backview.eu http://backview.eu Online Journalismus von jungen Medienmachern Mon, 18 Sep 2017 16:33:00 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.8 “Es geht um unsere Zukunft”http://backview.eu/isabella-ines-ritter/ http://backview.eu/isabella-ines-ritter/#comments Sat, 16 Sep 2017 19:00:24 +0000 http://backview.eu/?p=26747 Politisch engagiert

Am 24. September ist es wieder einmal so weit, ganz Deutschland ist aufgerufen den nächsten Bundestag zu wählen. Unter den knapp 61,5 Millionen Wahlberechtigten sind dieses Jahr auch etwa 3 Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler. Vor der Wahl fragt backview.eu junge Menschen, warum es besonders wichtig ist, dass sich junge Menschen für Politik interessieren und von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen Heute erklärt Isabella-Ines Ritter (24) in einem Interview mit backview.eu, was sie zur Politik brachte und was diese für sie bedeutet.[divide]

Politik, ein ganzes Leben lang

„Politik hat mich eigentlich schon mein ganzes Leben begleitet“, beginnt Isabella. Als Kind deutschstämmiger aus Rumänien hat sie schon früh den Geschichten ihrer Eltern und Großeltern gelauscht. „So konnte ich nachvollziehen, wie es ihnen in Zeiten des Kommunismus unter Nicolae Ceauceșcu ergangen ist“, meint sie weiter. Ihre Eltern haben sie in ihrem politischen Bestreben stets unterstützt, doch war es vor allem die lokale Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, die sie inspiriert und auf ihrem Weg begleitet hat.

„Für mich ist es ganz wichtig, dass Politiker egal auf welcher Ebene, trotzdem immer noch in ihrer Heimat verwurzelt sind“, beschreibt Isabella ihre Vorstellungen einer guten Politikerin. Aus diesem Grund unterstützt sie es, dass ihre beiden Landtagsabgeordneten und die Bundestagsabgeordnete immer noch im Kreistag als Kreisräte tätig sind, somit die verschiedenen politischen Ebenen, Bund, Land und Kommune verbinden. Heute ist Isabella selbst auf regionaler Eben für Rosenheim aber auch auf europäischer Eben für die überparteiliche Europaunion tätig.

Politik braucht Empathie und Engagement

Isabella Ines RitterZu den schönsten Erfahrungen, die Isabella während ihres politischen Engagements machen durfte, gehört es, im April 2017 zur Vorsitzenden der überparteilichen Europaunion in Oberbayern gewählt zu werden. Bereits zwei Wochen später durfte sie die Europaabgeordnete Prof. Dr. Angelika Niebler als ihre Mentee bei Terminen begleiten.

Leider hat Isabella nicht nur positive Erfahrungen gemacht. „Meine schrecklichste Erfahrung war und ist, dass ich leider manchmal zu gutmütig war und den falschen Leuten vertraut habe“ stellt sie fest auf die Frage nach ihren schrecklichsten Erfahrungen in der Politik. „Mache Menschen, die Politik machen“, bedauert sie; „und Berufspolitiker werden wollen, sehen nicht das Wohl der Menschen an erster Stelle, sondern wollen nur erfolgreich werden und einen Titel tragen, oder von bestimmten Vorteilen profitieren.“ Aber im Wahlkampf 2017 habe ich gelernt, dass die Stimmung an den Infoständen oder in persönlichen Gespräche immer unterschiedlich ausfallen kann und dir nichts geschenkt wird. Außerdem braucht man in manchen Fällen ein gutes Fell“, ermutigt sie dennoch sich zu politisch zu engagieren.

Ein Blick auf Deutschland 2021

Für die kommende Legislaturperiode wünscht sich Isabella vor allem eines: „dass es die AfD nicht mehr gibt und wenn diese Partei es bei der Bundestagswahl wirklich in den Bundestag schafft, sie 2021 wieder rausfliegt.“ Zudem würde sie sich ab 2021 über einen Kanzlerkandidaten mal wieder aus Bayern sehr freuen.

Politik geht alle Menschen etwas an, findet Isabella und bestärkt junge Menschen darin sich politisch zu engagieren: „Es geht um unsere Zukunft und unsere zukünftigen Kinder. Außerdem geht es um unseren derzeitigen Wohlstand und dass es uns weiterhin so gut geht. Das kann und darf uns nicht egal sein!“

Es zeigt sich, weil wählen wichtig ist und Politik politisch ist, ist jeder eingeladen, diese mit zu gestalten, sei es durch Interesse für politische Fragen oder gar Engagement in einer Partei. Egal wohin der politische Weg auch führen sollte, der erste Schritt sollte es sein sich über die Parteien zu informieren, sowie die ersten Schritte am 24. September ins Wahllokal zu gehen.

Wie die Bundestagswahlen funktionieren erklären wir gerne an dieser Stelle noch einmal:

Der Beitrag “Es geht um unsere Zukunft” erschien zuerst auf backview.eu.

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Politisch engagiert

Am 24. September ist es wieder einmal so weit, ganz Deutschland ist aufgerufen den nächsten Bundestag zu wählen. Unter den knapp 61,5 Millionen Wahlberechtigten sind dieses Jahr auch etwa 3 Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler. Vor der Wahl fragt backview.eu junge Menschen, warum es besonders wichtig ist, dass sich junge Menschen für Politik interessieren und von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen Heute erklärt Isabella-Ines Ritter (24) in einem Interview mit backview.eu, was sie zur Politik brachte und was diese für sie bedeutet.[divide]

Politik, ein ganzes Leben lang

„Politik hat mich eigentlich schon mein ganzes Leben begleitet“, beginnt Isabella. Als Kind deutschstämmiger aus Rumänien hat sie schon früh den Geschichten ihrer Eltern und Großeltern gelauscht. „So konnte ich nachvollziehen, wie es ihnen in Zeiten des Kommunismus unter Nicolae Ceauceșcu ergangen ist“, meint sie weiter. Ihre Eltern haben sie in ihrem politischen Bestreben stets unterstützt, doch war es vor allem die lokale Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, die sie inspiriert und auf ihrem Weg begleitet hat.„Für mich ist es ganz wichtig, dass Politiker egal auf welcher Ebene, trotzdem immer noch in ihrer Heimat verwurzelt sind“, beschreibt Isabella ihre Vorstellungen einer guten Politikerin. Aus diesem Grund unterstützt sie es, dass ihre beiden Landtagsabgeordneten und die Bundestagsabgeordnete immer noch im Kreistag als Kreisräte tätig sind, somit die verschiedenen politischen Ebenen, Bund, Land und Kommune verbinden. Heute ist Isabella selbst auf regionaler Eben für Rosenheim aber auch auf europäischer Eben für die überparteiliche Europaunion tätig.

Politik braucht Empathie und Engagement

Isabella Ines RitterZu den schönsten Erfahrungen, die Isabella während ihres politischen Engagements machen durfte, gehört es, im April 2017 zur Vorsitzenden der überparteilichen Europaunion in Oberbayern gewählt zu werden. Bereits zwei Wochen später durfte sie die Europaabgeordnete Prof. Dr. Angelika Niebler als ihre Mentee bei Terminen begleiten.Leider hat Isabella nicht nur positive Erfahrungen gemacht. „Meine schrecklichste Erfahrung war und ist, dass ich leider manchmal zu gutmütig war und den falschen Leuten vertraut habe“ stellt sie fest auf die Frage nach ihren schrecklichsten Erfahrungen in der Politik. „Mache Menschen, die Politik machen“, bedauert sie; „und Berufspolitiker werden wollen, sehen nicht das Wohl der Menschen an erster Stelle, sondern wollen nur erfolgreich werden und einen Titel tragen, oder von bestimmten Vorteilen profitieren.“ Aber im Wahlkampf 2017 habe ich gelernt, dass die Stimmung an den Infoständen oder in persönlichen Gespräche immer unterschiedlich ausfallen kann und dir nichts geschenkt wird. Außerdem braucht man in manchen Fällen ein gutes Fell“, ermutigt sie dennoch sich zu politisch zu engagieren.

Ein Blick auf Deutschland 2021

Für die kommende Legislaturperiode wünscht sich Isabella vor allem eines: „dass es die AfD nicht mehr gibt und wenn diese Partei es bei der Bundestagswahl wirklich in den Bundestag schafft, sie 2021 wieder rausfliegt.“ Zudem würde sie sich ab 2021 über einen Kanzlerkandidaten mal wieder aus Bayern sehr freuen.Politik geht alle Menschen etwas an, findet Isabella und bestärkt junge Menschen darin sich politisch zu engagieren: „Es geht um unsere Zukunft und unsere zukünftigen Kinder. Außerdem geht es um unseren derzeitigen Wohlstand und dass es uns weiterhin so gut geht. Das kann und darf uns nicht egal sein!“Es zeigt sich, weil wählen wichtig ist und Politik politisch ist, ist jeder eingeladen, diese mit zu gestalten, sei es durch Interesse für politische Fragen oder gar Engagement in einer Partei. Egal wohin der politische Weg auch führen sollte, der erste Schritt sollte es sein sich über die Parteien zu informieren, sowie die ersten Schritte am 24. September ins Wahllokal zu gehen.Wie die Bundestagswahlen funktionieren erklären wir gerne an dieser Stelle noch einmal:

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Weltfrieden und die Rückkehr der Einhörnerhttp://backview.eu/rueckkehr-der-einhoerner/ http://backview.eu/rueckkehr-der-einhoerner/#comments Thu, 14 Sep 2017 09:48:57 +0000 http://backview.eu/?p=26739 Ganz normale Wahnsinn

Amy Graham schreibt hier in ihrer Kolumne regelmäßig über ihren persönlichen Wahnsinn des Alltags. In dieser Ausgabe geht es irgendwie um Politik, Weltfrieden und Einhörner. Was bedeuten die Parolen des Wahlkampfs tatsächlich?[divide]

Ganz normale Wahnsinn„Wen wählst du?“, fragt mich die nette Kollegin aus dem Regionalteil, als ich gerade über den Zeitungsartikel von heute Morgen nachdenke, der dreist behauptet, dass mein geliebter Salat dick macht. Denn angeblich soll der Ceasar‘s Salad von meinen errechneten 2050 Kalorien pro Tag bereits 600 verbrauchen. Und bevor ich das Thema auf den wichtigen Salat und mögliche Fettröllchen lenken kann, enthüllt sie mir ihre eigene Meinung: „Bei mir ist es Angela Merkel.“

Mit schlechtem Gewissen stopfe ich mir ein Salatblättchen und ein Stück Parmesan in den Mund und kläre sie kauend auf, dass Merkel zur letzten Wahl gegen den Mindestlohn und die Maut war, und das Teilelterngeld einführen wollte. Auch sollten das Kindergeld erhöht und der Eingangssteuersatz gesenkt werden. Außer zwei Euro Kindergeld mehr hat sie nichts davon erfüllt. Okay, die Maut ist noch nicht ganz durchgewunken, aber sie ist auch nicht vom Tisch.

Was bedeuten also die Parolen auf den Wahlplakaten? Franz Müntefering hat dazu einmal gesagt, dass es unfair wäre, Politiker an Wahlversprechen zu messen. Demnach ist es offenbar nicht allzu wichtig, was gesagt und anschließend in die Tat umgesetzt wird.

Genau dieses Phänomen hat Die Welt vor circa einem Jahr verdeutlicht, und beschrieb, wie die Bevölkerung in den letzten Jahren unter der Führung der CDU steuerlich weiter belastet wurde. Nachweislich versprochen hat die Union eine Entlastung. Laut einer Auswertung der Huffington Post wurden gar 80 Prozent der Wahlversprechen nicht eingelöst. Dieses Gehabe scheint also normal zu sein und deshalb will ich von meiner Kollegin wissen, warum sie nicht auf Martin Schulz oder auf Simone Peter steht? Naja, ich weiß, dass sie keine Bärte mag, aber Schulz hat immerhin ein sympathisches Lächeln. Übrigens dachte ich bei der Frage nicht im Geringsten an einen möglichen Damenbart bei Simone. Ehrlich. Jedenfalls hat meine Kollegin keine vernünftige Antwort parat.

Wenn ich selbst in Berlin im Ledersessel sitzen und etwas zu sagen hätte, würde ich eine auskömmliche Rente einführen und das Bankensystem umkrempeln. Auch würde ich den Einfluss der Industrie auf den Staat gänzlich stoppen, den Waffenexport auf Null reduzieren, ein gerechtes Gesundheitssystem einführen und den Plastikmüll stark eindämmen. Vielleicht würde ich auch mein Lieblings Foundation Double Wear preislich reduzieren lassen, damit sich jede Frau wie Mireia Lalaguna Royo fühlen kann. Zumindest äußerlich. Und für den Ausgleich der Wölfe sollten die Einhörner in die einheimischen Wälder zurückkehren. Außerdem habe ich noch viele tolle Ideen, wie zum Beispiel den Weltfrieden. Aber deswegen gehe ich nicht in die Politik. Für solche schwierigen Dinge sind andere zuständig. Mir reicht bereits die Anstrengung, alle vier Jahre zu entscheiden, wem ich diese verantwortungsvollen Aufgaben überlasse, und wer ungefähr meine Interessen vertritt.

