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Roland Garros steht bereit

Die French Open 2011 – ein Ausblick

Noch ist es still in Roland Garros. Das größte Tennisstadion Frankreichs erlebt momentan so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm, denn noch läuft lediglich die Qualifikation zu den 110. French Open in Paris Рbald ist es aber vorbei mit der Stille.

Das allj√§hrliche Sandplatzturnier der Grand-Slam-Serie erfreut sich regelm√§√üig einer gro√üen Beliebtheit. Allein der Centre Court bietet Platz f√ľr ca. 14.800 Zuschauer. Ruhig wird es hier also sicher nicht sein, erst recht nicht, wenn Rafael Nadal, der Titelverteidiger, den Schl√§ger schwingt.

Rafael Nadal Рder stöhnende Favorit auf den Titel
Der Spanier ist l√§ngst bekannt f√ľr sein notorisches St√∂hnen im Spiel. Glaubt man kanadischen Forschern, so verschafft sich der 24-j√§hrige dadurch einen Vorteil, da der Schlaglaut durch das Geschrei √ľbert√∂nt wird. Die Nummer eins der Weltrangliste w√§re aber auch zweifelsfrei ohne diesen vermeintlichen Pluspunkt der Favorit auf den Titel.

Seit 2005 gewann Nadal die French Open f√ľnfmal. Er wird daher nicht umsonst als Sandplatz-K√∂nig bezeichnet. Doch der Spanier ist gewarnt, immerhin prescht Novak Djokovic in Richtung Weltspitze und √ľberrollte dabei Nadal in Madrid und zuletzt auch Rom auf Asche.

Novak Djokovic auf dem Weg zur Spitze
Fast zwei Jahre lang hat Nadal jedes Match auf Ascheuntergrund gewonnen, ehe er nun konsterniert feststellen musste, dass ‚ÄěNole“ einen Quantensprung in der Entwicklung vollzogen hat.

Nicht nur deshalb ist der Serbe, der im vergangenen Jahr im Viertelfinale am √Ėsterreicher J√ľrgen Melzer scheiterte, ein hei√üer Kandidat auf den Triumph in Roland Garros. Schlie√ülich gewann der 23-j√§hrige noch f√ľnf weitere Titel in diesem Jahr, darunter auch¬† auch das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres, die Australian Open.

Roger Federers Durststrecke zieht sich weiter hin
W√§hrend sich Djokovic auf dem aufsteigenden Ast befindet, geht es bei Roger Federer langsam bergab. F√ľnf Monate ist der Schweizer nun schon ohne Turniersieg. Eine Zeitdauer, die f√ľr die langj√§hrige Nummer eins der Welt eine beinahe ewig lange Durststrecke darstellt, deren Ende nicht in Sicht ist.

Nicht wenige behaupten, dass der 29-j√§hrige seinen Zenit √ľberschritten habe. Trotz feiner Technik und einem weiterhin unnachahmlichen Slice dr√§ngt die Jugend den Schweizer weitestgehend vom Thron. Dennoch ist es Federer zuzutrauen, sich von einem Turnier auf das N√§chste zu konsolidieren, und die French Open √ľberraschend zu gewinnen, auch wenn die letzte Entwicklung nur wenige Indizien daf√ľr bereith√§lt.

Florian Mayer – die deutsche Hoffnung?
Was f√ľr Federer eine Durststrecke ist, w√§re wohl f√ľr jeden deutschen Teilnehmer ein gro√üer Erfolg. So auch f√ľr Florian Mayer, dem gr√∂√üten Hoffnungstr√§ger der deutschen Delegation. Der 27-j√§hrige m√∂chte unbedingt unter die Top 20 der Welt, momentan steht er auf Platz 21 der Weltrangliste. Wie weit der geb√ľrtige Bayreuther bei den French Open kommen wird, h√§ngt von vielen Faktoren ab, insbesondere vom Losgl√ľck.

Deutsches Herren-Tennis mit schlechten Aussichten
Alleine der Grund, dass das Losgl√ľck ein entscheidendes Kriterium f√ľr das Abschneiden der deutschen Herren ist, zeugt von mangelnder Qualit√§t. Ob sich dies in den kommenden Jahren √§ndert, bleibt zu bezweifeln. Herausragender Nachwuchs ist nicht in Sicht und so wird das deutsche Herren-Tennis auch in naher Zukunft nicht an die gro√üen Erfolge vergangener Tage ankn√ľpfen k√∂nnen.

Es werden also voraussichtlich nicht die Deutschen sein, die die Totenstille aus Roland Garros vertreiben, sondern die √ľblichen Verd√§chtigen.

(Text: Patrick Schmid)

 
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