backview.eu http://backview.eu Online Journalismus von jungen Medienmachern Sun, 01 Jul 2018 11:27:54 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.8 TIERVERSUCHEhttp://backview.eu/tierversuche/ http://backview.eu/tierversuche/#comments Fri, 27 Apr 2018 12:14:11 +0000 http://backview.eu/?p=27414 Tierversuche

Tierversuche

Maus LaborZu Beginn unseres Titelthemas gibt Martin Knauer einen Überblick, welche Tierarten eigentlich für Tierversuche verwendet werden:

Fast 3 Millionen Tiere werden in Deutschland jedes Jahr für wissenschaftliche Zwecke verwendet. In der gesamte EU sind es jährlich fast 12 Millionen Tiere. Wir klären in diesem Artikel auf, welche Tierarten es am häufigsten trifft in der Europäischen Union.

Kommentar TierversucheAntje Kellos schreibt in einem Kommentar, warum es in der medizinischen Forschung nicht ohne Tierversuche geht:

Ich bin nicht zwingend Fan von Tierversuchen – dennoch finde ich es etwas heuchlerisch, wenn Menschen – ohne darüber nachzudenken – Tierversuche jeglicher Art verurteilen. Denn der Großteil des bisherigen medizinischen Fortschrittes der Menschheit wäre kaum oder zumindest nicht so schnell möglich gewesen. Und auch in Zukunft wünscht sich jeder ein möglichst langes Leben – mit Heilungsmöglichkeiten für jede auftretende Krankheit. Ohne Tierversuche, nur schwer möglich.

Katze TierversucheSchließlich schreibt Amy Graham einen Kommentar zu Tierversuchen mit Katzen:

Ein Katzenbaby – neun Tage alt, halb so groß, wie meine Hand – liegt betäubt auf einem blank poliertem Tisch. Das kleine Plüschknäuel mit dem frech verstrubbelten rot-weißen Fell auf dem Köpfchen wird noch ein paar Tage benötigen, um sehen und laufen zu können. Jemand im hellgrünen Kittel durchtrennt ihm den äußeren Augenmuskel mit einem winzigen Skalpell. Dann werden vorsichtig die Schädeldecke geöffnet und ein kleines Kästchen mit Elektroden eingesetzt.

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Tierversuche

TierversucheMaus LaborZu Beginn unseres Titelthemas gibt Martin Knauer einen Überblick, welche Tierarten eigentlich für Tierversuche verwendet werden:
Fast 3 Millionen Tiere werden in Deutschland jedes Jahr für wissenschaftliche Zwecke verwendet. In der gesamte EU sind es jährlich fast 12 Millionen Tiere. Wir klären in diesem Artikel auf, welche Tierarten es am häufigsten trifft in der Europäischen Union.
Kommentar TierversucheAntje Kellos schreibt in einem Kommentar, warum es in der medizinischen Forschung nicht ohne Tierversuche geht:
Ich bin nicht zwingend Fan von Tierversuchen – dennoch finde ich es etwas heuchlerisch, wenn Menschen – ohne darüber nachzudenken – Tierversuche jeglicher Art verurteilen. Denn der Großteil des bisherigen medizinischen Fortschrittes der Menschheit wäre kaum oder zumindest nicht so schnell möglich gewesen. Und auch in Zukunft wünscht sich jeder ein möglichst langes Leben – mit Heilungsmöglichkeiten für jede auftretende Krankheit. Ohne Tierversuche, nur schwer möglich.
Katze TierversucheSchließlich schreibt Amy Graham einen Kommentar zu Tierversuchen mit Katzen:
Ein Katzenbaby – neun Tage alt, halb so groß, wie meine Hand – liegt betäubt auf einem blank poliertem Tisch. Das kleine Plüschknäuel mit dem frech verstrubbelten rot-weißen Fell auf dem Köpfchen wird noch ein paar Tage benötigen, um sehen und laufen zu können. Jemand im hellgrünen Kittel durchtrennt ihm den äußeren Augenmuskel mit einem winzigen Skalpell. Dann werden vorsichtig die Schädeldecke geöffnet und ein kleines Kästchen mit Elektroden eingesetzt.

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Medizinischer Fortschritt geht nicht ohne Tierversuchehttp://backview.eu/medizinischer-fortschritt-tierversuche/ http://backview.eu/medizinischer-fortschritt-tierversuche/#comments Fri, 27 Apr 2018 11:13:49 +0000 http://backview.eu/?p=27412 Kommentar Tierversuche

Ich bin nicht zwingend Fan von Tierversuchen - dennoch finde ich es etwas heuchlerisch, wenn Menschen - ohne darüber nachzudenken - Tierversuche jeglicher Art verurteilen. Denn der Großteil des bisherigen medizinischen Fortschrittes der Menschheit wäre kaum oder zumindest nicht so schnell möglich gewesen. Und auch in Zukunft wünscht sich jeder ein möglichst langes Leben - mit Heilungsmöglichkeiten für jede auftretende Krankheit. Ohne Tierversuche, nur schwer möglich.

[divide]

Kommentar Tierversuche

So hart es auch klingen mag - medizinischer Fortschritt funktioniert nur durch Probieren, Testen, Misserfolg und irgendwann auch Erfolg. Wer also möchte, dass wir Menschen möglichst gesund und ohne Krankheiten durch unser möglichst langes Leben kommen, der kann seine Augen vor medizinischen Tests nicht verschließen. Und diese medizinischen Tests von neuen Wegen, Medikamenten und Behandlungsmethoden sind nun mal nicht mit menschlichen Versuchsobjekten machbar. Da wird wohl auch jeder zustimmen. Die Gefahr von Fehlbehandlungen und Schäden ist einfach zu groß.

Ein Blick auf die insgesamt vorhandenen Tiere in Deutschland zeigt übrigens, von welcher Menge an Tieren wir bezüglich der Tierversuche eigentlich sprechen. Denn 99 Prozent aller Nutztiere in Deutschland werden für die Ernährung eingesetzt. Nur 0,26 Prozent sind Versuchstiere. Rechnet man das um auf einen Bürger in Deutschland, so werden während seines gesamten Lebens circa 2 Mäuse für Tierversuche eingesetzt.

Und es ist falsch, zu denken, dass medizinischer Fortschritt auch ohne Tierversuche möglich wäre. Denn der Prozess in der Forschung ist extrem langwierig und auch komplex, bevor ein Medikament schließlich auf den Markt kommt und für uns Menschen zugänglich gemacht wird.

Davor stehen jede Menge Grundlagenforschung, um überhaupt erst einmal den richtigen Weg einschlagen zu können. Es geht nicht ohne Tests. Und es geht nicht mit Tests an Menschen. Gute und verlässliche Ergebnisse kann es aber nur geben, wenn an menschenähnlichen Organismen und System getestet werden kann. Denn nur dann sind die Erfahrungen und Erkenntnisse auch nützlich und übertragbar auf den Menschen.

Spannend finde ich noch den Gedanken, in Zukunft auf Computermodelle zu setzen. Doch dafür haben wir nach wie vor viel zu wenig Ahnung von biologischen Systemen und Vorgängen. Es ist gerade bei noch unbekannten und neuartigen Tests nahezu unmöglich, die Ergebnisse exakt vorherzusagen. Wir können diese Komplexität derzeit und auch in naher Zukunft nicht per Computer simulieren.

Wir wollen medizinischen Fortschritt. Und er war durchaus erfolgreich in den vergangenen Jahrzehnten. Denn noch vor 100 Jahren starben 2 Drittel der Menschen in Deutschland vor ihrem 60. Geburtstag. Heute sterben weniger als 10 Prozent so jung. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung hat der medizinische Fortschritt und haben damit auch Tierversuche.

Es geht also (leider) nicht ohne Tierversuche - zumindest nicht in der medizinischen Forschung.

 

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Kommentar Tierversuche

Ich bin nicht zwingend Fan von Tierversuchen - dennoch finde ich es etwas heuchlerisch, wenn Menschen - ohne darüber nachzudenken - Tierversuche jeglicher Art verurteilen. Denn der Großteil des bisherigen medizinischen Fortschrittes der Menschheit wäre kaum oder zumindest nicht so schnell möglich gewesen. Und auch in Zukunft wünscht sich jeder ein möglichst langes Leben - mit Heilungsmöglichkeiten für jede auftretende Krankheit. Ohne Tierversuche, nur schwer möglich.[divide]Kommentar TierversucheSo hart es auch klingen mag - medizinischer Fortschritt funktioniert nur durch Probieren, Testen, Misserfolg und irgendwann auch Erfolg. Wer also möchte, dass wir Menschen möglichst gesund und ohne Krankheiten durch unser möglichst langes Leben kommen, der kann seine Augen vor medizinischen Tests nicht verschließen. Und diese medizinischen Tests von neuen Wegen, Medikamenten und Behandlungsmethoden sind nun mal nicht mit menschlichen Versuchsobjekten machbar. Da wird wohl auch jeder zustimmen. Die Gefahr von Fehlbehandlungen und Schäden ist einfach zu groß.Ein Blick auf die insgesamt vorhandenen Tiere in Deutschland zeigt übrigens, von welcher Menge an Tieren wir bezüglich der Tierversuche eigentlich sprechen. Denn 99 Prozent aller Nutztiere in Deutschland werden für die Ernährung eingesetzt. Nur 0,26 Prozent sind Versuchstiere. Rechnet man das um auf einen Bürger in Deutschland, so werden während seines gesamten Lebens circa 2 Mäuse für Tierversuche eingesetzt.Und es ist falsch, zu denken, dass medizinischer Fortschritt auch ohne Tierversuche möglich wäre. Denn der Prozess in der Forschung ist extrem langwierig und auch komplex, bevor ein Medikament schließlich auf den Markt kommt und für uns Menschen zugänglich gemacht wird.Davor stehen jede Menge Grundlagenforschung, um überhaupt erst einmal den richtigen Weg einschlagen zu können. Es geht nicht ohne Tests. Und es geht nicht mit Tests an Menschen. Gute und verlässliche Ergebnisse kann es aber nur geben, wenn an menschenähnlichen Organismen und System getestet werden kann. Denn nur dann sind die Erfahrungen und Erkenntnisse auch nützlich und übertragbar auf den Menschen.Spannend finde ich noch den Gedanken, in Zukunft auf Computermodelle zu setzen. Doch dafür haben wir nach wie vor viel zu wenig Ahnung von biologischen Systemen und Vorgängen. Es ist gerade bei noch unbekannten und neuartigen Tests nahezu unmöglich, die Ergebnisse exakt vorherzusagen. Wir können diese Komplexität derzeit und auch in naher Zukunft nicht per Computer simulieren.Wir wollen medizinischen Fortschritt. Und er war durchaus erfolgreich in den vergangenen Jahrzehnten. Denn noch vor 100 Jahren starben 2 Drittel der Menschen in Deutschland vor ihrem 60. Geburtstag. Heute sterben weniger als 10 Prozent so jung. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung hat der medizinische Fortschritt und haben damit auch Tierversuche.Es geht also (leider) nicht ohne Tierversuche - zumindest nicht in der medizinischen Forschung. 

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Diese Tierarten werden für Tierversuche verwendethttp://backview.eu/tierarten-bei-tierversuchen/ http://backview.eu/tierarten-bei-tierversuchen/#comments Fri, 27 Apr 2018 10:12:36 +0000 http://backview.eu/?p=27407 Maus Labor

Fast 3 Millionen Tiere werden in Deutschland jedes Jahr für wissenschaftliche Zwecke verwendet. In der gesamte EU sind es jährlich fast 12 Millionen Tiere. Wir klären in diesem Artikel auf, welche Tierarten es am häufigsten trifft in der Europäischen Union.[divide]

Maus Labor

Von den nahezu 12 Millionen Tieren, die jedes Jahr in der EU "verbraucht" werden für Tierversuche, geht alleine ein Viertel auf das Konto von Deutschland. Nur in Frankreich ist die Zahl noch höher. Die Europäische Union hat zuletzt 2011 einen europäischen Vergleich mit offiziellen Zahlen veröffentlicht. Das Thema scheint also nicht zu den wichtigsten zu gehören.