Letztlich muss ich gestehen, dass ich mir noch keinerlei Gedanken darüber gemacht habe, wo mein Kreuzchen landen wird. Auf dem Weg zur Theke, wo ich mir ein stilles Wasser mit möglichst wenig Mineralien organisiere, weil die angeblich vom Körper überhaupt nicht aufgenommen werden können, werfe ich den Download für den Wahl-O-Mat auf dem Handy an und beginne mit den Antworten der 38 Fragen, noch bevor ich wieder am Tisch sitze. Das Ergebnis wird nicht direkt angezeigt. Ich muss zunächst selbst einige bevorzugte Parteien auswählen und erst dann werden die Ergebnisse mit einer möglichen Übereinstimmung verglichen. Mit dem Zurückknopf habe ich nacheinander alle Parteien auswerten lassen. Das ist etwas umständlich, aber die einzige Möglichkeit alle Parteien mit der eigenen Meinung abzugleichen. Und siehe da: Die größte Übereinstimmung erzielte eine Partei, die ich bis gerade überhaupt noch nicht kannte. Für mich ist diese App jedenfalls keine große Hilfe. Aber wer will schon wegen eines Frage-Antwort-Spiels seine Stimme für die kommenden vier Jahre einer Partei geben? Ich werde mich belesen müssen und Fernsehduells ansehen, die möglichst nicht gescriptet sind.

Bei der Überlegung zur Wahl komme ich ins Grübeln und lasse mich schon wieder von meinen vielen Gedanken ablenken. Es geht dabei nicht einmal um meine Stimme, die ich zur Wahl weggebe, sondern ich stolpere über den Begriff der Wahlurne. Sofort bemühe ich Google und erfahre, dass Urne aus dem lateinischen stammt und Wasserkrug, bzw. Lostopf bedeutet. In unserer Sprache ist die Urne aber gleichbedeutend mit dem Aufbewahrungsbehälter für sterbliche Überreste. Da die deutsche Sprache überaus gewissenhaft ist, verwirrt mich diese Erkenntnis ein wenig. Was macht meine Stimme in einer Urne?

Egal, am 24. September muss ich mich entschieden haben. Schließlich leben wir in einer Demokratie, in der das Volk die Macht besitzt und das Recht auf freie Wahlen hat. Ich werde meine Stimme nutzen, und im Anschluss für meine eigenen Projekte kämpfen, wie ich es immer getan habe. Ich engagiere mich gegen die Hainetze, in denen so viele Delfine jämmerlich verenden, und ich werde im Land der Bäume den Regenwald retten, auch wenn es nur ein paar Euro im Jahr sind, mit denen ich Projekte unterstützen kann.

Immerhin bin ich mir sicher, dass ich manche Probleme selbst in die Hand nehmen muss und nicht alles Merkel oder Schulz überlassen kann. Am besten fange ich sofort mit Sport an, um den Salat und überschüssige Kalorien zu verbrennen. Doch gerade kommt mein Chef in die Kantine und tippt aggressiv auf seine Armbanduhr. Ich weiß genau, was er will. Meine Kolumne ist wieder nicht rechtzeitig fertig geworden. Ich werde sie ganz sicher schreiben. Wenn nicht in dieser Legislaturperiode, dann vielleicht in der nächsten - falls er mich wieder für diese Aufgabe wählt. Denn wir alle haben eine Wahl und werden gewählt. Und jeder kann die Welt ein wenig verbessern, auch wenn die Änderung noch so klein ist. Nur sollten wir stets wissen, was wir tun.

Eure Amy Graham

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Ganz normale Wahnsinn

Amy Graham schreibt hier in ihrer Kolumne regelmäßig über ihren persönlichen Wahnsinn des Alltags. In dieser Ausgabe geht es irgendwie um Politik, Weltfrieden und Einhörner. Was bedeuten die Parolen des Wahlkampfs tatsächlich?[divide]Ganz normale Wahnsinn„Wen wählst du?“, fragt mich die nette Kollegin aus dem Regionalteil, als ich gerade über den Zeitungsartikel von heute Morgen nachdenke, der dreist behauptet, dass mein geliebter Salat dick macht. Denn angeblich soll der Ceasar‘s Salad von meinen errechneten 2050 Kalorien pro Tag bereits 600 verbrauchen. Und bevor ich das Thema auf den wichtigen Salat und mögliche Fettröllchen lenken kann, enthüllt sie mir ihre eigene Meinung: „Bei mir ist es Angela Merkel.“Mit schlechtem Gewissen stopfe ich mir ein Salatblättchen und ein Stück Parmesan in den Mund und kläre sie kauend auf, dass Merkel zur letzten Wahl gegen den Mindestlohn und die Maut war, und das Teilelterngeld einführen wollte. Auch sollten das Kindergeld erhöht und der Eingangssteuersatz gesenkt werden. Außer zwei Euro Kindergeld mehr hat sie nichts davon erfüllt. Okay, die Maut ist noch nicht ganz durchgewunken, aber sie ist auch nicht vom Tisch.Was bedeuten also die Parolen auf den Wahlplakaten? Franz Müntefering hat dazu einmal gesagt, dass es unfair wäre, Politiker an Wahlversprechen zu messen. Demnach ist es offenbar nicht allzu wichtig, was gesagt und anschließend in die Tat umgesetzt wird.Genau dieses Phänomen hat Die Welt vor circa einem Jahr verdeutlicht, und beschrieb, wie die Bevölkerung in den letzten Jahren unter der Führung der CDU steuerlich weiter belastet wurde. Nachweislich versprochen hat die Union eine Entlastung. Laut einer Auswertung der Huffington Post wurden gar 80 Prozent der Wahlversprechen nicht eingelöst. Dieses Gehabe scheint also normal zu sein und deshalb will ich von meiner Kollegin wissen, warum sie nicht auf Martin Schulz oder auf Simone Peter steht? Naja, ich weiß, dass sie keine Bärte mag, aber Schulz hat immerhin ein sympathisches Lächeln. Übrigens dachte ich bei der Frage nicht im Geringsten an einen möglichen Damenbart bei Simone. Ehrlich. Jedenfalls hat meine Kollegin keine vernünftige Antwort parat.Wenn ich selbst in Berlin im Ledersessel sitzen und etwas zu sagen hätte, würde ich eine auskömmliche Rente einführen und das Bankensystem umkrempeln. Auch würde ich den Einfluss der Industrie auf den Staat gänzlich stoppen, den Waffenexport auf Null reduzieren, ein gerechtes Gesundheitssystem einführen und den Plastikmüll stark eindämmen. Vielleicht würde ich auch mein Lieblings Foundation Double Wear preislich reduzieren lassen, damit sich jede Frau wie Mireia Lalaguna Royo fühlen kann. Zumindest äußerlich. Und für den Ausgleich der Wölfe sollten die Einhörner in die einheimischen Wälder zurückkehren. Außerdem habe ich noch viele tolle Ideen, wie zum Beispiel den Weltfrieden. Aber deswegen gehe ich nicht in die Politik. Für solche schwierigen Dinge sind andere zuständig. Mir reicht bereits die Anstrengung, alle vier Jahre zu entscheiden, wem ich diese verantwortungsvollen Aufgaben überlasse, und wer ungefähr meine Interessen vertritt.Letztlich muss ich gestehen, dass ich mir noch keinerlei Gedanken darüber gemacht habe, wo mein Kreuzchen landen wird. Auf dem Weg zur Theke, wo ich mir ein stilles Wasser mit möglichst wenig Mineralien organisiere, weil die angeblich vom Körper überhaupt nicht aufgenommen werden können, werfe ich den Download für den Wahl-O-Mat auf dem Handy an und beginne mit den Antworten der 38 Fragen, noch bevor ich wieder am Tisch sitze. Das Ergebnis wird nicht direkt angezeigt. Ich muss zunächst selbst einige bevorzugte Parteien auswählen und erst dann werden die Ergebnisse mit einer möglichen Übereinstimmung verglichen. Mit dem Zurückknopf habe ich nacheinander alle Parteien auswerten lassen. Das ist etwas umständlich, aber die einzige Möglichkeit alle Parteien mit der eigenen Meinung abzugleichen. Und siehe da: Die größte Übereinstimmung erzielte eine Partei, die ich bis gerade überhaupt noch nicht kannte. Für mich ist diese App jedenfalls keine große Hilfe. Aber wer will schon wegen eines Frage-Antwort-Spiels seine Stimme für die kommenden vier Jahre einer Partei geben? Ich werde mich belesen müssen und Fernsehduells ansehen, die möglichst nicht gescriptet sind.Bei der Überlegung zur Wahl komme ich ins Grübeln und lasse mich schon wieder von meinen vielen Gedanken ablenken. Es geht dabei nicht einmal um meine Stimme, die ich zur Wahl weggebe, sondern ich stolpere über den Begriff der Wahlurne. Sofort bemühe ich Google und erfahre, dass Urne aus dem lateinischen stammt und Wasserkrug, bzw. Lostopf bedeutet. In unserer Sprache ist die Urne aber gleichbedeutend mit dem Aufbewahrungsbehälter für sterbliche Überreste. Da die deutsche Sprache überaus gewissenhaft ist, verwirrt mich diese Erkenntnis ein wenig. Was macht meine Stimme in einer Urne?Egal, am 24. September muss ich mich entschieden haben. Schließlich leben wir in einer Demokratie, in der das Volk die Macht besitzt und das Recht auf freie Wahlen hat. Ich werde meine Stimme nutzen, und im Anschluss für meine eigenen Projekte kämpfen, wie ich es immer getan habe. Ich engagiere mich gegen die Hainetze, in denen so viele Delfine jämmerlich verenden, und ich werde im Land der Bäume den Regenwald retten, auch wenn es nur ein paar Euro im Jahr sind, mit denen ich Projekte unterstützen kann.Immerhin bin ich mir sicher, dass ich manche Probleme selbst in die Hand nehmen muss und nicht alles Merkel oder Schulz überlassen kann. Am besten fange ich sofort mit Sport an, um den Salat und überschüssige Kalorien zu verbrennen. Doch gerade kommt mein Chef in die Kantine und tippt aggressiv auf seine Armbanduhr. Ich weiß genau, was er will. Meine Kolumne ist wieder nicht rechtzeitig fertig geworden. Ich werde sie ganz sicher schreiben. Wenn nicht in dieser Legislaturperiode, dann vielleicht in der nächsten - falls er mich wieder für diese Aufgabe wählt. Denn wir alle haben eine Wahl und werden gewählt. Und jeder kann die Welt ein wenig verbessern, auch wenn die Änderung noch so klein ist. Nur sollten wir stets wissen, was wir tun.Eure Amy Graham

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“Ich wollte nicht wie die anderen nur meckern”http://backview.eu/philipp-natho/ http://backview.eu/philipp-natho/#comments Wed, 13 Sep 2017 19:22:18 +0000 http://backview.eu/?p=26735 Politisch engagiert

Am 24. September ist es wieder einmal so weit, ganz Deutschland ist aufgerufen den nächsten Bundestag zu wählen. Unter den knapp 61,5 Millionen Wahlberechtigten sind dieses Jahr auch etwa 3 Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler. Vor der Wahl fragt backview.eu junge Menschen, warum es besonders wichtig ist, dass sich junge Menschen für Politik interessieren und von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Heute erklärt Philipp Natho (31) in einem Interview mit backview.eu, was ihn zur Politik brachte und was diese für ihn bedeutet.[divide]

Politik beginnt im Kleinen

Philipp Natho

„Schon in der Grundschule habe ich mich für Politik interessiert. Ich war Klassensprecher, Schülervertreter und später habe ich mit an der Schülerzeitung gearbeitet“, erinnert sich Philipp Natho an die Anfänge seines langen Interesses und Engagement für Politik zurück. Später waren es die sozialen Netzwerke, die ihn politisiert haben. „Ich wollte nicht wie die anderen nur meckern, sondern selber aktiv werden“, begründet Philipp Natho seinen Entschluss aktiv in der Politik mitzuwirken.

Heute engagiert sich Philipp in Berlin, genauer gesagt in Friedrichshain-Kreuzberg, kurz auch Xhain. Dieser Bezirk ist nicht immer einfach. Aber wenn er früher auf die Plakate des lokalen Kandidaten Götz Müller und heute Timur Hussein blickt, so findet er deren Engagement vorbildlich. „Ein guter Politiker“, so meint Philipp; „zeichnet sich durch Gelassenheit, Souveränität, Authentizität, Machtbewusstsein, Ehrlichkeit aus, kurzum - der perfekte Mensch“ und lacht. Auf der linken Seite ist er vorne rechts mit Kollegen aus Xhain zu sehen. Das Bild beweist, Politik kann auch Spaß machen, wenn man sich gemeinsam engagiert und anpackt.

