. Strafanzeige gegen Gott höchstpersönlich Рmit dieser medienwirksamen Strategie will er nicht nur auf sich, sondern vor allem auf die abstrusen Seiten des amerikanischen Rechtswesen aufmerksam machen.

Ernie Chambers beschuldigt den Sch√∂pfer, Angst zu verbreiten und unter Abermillionen von Menschen f√ľr Tod, Zerst√∂rung und Terror verantwortlich zu sein. Gro√üe Gedanken bei der Auswahl des zust√§ndigen Gerichtes brauchte er sich dabei nicht zu machen, schlie√ülich ist Gott √ľberall.

In einem Land, in dem jeder jeden verklagen kann, betrachtet der Politiker es mehr als notwendig, Wirbelst√ľrme, √úberschwemmungen und Tornados durch eine einstweilige Verf√ľgung zu stoppen. Da Chambers ohnehin als religionskritisch gilt und die morgendliche Gebetsrunde w√§hrend der Parlamentssitzungen gerne mal schw√§nzt, bot sich Gott f√ľr ihn als Gegner an. Ungew√∂hnliche Gesetze, Klagen und auch Gerichtsurteile sind in den USA bekannterweise an der Tagesordnung.

So wurde die Stadt San Diego einst von einem ihrer Einwohner auf 5,4 Millionen Dollar verklagt. Dieser gab vor Gericht an, auf einem Elton John – Billy Joel Konzert, das in der Stadthalle stattfand, ein schweres emotionales Trauma erlitten zu haben. Denn er habe mit ansehen m√ľssen, wie eine Frau, die von der langen Schlange vor der Damentoilette entnervt war, die Herrentoilette betrat und ein Urinal benutzte.

In Toronto verklagte ein Rechtsanwalt ebenfalls wegen eines Zwischenfalls auf der Toilette eine New Yorker Restaurantkette auf $1.5 Millionen Schadensersatz. Nach Angaben des Anwalts verrutschte die Klobrille, als er sich drehte um nach dem Toilettenpapier zu greifen, und verklemmte so seinen Penis zwischen Sch√ľsselrand und Brille.

In Kalifornien hat ein Mann die Stadt Lodi auf $3.600 Schadenersatz verklagt, weil sein Auto von einem st√§dtischen M√ľllwagen gerammt worden war. Die Klage wurde abgewiesen, da der Kl√§ger als st√§dtischer Angestellter den M√ľllwagen selbst gefahren hat und sich dadurch faktisch selbst verklagte. Nun hat seine Frau Klage eingereicht und fordert 4.800 Dollar, da sie ’nicht so nett wie ihr Ehemann sei‘. Auch diese Klage hat wenig Aussicht auf Erfolg, da nach kalifornischen Recht Ehepaare als eine juristische Person angesehen werden.

(Text: Konrad Welzel)
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√úber den Autor

Konrad Welzel
Gr√ľnder und Chefredakteur von back view

Konrad hat back view am 06. April 2007 gegr√ľndet - damals noch in diesem sozialen Netzwerk StudiVZ. Mittlerweile tobt sich Konrad ganz gerne im Bereich Social Media aus und versteht Menschen ohne ein Facebook-Profil nicht - daf√ľr ist er viel zu neugierig!!!

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