Noch dazu kommt der Faktor der Intransparenz. Denn viele Unternehmen oder Einrichtungen züchten selbst Tiere, die sie für wissenschaftliche Zwecke verwenden und töten diese danach einfach wieder. Gemeldet wird dann in der Regel natürlich nur ein Grundstock an Tieren. Durchsichtig ist das nicht für Außenstehende.

Tierarten für Tierversuche in der EU

Die nachfolgende Tabelle zeigt, welche Tierarten für Versuche in der Europäischen Union verwendet werden:
[table id=14 /]

Die Tabelle zeigt, dass mehr als 80 Prozent der Versuchstiere Nager und Kaninchen sind. Danach folgen kaltblütige Tiere mit 12,4 Prozent, wozu Reptilien, Amphibien und Fische gehören. An dritter Position folgen Vögel mit 5,9 Prozent. Zu Artio- und Perissodactyla gehören Pferde, Esel und ihre Kreuzungen (Perissodactyla) sowie Schweine, Ziegen, Schafe und Rinder (Artiodactyla). Der Anteil der Fleischfresser (zu denen auch Hunde und Katzen gehören) an den 2011 verwendeten Versuchstieren betrug 0,25 Prozent.

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Maus Labor

Fast 3 Millionen Tiere werden in Deutschland jedes Jahr für wissenschaftliche Zwecke verwendet. In der gesamte EU sind es jährlich fast 12 Millionen Tiere. Wir klären in diesem Artikel auf, welche Tierarten es am häufigsten trifft in der Europäischen Union.[divide]Maus LaborVon den nahezu 12 Millionen Tieren, die jedes Jahr in der EU "verbraucht" werden für Tierversuche, geht alleine ein Viertel auf das Konto von Deutschland. Nur in Frankreich ist die Zahl noch höher. Die Europäische Union hat zuletzt 2011 einen europäischen Vergleich mit offiziellen Zahlen veröffentlicht. Das Thema scheint also nicht zu den wichtigsten zu gehören.Noch dazu kommt der Faktor der Intransparenz. Denn viele Unternehmen oder Einrichtungen züchten selbst Tiere, die sie für wissenschaftliche Zwecke verwenden und töten diese danach einfach wieder. Gemeldet wird dann in der Regel natürlich nur ein Grundstock an Tieren. Durchsichtig ist das nicht für Außenstehende.

Tierarten für Tierversuche in der EU

Die nachfolgende Tabelle zeigt, welche Tierarten für Versuche in der Europäischen Union verwendet werden: [table id=14 /]Die Tabelle zeigt, dass mehr als 80 Prozent der Versuchstiere Nager und Kaninchen sind. Danach folgen kaltblütige Tiere mit 12,4 Prozent, wozu Reptilien, Amphibien und Fische gehören. An dritter Position folgen Vögel mit 5,9 Prozent. Zu Artio- und Perissodactyla gehören Pferde, Esel und ihre Kreuzungen (Perissodactyla) sowie Schweine, Ziegen, Schafe und Rinder (Artiodactyla). Der Anteil der Fleischfresser (zu denen auch Hunde und Katzen gehören) an den 2011 verwendeten Versuchstieren betrug 0,25 Prozent.

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Weil wir es könnenhttp://backview.eu/tierversuche-katzen/ http://backview.eu/tierversuche-katzen/#comments Fri, 27 Apr 2018 09:11:32 +0000 http://backview.eu/?p=27405 Katze Tierversuche

Ein Katzenbaby – neun Tage alt, halb so groß, wie meine Hand - liegt betäubt auf einem blank poliertem Tisch. Das kleine Plüschknäuel mit dem frech verstrubbelten rot-weißen Fell auf dem Köpfchen wird noch ein paar Tage benötigen, um sehen und laufen zu können. Jemand im hellgrünen Kittel durchtrennt ihm den äußeren Augenmuskel mit einem winzigen Skalpell. Dann werden vorsichtig die Schädeldecke geöffnet und ein kleines Kästchen mit Elektroden eingesetzt.[divide]

Etwa drei Wochen später, wenn die schlimmen Wunden verheilt sind und das kleine Wesen beginnen würde, die Welt zu erkunden und Erfahrungen zu sammeln, kommen die Männer und Frauen in ihren Kitteln zurück. Sie klemmen Drähte an die Anschlüsse des Gehirns und speisen darüber visuelle Reize ein, wie Blitze, Farben oder Formen. Der kleine Kopf ist arretiert und ein Schlauch geht in seinen Körper, der es mit einer Elektrolytlösung versorgt. Die Prozedur dauert drei nicht enden wollende Stunden. Es sind die letzten Stunden der Katze, die anstelle des Namens eine Nummer trägt. Nach dem Experiment wird sie getötet.

Katze TierversucheDie Forscher, die sich für den Visuellen Cortex interessieren, machen ein paar Haken auf einem Formular und werten im Anschluss Diagramme aus. Dann wird dem nächsten Katzenwelpen mit einer Lösung das Gehör zerstört – im Namen der Wissenschaft. Alleine in deutschen Tierversuchslaboren leiden jedes Jahr um die drei Millionen Tiere. Nicht jedes Tier stirbt oder wird nach dem Versuch getötet. Manche werden über Jahre hinweg gequält. Vorwiegend betrifft es Mäuse in den Versuchslaboren, aber auch Ratten, Fische, Kaninchen, Katzen, Meerschweinchen, Schweine, Hunde und Affen. Im Rahmen des StGB gelten Tiere als Sachen. Sie haben in der Welt der Menschen keine Rechte, doch werden sie manchmal in deren Bestimmungen erwähnt.

Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen (§1 des Tierschutzgesetzes). Der Staat schützt die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung (Grundgesetz).
Es sind Gesetze wie diese, die sich dem Schutz der Tiere annehmen, aber maßgeblich die Halter und Besitzer schützt. Der Gesetzgeber sagt, dass Tiere dem Menschen weder gleichgestellt, noch für seine Nutzung verboten sind. Das menschliche Grund-recht nach Freiheit der Forschung wird damit kaum berührt.

Fast könnte man meinen, dass unser tapsiger Katzenwelpe ordentlich Glück gehabt hat, denn mit diesen Gesetzen dürften die Elektroden nur unter Narkose in sein Gehirn gepflanzt werden. Dabei muss ich mich fragen, warum es überhaupt Tierversuche gibt, und stoße auf das Zusammenspiel der Organe, die bei separierter Untersuchung (gezüchteter Organe) eine komplexe Störung völlig anders aussehen lässt. Die Wissenschaftler versuchen, Heilmittel gegen Krankheiten zu finden, oder forschen ohne größeres Ziel für neue Erkenntnisse. Bei diesen Versuchen wird alles an den Tieren manipuliert, was möglich ist. Die Reaktion aller möglichen Mittel und Substanzen wird auf unterschied-lichste Weise getestet, Verhaltensstudien in Extremsituationen und grundlegende Vorgänge des Körpers gehören zum Standardwerk.

Wenngleich erwiesen ist, dass sich die Ergebnisse kaum auf den Menschen übertragen lassen, werden konsequent Tiere geopfert. 90 Prozent aller an Tieren für gut befundene Medikamente bekommen keine Zulassung, weil sie beim Menschen nicht oder völlig anders als erwartet wirken. Das ist nicht verwunderlich. Selbst wenn die Genome einer Maus zu 99 Prozent dem eines Menschen ähneln, sind Tiere überaus unterschiedlich. Selbst Menschen untereinander reagieren völlig verschieden auf ein und dieselbe Ansteckung oder Medikation. Warum sollte also ein Versuch bei einer völlig anderen Art und unter Laborbedingungen gehaltvolle Ergebnisse liefern? Aus meiner Sicht tut es das nur mit enorm hohem Aufwand, der in keiner Relation zum Leid der Tiere steht.

Der Wissenstand über die komplexen Strukturen der Biologie und des Lebens sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Aber wir tappen weiterhin in tiefer Wissensdunkelheit, kennen nur einen Bruchteil der real existierenden Vitamine, Spurenelemente und Botenstoffe. Bis heute kann kein Wissenschaftler erklären, was Leben ist und warum es funktioniert. Genau aus diesem Grund wird mithilfe von Tieren im Trüben gefischt, um vielleicht wieder ein neues Körnchen Wahrheit zu entdecken.
Immerhin brachten Tierversuche in der Vergangenheit enorme Kenntnisse für die Medizin und das generelle Verständnis zur Biologie. Neben etlichen anderen Erkenntnissen entdeckte man dadurch den genetischen Code oder die Ursachen für Wahrnehmungsstörungen. Antibiotika, Impfstoffe gegen Krankheiten wie Kinderlähmung (Polio) und Insulin wurden durch Tierversuche entdeckt.

Finanziert wird das Ganze durch Steuergelder in Milliardenhöhe. Tierversuche sind unglaublich lukrativ und komplexe Industriezweige verdienen daran. Wer will das große Geschäft schon freiwillig beenden? Also wird fleißig weiter gequält. Moral bringt schließlich kein Geld. Genau wie in der Massentierzucht wird unter Beachtung einiger Auflagen in den Laboren das generelle Verbot der Tierquälerei ausgehebelt. Im Gesetzestext heißt es da-zu: Die Leiden der Versuchstiere sind auf ein unerlässliches Maß zu beschränken. Wer mit Tieren Experimentieren möchte, kann dies bei staatlich verordneten Tierversuchen genehmigungsfrei tun. Was kaum bekannt ist. Denn es gibt zahlreiche Gesetze, Richtlinien und Verordnungen, die zu Tierversuchen zwingen. Zum Beispiel müssen laut PETA noch in diesem Jahr ca. 30.000 geläufige Chemikalien im Tierversuch erneut auf ihre Giftigkeit überprüft werden. Diese Versuche werden voraussichtlich weit über 45 Millionen Tiere nicht überleben.

Die Menschen tun dies, weil sie neugierig und schlicht dazu in der Lage sind. Sie bauen ja auch Atombomben, weil sie es können, obwohl sie genau wissen, dass die Benutzung die Länder für mehrer Hunderttausend Jahre radioaktiv belastet. Der Forscherdrang und der Ehrgeiz nach Ruhm und Erfolg sind offenbar stärker als ethische Werte.

Über die Tiere selbst ist nicht viel bekannt. Die Forschung nach menschenähnlichen Verhaltensweisen (also den Anthropomorphismen) bei Tieren war lange Zeit verpönt. Jede Spezies hat seine eigene Auffassung von der Welt. Die jeweiligen Sinne, mit denen jedes Lebewesen mit der Umwelt in Kontakt tritt, unterscheiden sich von den Fähigkeiten des Menschen teils so drastisch, dass wir unfähig sind, sie zu begreifen. Die Fledermaus geht zielsicher bei völliger Dunkelheit auf die Jagd. Sie nutzt ihr Echolot. Der Wolf wittert seine Beute über mehrer Kilometer Entfernung, der Adler besitzt flexible Linsen in den Augen, mit den er bis zu 1000 Metern scharf sehen kann, Tauben haben einen Magnetsinn, womit sie ihren Standpunkt auf der Erdkugel bestimmen können, Insekten reagieren auf Infrarotstrahlung und Seehunde orten die Umgebung mit ihren Barthaaren.