Politik ist politisch

„Wer etwas bewirken möchte und Zeit investiert, kann tatsächlich etwas ändern“, ermutigt Philipp, sich politisch zu interessieren und zu engagieren. „Man kann nur etwas bewirken, wenn man auch andere davon überzeugt und Mehrheiten bildet. Das kann durchaus frustrierend sein“, muss er allerdings dennoch zugeben. Dabei sind es insbesondere junge Menschen, für welche die Politik eine große Rolle spielt, stellt sie doch die Weichen für die Zukunft. „Junge Menschen sollten sich daher aktiv in die Politik einbringen“, findet er; „weil etwas daran liege, wie es weitergeht, weil sie an der Gesellschaft mitwirken wollen, weil sie unsere Zukunft sind.“

Ein Blick auf Deutschland 2021

„Für Deutschland 2021 wünsche ich mir, dass es uns weiterhin gut geht, dass wir weiterhin einen guten Ruf haben und dass es weiterhin so liberal bleibt“, erläutert Philipp seine Erwartungen an die nächste Legislaturperiode. „Dabei macht der Wahlkampf 2017 klar, dass es bei Politik nicht nur um Kampf geht, sondern man den politischen Gegner auch mit Respekt behandeln kann“, rät Philipp Natho allen politisch Interessierten zum Schluss.

Es zeigt sich, weil wählen wichtig ist und Politik politisch ist, ist jeder eingeladen, diese mit zu gestalten, sei es durch Interesse für politische Fragen oder gar Engagement in einer Partei. Egal wohin der politische Weg auch führen sollte, der erste Schritt sollte es sein sich über die Parteien zu informieren, sowie die ersten Schritte am 24. September ins Wahllokal zu gehen.

Wie die Bundestagswahlen funktionieren erklären wir gerne an dieser Stelle noch einmal:

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Politisch engagiert

Am 24. September ist es wieder einmal so weit, ganz Deutschland ist aufgerufen den nächsten Bundestag zu wählen. Unter den knapp 61,5 Millionen Wahlberechtigten sind dieses Jahr auch etwa 3 Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler. Vor der Wahl fragt backview.eu junge Menschen, warum es besonders wichtig ist, dass sich junge Menschen für Politik interessieren und von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Heute erklärt Philipp Natho (31) in einem Interview mit backview.eu, was ihn zur Politik brachte und was diese für ihn bedeutet.[divide]

Politik beginnt im Kleinen

Philipp Natho„Schon in der Grundschule habe ich mich für Politik interessiert. Ich war Klassensprecher, Schülervertreter und später habe ich mit an der Schülerzeitung gearbeitet“, erinnert sich Philipp Natho an die Anfänge seines langen Interesses und Engagement für Politik zurück. Später waren es die sozialen Netzwerke, die ihn politisiert haben. „Ich wollte nicht wie die anderen nur meckern, sondern selber aktiv werden“, begründet Philipp Natho seinen Entschluss aktiv in der Politik mitzuwirken.Heute engagiert sich Philipp in Berlin, genauer gesagt in Friedrichshain-Kreuzberg, kurz auch Xhain. Dieser Bezirk ist nicht immer einfach. Aber wenn er früher auf die Plakate des lokalen Kandidaten Götz Müller und heute Timur Hussein blickt, so findet er deren Engagement vorbildlich. „Ein guter Politiker“, so meint Philipp; „zeichnet sich durch Gelassenheit, Souveränität, Authentizität, Machtbewusstsein, Ehrlichkeit aus, kurzum - der perfekte Mensch“ und lacht. Auf der linken Seite ist er vorne rechts mit Kollegen aus Xhain zu sehen. Das Bild beweist, Politik kann auch Spaß machen, wenn man sich gemeinsam engagiert und anpackt.

Politik ist politisch

„Wer etwas bewirken möchte und Zeit investiert, kann tatsächlich etwas ändern“, ermutigt Philipp, sich politisch zu interessieren und zu engagieren. „Man kann nur etwas bewirken, wenn man auch andere davon überzeugt und Mehrheiten bildet. Das kann durchaus frustrierend sein“, muss er allerdings dennoch zugeben. Dabei sind es insbesondere junge Menschen, für welche die Politik eine große Rolle spielt, stellt sie doch die Weichen für die Zukunft. „Junge Menschen sollten sich daher aktiv in die Politik einbringen“, findet er; „weil etwas daran liege, wie es weitergeht, weil sie an der Gesellschaft mitwirken wollen, weil sie unsere Zukunft sind.“

Ein Blick auf Deutschland 2021

„Für Deutschland 2021 wünsche ich mir, dass es uns weiterhin gut geht, dass wir weiterhin einen guten Ruf haben und dass es weiterhin so liberal bleibt“, erläutert Philipp seine Erwartungen an die nächste Legislaturperiode. „Dabei macht der Wahlkampf 2017 klar, dass es bei Politik nicht nur um Kampf geht, sondern man den politischen Gegner auch mit Respekt behandeln kann“, rät Philipp Natho allen politisch Interessierten zum Schluss.Es zeigt sich, weil wählen wichtig ist und Politik politisch ist, ist jeder eingeladen, diese mit zu gestalten, sei es durch Interesse für politische Fragen oder gar Engagement in einer Partei. Egal wohin der politische Weg auch führen sollte, der erste Schritt sollte es sein sich über die Parteien zu informieren, sowie die ersten Schritte am 24. September ins Wahllokal zu gehen.Wie die Bundestagswahlen funktionieren erklären wir gerne an dieser Stelle noch einmal:

Der Beitrag “Ich wollte nicht wie die anderen nur meckern” erschien zuerst auf backview.eu.

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“Ohne Inhalte Wahlen gewinnen”http://backview.eu/luis-dirmeier/ http://backview.eu/luis-dirmeier/#comments Sat, 09 Sep 2017 22:02:56 +0000 http://backview.eu/?p=26726 Politisch engagiert

Am 24. September ist es wieder einmal soweit, ganz Deutschland ist aufgerufen den nächsten Bundestag zu wählen. Unter den knapp 61,5 Millionen Wahlberechtigten sind dieses Jahr auch etwa 3 Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler. Vor der Wahl fragt backview.eu junge Menschen, warum es besonders wichtig ist, dass sich junge Menschen für Politik interessieren und von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Heute erklärt Luis Dirmeier (19) in einem Interview mit backview.eu, was ihn zur Politik brachte und was diese für ihn bedeutet.[divide]

Luis DirmeierDie Politik kam früh

„Ich habe mich bereits sehr früh für Politik interessiert. Da muss sich so etwa 12 Jahre alt gewesen sein“, erklärt Luis Dirmeier gleich zu Beginn des Interviews. Seine Vorbilder, die den Weg in die Politik bereiteten, waren konservative Politiker wie Franz Josef Strauß, Edmund Stoiber oder der ehemalige amerikanische Präsident Ronald Reagan.

Heute engagiert sich Luis politisch rund um seine Heimatstadt Nürnberg und beobachtet von dort das politische Geschehen in Bayern, Deutschland und Europa.

Politik ist Politisch

Im Laufe seines langjährigen Engagements hat Luis bereits viele positive, aber auch negative Erfahrungen sammeln können. „Es freut mich sehr, dass die CSU bei den letzten Landtagswahlen wieder die absolute Mehrheit erringen konnte“, erklärt er stolz. Eine erneute Kandidatur von Bundeskanzlerin Merkel sieht er jedoch als kritisch an, bedauert die mögliche Option einer weiteren Amtszeit von Angela Merkel. „Im Wahlkampf 2017 habe ich gelernt, dass man auch ohne erkennbare Inhalte Spitzenkandidatin bleibt und Wahlen gewinnen kann“, zieht Luis als Zwischenfazit im Vorfeld der Bundestagswahl im September.

Ein Blick auf Deutschland 2021

Dabei wünscht sich Luis, dass sich seine Partei vor allem auf ihre konservativen Grundwerte, abseits des „linken Mainstream“, besinne. Insbesondere eine Stärkung der nationalen Souveränität der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, als auch mehr direkte Demokratie sowohl auf europäischer wie auch auf nationaler Ebene sind ihm wichtig. „Um etwas bewirken zu können, um eine Änderung im politischen Establishment herbeizuführen und um mehr Bürgerwillen umzusetzen, braucht es das Engagement vieler junger Leute, die sich aktiv in die Politik einbringen“, rät Luis allen, sich für Politik zu begeistern. „Politik ist einerseits die politische Auseinandersetzung, aber andererseits auch der Anspruch, den Willen der Wählerinnen und Wähler zu vertreten und durchzusetzen“, schließt Luis Dirmeier.

Es zeigt sich, weil wählen wichtig ist und Politik politisch ist, ist jeder eingeladen, diese mit zu gestalten, sei es durch Interesse für politische Fragen oder gar Engagement in einer Partei. Egal wohin der politische Weg auch führen sollte, der erste Schritt sollte es sein sich über die Parteien zu informieren, sowie die ersten Schritte am 24. September ins Wahllokal zu gehen.

Wie die Bundestagswahlen funktionieren, erklären wir gerne an dieser Stelle noch einmal.

Der Beitrag “Ohne Inhalte Wahlen gewinnen” erschien zuerst auf backview.eu.

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Politisch engagiert

Am 24. September ist es wieder einmal soweit, ganz Deutschland ist aufgerufen den nächsten Bundestag zu wählen. Unter den knapp 61,5 Millionen Wahlberechtigten sind dieses Jahr auch etwa 3 Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler. Vor der Wahl fragt backview.eu junge Menschen, warum es besonders wichtig ist, dass sich junge Menschen für Politik interessieren und von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Heute erklärt Luis Dirmeier (19) in einem Interview mit backview.eu, was ihn zur Politik brachte und was diese für ihn bedeutet.[divide]

Luis DirmeierDie Politik kam früh

„Ich habe mich bereits sehr früh für Politik interessiert. Da muss sich so etwa 12 Jahre alt gewesen sein“, erklärt Luis Dirmeier gleich zu Beginn des Interviews. Seine Vorbilder, die den Weg in die Politik bereiteten, waren konservative Politiker wie Franz Josef Strauß, Edmund Stoiber oder der ehemalige amerikanische Präsident Ronald Reagan.Heute engagiert sich Luis politisch rund um seine Heimatstadt Nürnberg und beobachtet von dort das politische Geschehen in Bayern, Deutschland und Europa.

Politik ist Politisch

Im Laufe seines langjährigen Engagements hat Luis bereits viele positive, aber auch negative Erfahrungen sammeln können. „Es freut mich sehr, dass die CSU bei den letzten Landtagswahlen wieder die absolute Mehrheit erringen konnte“, erklärt er stolz. Eine erneute Kandidatur von Bundeskanzlerin Merkel sieht er jedoch als kritisch an, bedauert die mögliche Option einer weiteren Amtszeit von Angela Merkel. „Im Wahlkampf 2017 habe ich gelernt, dass man auch ohne erkennbare Inhalte Spitzenkandidatin bleibt und Wahlen gewinnen kann“, zieht Luis als Zwischenfazit im Vorfeld der Bundestagswahl im September.

Ein Blick auf Deutschland 2021

Dabei wünscht sich Luis, dass sich seine Partei vor allem auf ihre konservativen Grundwerte, abseits des „linken Mainstream“, besinne. Insbesondere eine Stärkung der nationalen Souveränität der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, als auch mehr direkte Demokratie sowohl auf europäischer wie auch auf nationaler Ebene sind ihm wichtig. „Um etwas bewirken zu können, um eine Änderung im politischen Establishment herbeizuführen und um mehr Bürgerwillen umzusetzen, braucht es das Engagement vieler junger Leute, die sich aktiv in die Politik einbringen“, rät Luis allen, sich für Politik zu begeistern. „Politik ist einerseits die politische Auseinandersetzung, aber andererseits auch der Anspruch, den Willen der Wählerinnen und Wähler zu vertreten und durchzusetzen“, schließt Luis Dirmeier.Es zeigt sich, weil wählen wichtig ist und Politik politisch ist, ist jeder eingeladen, diese mit zu gestalten, sei es durch Interesse für politische Fragen oder gar Engagement in einer Partei. Egal wohin der politische Weg auch führen sollte, der erste Schritt sollte es sein sich über die Parteien zu informieren, sowie die ersten Schritte am 24. September ins Wahllokal zu gehen.Wie die Bundestagswahlen funktionieren, erklären wir gerne an dieser Stelle noch einmal.

