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Frauensache

Weltmeisterschafts-Splitter 2011

Die Frauen-WM lĂ€uft auf Hochtouren, ARD und ZDF verzeichnen Rekordquoten. Neben dem sportlichen Geschehen tummeln sich auch zahlreiche KuriositĂ€ten rund um die Fußball-WM. back view beobachtet das bunte Treiben auf und neben dem Platz.


17.07.2011

Japan holt sich den goldenen, geschwungenen Pott. Zweimal standen die Asiatinnen kurz vor Schluss am Rande der Niederlage, irgendwie retteten sie sich aber ins Elfmeterschießen. Dort scheiterte die US-Auswahl an den eigenen Nerven und einer gut augelegten Torfrau Kaihori.
Die amerikanischen Spielerinnen zeigten – allen voran Abby Wambach – GrĂ¶ĂŸe, sie gratulierten herzlich, wenn auch schmerzhaft. Die Japanerinnen haben den unerwarteten Erfolg letztendlich mit aller Willensmacht erreicht.


In der ersten Halbzeit des WM-Finales brannten die US-Kickerinnen ein Feuerwerk ab, bis dato aber noch ohne Erfolg. Japan bleibt durch Kontergelegenheiten gefÀhrlich, muss aber mehr investieren. Abby Wambach hatte mit einem fulminanten Pfostenschuss die beste Torgelegenheit.


Hope Solo hat eine Stunde vor Anpfiff des Finales noch per Twitter die digitale Welt mit ihren geisitgen ErgĂŒssen beglĂŒckt: „ = a BIG part of this team! Baby, you’re a firework, come on show em what you’re worth…..!!!!!“
Tarpley muss mit einem Kreuzbandriss verletzt zuschauen, nette GrĂŒĂŸe von Solo an die Kameradin. Dennoch ganz schön gelassen die gute Torfrau, eine Stunde vor Spielbeginn, da zittern anderen schon dermaßen die Pfoten, dass an Buchstaben-Eintippen nicht zu denken ist.

 

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14.07.2011

Im Finale heißt es am Sonntag Groß gegen Klein, David gegen Goliath. Die Japanerinnen messen im Durchschnitt nur 1,63 Meter, wohingegen die US-Kickerinnen im Schnitt immerhin 169 Zentimeter lang sind. David, in Person der Japanerinnen, muss die Steinschleuder also schon gewaltig spannen, um das Finale erfolgreich zu bestreiten. Vor allem Abby Wambach mit 1,81 ist der US-StĂŒtzpunkt in der Sturmspitze. Spielen die Japanerinnen jedoch am Boden so quirlig und schnell wie im Viertel- und Halbfinale, könnten auch die Spielerinnen der USA in Gefahr geraten. Deutschland kann ein Liedchen davon singen…

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13.07.2011

Heute geht es weiter  – die Halbfinal-Spiele werden auf die große Probe gestellt. Es wird gerĂ€tselt, ob die Frauen-WM auch ohne das deutsche Team als Zugpferd fĂŒr positive Schlagzeilen sorgen kann. Fraglich, ob „Fans“ ihre Karten verfallen lassen, nur weil nicht die deutschen Kickerinnen wie erhofft zu sehen sind. USA gegen Frankreich, Schweden trifft auf Japan – klingt auch nicht so schlecht!

 

Von wegen Frauen spielen fair. Die Brasilianerin Erika leistete sich im Viertelfinale gegen die USA eine fundamental peinliche Schauspieleinlage. Wie vom Blitz getroffen sackte sie auf den Boden, um sich dann mehrere Minuten behandeln zu lassen. Als sie merkte, dass das Spiel weitergeht, hĂŒpft sie munter – als wĂ€re nichts gewesen – von der Bahre: http://www.youtube.com/watch?v=_SdfD8NgGI0
Okay, die MÀnner können noch peinlicher sein, ohne Worte: http://www.youtube.com/watch?v=6oBQXh5WUZY

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12.07.2011
MĂ€nner spucken, sie foulen und beleidigen. MĂ€nner sind nicht erst seit der Band „Die Ärzte“ als Schweine gebrandmarkt. Nun hat diese WM tatsĂ€chlich bestĂ€tigt, dass Frauen weniger Fouls begehen, nicht auf den Rasen rotzen. Sie gehen gesitteter miteinander um. sĂŒddeutsche.de zitiert Bettina Rulofs vom Institut fĂŒr Sportsoziologie an der Deutschen Sporthochschule Köln, sie sagt, dass Frauen nicht so sehr auf „körperliche EinschĂŒchterung“ des Gegners ausseien. MĂ€nner wĂŒrden Missachtung mit dem Spucken ausdrĂŒcken. Interessant, wenn ein recht simpler Sport auf hoch-wissenschaftliche, sozial-theoretische Weise definiert wird. Er wird in seine Einzelteile seziert, der Fußball erklĂ€rt die Gesellschaft.

 

Die Ruhetage der WM sind der QualitĂ€t der Berichterstattung definitiv nicht zutrĂ€glich. Daher sieht sich der „Express“ genötigt, „die sexy TorhĂŒterin“ Hope Solo aus den USA zu portrĂ€tieren. Wer braucht schon tolle Paraden, wenn man sexy ist? Flankiert wird der investigative Artikel von einer Bilderreihe der schönsten Spielerinnen dieser WM. back view springt auf den Zug mit auf und fragt: Wer hat den schönsten Popo der Frauen-Fußball-Welt? Spannend.

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10.07.2011

Deutschland nun doch im Finale. Eventuell. Zumindest kann sich die deutsche Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus Hoffnungen auf einen Auftritt in Frankfurt machen. Steinhaus pfiff bis dato vorbildlich und profitiert vom Ausscheiden der deutschen Mannschaft. Damit ist der Weg zumindest fĂŒr eine Vertreterin des Gastgeberlandes ins Finale frei.