Und die Menschen wollen verstehen, wie Tiere die Welt erfassen und ob sie Gefühle haben? Das bezweifle ich. Wer mit Tieren zusammenlebt, bemerkt ihre Eigenheiten. Sie geben situationsbedingte Laute von sich, gehen Bindungen ein, trauern, freuen sich und leiden. Tiere überleben nicht in der Natur, wenn sie die Stärksten sind, sondern weil sie Kooperieren, fürsorglich sind und ihren Lebensraum gemeinsam gestalten. Es gibt Forscher, die Säugetieren die Fähigkeit zur Empathie nachgewiesen haben. Je nach Gattung unterscheiden sich diese Merkmale mal mehr und mal weniger von denen eines Menschen. Es liegt demnach im Bereich des Möglichen, dass Tiere auf ihre Weise denken und träumen können. Und zwar abseits der Vorstellungskraft des Menschen. Haben wir nur deswegen das Recht Millionen Tiere zu quälen, weil wir sie nicht verstehen oder ihnen schlicht überlegen sind? Tierversuche sind nicht nur unethisch und methodenkritisch, sondern bringen die Forschung kaum noch voran. Sie erfüllen damit nicht einmal den eigentlichen Zweck.

Wir sollten die Verfahrensweisen unserer Vorfahren überdenken, wie wir uns auch sonst weiterentwickelt haben. Denn es gibt durchaus Alternativen zu Tierversuchen. Leider werden durch festgefahrene Strukturen alternative Methoden kaum finanziert. Mit tierversuchsfreien Verfahren wie permanente Zellkulturen oder so genannte Co-Kulturen, Bakterien oder Bioreaktoren lassen sich selbst komplexe Strukturen des menschlichen Körpers nachempfinden. Darüber hinaus können die bisherigen Erfahrungen in leistungsstarke Simulationen eingespeist werden, womit deutlich vielfältiger und effektiver möglichen Reaktionen erforscht werden können. Heute kann das Verhalten auf molekularer Ebene bereits sehr anschaulich simuliert werden. Es gibt eine Reihe weiterer Verfahren, die Tierversuche überflüssig machen.

Langzeitgifte, Hirnforschung am offenen Schädel, Futter- und Schlafentzug, verätzte Augen, mehrfaches Organversagen, Schläuche und Drähte am Kopf, am Bauch, Geschwülste, Verstrahlungen, Verstümmelungen, Todeskämpfe, Schreie und endlose Qualen. Ersparen wir dem nächsten kleinen Katzenwelpen und allen anderen Tieren das Leid und fangen an, jegliches Leben zu respektieren. Die Menschen sollten intelligent und mächtig genug sein, um die Wächter der Erde und des Lebens zu sein. Doch bis dahin scheint ein langer Weg vor uns zu liegen. Denn dazu gehört ebenso die allumfassende ethische Verpflichtung.

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Katze Tierversuche

Ein Katzenbaby – neun Tage alt, halb so groß, wie meine Hand - liegt betäubt auf einem blank poliertem Tisch. Das kleine Plüschknäuel mit dem frech verstrubbelten rot-weißen Fell auf dem Köpfchen wird noch ein paar Tage benötigen, um sehen und laufen zu können. Jemand im hellgrünen Kittel durchtrennt ihm den äußeren Augenmuskel mit einem winzigen Skalpell. Dann werden vorsichtig die Schädeldecke geöffnet und ein kleines Kästchen mit Elektroden eingesetzt.[divide]Etwa drei Wochen später, wenn die schlimmen Wunden verheilt sind und das kleine Wesen beginnen würde, die Welt zu erkunden und Erfahrungen zu sammeln, kommen die Männer und Frauen in ihren Kitteln zurück. Sie klemmen Drähte an die Anschlüsse des Gehirns und speisen darüber visuelle Reize ein, wie Blitze, Farben oder Formen. Der kleine Kopf ist arretiert und ein Schlauch geht in seinen Körper, der es mit einer Elektrolytlösung versorgt. Die Prozedur dauert drei nicht enden wollende Stunden. Es sind die letzten Stunden der Katze, die anstelle des Namens eine Nummer trägt. Nach dem Experiment wird sie getötet.Katze TierversucheDie Forscher, die sich für den Visuellen Cortex interessieren, machen ein paar Haken auf einem Formular und werten im Anschluss Diagramme aus. Dann wird dem nächsten Katzenwelpen mit einer Lösung das Gehör zerstört – im Namen der Wissenschaft. Alleine in deutschen Tierversuchslaboren leiden jedes Jahr um die drei Millionen Tiere. Nicht jedes Tier stirbt oder wird nach dem Versuch getötet. Manche werden über Jahre hinweg gequält. Vorwiegend betrifft es Mäuse in den Versuchslaboren, aber auch Ratten, Fische, Kaninchen, Katzen, Meerschweinchen, Schweine, Hunde und Affen. Im Rahmen des StGB gelten Tiere als Sachen. Sie haben in der Welt der Menschen keine Rechte, doch werden sie manchmal in deren Bestimmungen erwähnt.Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen (§1 des Tierschutzgesetzes). Der Staat schützt die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung (Grundgesetz). Es sind Gesetze wie diese, die sich dem Schutz der Tiere annehmen, aber maßgeblich die Halter und Besitzer schützt. Der Gesetzgeber sagt, dass Tiere dem Menschen weder gleichgestellt, noch für seine Nutzung verboten sind. Das menschliche Grund-recht nach Freiheit der Forschung wird damit kaum berührt.Fast könnte man meinen, dass unser tapsiger Katzenwelpe ordentlich Glück gehabt hat, denn mit diesen Gesetzen dürften die Elektroden nur unter Narkose in sein Gehirn gepflanzt werden. Dabei muss ich mich fragen, warum es überhaupt Tierversuche gibt, und stoße auf das Zusammenspiel der Organe, die bei separierter Untersuchung (gezüchteter Organe) eine komplexe Störung völlig anders aussehen lässt. Die Wissenschaftler versuchen, Heilmittel gegen Krankheiten zu finden, oder forschen ohne größeres Ziel für neue Erkenntnisse. Bei diesen Versuchen wird alles an den Tieren manipuliert, was möglich ist. Die Reaktion aller möglichen Mittel und Substanzen wird auf unterschied-lichste Weise getestet, Verhaltensstudien in Extremsituationen und grundlegende Vorgänge des Körpers gehören zum Standardwerk.Wenngleich erwiesen ist, dass sich die Ergebnisse kaum auf den Menschen übertragen lassen, werden konsequent Tiere geopfert. 90 Prozent aller an Tieren für gut befundene Medikamente bekommen keine Zulassung, weil sie beim Menschen nicht oder völlig anders als erwartet wirken. Das ist nicht verwunderlich. Selbst wenn die Genome einer Maus zu 99 Prozent dem eines Menschen ähneln, sind Tiere überaus unterschiedlich. Selbst Menschen untereinander reagieren völlig verschieden auf ein und dieselbe Ansteckung oder Medikation. Warum sollte also ein Versuch bei einer völlig anderen Art und unter Laborbedingungen gehaltvolle Ergebnisse liefern? Aus meiner Sicht tut es das nur mit enorm hohem Aufwand, der in keiner Relation zum Leid der Tiere steht.Der Wissenstand über die komplexen Strukturen der Biologie und des Lebens sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Aber wir tappen weiterhin in tiefer Wissensdunkelheit, kennen nur einen Bruchteil der real existierenden Vitamine, Spurenelemente und Botenstoffe. Bis heute kann kein Wissenschaftler erklären, was Leben ist und warum es funktioniert. Genau aus diesem Grund wird mithilfe von Tieren im Trüben gefischt, um vielleicht wieder ein neues Körnchen Wahrheit zu entdecken. Immerhin brachten Tierversuche in der Vergangenheit enorme Kenntnisse für die Medizin und das generelle Verständnis zur Biologie. Neben etlichen anderen Erkenntnissen entdeckte man dadurch den genetischen Code oder die Ursachen für Wahrnehmungsstörungen. Antibiotika, Impfstoffe gegen Krankheiten wie Kinderlähmung (Polio) und Insulin wurden durch Tierversuche entdeckt.Finanziert wird das Ganze durch Steuergelder in Milliardenhöhe. Tierversuche sind unglaublich lukrativ und komplexe Industriezweige verdienen daran. Wer will das große Geschäft schon freiwillig beenden? Also wird fleißig weiter gequält. Moral bringt schließlich kein Geld. Genau wie in der Massentierzucht wird unter Beachtung einiger Auflagen in den Laboren das generelle Verbot der Tierquälerei ausgehebelt. Im Gesetzestext heißt es da-zu: Die Leiden der Versuchstiere sind auf ein unerlässliches Maß zu beschränken. Wer mit Tieren Experimentieren möchte, kann dies bei staatlich verordneten Tierversuchen genehmigungsfrei tun. Was kaum bekannt ist. Denn es gibt zahlreiche Gesetze, Richtlinien und Verordnungen, die zu Tierversuchen zwingen. Zum Beispiel müssen laut PETA noch in diesem Jahr ca. 30.000 geläufige Chemikalien im Tierversuch erneut auf ihre Giftigkeit überprüft werden. Diese Versuche werden voraussichtlich weit über 45 Millionen Tiere nicht überleben.Die Menschen tun dies, weil sie neugierig und schlicht dazu in der Lage sind. Sie bauen ja auch Atombomben, weil sie es können, obwohl sie genau wissen, dass die Benutzung die Länder für mehrer Hunderttausend Jahre radioaktiv belastet. Der Forscherdrang und der Ehrgeiz nach Ruhm und Erfolg sind offenbar stärker als ethische Werte.Über die Tiere selbst ist nicht viel bekannt. Die Forschung nach menschenähnlichen Verhaltensweisen (also den Anthropomorphismen) bei Tieren war lange Zeit verpönt. Jede Spezies hat seine eigene Auffassung von der Welt. Die jeweiligen Sinne, mit denen jedes Lebewesen mit der Umwelt in Kontakt tritt, unterscheiden sich von den Fähigkeiten des Menschen teils so drastisch, dass wir unfähig sind, sie zu begreifen. Die Fledermaus geht zielsicher bei völliger Dunkelheit auf die Jagd. Sie nutzt ihr Echolot. Der Wolf wittert seine Beute über mehrer Kilometer Entfernung, der Adler besitzt flexible Linsen in den Augen, mit den er bis zu 1000 Metern scharf sehen kann, Tauben haben einen Magnetsinn, womit sie ihren Standpunkt auf der Erdkugel bestimmen können, Insekten reagieren auf Infrarotstrahlung und Seehunde orten die Umgebung mit ihren Barthaaren.Und die Menschen wollen verstehen, wie Tiere die Welt erfassen und ob sie Gefühle haben? Das bezweifle ich. Wer mit Tieren zusammenlebt, bemerkt ihre Eigenheiten. Sie geben situationsbedingte Laute von sich, gehen Bindungen ein, trauern, freuen sich und leiden. Tiere überleben nicht in der Natur, wenn sie die Stärksten sind, sondern weil sie Kooperieren, fürsorglich sind und ihren Lebensraum gemeinsam gestalten. Es gibt Forscher, die Säugetieren die Fähigkeit zur Empathie nachgewiesen haben. Je nach Gattung unterscheiden sich diese Merkmale mal mehr und mal weniger von denen eines Menschen. Es liegt demnach im Bereich des Möglichen, dass Tiere auf ihre Weise denken und träumen können. Und zwar abseits der Vorstellungskraft des Menschen. Haben wir nur deswegen das Recht Millionen Tiere zu quälen, weil wir sie nicht verstehen oder ihnen schlicht überlegen sind? Tierversuche sind nicht nur unethisch und methodenkritisch, sondern bringen die Forschung kaum noch voran. Sie erfüllen damit nicht einmal den eigentlichen Zweck.Wir sollten die Verfahrensweisen unserer Vorfahren überdenken, wie wir uns auch sonst weiterentwickelt haben. Denn es gibt durchaus Alternativen zu Tierversuchen. Leider werden durch festgefahrene Strukturen alternative Methoden kaum finanziert. Mit tierversuchsfreien Verfahren wie permanente Zellkulturen oder so genannte Co-Kulturen, Bakterien oder Bioreaktoren lassen sich selbst komplexe Strukturen des menschlichen Körpers nachempfinden. Darüber hinaus können die bisherigen Erfahrungen in leistungsstarke Simulationen eingespeist werden, womit deutlich vielfältiger und effektiver möglichen Reaktionen erforscht werden können. Heute kann das Verhalten auf molekularer Ebene bereits sehr anschaulich simuliert werden. Es gibt eine Reihe weiterer Verfahren, die Tierversuche überflüssig machen.Langzeitgifte, Hirnforschung am offenen Schädel, Futter- und Schlafentzug, verätzte Augen, mehrfaches Organversagen, Schläuche und Drähte am Kopf, am Bauch, Geschwülste, Verstrahlungen, Verstümmelungen, Todeskämpfe, Schreie und endlose Qualen. Ersparen wir dem nächsten kleinen Katzenwelpen und allen anderen Tieren das Leid und fangen an, jegliches Leben zu respektieren. Die Menschen sollten intelligent und mächtig genug sein, um die Wächter der Erde und des Lebens zu sein. Doch bis dahin scheint ein langer Weg vor uns zu liegen. Denn dazu gehört ebenso die allumfassende ethische Verpflichtung.