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“Zurückhaltung ist nicht immer positiv”http://backview.eu/federica-woelk/ http://backview.eu/federica-woelk/#comments Mon, 04 Sep 2017 19:37:22 +0000 http://backview.eu/?p=26716 Politisch engagiert

Am 24. September ist es wieder einmal so weit, ganz Deutschland ist aufgerufen den nächsten Bundestag zu wählen. Unter den knapp 61,5 Millionen Wahlberechtigten sind dieses Jahr auch etwa 3 Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler. Vor der Wahl fragt backview.eu junge Menschen, warum es besonders wichtig ist, dass sich auch junge Menschen für Politik interessieren und von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Heute erklärt Federica Woelk (23) in einem Interview mit backview.eu, was sie zur Politik brachte und was diese für sie bedeutet.[divide]

Federica WoelkPlötzlich kam die Politik

“Eigentlich hatte ich lange Zeit nichts mit Politik zu tun”, meint die Deutschitalienerin Federica Woelk, auf die Frage nach den Ursprüngen ihres politischen Interesses. Dies sei eigentlich eine sehr komplizierte Frage, aber als sie auf einmal Sozialkunde in der Schule bekamen, da sei das Interesse an der Politik fast automatisch immer größer geworden. “Damals war ich etwa 16 Jahre alt. Es war vor allem mein damaliger Sozialkundelehrer, der meine Liebe zur Politik geweckt hat, indem er mit uns über tagespolitische Ereignisse diskutiert hat. Zumal, Italien ist ein sehr politisches Pflaster. Da gibt es kaum eine Möglichkeit sich dieser zu entziehen.”

Ein guter Politiker oder eine gute Politikerin sollte vor allem ehrlich sein, insbesondere, wenn manche Kompromisse oder Ansätze keinen Erfolg einbringen. Alles in allem sei der Dialog mit den Menschen, entweder durch die modernen Technologien oder einfach von Mensch zu Mensch, entscheidend. Es sei wichtig für die Wählerinnen und Wähler im Wahlkreis vor Ort zu sein, sich für diese einzusetzen und sie nicht alleine zu lassen, begründet sie die Wahl ihrer politischen Vorbilder.

In den ersten Jahren war dies insbesondere Walter Veltroni, der Begründer der Demokratischen Partei (Partito Democratico), der Inspiration für die ersten Schritte in die Politik gab. Mittlerweile ist vor allem der ehemalige italienische Ministerpräsident Matteo Renzi ihr politisches Vorbild, wie sie im Interview verrät. Trotz der komplizierten Lage in Italien, begeistere mit seinen Themen und seinem Enthusiasmus. Heute engagiert sich Federica sowohl in ihrer Heimat Italien, besonders in der Gegend um Trient, wie rund um ihren Studienort, die Freie Universität Berlin.

Politik ist ein langer Weg

Im Laufe der Zeit haben sich auf den politischen Lebensweg verschiedene positive und negative Erfahrungen ergeben. Am schönsten bleibt Federica dabei in Erinnerung, dass sie aufgrund eines Streiks der Air Berlin 15 Stunden im Flixbus von Berlin nach Turin fahren musste, nur um ihre politisches Vorbild Matteo Renzi persönlich treffen zu können. Insbesondere die Leopolda, ein Diskussionsforum der demokratischen Partei sei immer wieder eine tolle Erfahrung um mit Politikern und Bürgern über verschiedene Themen ins Gespräch zu kommen.

Regelmäßig agiert Federica nördlich und südlich der Alpen, sodass sie häufiger am Brenner vorbeikommt. Die Situation der Flüchtlinge an der österreichisch-italienischen Grenze ist ihr dabei als eine schreckliche Erinnerung im Gedächtnis hängen geblieben.

Politik ist Politisch

“Zurückhaltung ist nicht immer positiv. Viel eher sollte man sich bemühen, mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen”, zieht Federica als Zwischenfazit aus dem Wahlkampf 2017. Es sei wichtig, stets den Dialog und die kontroverse Diskussion zu suchen. Hierbei müsse der Fokus weniger auf Schuldzuweisungen, sondern viel eher auf der Suche nach Lösungsansätzen liegen. Insbesondere junge Menschen sollten sich mit Politik beschäftigen, da diese deren Zukunft maßgeblich beeinflusse. “Das Problem ist, viele realisieren dies nicht und distanzieren sich immer mehr von der etablierten Politik”, bedauert Federica. Aus diesem Grund sei es vor allem wichtig, stärker die jungen Menschen mit ihren Vorstellungen und Ideen einzubinden, denn sie hätten durchaus konkrete Pläne, wie sie die Zukunft gestalten möchten.

Ein Blick auf Deutschland 2021

“Für Deutschland 2021 wünsche ich mir mehr Gerechtigkeit und mehr Solidarität”, erläutert Federica ihre Hoffnungen für die nächste Legislaturperiode. Dazu möchte sie gerne ein solidarisches Europa, mit einer besseren gemeinsamen Außenpolitik, stärken.“ Am 24. September ist Bundestagswahl. Wählen ist nicht nur die Abgabe einer Stimme, sondern das Recht, mit zu entscheiden, wohin sich Deutschland in den nächsten vier Jahren entwickeln soll”, gibt die junge Politikerin den vielen jungen Wählerinnen und Wählern mit auf dem Weg. “Politik ist nicht nur Wahlkampf, konkurrierender Ansichten, sondern die Suche nach dem Konsens, wie wir in Zukunft leben möchten”, schließt Federica Woelk.

Es zeigt sich, weil wählen wichtig ist und Politik politisch ist, ist jeder eingeladen, diese mit zu gestalten, sei es durch Interesse für politische Fragen oder gar Engagement in einer Partei. Egal wohin der politische Weg auch führen sollte, der erste Schritt sollte es sein sich über die Parteien zu informieren, so wie die ersten Schritte am 24. September ins Wahllokal zu gehen.

Der Beitrag “Zurückhaltung ist nicht immer positiv” erschien zuerst auf backview.eu.

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Politisch engagiert

Am 24. September ist es wieder einmal so weit, ganz Deutschland ist aufgerufen den nächsten Bundestag zu wählen. Unter den knapp 61,5 Millionen Wahlberechtigten sind dieses Jahr auch etwa 3 Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler. Vor der Wahl fragt backview.eu junge Menschen, warum es besonders wichtig ist, dass sich auch junge Menschen für Politik interessieren und von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Heute erklärt Federica Woelk (23) in einem Interview mit backview.eu, was sie zur Politik brachte und was diese für sie bedeutet.[divide]

Federica WoelkPlötzlich kam die Politik

“Eigentlich hatte ich lange Zeit nichts mit Politik zu tun”, meint die Deutschitalienerin Federica Woelk, auf die Frage nach den Ursprüngen ihres politischen Interesses. Dies sei eigentlich eine sehr komplizierte Frage, aber als sie auf einmal Sozialkunde in der Schule bekamen, da sei das Interesse an der Politik fast automatisch immer größer geworden. “Damals war ich etwa 16 Jahre alt. Es war vor allem mein damaliger Sozialkundelehrer, der meine Liebe zur Politik geweckt hat, indem er mit uns über tagespolitische Ereignisse diskutiert hat. Zumal, Italien ist ein sehr politisches Pflaster. Da gibt es kaum eine Möglichkeit sich dieser zu entziehen.”Ein guter Politiker oder eine gute Politikerin sollte vor allem ehrlich sein, insbesondere, wenn manche Kompromisse oder Ansätze keinen Erfolg einbringen. Alles in allem sei der Dialog mit den Menschen, entweder durch die modernen Technologien oder einfach von Mensch zu Mensch, entscheidend. Es sei wichtig für die Wählerinnen und Wähler im Wahlkreis vor Ort zu sein, sich für diese einzusetzen und sie nicht alleine zu lassen, begründet sie die Wahl ihrer politischen Vorbilder.In den ersten Jahren war dies insbesondere Walter Veltroni, der Begründer der Demokratischen Partei (Partito Democratico), der Inspiration für die ersten Schritte in die Politik gab. Mittlerweile ist vor allem der ehemalige italienische Ministerpräsident Matteo Renzi ihr politisches Vorbild, wie sie im Interview verrät. Trotz der komplizierten Lage in Italien, begeistere mit seinen Themen und seinem Enthusiasmus. Heute engagiert sich Federica sowohl in ihrer Heimat Italien, besonders in der Gegend um Trient, wie rund um ihren Studienort, die Freie Universität Berlin.

Politik ist ein langer Weg

Im Laufe der Zeit haben sich auf den politischen Lebensweg verschiedene positive und negative Erfahrungen ergeben. Am schönsten bleibt Federica dabei in Erinnerung, dass sie aufgrund eines Streiks der Air Berlin 15 Stunden im Flixbus von Berlin nach Turin fahren musste, nur um ihre politisches Vorbild Matteo Renzi persönlich treffen zu können. Insbesondere die Leopolda, ein Diskussionsforum der demokratischen Partei sei immer wieder eine tolle Erfahrung um mit Politikern und Bürgern über verschiedene Themen ins Gespräch zu kommen.Regelmäßig agiert Federica nördlich und südlich der Alpen, sodass sie häufiger am Brenner vorbeikommt. Die Situation der Flüchtlinge an der österreichisch-italienischen Grenze ist ihr dabei als eine schreckliche Erinnerung im Gedächtnis hängen geblieben.

Politik ist Politisch

“Zurückhaltung ist nicht immer positiv. Viel eher sollte man sich bemühen, mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen”, zieht Federica als Zwischenfazit aus dem Wahlkampf 2017. Es sei wichtig, stets den Dialog und die kontroverse Diskussion zu suchen. Hierbei müsse der Fokus weniger auf Schuldzuweisungen, sondern viel eher auf der Suche nach Lösungsansätzen liegen. Insbesondere junge Menschen sollten sich mit Politik beschäftigen, da diese deren Zukunft maßgeblich beeinflusse. “Das Problem ist, viele realisieren dies nicht und distanzieren sich immer mehr von der etablierten Politik”, bedauert Federica. Aus diesem Grund sei es vor allem wichtig, stärker die jungen Menschen mit ihren Vorstellungen und Ideen einzubinden, denn sie hätten durchaus konkrete Pläne, wie sie die Zukunft gestalten möchten.

Ein Blick auf Deutschland 2021

“Für Deutschland 2021 wünsche ich mir mehr Gerechtigkeit und mehr Solidarität”, erläutert Federica ihre Hoffnungen für die nächste Legislaturperiode. Dazu möchte sie gerne ein solidarisches Europa, mit einer besseren gemeinsamen Außenpolitik, stärken.“ Am 24. September ist Bundestagswahl. Wählen ist nicht nur die Abgabe einer Stimme, sondern das Recht, mit zu entscheiden, wohin sich Deutschland in den nächsten vier Jahren entwickeln soll”, gibt die junge Politikerin den vielen jungen Wählerinnen und Wählern mit auf dem Weg. “Politik ist nicht nur Wahlkampf, konkurrierender Ansichten, sondern die Suche nach dem Konsens, wie wir in Zukunft leben möchten”, schließt Federica Woelk.Es zeigt sich, weil wählen wichtig ist und Politik politisch ist, ist jeder eingeladen, diese mit zu gestalten, sei es durch Interesse für politische Fragen oder gar Engagement in einer Partei. Egal wohin der politische Weg auch führen sollte, der erste Schritt sollte es sein sich über die Parteien zu informieren, so wie die ersten Schritte am 24. September ins Wahllokal zu gehen.

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Kiffen wir uns mal wieder mit Sex zuhttp://backview.eu/kiffen-wir-uns-mal-wieder-mit-sex-zu/ http://backview.eu/kiffen-wir-uns-mal-wieder-mit-sex-zu/#comments Thu, 31 Aug 2017 20:38:43 +0000 http://backview.eu/?p=26701 Ganz normale Wahnsinn

Amy Graham schreibt hier in ihrer Kolumne alle 2 Wochen über ihren Wahnsinn des Alltags. In dieser Ausgabe geht es um Sex und um fragwürdige Umfrageergebnisse rund um dieses Thema. [divide]

Ganz normale Wahnsinn

Am Wochenende wird es mal wieder Zeit für ein erotisches Abenteuer. Deswegen sehe ich mir den prickelnden Nervenkitzel heute etwas genauer an.
Wenn ich mich also durch die Daten wühle, habe ich den Eindruck, dass sich generell die meisten Umfragen mit dem Thema Beischlaf befassen. Es gibt so viele Statistiken, fragwürdige Ergebnisse und Forschungsarbeiten darüber, dass ich überhaupt keine Lust mehr habe, drüber zu sehen, alles zu prüfen und auszuwerten. Viel interessanter wäre doch, einmal bei so einer Umfrage mitzumachen.

Guter Plan, aber auf die Schnelle wird das nichts. Immerhin würde ich zum einen sehen, wie fehlerhaft so etwas abläuft, zum anderen hätte ich für diesen Zeitraum verordneten Spaß. Quasi Sex für einen guten Zweck. Ich bezweifle ja generell die meisten Studien dieser Art. Ich meine, wenn jemand sagt: Bitte mache mal fünf Tage lang je einen Strich, wenn Du an Sex denkst, dann denke ich doch automatisch an Sex. Genau aus dem Grund, weil ich diesen Test mache. Schon, wenn ich auf den Kugelschreiber des Umfrageservice sehe, denke ich: Ah, Sex. Strich.