 

Wer hĂ€tte das gedacht? Amtierender Weltmeister ausgeschieden, Weltfußballerin gescheitert. Die WM ist am Wochenende um zwei Attraktionen erleichtert worden. Neben dem unerwarteten Ausscheiden der deutschen Elf ist auch Marta mit ihren Brasilianerinnen im Viertelfinale rausgeflogen. Die brasilianische Wunderfrau erzielte zwei Tore gegen die USA, konnte aber den dreist-unverdienten Ausgleich kurz vor Ende der VerlĂ€ngerung nicht verhindern. Pechvogel des Tages: Daiane. Die Abwehrfrau schoss ein Eigentor und versemmelte den einzigen Elfmeter. Marta wird sich bedanken.

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09.07.2011

Die Japanerinnen sind „keine Zwerge„, so heißt es aus den deutschen Kreisen. Man redet die Gegnerinnen stark, dennoch zĂ€hlt heute Abend nur ein Sieg gegen die Asiatinnen. Die Statistik spricht fĂŒr Deutschland: Sieben deutsche Siege und ein Unentschieden bei 18:5 Toren – eine klare Sache bisher. Aber wie gesagt, die Japanerinnen sind gewachsen. Heute kann man sich ab 20:45 Uhr/ZDF davon ĂŒberzeugen.

 

Im Halbfinale zwischen England und Frankreich meckert Kommentatorin Claudia Neumann in der Halbzeitpause ĂŒber die QualitĂ€t des Spiels. Nun bleibt nur die Hoffnung „auf mehr Niveau„. Zumindest ist nun die Turnierpause zwischen Gruppenphase und KO-Runde ĂŒberstanden. Die Spielerinnen von England und Frankreich scheinen dennoch etwas eingrostet. Ein Königreich fĂŒr mehr Schmieröl und Spielkultur!

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08.07.2011

Deutschland darf so gut wie das Halbfinal-Hotel in Mönchengladbach buchen. Die bis dato unfehlbare Krake Orphia hat fĂŒr das Viertelfinalspiel gegen Japan auf Deutschland als Siegerteam getippt. Insgesamt haben acht Wassertiere die bisherigen Spiele „getippt“ – nur die Berlinerin Orphia blieb fehlerlos. Der Hype um die vielgliedrigen Viecher begann zur WM 2010, warum weiß keiner so recht.

„Nach einer ordentlichen Vorstellung darf Bajramaj auf einen weiteren Einsatz hoffen. Aber auch Behringer ist nach ihrer BĂ€nderdehnung wieder ein Option.“ berichtet der kicker auf seiner Homepage. Was „ein Option“ ist, rĂ€tselt sicherlich schon halb Japan – irgendeine teutonische Wunderwaffe oder so.

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07.07.2011

Die konstruierte Posse um Birgit Prinz nimmt kein Ende. Vergleiche mit Michael Ballack machten schon frĂŒh die Runde. Prinz, ihres Zeichens deutsche RekordtorschĂŒtzin, lernt die Schattenseiten des WM-Booms kennen. Das GeschĂ€ft frisst jeden, Prinz nörgelt: „Warum tue ich mir das ĂŒberhaupt an?“ Eine „Hetzjagd“ sieht sie, ganz unrecht hat sie damit sicher nicht. Doch vor allem: Eine solche brutale Presse ist der Frauenfußball noch nicht gewohnt, muss man auch nicht haben…

Doping? Doping im Fußball? Auf keinen Fall, gibt es nicht! Bei den Frauen schon. Zwei Nordkoreanerinnen sind Donnerstagmorgen in der A-Probe aufgefallen. Sie sollen ein anaboles Steroid der Gruppe S1b zu sich genommen haben. Ein Amateurfehler, das Mittel gilt als absolut bekannt und leicht nachzuweisen. Bleibt festzuhalten: Bei den MĂ€nnern wird es wahrscheinlich nur professioneller gemacht, leider.

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06.07.2011

Lange hat die archaische MĂ€nnerseele danach gedĂŒrstet, nun ist es geschehen: Josefine Öqvist hat als erste Akteurin blankgezogen. Die Schwedin tauschte nach dem Match gegen die USA ihr Trikot mit einem Deutschlandfan. Nachdem sich die Juniorenauswahl der Deutschen schon fĂŒr den Playboy entblĂ€tterte, nun das:
http://www.youtube.com/watch?v=oWONcfgUPcA&feature=player_embedded

Im Spiel gegen Äquatorial-Guinea erlebte die brasilianische Nationalspielerin und Weltfußballerin Marta, wie nervig das eigene Talent sein kann. Bruna von Äquatorial-Guinea spielte den Kettenhund fĂŒr die Hochbegabte. Sie verfolgte das Objekt der Begierde sogar bis zum Spielfeldrand, als Marta mit ihrem Coach redete. In der Halbzeit folgte die Beschwerde bei Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, die lachend abwinkte. Ob Bruna ihr auch auf die Toilette folgte, ist nicht ĂŒberliefert.

(Text: Jerome Kirschbaum)

 


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Über den Autor

Jerome Kirschbaum
Ressortleiter Sport

Jerome Kirschbaum schreibt am liebsten ĂŒber Sport, wenn er denn nicht selbst auf einem Platz steht. Seit Oktober 2010 verdingt sich Jerome als Schreiberling fĂŒr back view, neben den LeibesĂŒbungen widmet er sich sich auch politischen Themen. Im wahren Leben musste Jerome zahlreiche Semester auf Lehramt studieren, um dann schlussendlich doch etwas ganz anderes zu werden.

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