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Schatten der Veränderunghttp://backview.eu/wandel-zur-einzelgaengergesellschaft/ http://backview.eu/wandel-zur-einzelgaengergesellschaft/#comments Thu, 12 Apr 2018 17:32:42 +0000 http://backview.eu/schatten-der-vererung/ Gesellschaft

Ein Blick auf Deutschlands Straßen zeigt: Immer häufiger stechen sie aus der Menge heraus - aus dem Alltag gerissene, unzufriedene, orientierungslose, pessimistische, oder auch unter Dauerstress stehende Gesichter. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen Mienen? Ist es die schleichende Veränderung in unserer Gesellschaft, die sich immer mehr und mehr zu einer Einzelgängergesellschaft ohne jegliche Wertevorstellungen entwickelt?[divide]

GesellschaftEs scheint als wachse der Frust den Menschen über den Kopf und verdränge das gemeinsame Miteinander, irgendwo hin wo der Pfeffer wächst. Heute ist der Einzelkämpfer angesagter als je zuvor. Doch durch den Verlust des Gemeinschaftsgefühls, ist auch eine starke Konkurrenz entstanden, die sich in den verschiedensten Lebenslagen widerspiegelt.

Viele Individuen unserer Gesellschaft sind nicht mehr in der Lage diesem hohen Druckgefühl oder auch Stress, den der Wettbewerb mit sich bringt, standzuhalten, oder sich der sich immer weiter entwickelnden Veränderung anzupassen. Dies führt wiederum dazu, dass viele in der Entwicklung und Entfaltung auf dem Weg zur Verwirklichung ihrer Selbst scheitern, oder zumindest gehemmt werden. Menschen, die sich auf der Suche nach dem „Eigenen Ich", soll heißen die eigene Identität, oder sich in sozialen Krisensituation befinden, neigen dazu die fehlende Stabilität, das fehlende Rückrat, oder auch den roten Faden in ihrem Leben anders wo zu suchen. Häufig befinden sich darunter auch Menschen die von den Hilfsorganisationen der Gesellschaft enttäuscht wurden. Viele Menschen sehen eine Lösung in einer „Alternativreligion", umgangssprachlich auch bekannt als Sekte - heutzutage wird der Begriff im Gegensatz zur Vergangenheit von einem abwertenden Charakter begleitet.

Die Definition einer Sekte ist schwierig und wird häufig umstritten diskutiert. Auf der einen Seite gibt es die Vertreter der Religionsfreiheit - die überzeugt und standhaft ihre Meinung vertreten, es sei falsch „Alternativreligionen" zu bewerten oder gar zu verbieten. Denn diese haben sich im Laufe der Zeit einfach nur von größeren Gemeinschaften abgespaltet. Auf der anderen Seite befinden sich die Vertreter uralter Traditionen und Glaubensrichtungen, die nicht in der Lage sind „Alternativreligionen" zu akzeptieren, weil diese eben nicht mit dem aktuellen Weltbild und den Moralvorstellungen der heutigen Zeit übereinstimmen.

Als Gründe für die Kritik werden häufig Aussagen genannt wie „Sekten würden sich bestimmter Methoden der Kontrolle bedienen, um auf diesem Wege Menschen von ihnen abhängig zu machen."

Dies geschehe unter anderem durch Führerpersonen, die kompetent genug seien, eine Antwort auf alle Fragen des Lebens parat zu haben, durch einen  hierarchischen Aufbau, der Verweigerung des eigenen Lebensstils, kritikloser Anpassung und Identifikation, Abschottung von der Umwelt und Beschränkung der eigenen Freiheit. Bestärkt werden diese Aussagen, durch diskriminierende und menschenverachtende Vorfälle. Gerade diese tauchen dann natürlich als Schlagzeilen in den Medien auf, wie z.B. sexueller Missbrauch innerhalb der Sekten, oder auch das in Kauf nehmen vom Tode eines Mitgliedes, durch das Verbot der Blutspende. Aufgrund ihres verfassungswidrigen Verhaltens werden in Deutschland einige Sekten beobachtet und stehen kurz davor sich ein Verbot einzufangen. An diesem Punkt entsteht die Frage: Ist es denn überhaupt erlaubt Menschen nach ihrer Glaubensrichtung, sowie auch nach deren Aspekten für die einschlagende Orientierung zu beurteilen oder gar zu verurteilen?

Akzeptanz oder Intoleranz? Dieser Spagat soll in den kommenden Tagen betrachtet werden. Ein endgültiges Urteil bleibt jedoch zum Glück jedem selbst überlassen.

Der Beitrag Schatten der Veränderung erschien zuerst auf backview.eu.

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Gesellschaft

Ein Blick auf Deutschlands Straßen zeigt: Immer häufiger stechen sie aus der Menge heraus - aus dem Alltag gerissene, unzufriedene, orientierungslose, pessimistische, oder auch unter Dauerstress stehende Gesichter. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen Mienen? Ist es die schleichende Veränderung in unserer Gesellschaft, die sich immer mehr und mehr zu einer Einzelgängergesellschaft ohne jegliche Wertevorstellungen entwickelt?[divide]GesellschaftEs scheint als wachse der Frust den Menschen über den Kopf und verdränge das gemeinsame Miteinander, irgendwo hin wo der Pfeffer wächst. Heute ist der Einzelkämpfer angesagter als je zuvor. Doch durch den Verlust des Gemeinschaftsgefühls, ist auch eine starke Konkurrenz entstanden, die sich in den verschiedensten Lebenslagen widerspiegelt.Viele Individuen unserer Gesellschaft sind nicht mehr in der Lage diesem hohen Druckgefühl oder auch Stress, den der Wettbewerb mit sich bringt, standzuhalten, oder sich der sich immer weiter entwickelnden Veränderung anzupassen. Dies führt wiederum dazu, dass viele in der Entwicklung und Entfaltung auf dem Weg zur Verwirklichung ihrer Selbst scheitern, oder zumindest gehemmt werden. Menschen, die sich auf der Suche nach dem „Eigenen Ich", soll heißen die eigene Identität, oder sich in sozialen Krisensituation befinden, neigen dazu die fehlende Stabilität, das fehlende Rückrat, oder auch den roten Faden in ihrem Leben anders wo zu suchen. Häufig befinden sich darunter auch Menschen die von den Hilfsorganisationen der Gesellschaft enttäuscht wurden. Viele Menschen sehen eine Lösung in einer „Alternativreligion", umgangssprachlich auch bekannt als Sekte - heutzutage wird der Begriff im Gegensatz zur Vergangenheit von einem abwertenden Charakter begleitet.Die Definition einer Sekte ist schwierig und wird häufig umstritten diskutiert. Auf der einen Seite gibt es die Vertreter der Religionsfreiheit - die überzeugt und standhaft ihre Meinung vertreten, es sei falsch „Alternativreligionen" zu bewerten oder gar zu verbieten. Denn diese haben sich im Laufe der Zeit einfach nur von größeren Gemeinschaften abgespaltet. Auf der anderen Seite befinden sich die Vertreter uralter Traditionen und Glaubensrichtungen, die nicht in der Lage sind „Alternativreligionen" zu akzeptieren, weil diese eben nicht mit dem aktuellen Weltbild und den Moralvorstellungen der heutigen Zeit übereinstimmen.Als Gründe für die Kritik werden häufig Aussagen genannt wie „Sekten würden sich bestimmter Methoden der Kontrolle bedienen, um auf diesem Wege Menschen von ihnen abhängig zu machen."Dies geschehe unter anderem durch Führerpersonen, die kompetent genug seien, eine Antwort auf alle Fragen des Lebens parat zu haben, durch einen  hierarchischen Aufbau, der Verweigerung des eigenen Lebensstils, kritikloser Anpassung und Identifikation, Abschottung von der Umwelt und Beschränkung der eigenen Freiheit. Bestärkt werden diese Aussagen, durch diskriminierende und menschenverachtende Vorfälle. Gerade diese tauchen dann natürlich als Schlagzeilen in den Medien auf, wie z.B. sexueller Missbrauch innerhalb der Sekten, oder auch das in Kauf nehmen vom Tode eines Mitgliedes, durch das Verbot der Blutspende. Aufgrund ihres verfassungswidrigen Verhaltens werden in Deutschland einige Sekten beobachtet und stehen kurz davor sich ein Verbot einzufangen. An diesem Punkt entsteht die Frage: Ist es denn überhaupt erlaubt Menschen nach ihrer Glaubensrichtung, sowie auch nach deren Aspekten für die einschlagende Orientierung zu beurteilen oder gar zu verurteilen?Akzeptanz oder Intoleranz? Dieser Spagat soll in den kommenden Tagen betrachtet werden. Ein endgültiges Urteil bleibt jedoch zum Glück jedem selbst überlassen.

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Das Ostermeme – oder was das Evangelium 4.0 für die Gesellschaft 4.0 bedeutethttp://backview.eu/evangelium-4-0/ http://backview.eu/evangelium-4-0/#comments Sun, 01 Apr 2018 09:20:19 +0000 http://backview.eu/?p=27393 Papst Meme

Vom Eise befreit sind Ströme und Bäche, der Frühling beginnt. An diesem Sonntag feiern Christinnen und Christen weltweit die Auferstehung Jesu Christi, das Osterfest. „Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Über das Evangelium 4.0 in einer Gesellschaft 4.0.

[divide]

Es ist Zeit für diese Zeit

Nichts ist beständiger als der Wandel. „Die Zeit ist die wichtigste Zutat im Rezept des Lebens“, stellte der Begründer der Evolutionstheorie Charles Darwin einst fest. Begeben wir uns an den Anfang der Zeit, so finden wir hier einfach gebaute Einzeller vor. Sie vermehren sich, indem sie einander kopieren. Irgendwann erkennen die Einzeller die Möglichkeiten sich zusammen zu schließen. Sie werden zu Mehrzellern. Aus ihnen entstehen die Gene, schließlich der Mensch selbst. Aufgabe der Gene ist es nun, sich selbst zu vermehren, zu erhalten und weiterzugeben. Dies geschieht auf zwei Weisen.