Ähnlich fragwürdig sind auch weitere Testergebnisse. Es ist weitläufig bekannt, dass Männer immerzu an Sex denken. Jedoch kaum jemand weiß, dass Männer ebenso deutlich häufiger als Frauen an andere Bedürfnisse, wie Essen oder Schlaf, denken. Und außerdem haben die mich noch nicht gefragt. Vielleicht würde dann deren gesamte Statistik zusammenbrechen?

Lassen wir die Zahlen einfach Mal beiseite und wenden uns direkt der schönsten Nebensache der Welt zu. Sex wird um ein Vielfaches schöner, mit der richtigen Vorbereitung, also einem angemessenen Vorspiel. Hierbei steigert sich die Erwartungshaltung in Erregung immer weiter, bis zur Ekstase. Denn, wer will schon sein Geschenk haben, ohne sich vorher darauf zu freuen. Nicht umsonst heißt es doch, Vorfreude ist die schönste Freude. Genau wie zu Weihnachten, wenn Du genau weißt, was Du bekommst, aber jeden Tag nur ein Türchen aufmachen darfst.

Naja, gut. Sex ist besser als Weihnachten. Viel besser. Und das Schöne daran ist, Sex gibt es öfter als einmal im Jahr. Zumindest sollte es das. Auch dabei habe ich schon wieder die Zahlen im Hinterkopf. Wie oft machen es die Deutschen, unsere Nachbarländer, welche sind die Weltmeister (Hallo?), wer hat den Längsten, wer kann noch mal? Wisst Ihr was? Es ist mir egal. Und für guten Sex spielt es ohnehin keine Rolle.

Sex wird zu einem Erlebnis, oder Ereignis, wenn Du ihn nicht thematisierst, sondern einfach machst. Dann kann es vorkommen, dass es Dir den Boden unter den Füßen wegzieht, wobei Du Dich fallen lassen kannst und alle Probleme augenblicklich im Nirwana verschwinden. Hört sich nach einer kostenlosen Droge an? Genau das ist es auch.

Aber was genau passiert beim Sex? Zunächst steigern die Botenstoffe die Begierde und das Lustempfinden. Euphorisch beginnt das Gefühl der sexuellen Erregung. Die Atemfrequenz erhöht sich, der Herzschlag wird gesteigert, Pupillen weiten sich und das rationale Denken lässt spürbar nach. Pheromone werden ausgeschüttet und der Körper bereitet sich schon mal für den Sex vor. Tausende Tastrezeptoren senden Impulse zum Gehirn. Der Höhepunkt wird schließlich von einem Adrenalinrausch begleitet. In dieser Zeit baut unser Körper Fett ab und stellt den Magen-Darm-Trakt ruhig. Und all das kann alleine durch einen Kuss in Gang gesetzt werden. Denn im Mund befinden sich die meisten Sinneszellen. Bereits ein einziger Kuss senkt den Kortisolpegel, der zum Stressabbau führt.

Also, wenn Du mich jetzt fragst, gehe ich mal wieder ordentlich kiffen und ziehe mir eine große Portion Sex rein. Rein zum Fettabbau – versteht sich.

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Ganz normale Wahnsinn

Amy Graham schreibt hier in ihrer Kolumne alle 2 Wochen über ihren Wahnsinn des Alltags. In dieser Ausgabe geht es um Sex und um fragwürdige Umfrageergebnisse rund um dieses Thema. [divide]Ganz normale WahnsinnAm Wochenende wird es mal wieder Zeit für ein erotisches Abenteuer. Deswegen sehe ich mir den prickelnden Nervenkitzel heute etwas genauer an. Wenn ich mich also durch die Daten wühle, habe ich den Eindruck, dass sich generell die meisten Umfragen mit dem Thema Beischlaf befassen. Es gibt so viele Statistiken, fragwürdige Ergebnisse und Forschungsarbeiten darüber, dass ich überhaupt keine Lust mehr habe, drüber zu sehen, alles zu prüfen und auszuwerten. Viel interessanter wäre doch, einmal bei so einer Umfrage mitzumachen.Guter Plan, aber auf die Schnelle wird das nichts. Immerhin würde ich zum einen sehen, wie fehlerhaft so etwas abläuft, zum anderen hätte ich für diesen Zeitraum verordneten Spaß. Quasi Sex für einen guten Zweck. Ich bezweifle ja generell die meisten Studien dieser Art. Ich meine, wenn jemand sagt: Bitte mache mal fünf Tage lang je einen Strich, wenn Du an Sex denkst, dann denke ich doch automatisch an Sex. Genau aus dem Grund, weil ich diesen Test mache. Schon, wenn ich auf den Kugelschreiber des Umfrageservice sehe, denke ich: Ah, Sex. Strich.Ähnlich fragwürdig sind auch weitere Testergebnisse. Es ist weitläufig bekannt, dass Männer immerzu an Sex denken. Jedoch kaum jemand weiß, dass Männer ebenso deutlich häufiger als Frauen an andere Bedürfnisse, wie Essen oder Schlaf, denken. Und außerdem haben die mich noch nicht gefragt. Vielleicht würde dann deren gesamte Statistik zusammenbrechen?Lassen wir die Zahlen einfach Mal beiseite und wenden uns direkt der schönsten Nebensache der Welt zu. Sex wird um ein Vielfaches schöner, mit der richtigen Vorbereitung, also einem angemessenen Vorspiel. Hierbei steigert sich die Erwartungshaltung in Erregung immer weiter, bis zur Ekstase. Denn, wer will schon sein Geschenk haben, ohne sich vorher darauf zu freuen. Nicht umsonst heißt es doch, Vorfreude ist die schönste Freude. Genau wie zu Weihnachten, wenn Du genau weißt, was Du bekommst, aber jeden Tag nur ein Türchen aufmachen darfst.Naja, gut. Sex ist besser als Weihnachten. Viel besser. Und das Schöne daran ist, Sex gibt es öfter als einmal im Jahr. Zumindest sollte es das. Auch dabei habe ich schon wieder die Zahlen im Hinterkopf. Wie oft machen es die Deutschen, unsere Nachbarländer, welche sind die Weltmeister (Hallo?), wer hat den Längsten, wer kann noch mal? Wisst Ihr was? Es ist mir egal. Und für guten Sex spielt es ohnehin keine Rolle.Sex wird zu einem Erlebnis, oder Ereignis, wenn Du ihn nicht thematisierst, sondern einfach machst. Dann kann es vorkommen, dass es Dir den Boden unter den Füßen wegzieht, wobei Du Dich fallen lassen kannst und alle Probleme augenblicklich im Nirwana verschwinden. Hört sich nach einer kostenlosen Droge an? Genau das ist es auch.Aber was genau passiert beim Sex? Zunächst steigern die Botenstoffe die Begierde und das Lustempfinden. Euphorisch beginnt das Gefühl der sexuellen Erregung. Die Atemfrequenz erhöht sich, der Herzschlag wird gesteigert, Pupillen weiten sich und das rationale Denken lässt spürbar nach. Pheromone werden ausgeschüttet und der Körper bereitet sich schon mal für den Sex vor. Tausende Tastrezeptoren senden Impulse zum Gehirn. Der Höhepunkt wird schließlich von einem Adrenalinrausch begleitet. In dieser Zeit baut unser Körper Fett ab und stellt den Magen-Darm-Trakt ruhig. Und all das kann alleine durch einen Kuss in Gang gesetzt werden. Denn im Mund befinden sich die meisten Sinneszellen. Bereits ein einziger Kuss senkt den Kortisolpegel, der zum Stressabbau führt.Also, wenn Du mich jetzt fragst, gehe ich mal wieder ordentlich kiffen und ziehe mir eine große Portion Sex rein. Rein zum Fettabbau – versteht sich.

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REISENhttp://backview.eu/reisen-erlebnisse/ http://backview.eu/reisen-erlebnisse/#comments Sat, 26 Aug 2017 22:16:16 +0000 http://backview.eu/?p=26675 Reisen

Reisen

Miriam Keilbach kommentiert den Trend des Ländersammelns:

LändersammelnIn den vergangenen fünf Monaten war Martin in 40 Ländern. Wir treffen uns in Kenia und es ist eines der ersten Dinge, die ich über ihn weiß. Für ihn eine kleine Zwischenstation, immerhin sechs Wochen wird er in Nairobi sein. In manchen der 40 Ländern war er nur ein paar Stunden.

In einem zweiten Artikel schreibt Miriam, warum sie gerne mal alleine verreist:

Solo ReisenAls Frau? Ganz alleine? In Afrika? Hast du keine Angst? Das waren die üblichen Fragen – und wahrscheinlich kennt sie jede Frau, die alleine verreist.

 

Stephan Raab schreibt über den estnischen Sommer in Tallinn:

TalinnÜks, kaks, kolme, 1,23, du musst die entscheiden. Wie jedes Jahr standen die Koffer im Gang und die Frage im Raum, wo soll es hingehen in diesem Jahr? Ein Angebot an einem europäischen Projekt mitzuwirken, führte nach Tallinn, die Hauptstadt Estlands.

Die 10 beliebtesten Reiseziele Deutschlands zeigt Antje Kellos:

Beliebteste Reiseziele DeutschlandDas Reisen rund um die Welt steht für viele ganz oben bei der Urlaubsplanung. Doch auch Deutschland selbst hat jede Menge zu bieten. Wir werfen einen Blick auf die 10 beliebtesten Reiseziele in Deutschland.

[divide style="3"]

Passend dazu haben wir drei Artikel aus dem Jahr 2016, die dieses Titelthema ergänzen:

100 Dinge fürs LebenEine 100-Dinge-Liste:

Mit 13 hatte ich eine ziemlich konkrete Vorstellung vom Leben. Mit 16 Mittlere Reife und den ersten Freund. Mit 19 Abitur, mit 20 Auslandsjahr, mit Mitte 20 Uniabschluss, mit 26 Hochzeit, mit 28 das erste Kind, mit 30 das zweite Kind. Haus, Hund, Kaninchen, Esel. Die Realität: Bis zum Uniabschluss hat der Plan funktioniert. Danach aber waren es andere Dinge, die mir wichtig wurden. Was sind eigentlich deine Träume, was willst du vom Leben, worin besteht der Sinn? Aus den Mädchenträumen wurden meine Träume.

FernwehDas Phänomen Fernweh:

Vermutlich jeder kennt es — dieses Gefühl mehr von der Welt sehen zu wollen und andere Kulturen erforschen zu wollen. Was liegt jedoch dahinter? Reine Wissbegierde oder die Angst vom eigenen Alltag?

ReisenDer Reiz des Reisens:

Wer eine Reise tut, der kann etwas erzählen. Seit Anbeginn bewegten sich die Menschen über die Erde. Ihre Spuren berichten davon. Diesen Spuren wollen wir folgen und uns auf eine Zeitreise machen. Einsteigen bitte, die Geschichte des Reisens beginnt.

 

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Reisen

ReisenMiriam Keilbach kommentiert den Trend des Ländersammelns:
LändersammelnIn den vergangenen fünf Monaten war Martin in 40 Ländern. Wir treffen uns in Kenia und es ist eines der ersten Dinge, die ich über ihn weiß. Für ihn eine kleine Zwischenstation, immerhin sechs Wochen wird er in Nairobi sein. In manchen der 40 Ländern war er nur ein paar Stunden.
In einem zweiten Artikel schreibt Miriam, warum sie gerne mal alleine verreist:
Solo ReisenAls Frau? Ganz alleine? In Afrika? Hast du keine Angst? Das waren die üblichen Fragen – und wahrscheinlich kennt sie jede Frau, die alleine verreist. 
Stephan Raab schreibt über den estnischen Sommer in Tallinn:
TalinnÜks, kaks, kolme, 1,23, du musst die entscheiden. Wie jedes Jahr standen die Koffer im Gang und die Frage im Raum, wo soll es hingehen in diesem Jahr? Ein Angebot an einem europäischen Projekt mitzuwirken, führte nach Tallinn, die Hauptstadt Estlands.
Die 10 beliebtesten Reiseziele Deutschlands zeigt Antje Kellos:
Beliebteste Reiseziele DeutschlandDas Reisen rund um die Welt steht für viele ganz oben bei der Urlaubsplanung. Doch auch Deutschland selbst hat jede Menge zu bieten. Wir werfen einen Blick auf die 10 beliebtesten Reiseziele in Deutschland.
[divide style="3"]Passend dazu haben wir drei Artikel aus dem Jahr 2016, die dieses Titelthema ergänzen:100 Dinge fürs LebenEine 100-Dinge-Liste:
Mit 13 hatte ich eine ziemlich konkrete Vorstellung vom Leben. Mit 16 Mittlere Reife und den ersten Freund. Mit 19 Abitur, mit 20 Auslandsjahr, mit Mitte 20 Uniabschluss, mit 26 Hochzeit, mit 28 das erste Kind, mit 30 das zweite Kind. Haus, Hund, Kaninchen, Esel. Die Realität: Bis zum Uniabschluss hat der Plan funktioniert. Danach aber waren es andere Dinge, die mir wichtig wurden. Was sind eigentlich deine Träume, was willst du vom Leben, worin besteht der Sinn? Aus den Mädchenträumen wurden meine Träume.
FernwehDas Phänomen Fernweh:
Vermutlich jeder kennt es — dieses Gefühl mehr von der Welt sehen zu wollen und andere Kulturen erforschen zu wollen. Was liegt jedoch dahinter? Reine Wissbegierde oder die Angst vom eigenen Alltag?
ReisenDer Reiz des Reisens:
Wer eine Reise tut, der kann etwas erzählen. Seit Anbeginn bewegten sich die Menschen über die Erde. Ihre Spuren berichten davon. Diesen Spuren wollen wir folgen und uns auf eine Zeitreise machen. Einsteigen bitte, die Geschichte des Reisens beginnt.
 

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Das Reisen als Trendhttp://backview.eu/laendersammeln/ http://backview.eu/laendersammeln/#comments Sat, 26 Aug 2017 21:58:41 +0000 http://backview.eu/?p=26664 Ländersammeln

In den vergangenen fünf Monaten war Martin in 40 Ländern. Wir treffen uns in Kenia und es ist eines der ersten Dinge, die ich über ihn weiß. Für ihn eine kleine Zwischenstation, immerhin sechs Wochen wird er in Nairobi sein. In manchen der 40 Ländern war er nur ein paar Stunden.[divide]

LändersammelnEs ist ein Kräftemessen – das „höher, weiter, schneller“ unter Backpackern ist es, möglichst viele Länder in möglichst kurzer Zeit für möglichst wenig Geld abzuhaken. Wer in Hostels nur von 20 Ländern berichten kann, in denen er war, hat quasi nichts gesehen, keine Erfahrung und sowieso. Und wer nicht ins Hostel geht, geht verschwenderisch mit seinem Geld um.

Das Reisen ist ein Trend. Und wie Trends es so an sich haben, ziehen sie auch jene an, die nur mitmachen wollen. Es geht nicht mehr um das Reisen, das Erleben, das Genießen, sondern darum, möglichst viele Fähnchen in die Landkarte zu stecken.

Wer möglichst billig reist, höre ich oft, der reist eben authentisch. „Mit Locals in Kontakt kommen“, „wie die Locals reisen“ und solche Dinge. Dabei ist es bei vielen dieser Ländersammlern genau das nicht. Sie reisen nur günstig, weil sie keine Zeit zum Erleben haben. Weil sie weiterwollen, weil nicht das Erleben einer neuen Kultur, einer anderen Mentalität, dem intensiven Treffen von Menschen im Fokus steht, sondern als möglichst weit gereist zu gelten. Es geht um den Kick am Reisen selbst, nicht um die Erfahrungen drum herum. Die wundervollen Erlebnisse, die prägnanten Begegnungen – das rückt in den Hintergrund.

Ich treibe mich viel in Reiseforen herum, stöbere, schaue mir Bilder an, höre mir Berichte an und entdecke so auch Reiseziele, die ich nicht sofort auf dem Schirm hatte. Aber die Beiträge „Was habt ihr für vier Monate in Südostasien so ausgegeben“ und „Mit wie viel muss ich bei zwei Monaten in Südamerika rechnen, wenn ich zehn Länder sehen möchte?“ nerven mich.

Reisen war noch nie mit Nachhaltigkeit verknüpft, vor allem Flugreisen nicht. Aber im Idealfall bildet Reisen. Es sorgt vielleicht dafür, dass wir bewusster leben, gewisse Dinge meiden. Es unterstützt in Entwicklungsländern vielleicht Einheimische, die klein in den Tourismus eingestiegen sind. Wer Reisen aber nur des Ländersammeln wegen unternimmt, der ruiniert auch viel. Wer möglichst billig Ressourcen nutzt, und nichts zurückgibt, schadet.

Aus dem angedachten Kulturaustausch und der Gastfreundlichkeit bei Courchsurfing wird ein „dort kann ich umsonst wohnen“, aus dem Lebensgefühl Trampen ein „umsonst von A nach B kommen“. Mit Einheimischen wird um jeden Cent gefeilscht, weil Einheimische das ja auch für einen günstigeren Preis haben können. Aber verdienen sie nicht auch viel weniger als wir? Ist es nicht auch ein wenig die Pflicht von Reisenden, dort zu unterstützen, wo sie Ressourcen nutzen? Nutzen wir nicht Infrastruktur, die subventioniert wird? Kurbeln wir die Wirtschaft an, wenn wir umsonst schlafen und reisen?

Erst kürzlich veröffentlichte The Observer einen Artikel über sogenannte „Bag-packers“. Weiße jungen Touristen, die in Hongkong, Thailand und Malaysia betteln, um sich ihre Reise finanzieren zu lassen. Was ist das für ein Blick auf die Welt? Wie naiv und respektlos kann man reisen? Ist das noch reisen?

Reisen ist immer eigennützig. Aber vielleicht wäre es klug, sich hin und wieder selbst die Frage zu stellen: Was haben eigentlich andere von meiner Reise?

[divide]

Mehr Texte übers Reisen gibt es auf dem Reiseblog der Autorin: miriam-keilbach.com

Der Beitrag Das Reisen als Trend erschien zuerst auf backview.eu.

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Ländersammeln

In den vergangenen fünf Monaten war Martin in 40 Ländern. Wir treffen uns in Kenia und es ist eines der ersten Dinge, die ich über ihn weiß. Für ihn eine kleine Zwischenstation, immerhin sechs Wochen wird er in Nairobi sein. In manchen der 40 Ländern war er nur ein paar Stunden.[divide]LändersammelnEs ist ein Kräftemessen – das „höher, weiter, schneller“ unter Backpackern ist es, möglichst viele Länder in möglichst kurzer Zeit für möglichst wenig Geld abzuhaken. Wer in Hostels nur von 20 Ländern berichten kann, in denen er war, hat quasi nichts gesehen, keine Erfahrung und sowieso. Und wer nicht ins Hostel geht, geht verschwenderisch mit seinem Geld um.Das Reisen ist ein Trend. Und wie Trends es so an sich haben, ziehen sie auch jene an, die nur mitmachen wollen. Es geht nicht mehr um das Reisen, das Erleben, das Genießen, sondern darum, möglichst viele Fähnchen in die Landkarte zu stecken.Wer möglichst billig reist, höre ich oft, der reist eben authentisch. „Mit Locals in Kontakt kommen“, „wie die Locals reisen“ und solche Dinge. Dabei ist es bei vielen dieser Ländersammlern genau das nicht. Sie reisen nur günstig, weil sie keine Zeit zum Erleben haben. Weil sie weiterwollen, weil nicht das Erleben einer neuen Kultur, einer anderen Mentalität, dem intensiven Treffen von Menschen im Fokus steht, sondern als möglichst weit gereist zu gelten. Es geht um den Kick am Reisen selbst, nicht um die Erfahrungen drum herum. Die wundervollen Erlebnisse, die prägnanten Begegnungen – das rückt in den Hintergrund.Ich treibe mich viel in Reiseforen herum, stöbere, schaue mir Bilder an, höre mir Berichte an und entdecke so auch Reiseziele, die ich nicht sofort auf dem Schirm hatte. Aber die Beiträge „Was habt ihr für vier Monate in Südostasien so ausgegeben“ und „Mit wie viel muss ich bei zwei Monaten in Südamerika rechnen, wenn ich zehn Länder sehen möchte?“ nerven mich.Reisen war noch nie mit Nachhaltigkeit verknüpft, vor allem Flugreisen nicht. Aber im Idealfall bildet Reisen. Es sorgt vielleicht dafür, dass wir bewusster leben, gewisse Dinge meiden. Es unterstützt in Entwicklungsländern vielleicht Einheimische, die klein in den Tourismus eingestiegen sind. Wer Reisen aber nur des Ländersammeln wegen unternimmt, der ruiniert auch viel. Wer möglichst billig Ressourcen nutzt, und nichts zurückgibt, schadet.Aus dem angedachten Kulturaustausch und der Gastfreundlichkeit bei Courchsurfing wird ein „dort kann ich umsonst wohnen“, aus dem Lebensgefühl Trampen ein „umsonst von A nach B kommen“. Mit Einheimischen wird um jeden Cent gefeilscht, weil Einheimische das ja auch für einen günstigeren Preis haben können. Aber verdienen sie nicht auch viel weniger als wir? Ist es nicht auch ein wenig die Pflicht von Reisenden, dort zu unterstützen, wo sie Ressourcen nutzen? Nutzen wir nicht Infrastruktur, die subventioniert wird? Kurbeln wir die Wirtschaft an, wenn wir umsonst schlafen und reisen?Erst kürzlich veröffentlichte The Observer einen Artikel über sogenannte „Bag-packers“. Weiße jungen Touristen, die in Hongkong, Thailand und Malaysia betteln, um sich ihre Reise finanzieren zu lassen. Was ist das für ein Blick auf die Welt? Wie naiv und respektlos kann man reisen? Ist das noch reisen?Reisen ist immer eigennützig. Aber vielleicht wäre es klug, sich hin und wieder selbst die Frage zu stellen: Was haben eigentlich andere von meiner Reise?[divide]Mehr Texte übers Reisen gibt es auf dem Reiseblog der Autorin: miriam-keilbach.com

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Ein Plädoyer aufs Solo-Reisenhttp://backview.eu/solo-reisen/ http://backview.eu/solo-reisen/#comments Sat, 26 Aug 2017 21:58:37 +0000 http://backview.eu/?p=26648 Solo Reisen

Als Frau? Ganz alleine? In Afrika? Hast du keine Angst? Das waren die üblichen Fragen – und wahrscheinlich kennt sie jede Frau, die alleine verreist.[divide]

Solo ReisenAlleine zu verreisen ist eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Und deshalb nehme ich mir auch immer wieder Zeit genau dafür. Trotz funktionierender Beziehung, trotz Freundeskreis und Bekannten mit gleichen Interessen.

Alleine zu verreisen, heißt sich selbst kennenzulernen. Grenzen zu erkennen und zu überwinden, Selbstvertrauen zu haben, weil man sich selbst vertrauen muss. Es bedeutet Freiheit, Spontanität, Lebenslust und manchmal auch Angst.

Ich war 14, als ich zum ersten Mal alleine verreist bin. Nicht komplett alleine, aber ich fuhr zu einem Workshop nach Schwerin. Mit dem Zug hin, alleine, einmal quer durch Deutschland. Dort traf ich 500 andere junge Menschen. Wir übernachteten in Turnhallen, lernten über Journalismus und quatschten die Abende und Nächte durch.

Ich war es gewohnt, alleine klar zu kommen. Mich nach Wegen zu erkundigen, Leute anzusprechen und selbstbewusst aufzutreten. Ich habe früh gelernt, mich auf mich und meine Menschenkenntnis zu verlassen, ich habe viele nette Menschen getroffen, die mir geholfen haben, die mir Dinge gezeigt haben, die mir Tipps gegeben haben.

Dass junge Frauen ein Jahr ins Ausland gehen, ist nicht ungewöhnlich. Sie sind Aupair oder Austauschschülerin, sie machen Work und Travel oder reisen ein wenig. Und immer wieder kommt die Frage: Alleine?

Ich bin schon häufig alleine in Urlaub gefahren. Im Studium habe ich einen dreiwöchigen Roadtrip von Kopenhagen nach Passau gemacht, in meinem Auto, mit mir allein und guter Musik. Unterwegs habe ich Freunde besucht. Ich war couchsurfen in Dänemark und bin für Praktika nach München, Mainz und Flensburg gezogen. Ich habe als Kindermädchen in Schweden gearbeitet und bin später alleine nach Nordschweden und Norwegen in Urlaub gefahren. Zuletzt war ich vier Monate in Kenia.

Bei jedem Trip habe ich mich besser kennengelernt. Ich habe neue Fähigkeiten an mir entdeckt. Ich habe gesehen, dass ich spontan sein kann. Ich habe mich in Ländern zurecht gefunden, wo ich die Sprache konnte und in welchen, in denen ich die Sprache nicht konnte. Ich hatte dieses Gefühl, dass ich alles schaffen kann. Weil ich aus jeder brenzligen Situation, in die ich mich gebracht hatte, auch alleine herauskam. Etwa als ich auf einen Berg stieg und oben ein Gewitter aufzog. Oder als ich in den falschen Bus stieg und im Nirgendwo landete.

Aber nicht nur mich selbst habe ich neu kennengelernt, es ist auch eine ganz andere Art des Reisens. Im Urlaub mit meinem Freund touren wir meist mit dem Mietwagen durch ein Land, schlafen in Hotels oder Lodges und machen Ausflüge. Wir kommen mit Einheimischen ins Gespräch, aber es ist doch auch ein gewisser Luxus.