Zum einen sorgen die Gene für das reibungslose Funktionieren des Organismus selbst, sie regulieren die Wechselwirkungen der Organe zu einander, integrieren sie. Zum anderen treten die Gene aber auch in Wechselwirkung mit der Umwelt. Hier konkurrieren verschiedene Lebewesen darum bei begrenzten Ressourcen die eigenen Gene weiterzugeben um die eigene Spezies zu erhalten. „Die Entstehung der Arten“ geschieht durch die Mechanismen von Adaption, Variation und Selektion. Anders ausgedrückt, jene die sich am besten an ihre Umwelt anpassen, überleben und vermehren sich. Kurzum, jeder Organismus ist ein Abbild seiner Umwelt, an die er sich immer wieder anpassen muss.

Papst Meme

Ist die Religion nicht mehr zeitgemäß?

„Atheismus ist fast immer ein Zeichen für eine gesunde geistige Unabhängigkeit und sogar für einen gesunden Geist," so schreibt es der Evolutionsbiologe Richard Dawkins in seinem Werk, „Der Gotteswahn“. Betrachtet man die aktuellen Zahlen, so kann diesem auf den ersten Blick auch nicht wirklich widersprochen werden. Die größte Religionsgruppe in Deutschland sind mittlerweile die Religionslosen, welche nicht mehr organisiert in Religionen an Gott glauben.

„Gott ist tot“, so postuliertes es einmal der Nihilist Friedrich Nietzsche. Aber dennoch ist Gott nicht wirklich totzukriegen. Die etablierte Kirche befindet sich in einer Krise. Freikirchen, Esoterik erleben dennoch einen neuen Zulauf. Viele wissenschaftliche Erkenntnisse sprechen dagegen, gelang es doch über Jahrtausende nicht einen stichhaltigen Beweis für Gott zu finden. „Ich bin durch den Weltraum geflogen, aber Gott habe ich dort nicht gesehen“, merkte der erste Kosmonaut Juri Gagarin einst. Viele religiöse Vorstellungen wurden bereits wissenschaftlich wiederlegt, aber die Religion hält sich. Der Evolutionsbiologe und bekennende Atheist Richard Dawkins meint: „Gott ist das erfolgreichste Meme der Menschheit.“

Gott ist ein Meme

Was ist Gott? Was ist ein Meme? Bereits vor über 40.000 Jahren in den Höhlen von El Castillo verbreiteten unsere Vorfahren Memes. Diese Höhlenmalereien zählen zu den ältesten der Welt. Heute ist das Wort Meme vor allem aus dem digitalen Kosmos dem Zeitalter des Internet bekannt. Aber hinter den so lustigen, teils banalen Bildern steckt eine ganze Hochkultur.

Im Jahre 1976 prägte Dawkins den Begriff des „Selfish Meme“. Hierin beschreibt der Evolutionstheoretiker in Analogie zur biologischen eine kulturelle Evolution der Menschheit. Meme stehen analog für Gene, abgeleitet von der griechischen Nymphe Mneme, die Muse der Erinnerung. In anderen Worten steht Meme im griechischen für μιμεῖσθαι (nachahmen), im französischen für même (gleich) bzw. im englischen für mime, das Gedächtnis, die Erinnerung.

„We hold these truth to be self-evident, that all men are created equal”, erinnern wir uns an die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung. Auch wenn noch mehr als 100 Jahre bis Entdeckung der Genetik vergehen sollten, war diese Hypothese schon damals biologisch richtig. 1972 wies der Biologe Richard Lewtonian nach, dass alle Menschen 99,9% der Gene teilen. Nur 0,1% unterscheiden sie. Aber diese 0,1% ermöglichten die weltweite Ausbreitung der Menschheit.

„Macht euch die Erde untertan“, lautet der göttliche Auftrag. Heute bevölkern mehr als 7,5 Milliarden Menschen die Erde. Sie sprechen über 6.500 Sprachen, praktizieren verschiedene Kulturen und Religionen. Allein vier Milliarden davon glauben an einen einzigen Gott. Dies ist ein Meme. Analog zur biologischen Evolution mit Genen, stehen Memes für die kulturelle Evolution, sich verschiedenen Lebensbedingungen anzupassen und Gemeinschaften zu bilden. „Die Religion ist das Opium des Volkes“, kritisierte der Philosoph Karl Marx. Aber sie leistet eine wichtige Funktion. Sie gab den Gesellschaften Orientierung, Identität und einen Sinn über die Rolle des Menschen in der Welt nachzudenken. Sie schuf eine gesellschaftliche Ordnung. Daher konnte sich die Religion als kulturelles Meme langfristig durchsetzen, sich anpassen. Memes sind kulturelle Ideen, welche wie Gene gespeichert, verbreitet und verändert werden. Memes sind somit das Abbild von sozialen Organismen an ihre jeweilige Umwelt.

Drehen wir uns im Kreis?

Erstaunlicherweise erlebt die Religion derzeit ein Revival, denkt man etwa an das Aufkommen des politischen Islams oder die Beschwörung einer christlichen Leitkultur. Alles schon einmal da gewesen? Vielleicht drehen wir uns im Kreis, wie der Kondratieff Zyklus vermuten lässt.

Mittlerweile sind mehr als vier Milliarden Menschen mit und über das Internet vernetzt. Technologisch stehen wir an der Spitze des Fortschritts. Sei dies in Gesundheit, Landwirtschaft oder einem gestiegenen Lebensstandard, betrachtet man die Zahlen geht es so gut wie nie zuvor. „Die Wahl der Technologie, die wir gebrauchen, bestimmt die Art, wie wir leben“. Die Erklärung für die Rückkehr des Nationalismus, Regionalisierung, Besinnung auf die eigene Identität findet sich in diesem Zitat des Science- Fiction Autors Charles Stross. Es beschreibt in anderen Worten den Kondratieff Zyklus des russischen Ökonomen Nikolai Kondratieff.

Hierin beschreibt der Ökonom das Prinzip der langen Wellen, einen regelmäßigen Zyklus auf Aufschwung, Stagnation und Abschwung für die Weltwirtschaft. Ausgangspunkt eines jeden Zyklus ist der Mangel einer entscheidenden Ressource. Der Konkurrenzkampf um das begrenzte Gut führt zu gesellschaftlicher Instabilität. Um diesen Mangel zu begegnen benötigt es eine Basistechnologie. Diese stellt die Stabilität wieder her, ordnet die Gesellschaft anders.

Die Erfindung der Dampfmaschine begegnete dem Mangel an mechanischer Energie. Mithilfe dieser Innovation wurde die industrielle Produktion eingeleitet. Gleichzeitig entstand damit einhergehend das Großbürgertum der Fabrikbesitzer und Investoren. Sie forderten gegenüber dem Adel ihre Mitsprache an Staat und Politik ein. Es kam zur französischen Revolution.

Im Zuge gestiegener Produktivität der Landwirtschaft konnten mehr Menschen ernährt werden. Da sie auf dem Land nicht mehr gebraucht wurden, zogen sie in die Städte, das Proletariat entstand. In den aufkommenden Großstädten sorgten sie für die nötige Arbeitskraft und trieben die wirtschaftliche Expansion weiter voran. Dies geht solange gut, solange die neuen Technologien auch weiterhin wirtschaftlich sind, einen zusätzlichen Gewinn erwirtschaften. Irgendwann hatten alle Fabriken Dampfmaschinen. Ein zusätzlicher Gewinn war nicht mehr zu erwarten. Es kam zum Abschwung, Hungernöte und Revolten prägten die Epoche um 1840.

Auf den 1. Kondratieff folgte der 2. Kondratieff mit der Erfindung der Eisenbahn, welche das Problem des Transportes von Waren überwand. Im 3. Kondratieff gab die Elektrifizierung neue Energie für Gesellschaft. Der Aufschwung zeigt sich im Lebensgefühl der Roaring Twenties. Allerding fand der Abschwung sein Ende in den Folgen des Faschismus und 2. Weltkrieges. Hierauf folgte das Zeitalter des Fordismus aus Massenproduktion und Massenkonsum. Sichere Arbeitsplätzte ermöglichten den Individualismus brachten das Zeitalter der 1968, der Hippies.

„Das Internet? Gibt es denn Blödsinn immer noch?“, fragt sich der Digitalisierungsexperte Homer Simpson zurecht. Nichts hat unsere Gesellschaft so verändert wie der Computer. Digitale Rechenkapazitäten schufen die Grundlage für Entstehung einer globalen Weltwirtschaft. Immer bessere Rechenleistungen brachten immer höhere Produktivität hervor.

Obwohl es der Menschheit im materiellen Wohlstand so gut geht wie nie zuvor, erleben Nationalismus, Populismus und die Betonung der eigenen Religion einen neuen Zulauf. Es scheint so, als ginge die Evolution rückwärts, alles wieder auf Anfang, wie es einmal wäre.

Leitet uns die Leitkultur?

„Ich bin ein Gegner der Religion. Sie lehrt uns, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen," rechtfertigt sich der bekennende Atheist Richard Dawkins nicht an Gott zu glauben. Gerade durchleben wir die Industrialisierung 4.0. Doch haben wir die Gesellschaft 4.0 dazu? Die soziale Spaltung in Arm und Reich, die digitale Spaltung in Digital Natives und Digital Immigrant, jenen, welche die Digitalisierung verstehen und jenen die nicht, sie sind Zeichen einer neuen sozialen Instabilität. Zeitgleich ist die Produktivität der Computer an ein Ende gekommen. Zwar können die digitalen Begleiter immer komplexere Aufgaben lösen, aber nur weil ein Computer tausend Mal schneller wird, wird ein Mensch nicht tausendmal kreativer.

Meme or not to meme, what does it mean? Das ist nun die große Frage.
Unsere Genen dienen dazu unseren biologischen Mechanismus zu erhalten, sie halten uns als Menschen am Leben, stabilisieren unsere Existenz mit unserer Umwelt. Memes dienen dazu unsere kulturellen Mechanismen zu erhalten, sie halten uns als Gesellschaft am Leben, stabilisieren unsere Existenz mit anderen Menschen, geben uns einen Platz in der Gesellschaft.

„Der Islam gehört (nicht) zu Deutschland“. Welchen Platz haben Muslime und andere Bekenntnisse in einer „christlichen Leitkultur“? Hieran scheiden sich gerade die Zeitgeister. Obwohl religiöse und gesellschaftliche Zwänge überwunden zu sein scheinen, erleben gerade alte Narrative von Heimat, Nation, Religion, der Betonung der eigenen Identität ein Comeback. Auf diese Weise soll durch Narrativen die eigene Gesellschaft stabilisiert werden gegenüber äußeren Einflüssen. Memes wie „Volk“ sind ein Reaktion auf eine sich verändernde Umwelt.

Was bedeutet das Evangelium 4.0 für eine Gesellschaft 4.0?

„Was heißt denn Volk? Sind Christ und Jude eher Christ und Jude, als Mensch? Ah! Wenn ich einen mehr in Euch gefunden hätte, dem es genügt, ein Mensch zu heißen!“ Dieser Sinnspruch beschreibt die Rolle von Religionen in der Ringparabel von Nathan dem Weisen.

Umbrüche und die Sinnsuche in einer globalen, grenzenlosen und zeitlosen Welt sind Zeichen für den Beginn eines Paradigmenwechsel. Alte Muster greifen immer weniger in Zeiten einer weltweiten Vernetzung. Fakenews, Cyberangriffe, Radikalisierung prägen das negative Bild. Es scheint so als haben wir die Kontrolle über die Geister verloren, die wir einst selber riefen.