Bin ich alleine unterwegs, passe ich mich viel mehr an. Ich fahre mit kleinen Minibussen, in denen 25 Leuten auf 14 Sitzen sitzen, und Motorradtaxis, die fast auseinander fallen. Ich mache Courchsurfing und lasse mich von Einheimischen zum Essen entführen. Ich esse Dinge, von denen ich nicht weiß, was es ist und steige bei fremden Menschen ins Auto, weil es keine Alternative gibt. Gerade auf meiner Afrika-Reise habe ich mich oft in den Bus gesetzt, bin losgefahren und da ich nicht wusste, ob ich abends ankam, hatte ich auch kein Zimmer. Im Bus fand sich aber immer jemand, der jemanden kennt, der ein Zimmer frei hatte.

Natürlich habe ich niemanden direkt, mit dem ich meine Erlebnisse teilen kann. Aber muss man das? Ist es nicht manchmal gut, erst einmal alles sacken zu lassen? Ist es nicht besser, erst einmal über alles nachzudenken, sich an den kleinen Dingen zu erfreuen und sie wirken zu lassen? Und wenn ich mich wirklich austauschen will, so lerne ich überall Menschen kennen: Auf Touren, im Bus, beim Wandern, im Hostel – eigentlich überall.

Oft haben genau jene Angst vor dem Alleine reisen, die auch sonst nicht viel reisen. Oder die sich nie mit exotischen Zielen auseinander gesetzt haben. Sie reden immer von Gewalt. Vor allem gegen Frauen. Sie reden von Überfällen, Vergewaltigungen, Terror.

Aber ist es nicht so, dass keiner diese Fragen stellen würde, diese Ängste formulieren würde, wenn ich in Frankfurt alleine von der Arbeit nach Hause radle? Wenn ich nachts von der Disco komme und von der Bahnstation nach Hause laufe?

Natürlich kann es passieren. Aber es kann überall etwas passieren. Und es kann auch mit Begleitung etwas passieren. Von diesen Vielleicht-passiert-etwas-Ängsten aber lasse ich mich nicht leiten. Meine Neugierde ist dafür viel zu groß.

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Mehr Texte übers Reisen gibt es auf dem Reiseblog der Autorin: miriam-keilbach.com

Der Beitrag Ein Plädoyer aufs Solo-Reisen erschien zuerst auf backview.eu.

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Solo Reisen

Als Frau? Ganz alleine? In Afrika? Hast du keine Angst? Das waren die üblichen Fragen – und wahrscheinlich kennt sie jede Frau, die alleine verreist.[divide]Solo ReisenAlleine zu verreisen ist eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Und deshalb nehme ich mir auch immer wieder Zeit genau dafür. Trotz funktionierender Beziehung, trotz Freundeskreis und Bekannten mit gleichen Interessen.Alleine zu verreisen, heißt sich selbst kennenzulernen. Grenzen zu erkennen und zu überwinden, Selbstvertrauen zu haben, weil man sich selbst vertrauen muss. Es bedeutet Freiheit, Spontanität, Lebenslust und manchmal auch Angst.Ich war 14, als ich zum ersten Mal alleine verreist bin. Nicht komplett alleine, aber ich fuhr zu einem Workshop nach Schwerin. Mit dem Zug hin, alleine, einmal quer durch Deutschland. Dort traf ich 500 andere junge Menschen. Wir übernachteten in Turnhallen, lernten über Journalismus und quatschten die Abende und Nächte durch.Ich war es gewohnt, alleine klar zu kommen. Mich nach Wegen zu erkundigen, Leute anzusprechen und selbstbewusst aufzutreten. Ich habe früh gelernt, mich auf mich und meine Menschenkenntnis zu verlassen, ich habe viele nette Menschen getroffen, die mir geholfen haben, die mir Dinge gezeigt haben, die mir Tipps gegeben haben.Dass junge Frauen ein Jahr ins Ausland gehen, ist nicht ungewöhnlich. Sie sind Aupair oder Austauschschülerin, sie machen Work und Travel oder reisen ein wenig. Und immer wieder kommt die Frage: Alleine?Ich bin schon häufig alleine in Urlaub gefahren. Im Studium habe ich einen dreiwöchigen Roadtrip von Kopenhagen nach Passau gemacht, in meinem Auto, mit mir allein und guter Musik. Unterwegs habe ich Freunde besucht. Ich war couchsurfen in Dänemark und bin für Praktika nach München, Mainz und Flensburg gezogen. Ich habe als Kindermädchen in Schweden gearbeitet und bin später alleine nach Nordschweden und Norwegen in Urlaub gefahren. Zuletzt war ich vier Monate in Kenia.Bei jedem Trip habe ich mich besser kennengelernt. Ich habe neue Fähigkeiten an mir entdeckt. Ich habe gesehen, dass ich spontan sein kann. Ich habe mich in Ländern zurecht gefunden, wo ich die Sprache konnte und in welchen, in denen ich die Sprache nicht konnte. Ich hatte dieses Gefühl, dass ich alles schaffen kann. Weil ich aus jeder brenzligen Situation, in die ich mich gebracht hatte, auch alleine herauskam. Etwa als ich auf einen Berg stieg und oben ein Gewitter aufzog. Oder als ich in den falschen Bus stieg und im Nirgendwo landete.Aber nicht nur mich selbst habe ich neu kennengelernt, es ist auch eine ganz andere Art des Reisens. Im Urlaub mit meinem Freund touren wir meist mit dem Mietwagen durch ein Land, schlafen in Hotels oder Lodges und machen Ausflüge. Wir kommen mit Einheimischen ins Gespräch, aber es ist doch auch ein gewisser Luxus.Bin ich alleine unterwegs, passe ich mich viel mehr an. Ich fahre mit kleinen Minibussen, in denen 25 Leuten auf 14 Sitzen sitzen, und Motorradtaxis, die fast auseinander fallen. Ich mache Courchsurfing und lasse mich von Einheimischen zum Essen entführen. Ich esse Dinge, von denen ich nicht weiß, was es ist und steige bei fremden Menschen ins Auto, weil es keine Alternative gibt. Gerade auf meiner Afrika-Reise habe ich mich oft in den Bus gesetzt, bin losgefahren und da ich nicht wusste, ob ich abends ankam, hatte ich auch kein Zimmer. Im Bus fand sich aber immer jemand, der jemanden kennt, der ein Zimmer frei hatte.Natürlich habe ich niemanden direkt, mit dem ich meine Erlebnisse teilen kann. Aber muss man das? Ist es nicht manchmal gut, erst einmal alles sacken zu lassen? Ist es nicht besser, erst einmal über alles nachzudenken, sich an den kleinen Dingen zu erfreuen und sie wirken zu lassen? Und wenn ich mich wirklich austauschen will, so lerne ich überall Menschen kennen: Auf Touren, im Bus, beim Wandern, im Hostel – eigentlich überall.Oft haben genau jene Angst vor dem Alleine reisen, die auch sonst nicht viel reisen. Oder die sich nie mit exotischen Zielen auseinander gesetzt haben. Sie reden immer von Gewalt. Vor allem gegen Frauen. Sie reden von Überfällen, Vergewaltigungen, Terror.Aber ist es nicht so, dass keiner diese Fragen stellen würde, diese Ängste formulieren würde, wenn ich in Frankfurt alleine von der Arbeit nach Hause radle? Wenn ich nachts von der Disco komme und von der Bahnstation nach Hause laufe?Natürlich kann es passieren. Aber es kann überall etwas passieren. Und es kann auch mit Begleitung etwas passieren. Von diesen Vielleicht-passiert-etwas-Ängsten aber lasse ich mich nicht leiten. Meine Neugierde ist dafür viel zu groß.[divide]Mehr Texte übers Reisen gibt es auf dem Reiseblog der Autorin: miriam-keilbach.com

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Ein estnischer Sommerhttp://backview.eu/tallinn/ http://backview.eu/tallinn/#comments Sat, 26 Aug 2017 21:57:41 +0000 http://backview.eu/?p=26650 Talinn

Üks, kaks, kolme, 1,23, du musst die entscheiden. Wie jedes Jahr standen die Koffer im Gang und die Frage im Raum, wo soll es hingehen in diesem Jahr? Ein Angebot an einem europäischen Projekt mitzuwirken, führte nach Tallinn, die Hauptstadt Estlands.[divide]

Talinn2Am Rande und doch mittendrin

Blickt man auf die Europakarte, so nimmt man am äußeren Rand ein kleines Land mit gerade einmal 1,3 Millionen Einwohnern wahr. Aber Estland befindet sich nicht am Rand, sondern mittendrin. In diesem Jahr führt das Land erstmals die Präsidentschaft des Europäischen Rates.
Dies ist umso bedeutsamer, gehört das baltische Land doch erst seit 2004 zur Europäischen Union. Unter diesem feierlichen Rahmen stand die Model European Union Tallin 2017, ein Planspiel zur Simulation der Europäischen Union, die mich als fiktiven EU-Kommissar aufs Baltikum führte. Ein früheres Mitwirken an einer Ausstellung über den „Baltischen Weg“ hatte mich neugierig gemacht, dieses besondere Land einmal persönlich zu erleben.

Gerade einmal zwei Flugstunden trennen den Münchner Flughafen vom Baltikum. Bereits die Ankunft in Tallinn gibt einen ersten Eindruck. Am Flughafen Lennart Meri, benannt nach dem ehemaligen estnischen Präsident, hielt selbiger 1996 spontan eine Pressekonferenz auf der Flughafentoilette um auf deren schlechten Zustand aufmerksam zu machen. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Gemütliche Sessel laden zum entspannen in einer Leseecke ein, ein Klavier steht für Musikliebhaber zur Verfügung. Wer es lieber sportlich mag, dem bietet die Tischtennisplatte in der Abflughalle Abwechslung vor oder zwischen den Flügen.

Von hier aus geht es mit dem Bus in die Stadt selbst, vorbei an alten sowjetischen Industrieanlagen, nebst modernen Einkaufstempeln, vorbei an alten sowjetischen Wohnblöcken nebst modernen internationalen Restaurants aus aller Welt. Es scheint fast so, als befinde sich die Welt in einem Wandel und Estland ist nicht am Rande sondern mittendrin dabei.

Auf nach Tallinn

Nach der Ankunft in der estnischen Hauptstadt empfängt den Besucher das mächtige Stadttor umgeben von einer imposanten Stadtmauer. Aber diese Mauern waren stets durchlässig, leider auch im negativen Sinne. „Wer Estland erobern wollte, der hat Estland auch erobert“, bemerkt der lokale Touristenführer mit leicht schwarzem Humor.

Talinn

Einst waren es dänische Kaufleute, welche sich am finnischen Meerbusen niederließen. Von ihnen stammt der heutige Name der Stadt Taani- linn, die dänische Stadt, kurz Tallinn. Sie eroberten 1219 die Festung, welche zuvor von der estnischen Bevölkerung erbaut wurde. Nach längeren Rivalitäten erlangte der Deutsche Orden 1346 die Herrschaft über die Stadt. Ihnen folgten 1549 die Schweden und später ab 1710 das russische Zarenreich. Im Zuge der aufkommenden Nationalbewegung erhielt Estland 1919 die Unabhängigkeit, ging aber zusammen mit Lettland und Litauen in die Geschichte als „Saisonstaat“ ein.

Ein düsteres Kapitel der estnischen Geschichte ist der Zweite Weltkrieg, mit verheerenden Folgen für das Baltikum. Der deutsch- sowjetische Nichtangriffspakt, auch als Hitler-Stalin Pakt bekannt, beschloss die Aufteilung des Baltikums zwischen dem Deutsche Reich und der Sowjetunion. Infolgedessen besetzten im Juni 1940 sowjetische Truppen die estnische Hauptstadt. Ihnen folgte die Wehrmacht im Zuge des Sowjetfeldzuges 1941. Zunächst noch als Befreier freudig empfangen, fiel die gesamte verblieben jüdische Bevölkerung Estland dem Gräueltaten des Nationalsozialismus zum Opfer. Nach dem Rückzug der deutschen Truppen wurde Estland 1945 eine sowjetische Teilrepublik. Viele Esten, sahen sich darauf gezwungen ihre Heimat zu verlassen und etwa in die USA oder Australien ins Exil zu gehen. Das Valkalager in Nürnberg, benannt nach der estnischen Grenzstadt, war einst das größte Flüchtlingslager Bayerns. Im Zuge der „singenden Revolution“ erlangte Estland 1991 seine Unabhängigkeit zurück, wurde Mitglied der Nato und der Europäischen Union 2004.

Dieser bewegten Geschichte ist das „Okkupationsmuseum“ gewidmet. Anhand von Exponaten und Filmaufnahmen wird diese wechselreiche Geschichte erlebbar.