Wie soll es nun weitergehen? Wir haben so viele Informationen wie nie zuvor, doch wissen wir nicht, was wir tun sollen. „Was wir wissen ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ist ein Ozean“. Dieser Ausspruch Isaac Newtons beschreibt den Beginn eines neuen Kondratieff Zyklus. Algorithmen übernehmen immer mehr Aufgaben. Ausgangspunkt für Instabilität ist die Konkurrenz und der Mangel an Wissen. Wissen wie wir miteinander umgehen als Menschen. Computer können das tun, was wir ihnen vorgeben. Menschen können den Sinn dahinter sehen. In seinem Werkt „Himmel 4.0“ sieht der Zukunftsforscher Erik Händeler eine neue Chance für die Frohe Botschaft, was Evangelium aus dem Griechischen übersetzt bedeutet.

Memes sind nur erfolgreich, wenn sie sich vermehren und durchsetzen können. Dafür müssen sie sich ihrer Umwelt anpassen können. Rezessive Memes wie Nationalismus und Abgrenzung gegenüber dem anderen werden leider wieder dominant, da es schwierig ist sich zu ändern. Genauso wie Gene verändern sich auch Memes. Das Evangelium darf in diesem Sinne nicht als ausschließend, sondern als einschließend für alle gelten, geleitet vom Prinzip der Nächstenliebe.

Mehr denn je erfordert es heute ein Zusammenwirken der gesamten Menschheit Antworten auf die großen globalen Fragen zu finden, sei dies im Freundeskreis, in der Gesellschaft oder Welt. Die große Frage der Zukunft wird lauten“ Wie werden wir, wie werden wir miteinander leben?“. „Liebe dich selbst wie deinen Nächsten“, lautet die christliche Botschaft. Es ist Aufgabe ein Miteinander der verschiedenen Religionen, der verschiedenen Memes unserer kulturellen Prägungen zu schaffen. Dies kann nicht alleine gelingen, sondern nur zusammen. Gott ist ein Meme, weil seine (Nicht)-Existenz unsere kulturelle Evolution geprägt hat, einen Sinn für das Leben gibt. Die Osterbotschaft Jesu lautet: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt der wird leben“. Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein frohes Osterfest.

Der Beitrag Das Ostermeme – oder was das Evangelium 4.0 für die Gesellschaft 4.0 bedeutet erschien zuerst auf backview.eu.

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Papst Meme

Vom Eise befreit sind Ströme und Bäche, der Frühling beginnt. An diesem Sonntag feiern Christinnen und Christen weltweit die Auferstehung Jesu Christi, das Osterfest. „Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Über das Evangelium 4.0 in einer Gesellschaft 4.0.[divide]

Es ist Zeit für diese Zeit

Nichts ist beständiger als der Wandel. „Die Zeit ist die wichtigste Zutat im Rezept des Lebens“, stellte der Begründer der Evolutionstheorie Charles Darwin einst fest. Begeben wir uns an den Anfang der Zeit, so finden wir hier einfach gebaute Einzeller vor. Sie vermehren sich, indem sie einander kopieren. Irgendwann erkennen die Einzeller die Möglichkeiten sich zusammen zu schließen. Sie werden zu Mehrzellern. Aus ihnen entstehen die Gene, schließlich der Mensch selbst. Aufgabe der Gene ist es nun, sich selbst zu vermehren, zu erhalten und weiterzugeben. Dies geschieht auf zwei Weisen.Zum einen sorgen die Gene für das reibungslose Funktionieren des Organismus selbst, sie regulieren die Wechselwirkungen der Organe zu einander, integrieren sie. Zum anderen treten die Gene aber auch in Wechselwirkung mit der Umwelt. Hier konkurrieren verschiedene Lebewesen darum bei begrenzten Ressourcen die eigenen Gene weiterzugeben um die eigene Spezies zu erhalten. „Die Entstehung der Arten“ geschieht durch die Mechanismen von Adaption, Variation und Selektion. Anders ausgedrückt, jene die sich am besten an ihre Umwelt anpassen, überleben und vermehren sich. Kurzum, jeder Organismus ist ein Abbild seiner Umwelt, an die er sich immer wieder anpassen muss.Papst Meme

Ist die Religion nicht mehr zeitgemäß?

„Atheismus ist fast immer ein Zeichen für eine gesunde geistige Unabhängigkeit und sogar für einen gesunden Geist," so schreibt es der Evolutionsbiologe Richard Dawkins in seinem Werk, „Der Gotteswahn“. Betrachtet man die aktuellen Zahlen, so kann diesem auf den ersten Blick auch nicht wirklich widersprochen werden. Die größte Religionsgruppe in Deutschland sind mittlerweile die Religionslosen, welche nicht mehr organisiert in Religionen an Gott glauben.„Gott ist tot“, so postuliertes es einmal der Nihilist Friedrich Nietzsche. Aber dennoch ist Gott nicht wirklich totzukriegen. Die etablierte Kirche befindet sich in einer Krise. Freikirchen, Esoterik erleben dennoch einen neuen Zulauf. Viele wissenschaftliche Erkenntnisse sprechen dagegen, gelang es doch über Jahrtausende nicht einen stichhaltigen Beweis für Gott zu finden. „Ich bin durch den Weltraum geflogen, aber Gott habe ich dort nicht gesehen“, merkte der erste Kosmonaut Juri Gagarin einst. Viele religiöse Vorstellungen wurden bereits wissenschaftlich wiederlegt, aber die Religion hält sich. Der Evolutionsbiologe und bekennende Atheist Richard Dawkins meint: „Gott ist das erfolgreichste Meme der Menschheit.“

Gott ist ein Meme

Was ist Gott? Was ist ein Meme? Bereits vor über 40.000 Jahren in den Höhlen von El Castillo verbreiteten unsere Vorfahren Memes. Diese Höhlenmalereien zählen zu den ältesten der Welt. Heute ist das Wort Meme vor allem aus dem digitalen Kosmos dem Zeitalter des Internet bekannt. Aber hinter den so lustigen, teils banalen Bildern steckt eine ganze Hochkultur.Im Jahre 1976 prägte Dawkins den Begriff des „Selfish Meme“. Hierin beschreibt der Evolutionstheoretiker in Analogie zur biologischen eine kulturelle Evolution der Menschheit. Meme stehen analog für Gene, abgeleitet von der griechischen Nymphe Mneme, die Muse der Erinnerung. In anderen Worten steht Meme im griechischen für μιμεῖσθαι (nachahmen), im französischen für même (gleich) bzw. im englischen für mime, das Gedächtnis, die Erinnerung.„We hold these truth to be self-evident, that all men are created equal”, erinnern wir uns an die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung. Auch wenn noch mehr als 100 Jahre bis Entdeckung der Genetik vergehen sollten, war diese Hypothese schon damals biologisch richtig. 1972 wies der Biologe Richard Lewtonian nach, dass alle Menschen 99,9% der Gene teilen. Nur 0,1% unterscheiden sie. Aber diese 0,1% ermöglichten die weltweite Ausbreitung der Menschheit.„Macht euch die Erde untertan“, lautet der göttliche Auftrag. Heute bevölkern mehr als 7,5 Milliarden Menschen die Erde. Sie sprechen über 6.500 Sprachen, praktizieren verschiedene Kulturen und Religionen. Allein vier Milliarden davon glauben an einen einzigen Gott. Dies ist ein Meme. Analog zur biologischen Evolution mit Genen, stehen Memes für die kulturelle Evolution, sich verschiedenen Lebensbedingungen anzupassen und Gemeinschaften zu bilden. „Die Religion ist das Opium des Volkes“, kritisierte der Philosoph Karl Marx. Aber sie leistet eine wichtige Funktion. Sie gab den Gesellschaften Orientierung, Identität und einen Sinn über die Rolle des Menschen in der Welt nachzudenken. Sie schuf eine gesellschaftliche Ordnung. Daher konnte sich die Religion als kulturelles Meme langfristig durchsetzen, sich anpassen. Memes sind kulturelle Ideen, welche wie Gene gespeichert, verbreitet und verändert werden. Memes sind somit das Abbild von sozialen Organismen an ihre jeweilige Umwelt.

Drehen wir uns im Kreis?

Erstaunlicherweise erlebt die Religion derzeit ein Revival, denkt man etwa an das Aufkommen des politischen Islams oder die Beschwörung einer christlichen Leitkultur. Alles schon einmal da gewesen? Vielleicht drehen wir uns im Kreis, wie der Kondratieff Zyklus vermuten lässt.Mittlerweile sind mehr als vier Milliarden Menschen mit und über das Internet vernetzt. Technologisch stehen wir an der Spitze des Fortschritts. Sei dies in Gesundheit, Landwirtschaft oder einem gestiegenen Lebensstandard, betrachtet man die Zahlen geht es so gut wie nie zuvor. „Die Wahl der Technologie, die wir gebrauchen, bestimmt die Art, wie wir leben“. Die Erklärung für die Rückkehr des Nationalismus, Regionalisierung, Besinnung auf die eigene Identität findet sich in diesem Zitat des Science- Fiction Autors Charles Stross. Es beschreibt in anderen Worten den Kondratieff Zyklus des russischen Ökonomen Nikolai Kondratieff.Hierin beschreibt der Ökonom das Prinzip der langen Wellen, einen regelmäßigen Zyklus auf Aufschwung, Stagnation und Abschwung für die Weltwirtschaft. Ausgangspunkt eines jeden Zyklus ist der Mangel einer entscheidenden Ressource. Der Konkurrenzkampf um das begrenzte Gut führt zu gesellschaftlicher Instabilität. Um diesen Mangel zu begegnen benötigt es eine Basistechnologie. Diese stellt die Stabilität wieder her, ordnet die Gesellschaft anders.Die Erfindung der Dampfmaschine begegnete dem Mangel an mechanischer Energie. Mithilfe dieser Innovation wurde die industrielle Produktion eingeleitet. Gleichzeitig entstand damit einhergehend das Großbürgertum der Fabrikbesitzer und Investoren. Sie forderten gegenüber dem Adel ihre Mitsprache an Staat und Politik ein. Es kam zur französischen Revolution.Im Zuge gestiegener Produktivität der Landwirtschaft konnten mehr Menschen ernährt werden. Da sie auf dem Land nicht mehr gebraucht wurden, zogen sie in die Städte, das Proletariat entstand. In den aufkommenden Großstädten sorgten sie für die nötige Arbeitskraft und trieben die wirtschaftliche Expansion weiter voran. Dies geht solange gut, solange die neuen Technologien auch weiterhin wirtschaftlich sind, einen zusätzlichen Gewinn erwirtschaften. Irgendwann hatten alle Fabriken Dampfmaschinen. Ein zusätzlicher Gewinn war nicht mehr zu erwarten. Es kam zum Abschwung, Hungernöte und Revolten prägten die Epoche um 1840.Auf den 1. Kondratieff folgte der 2. Kondratieff mit der Erfindung der Eisenbahn, welche das Problem des Transportes von Waren überwand. Im 3. Kondratieff gab die Elektrifizierung neue Energie für Gesellschaft. Der Aufschwung zeigt sich im Lebensgefühl der Roaring Twenties. Allerding fand der Abschwung sein Ende in den Folgen des Faschismus und 2. Weltkrieges. Hierauf folgte das Zeitalter des Fordismus aus Massenproduktion und Massenkonsum. Sichere Arbeitsplätzte ermöglichten den Individualismus brachten das Zeitalter der 1968, der Hippies.„Das Internet? Gibt es denn Blödsinn immer noch?“, fragt sich der Digitalisierungsexperte Homer Simpson zurecht. Nichts hat unsere Gesellschaft so verändert wie der Computer. Digitale Rechenkapazitäten schufen die Grundlage für Entstehung einer globalen Weltwirtschaft. Immer bessere Rechenleistungen brachten immer höhere Produktivität hervor.Obwohl es der Menschheit im materiellen Wohlstand so gut geht wie nie zuvor, erleben Nationalismus, Populismus und die Betonung der eigenen Religion einen neuen Zulauf. Es scheint so, als ginge die Evolution rückwärts, alles wieder auf Anfang, wie es einmal wäre.

Leitet uns die Leitkultur?

„Ich bin ein Gegner der Religion. Sie lehrt uns, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen," rechtfertigt sich der bekennende Atheist Richard Dawkins nicht an Gott zu glauben. Gerade durchleben wir die Industrialisierung 4.0. Doch haben wir die Gesellschaft 4.0 dazu? Die soziale Spaltung in Arm und Reich, die digitale Spaltung in Digital Natives und Digital Immigrant, jenen, welche die Digitalisierung verstehen und jenen die nicht, sie sind Zeichen einer neuen sozialen Instabilität. Zeitgleich ist die Produktivität der Computer an ein Ende gekommen. Zwar können die digitalen Begleiter immer komplexere Aufgaben lösen, aber nur weil ein Computer tausend Mal schneller wird, wird ein Mensch nicht tausendmal kreativer.Meme or not to meme, what does it mean? Das ist nun die große Frage. Unsere Genen dienen dazu unseren biologischen Mechanismus zu erhalten, sie halten uns als Menschen am Leben, stabilisieren unsere Existenz mit unserer Umwelt. Memes dienen dazu unsere kulturellen Mechanismen zu erhalten, sie halten uns als Gesellschaft am Leben, stabilisieren unsere Existenz mit anderen Menschen, geben uns einen Platz in der Gesellschaft.„Der Islam gehört (nicht) zu Deutschland“. Welchen Platz haben Muslime und andere Bekenntnisse in einer „christlichen Leitkultur“? Hieran scheiden sich gerade die Zeitgeister. Obwohl religiöse und gesellschaftliche Zwänge überwunden zu sein scheinen, erleben gerade alte Narrative von Heimat, Nation, Religion, der Betonung der eigenen Identität ein Comeback. Auf diese Weise soll durch Narrativen die eigene Gesellschaft stabilisiert werden gegenüber äußeren Einflüssen. Memes wie „Volk“ sind ein Reaktion auf eine sich verändernde Umwelt.

Was bedeutet das Evangelium 4.0 für eine Gesellschaft 4.0?

„Was heißt denn Volk? Sind Christ und Jude eher Christ und Jude, als Mensch? Ah! Wenn ich einen mehr in Euch gefunden hätte, dem es genügt, ein Mensch zu heißen!“ Dieser Sinnspruch beschreibt die Rolle von Religionen in der Ringparabel von Nathan dem Weisen.Umbrüche und die Sinnsuche in einer globalen, grenzenlosen und zeitlosen Welt sind Zeichen für den Beginn eines Paradigmenwechsel. Alte Muster greifen immer weniger in Zeiten einer weltweiten Vernetzung. Fakenews, Cyberangriffe, Radikalisierung prägen das negative Bild. Es scheint so als haben wir die Kontrolle über die Geister verloren, die wir einst selber riefen.Wie soll es nun weitergehen? Wir haben so viele Informationen wie nie zuvor, doch wissen wir nicht, was wir tun sollen. „Was wir wissen ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ist ein Ozean“. Dieser Ausspruch Isaac Newtons beschreibt den Beginn eines neuen Kondratieff Zyklus. Algorithmen übernehmen immer mehr Aufgaben. Ausgangspunkt für Instabilität ist die Konkurrenz und der Mangel an Wissen. Wissen wie wir miteinander umgehen als Menschen. Computer können das tun, was wir ihnen vorgeben. Menschen können den Sinn dahinter sehen. In seinem Werkt „Himmel 4.0“ sieht der Zukunftsforscher Erik Händeler eine neue Chance für die Frohe Botschaft, was Evangelium aus dem Griechischen übersetzt bedeutet.Memes sind nur erfolgreich, wenn sie sich vermehren und durchsetzen können. Dafür müssen sie sich ihrer Umwelt anpassen können. Rezessive Memes wie Nationalismus und Abgrenzung gegenüber dem anderen werden leider wieder dominant, da es schwierig ist sich zu ändern. Genauso wie Gene verändern sich auch Memes. Das Evangelium darf in diesem Sinne nicht als ausschließend, sondern als einschließend für alle gelten, geleitet vom Prinzip der Nächstenliebe.Mehr denn je erfordert es heute ein Zusammenwirken der gesamten Menschheit Antworten auf die großen globalen Fragen zu finden, sei dies im Freundeskreis, in der Gesellschaft oder Welt. Die große Frage der Zukunft wird lauten“ Wie werden wir, wie werden wir miteinander leben?“. „Liebe dich selbst wie deinen Nächsten“, lautet die christliche Botschaft. Es ist Aufgabe ein Miteinander der verschiedenen Religionen, der verschiedenen Memes unserer kulturellen Prägungen zu schaffen. Dies kann nicht alleine gelingen, sondern nur zusammen. Gott ist ein Meme, weil seine (Nicht)-Existenz unsere kulturelle Evolution geprägt hat, einen Sinn für das Leben gibt. Die Osterbotschaft Jesu lautet: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt der wird leben“. Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein frohes Osterfest.

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Bunte Ostereierhttp://backview.eu/bunte-ostereier/ http://backview.eu/bunte-ostereier/#comments Wed, 28 Mar 2018 09:23:59 +0000 http://backview.eu/?p=27384 Osterei

Die anhaltende Kälte hält das frische Grün der Knospen noch zurück. Geduldig wartet die Natur, bis ihre Zeit gekommen ist. Schade, denn ich sehne mich nach der Wärme, dem Ende der kalten, dunklen Jahreszeit und dem Duft des Frühlings. Wenn ich derzeit durch die Straßen gehe, sehe ich bunt geschmückte Hecken und kleine, kahle Bäume mit Ostereiern daran. Es sind Eier von Hühnern, quasi ihre Jungen. Das Haushuhn ist übrigens eine Züchtung des in Asien beheimateten Bankivahuhns, das in seiner unveränderten Form eine Brutsaison von zwei bis drei Monaten hat, wobei in zirka zwanzig Tagen Brut durchschnittlich fünf neue Leben entstehen.[divide]

Jetzt ist Ostern. In dieser Zeit wird in den christlichen Ländern der tote Nachwuchs der Hennen in den Vorgärten zur Schau gestellt. Ach nein – das sind ja neuerdings Plastikeier und nicht mehr als bunt gefärbte Erdöltropfen. Doch stehen sie als Symbol für den Entwicklungsstatus eines eierlegendes Tieres.

Stellen wir uns doch einmal vor, die Entwicklung auf der Erde wäre etwas anders verlaufen und vor eintausend Jahren wären grüne Aliens gelandet, die für ein paar Tage im Jahr tote Menschenbabys an die Bäume hängen würden, bunt bemalt, und so viel die Äste tragen. Vielleicht würden die Aliens auch irgendwann die echten Babys gegen Attrappen aus Plastik tauschen. Dann hingen sie symbolträchtig für die Nachkommen der Menschen an den Bäumen. Eine makabere Vorstellung, wie ich finde. Doch warum tun wir Menschen das mit den Sprösslingen der Hühner?

Osterei

Das Ei stand bereits vor tausenden Jahren als Zeichen für das neue Leben, und Ostern für den Neubeginn des Jahres. Im Christentum wurde es schließlich zum Symbol für die Auferstehung Christi. Außen hart und kalt wie der Fels, und innen mit einem neuen Leben. Ganz nach der Geschichte der Auferstehung. Zudem kam, dass seit dem Mittelalter der Verzehr von Fleisch und Eierspeisen in der Fastenzeit vor Ostern verboten war. Die Hühnereier haben sich in dieser Zeit jedoch angesammelt. Um sie haltbar zu machen, wurden sie gekocht und zu Ostern gegessen. Die traditionelle Farbe des Ostereis war übrigens rot und stand für das Blut Christus. Ab dem zwölften Jahrhundert wurden die Eier zu Ostern bunt, beklebt, bemalt, ausgeblasen und mit Wachs verziert. Dazu erfand man Spiele wie Eierschlagen (ich denke gerade wieder daran, was jetzt die Aliens machen würden) und Eierlaufen.

Aber zu Ostern gibt es auch den Osterhasen, der angeblich die bunten Eier legt. Wie das Ei stand auch der Hase in den alten Legenden für die Fruchtbarkeit und den erwachenden Frühling. Es gab also Parallelen zwischen dem Hasen und dem Ei und irgendwie kam dann alles zusammen. Regional kannte man übrigens anstelle des Hasen auch den Osterfuchs, den Osterhahn oder Kuckuck, die sich aber allesamt nicht durchgesetzt haben.

Aber zurück zu den Eiern. Für die Produzenten ist Ostern die Hochsaison schlechthin. Verbraucht der durchschnittliche Deutsche knapp über zweihundert Eier pro Jahr, steigert sich der Konsum an den Ostertagen um das vier- bis fünffache. Etwa 40 Millionen Legehennen sorgen für den begehrten Nachschub. Ein Drittel davon wird im Ausland zugekauft.

Die Zuchtbedingungen sind in Deutschland zwar - für jedes einzelne Tier betrachtet - schlecht, aber oft immer noch besser als anderswo auf der Welt. Nebenbei bemerkt halte ich Freilandhaltung mit vier Quadratmeter Auslauf für einen Vogel mit dieser Größe für sadistisch. Wobei viele der Tiere, die in Gruppen von 10.000 Tieren gehalten werden, zwar die Möglichkeit hätten den Stall zu verlassen, aber in der Praxis dies niemals in ihrem Leben erreichen. Nun, das ist besser als Käfighaltung, bei der die Tiere auf einem Drahtgeflecht stehen müssen, ohne Sitzstange oder Nest. Etwa fünf Tiere sind bei dieser Methode auf engstem Raum zusammengepfercht, obwohl sie in ihrem natürlichen Lebensraum eher Abstand von Artgenossen brauchen. Aber das nur am Rande. Denn egal, wie sie gehalten werden, es bedeute lebenslange Folter für jedes einzelne Tier.

Und genau das ist es, wofür ich das Ei heute am Baum hängen sehe. Es steht für die Missachtung des Lebens, die der Mensch dem Tier, ja dem Leben selbst entgegen-bringt. Es steht für die Qual jedes einzelnen Lebens, was nie seine einzigartige Geschichte erleben durfte, sich entwickeln, erkunden und erfreuen konnte. Denn das Leben ist mehr als das bloße Sein. Es bedeutet zu fühlen, die Welt zu erfassen, die Sonne zu sehen, und enthält die Liebe und das Glück. Auch wenn es der ein oder andere nicht glauben mag, das gilt für jedes Leben, nicht nur für die Menschen.

Also hängen wir fleißig die Eier auf und bemalen sie schön bunt, wie es die Aliens mit den Babys tun würden. Und vergessen wir nicht die Bedeutung weit hinter den alten Traditionen, und gedenken jedem einzelnen Tier, das seine Lebenszeit mit unsäglichem Leid für uns opfern muss. Erinnern wir uns mit jedem bunten Ei an über 22 Milliarden Hühner auf dieser Welt und dass sie nie so leben dürfen, wie es ihnen gebührt.

Frohe Ostern.