Viele Spuren ein Gefühl

Wer nach Tallinn wollte, der kam nach Tallinn und hat seine Spuren hinterlassen. Ein Spaziergang auf breiten Stadtmauern zeigt die verschiedenen Einflüsse, welche die Stadt einst geprägt haben. So steht das estnische Parlament etwa direkt neben der russisch orthodoxen Alexander-Newski Kathedrale. Das Viruhotel aus vergangenen sowjetischen Tagen reiht sich direkt an „Viru Keskus“, das größte Einkaufszentrum Estlands, ein Anziehungspunkt für Mode, Kunst und Kultur auf dem Baltikum.

Wer es schließlich auf sich nimmt die 123 Meter eine enge Wendeltreppe hinaufzusteigen, dem offenbart sich vom Turm der Oleviste Kirk ein wunderbarer Blick über die gesamte Stadt. Auf dieser Höhe werden die vielen Spuren, deutlich, welche sich durch die estnische Geschichte ziehen. Im Zentrum steht die mittelalterliche Stadt, welche vom einstigen Leben der Menschen auf dem Baltikum berichtet. Hier findet sich der Rathausplatz mit seinen historischen Bauten, welche von der reichen Geschichte als Handelsstadt erzählen. Zur linken befindet sich der alte Hafen, der einst das Tor zur Freiheit nach Finnland und die Ostsee bedeutete, direkt neben Bauten aus der sowjetischen Zeit. Zur rechten stehen gläserne Hochhäuser und Einkaufszentren, welche von der neuen Zeit künden.

Digital und doch daheim

Talinn

Einst war es das Radio, welches die Esten mit sich und der Welt verband. Zu Zeiten der Sowjetunion war das Singen von patriotischen Liedern wie der estnischen Nationalhymne verboten. Jedoch erklang jeden Abend aus dem nahen Finnland über Radio Yle die Melodie der estnischen Nationalhymne. Während der „Singenden Revolution“ spielte sie eine wichtige Rolle. Hier kamen Esten zusammen um für ihre Unabhängigkeit zu singen.

Heute ist es wie an vielen Orten das Internet, welches die Esten mit dem Rest der Welt verbindet. Das kleine baltische Land gilt der „baltische Tiger“ in Sachen Digitalisierung. In Tallinn ist es praktisch von überall aus möglich, kostenlos ins Internet zu gehen - hier befinden sich viele IT Einrichtungen der NATO und der Europäischen Union.

Wer nun Lust bekommen hat, kann sogar nach Estland auf elektronischem Wege einwandern. Die e-residency ermöglicht es nicht-estnischen Staatsbürgern elektronisch Unternehmen zu gründen, Behördengänge zu erledigen oder Steuern zu zahlen. Lediglich heiraten geschieht noch analog auf dem Standesamt.

Auf ins Reisibüro

So fremd und kühl die Esten dabei manchmal erscheinen mögen, so ist doch vieles vertraut. Dank der Model European Union Tallinn war ein tiefer Einblick in Land und Leute möglich. Bis heute sind die Spuren der einstigen Deutschbalten im Stadtbild erkennbar, war doch eine der ersten Eindrücke direkt nach der Ankunft aus München die Saksa Kök, das deutsche Haus.

Alles in allem erscheinen die Esten als ein bescheidenes, zurückhaltendes aber stolzes Volk, das sich seiner eigenen Geschichte bewusst ist. Der erste Kontakt wirkte dabei etwas kühl, doch gelingt es die Sympathie eines Esten oder einer Estin zu gewinnen, so ist diese authentisch und das fröhliche, beschwingte Gemüt tritt hervor. Hierbei hilft die Kenntnis zumindest einzelner estnischen Ausdrücken sehr und wird auch sehr wertgeschätzt. Estnisch mag sicherlich kompliziert sein, doch wer sich traut den Mund aufzumachen, dem kann es mühelos gelingen viele estnische Herzen zu öffnen.

Es lohnt sich auf jeden Fall einen Blick in diese ungewöhnliche Sprache zu werfen, um doch einiges vertrautes wieder zu entdecken. Bis 1889 war Deutsch sogar die Amtssprache in Tallinn. Also auf ins Reisebüro und nagemiseni Tallin.

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Talinn

Üks, kaks, kolme, 1,23, du musst die entscheiden. Wie jedes Jahr standen die Koffer im Gang und die Frage im Raum, wo soll es hingehen in diesem Jahr? Ein Angebot an einem europäischen Projekt mitzuwirken, führte nach Tallinn, die Hauptstadt Estlands.[divide]

Talinn2Am Rande und doch mittendrin

Blickt man auf die Europakarte, so nimmt man am äußeren Rand ein kleines Land mit gerade einmal 1,3 Millionen Einwohnern wahr. Aber Estland befindet sich nicht am Rand, sondern mittendrin. In diesem Jahr führt das Land erstmals die Präsidentschaft des Europäischen Rates. Dies ist umso bedeutsamer, gehört das baltische Land doch erst seit 2004 zur Europäischen Union. Unter diesem feierlichen Rahmen stand die Model European Union Tallin 2017, ein Planspiel zur Simulation der Europäischen Union, die mich als fiktiven EU-Kommissar aufs Baltikum führte. Ein früheres Mitwirken an einer Ausstellung über den „Baltischen Weg“ hatte mich neugierig gemacht, dieses besondere Land einmal persönlich zu erleben.Gerade einmal zwei Flugstunden trennen den Münchner Flughafen vom Baltikum. Bereits die Ankunft in Tallinn gibt einen ersten Eindruck. Am Flughafen Lennart Meri, benannt nach dem ehemaligen estnischen Präsident, hielt selbiger 1996 spontan eine Pressekonferenz auf der Flughafentoilette um auf deren schlechten Zustand aufmerksam zu machen. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Gemütliche Sessel laden zum entspannen in einer Leseecke ein, ein Klavier steht für Musikliebhaber zur Verfügung. Wer es lieber sportlich mag, dem bietet die Tischtennisplatte in der Abflughalle Abwechslung vor oder zwischen den Flügen.Von hier aus geht es mit dem Bus in die Stadt selbst, vorbei an alten sowjetischen Industrieanlagen, nebst modernen Einkaufstempeln, vorbei an alten sowjetischen Wohnblöcken nebst modernen internationalen Restaurants aus aller Welt. Es scheint fast so, als befinde sich die Welt in einem Wandel und Estland ist nicht am Rande sondern mittendrin dabei.

Auf nach Tallinn

Nach der Ankunft in der estnischen Hauptstadt empfängt den Besucher das mächtige Stadttor umgeben von einer imposanten Stadtmauer. Aber diese Mauern waren stets durchlässig, leider auch im negativen Sinne. „Wer Estland erobern wollte, der hat Estland auch erobert“, bemerkt der lokale Touristenführer mit leicht schwarzem Humor.TalinnEinst waren es dänische Kaufleute, welche sich am finnischen Meerbusen niederließen. Von ihnen stammt der heutige Name der Stadt Taani- linn, die dänische Stadt, kurz Tallinn. Sie eroberten 1219 die Festung, welche zuvor von der estnischen Bevölkerung erbaut wurde. Nach längeren Rivalitäten erlangte der Deutsche Orden 1346 die Herrschaft über die Stadt. Ihnen folgten 1549 die Schweden und später ab 1710 das russische Zarenreich. Im Zuge der aufkommenden Nationalbewegung erhielt Estland 1919 die Unabhängigkeit, ging aber zusammen mit Lettland und Litauen in die Geschichte als „Saisonstaat“ ein.Ein düsteres Kapitel der estnischen Geschichte ist der Zweite Weltkrieg, mit verheerenden Folgen für das Baltikum. Der deutsch- sowjetische Nichtangriffspakt, auch als Hitler-Stalin Pakt bekannt, beschloss die Aufteilung des Baltikums zwischen dem Deutsche Reich und der Sowjetunion. Infolgedessen besetzten im Juni 1940 sowjetische Truppen die estnische Hauptstadt. Ihnen folgte die Wehrmacht im Zuge des Sowjetfeldzuges 1941. Zunächst noch als Befreier freudig empfangen, fiel die gesamte verblieben jüdische Bevölkerung Estland dem Gräueltaten des Nationalsozialismus zum Opfer. Nach dem Rückzug der deutschen Truppen wurde Estland 1945 eine sowjetische Teilrepublik. Viele Esten, sahen sich darauf gezwungen ihre Heimat zu verlassen und etwa in die USA oder Australien ins Exil zu gehen. Das Valkalager in Nürnberg, benannt nach der estnischen Grenzstadt, war einst das größte Flüchtlingslager Bayerns. Im Zuge der „singenden Revolution“ erlangte Estland 1991 seine Unabhängigkeit zurück, wurde Mitglied der Nato und der Europäischen Union 2004.Dieser bewegten Geschichte ist das „Okkupationsmuseum“ gewidmet. Anhand von Exponaten und Filmaufnahmen wird diese wechselreiche Geschichte erlebbar.

Viele Spuren ein Gefühl

Wer nach Tallinn wollte, der kam nach Tallinn und hat seine Spuren hinterlassen. Ein Spaziergang auf breiten Stadtmauern zeigt die verschiedenen Einflüsse, welche die Stadt einst geprägt haben. So steht das estnische Parlament etwa direkt neben der russisch orthodoxen Alexander-Newski Kathedrale. Das Viruhotel aus vergangenen sowjetischen Tagen reiht sich direkt an „Viru Keskus“, das größte Einkaufszentrum Estlands, ein Anziehungspunkt für Mode, Kunst und Kultur auf dem Baltikum.Wer es schließlich auf sich nimmt die 123 Meter eine enge Wendeltreppe hinaufzusteigen, dem offenbart sich vom Turm der Oleviste Kirk ein wunderbarer Blick über die gesamte Stadt. Auf dieser Höhe werden die vielen Spuren, deutlich, welche sich durch die estnische Geschichte ziehen. Im Zentrum steht die mittelalterliche Stadt, welche vom einstigen Leben der Menschen auf dem Baltikum berichtet. Hier findet sich der Rathausplatz mit seinen historischen Bauten, welche von der reichen Geschichte als Handelsstadt erzählen. Zur linken befindet sich der alte Hafen, der einst das Tor zur Freiheit nach Finnland und die Ostsee bedeutete, direkt neben Bauten aus der sowjetischen Zeit. Zur rechten stehen gläserne Hochhäuser und Einkaufszentren, welche von der neuen Zeit künden.

Digital und doch daheim

TalinnEinst war es das Radio, welches die Esten mit sich und der Welt verband. Zu Zeiten der Sowjetunion war das Singen von patriotischen Liedern wie der estnischen Nationalhymne verboten. Jedoch erklang jeden Abend aus dem nahen Finnland über Radio Yle die Melodie der estnischen Nationalhymne. Während der „Singenden Revolution“ spielte sie eine wichtige Rolle. Hier kamen Esten zusammen um für ihre Unabhängigkeit zu singen.Heute ist es wie an vielen Orten das Internet, welches die Esten mit dem Rest der Welt verbindet. Das kleine baltische Land gilt der „baltische Tiger“ in Sachen Digitalisierung. In Tallinn ist es praktisch von überall aus möglich, kostenlos ins Internet zu gehen - hier befinden sich viele IT Einrichtungen der NATO und der Europäischen Union.Wer nun Lust bekommen hat, kann sogar nach Estland auf elektronischem Wege einwandern. Die e-residency ermöglicht es nicht-estnischen Staatsbürgern elektronisch Unternehmen zu gründen, Behördengänge zu erledigen oder Steuern zu zahlen. Lediglich heiraten geschieht noch analog auf dem Standesamt.

Auf ins Reisibüro

So fremd und kühl die Esten dabei manchmal erscheinen mögen, so ist doch vieles vertraut. Dank der Model European Union Tallinn war ein tiefer Einblick in Land und Leute möglich. Bis heute sind die Spuren der einstigen Deutschbalten im Stadtbild erkennbar, war doch eine der ersten Eindrücke direkt nach der Ankunft aus München die Saksa Kök, das deutsche Haus.Alles in allem erscheinen die Esten als ein bescheidenes, zurückhaltendes aber stolzes Volk, das sich seiner eigenen Geschichte bewusst ist. Der erste Kontakt wirkte dabei etwas kühl, doch gelingt es die Sympathie eines Esten oder einer Estin zu gewinnen, so ist diese authentisch und das fröhliche, beschwingte Gemüt tritt hervor. Hierbei hilft die Kenntnis zumindest einzelner estnischen Ausdrücken sehr und wird auch sehr wertgeschätzt. Estnisch mag sicherlich kompliziert sein, doch wer sich traut den Mund aufzumachen, dem kann es mühelos gelingen viele estnische Herzen zu öffnen.Es lohnt sich auf jeden Fall einen Blick in diese ungewöhnliche Sprache zu werfen, um doch einiges vertrautes wieder zu entdecken. Bis 1889 war Deutsch sogar die Amtssprache in Tallinn. Also auf ins Reisebüro und nagemiseni Tallin.

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