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Osterei

Die anhaltende Kälte hält das frische Grün der Knospen noch zurück. Geduldig wartet die Natur, bis ihre Zeit gekommen ist. Schade, denn ich sehne mich nach der Wärme, dem Ende der kalten, dunklen Jahreszeit und dem Duft des Frühlings. Wenn ich derzeit durch die Straßen gehe, sehe ich bunt geschmückte Hecken und kleine, kahle Bäume mit Ostereiern daran. Es sind Eier von Hühnern, quasi ihre Jungen. Das Haushuhn ist übrigens eine Züchtung des in Asien beheimateten Bankivahuhns, das in seiner unveränderten Form eine Brutsaison von zwei bis drei Monaten hat, wobei in zirka zwanzig Tagen Brut durchschnittlich fünf neue Leben entstehen.[divide]Jetzt ist Ostern. In dieser Zeit wird in den christlichen Ländern der tote Nachwuchs der Hennen in den Vorgärten zur Schau gestellt. Ach nein – das sind ja neuerdings Plastikeier und nicht mehr als bunt gefärbte Erdöltropfen. Doch stehen sie als Symbol für den Entwicklungsstatus eines eierlegendes Tieres.Stellen wir uns doch einmal vor, die Entwicklung auf der Erde wäre etwas anders verlaufen und vor eintausend Jahren wären grüne Aliens gelandet, die für ein paar Tage im Jahr tote Menschenbabys an die Bäume hängen würden, bunt bemalt, und so viel die Äste tragen. Vielleicht würden die Aliens auch irgendwann die echten Babys gegen Attrappen aus Plastik tauschen. Dann hingen sie symbolträchtig für die Nachkommen der Menschen an den Bäumen. Eine makabere Vorstellung, wie ich finde. Doch warum tun wir Menschen das mit den Sprösslingen der Hühner?OstereiDas Ei stand bereits vor tausenden Jahren als Zeichen für das neue Leben, und Ostern für den Neubeginn des Jahres. Im Christentum wurde es schließlich zum Symbol für die Auferstehung Christi. Außen hart und kalt wie der Fels, und innen mit einem neuen Leben. Ganz nach der Geschichte der Auferstehung. Zudem kam, dass seit dem Mittelalter der Verzehr von Fleisch und Eierspeisen in der Fastenzeit vor Ostern verboten war. Die Hühnereier haben sich in dieser Zeit jedoch angesammelt. Um sie haltbar zu machen, wurden sie gekocht und zu Ostern gegessen. Die traditionelle Farbe des Ostereis war übrigens rot und stand für das Blut Christus. Ab dem zwölften Jahrhundert wurden die Eier zu Ostern bunt, beklebt, bemalt, ausgeblasen und mit Wachs verziert. Dazu erfand man Spiele wie Eierschlagen (ich denke gerade wieder daran, was jetzt die Aliens machen würden) und Eierlaufen.Aber zu Ostern gibt es auch den Osterhasen, der angeblich die bunten Eier legt. Wie das Ei stand auch der Hase in den alten Legenden für die Fruchtbarkeit und den erwachenden Frühling. Es gab also Parallelen zwischen dem Hasen und dem Ei und irgendwie kam dann alles zusammen. Regional kannte man übrigens anstelle des Hasen auch den Osterfuchs, den Osterhahn oder Kuckuck, die sich aber allesamt nicht durchgesetzt haben.Aber zurück zu den Eiern. Für die Produzenten ist Ostern die Hochsaison schlechthin. Verbraucht der durchschnittliche Deutsche knapp über zweihundert Eier pro Jahr, steigert sich der Konsum an den Ostertagen um das vier- bis fünffache. Etwa 40 Millionen Legehennen sorgen für den begehrten Nachschub. Ein Drittel davon wird im Ausland zugekauft.Die Zuchtbedingungen sind in Deutschland zwar - für jedes einzelne Tier betrachtet - schlecht, aber oft immer noch besser als anderswo auf der Welt. Nebenbei bemerkt halte ich Freilandhaltung mit vier Quadratmeter Auslauf für einen Vogel mit dieser Größe für sadistisch. Wobei viele der Tiere, die in Gruppen von 10.000 Tieren gehalten werden, zwar die Möglichkeit hätten den Stall zu verlassen, aber in der Praxis dies niemals in ihrem Leben erreichen. Nun, das ist besser als Käfighaltung, bei der die Tiere auf einem Drahtgeflecht stehen müssen, ohne Sitzstange oder Nest. Etwa fünf Tiere sind bei dieser Methode auf engstem Raum zusammengepfercht, obwohl sie in ihrem natürlichen Lebensraum eher Abstand von Artgenossen brauchen. Aber das nur am Rande. Denn egal, wie sie gehalten werden, es bedeute lebenslange Folter für jedes einzelne Tier.Und genau das ist es, wofür ich das Ei heute am Baum hängen sehe. Es steht für die Missachtung des Lebens, die der Mensch dem Tier, ja dem Leben selbst entgegen-bringt. Es steht für die Qual jedes einzelnen Lebens, was nie seine einzigartige Geschichte erleben durfte, sich entwickeln, erkunden und erfreuen konnte. Denn das Leben ist mehr als das bloße Sein. Es bedeutet zu fühlen, die Welt zu erfassen, die Sonne zu sehen, und enthält die Liebe und das Glück. Auch wenn es der ein oder andere nicht glauben mag, das gilt für jedes Leben, nicht nur für die Menschen.Also hängen wir fleißig die Eier auf und bemalen sie schön bunt, wie es die Aliens mit den Babys tun würden. Und vergessen wir nicht die Bedeutung weit hinter den alten Traditionen, und gedenken jedem einzelnen Tier, das seine Lebenszeit mit unsäglichem Leid für uns opfern muss. Erinnern wir uns mit jedem bunten Ei an über 22 Milliarden Hühner auf dieser Welt und dass sie nie so leben dürfen, wie es ihnen gebührt.Frohe Ostern.

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RESPEKT statt RASSISMUShttp://backview.eu/respekt-statt-rassismus/ http://backview.eu/respekt-statt-rassismus/#comments Fri, 23 Mar 2018 19:09:02 +0000 http://backview.eu/?p=27367 Respekt statt Rassismus

Respekt statt RassismusRassismus GeschichteStephan Raab blickt auf Rassismus damals und heute:

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde geboren“ beginnt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Dies gilt unabhängig von Herkunft, Rasse oder Hautfarbe. Die Demonstranten von Sharpeville, Südafrika, erfuhren am 21. März. 1960 am eigenen Leib, was es heißt, diese Rechte nicht zu haben. Zum Internationalen Tag gegen Rassismus ein Beitrag, der unter die Haut geht und leider zeigt, wer alles darin und darunter und was alles dahintersteckt.

Ku Klux KlanÜber den Rassismus Ku-Klux-Klans schreibt Martin Knauer:

Der Ku-Klux-Klan ist allgemein bekannt für seine rassistischen Übergriffe und Äußerungen. Seit mehr als 140 Jahren besteht die Gruppierung weißer Südstaatenamerikaner, deren Ziel es ist, ein „reines Amerika” zu schaffen. backview.eu blickt hinter die gewaltverherrlichende Geschichte des Ku-Klux-Klans.

Rassismus InterviewJanine Schulz hat Professor Paul Mecheril zum Thema Rassismus interviewt:

Professor Paul Mecheril von der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg erklärt im backview.eu- Interview warum Rassisten nicht immer offen erkennbar sind und, warum interkulturelle Feste manchmal mehr schaden als nutzen.

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Respekt statt Rassismus

Respekt statt RassismusRassismus GeschichteStephan Raab blickt auf Rassismus damals und heute:
„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde geboren“ beginnt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Dies gilt unabhängig von Herkunft, Rasse oder Hautfarbe. Die Demonstranten von Sharpeville, Südafrika, erfuhren am 21. März. 1960 am eigenen Leib, was es heißt, diese Rechte nicht zu haben. Zum Internationalen Tag gegen Rassismus ein Beitrag, der unter die Haut geht und leider zeigt, wer alles darin und darunter und was alles dahintersteckt.
Ku Klux KlanÜber den Rassismus Ku-Klux-Klans schreibt Martin Knauer:
Der Ku-Klux-Klan ist allgemein bekannt für seine rassistischen Übergriffe und Äußerungen. Seit mehr als 140 Jahren besteht die Gruppierung weißer Südstaatenamerikaner, deren Ziel es ist, ein „reines Amerika” zu schaffen. backview.eu blickt hinter die gewaltverherrlichende Geschichte des Ku-Klux-Klans.
Rassismus InterviewJanine Schulz hat Professor Paul Mecheril zum Thema Rassismus interviewt:
Professor Paul Mecheril von der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg erklärt im backview.eu- Interview warum Rassisten nicht immer offen erkennbar sind und, warum interkulturelle Feste manchmal mehr schaden als nutzen.

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Das geht unter die Haut – Rassismus damals und heutehttp://backview.eu/rassismus-damals-und-heute/ http://backview.eu/rassismus-damals-und-heute/#comments Fri, 23 Mar 2018 18:42:36 +0000 http://backview.eu/?p=27362 Rassismus Geschichte

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde geboren“ beginnt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Dies gilt unabhängig von Herkunft, Rasse oder Hautfarbe. Die Demonstranten von Sharpeville, Südafrika, erfuhren am 21. März. 1960 am eigenen Leib, was es heißt, diese Rechte nicht zu haben. Zum Internationalen Tag gegen Rassismus ein Beitrag, der unter die Haut geht und leider zeigt, wer alles darin und darunter und was alles dahintersteckt.[divide]

Liegt es in unseren Genen?

Auslöser des Massakers von Sharpeville waren die Passgesesetze (Native Urban Act) des südafrikanischen Apartheidsregimes. Alle schwarzen Männer ab 16 Jahren waren verpflichtet sich beim Betreten einer Stadt bei den örtlichen Behörden zu melden. Darauf erhielten sie ein Ausweisbuch, mit Arbeitgeber, Art der Beschäftigung und Bewilligung des Aufenthalts. Begründet wurde eine solche diskriminierende Gesetzgebung durch ein rassistisches Weltbild. „Rassismus ist der Glaube, daß menschliche Populationen sich in genetisch bedingten Merkmalen von sozialem Wert unterscheiden, so daß bestimmte Gruppen gegenüber anderen höherwertig oder minderwertig sind“. (UNESCO Erklärung von Stadtschlaining 1995).

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden“, legt es das Grundgesetz in Artikel 3 deutlich fest. Dem ging die amerikanische Unabhängigkeitserklärung voraus. Sie definiert:

„We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.“

Trotz allem kann nicht verneint werden, dass Menschen unterschiedlich sind. Dies beginnt bei der Hautfarbe. Je nach Region und Herkunft kann diese unterschiedlich stark pigmentiert sein. Aber der Biologe Richard Lewontin wies bereit 1972 nach, dass die genetischen Unterschiede zwischen den Individuen einer Population größer sind als zwischen zwei Populationen. In anderen Worten, ein Europäer und ein Afrikaner können näher verwandt sein als zwei Europäer. Lediglich 0,1% aller Gene unterscheiden die Menschen voneinander, 99,9 % sind gleich bei allen Menschen. Daher konstatierte die UNESCO Erklärung von Stadtschlaining im Jahre 1995: „Es gibt keinen wissenschaftlichen Grund, den Begriff "Rasse" weiterhin zu verwenden.“

Rassismus Geschichte

Rassismus entsteht im Kopf nicht auf der Haut

Rassistische Konzepte sind stets radikale Konzepte, aber keine natürlichen Ordnungen selbiger. Obwohl der homo sapiens sapiensis bereits 500.000 Jahre alt ist, ist die Rasse gerade einmal knapp 500 Jahre alt. Der Begriff „Rasse“ erhält seine Bedeutung zum ersten Mal im mittelalterlichen Spanien um etwa 1438 beim Geistlichen Alfonso Martinez de Toledo. In seinem Traktat spricht er von „guten Rassen“, welche vom Schicksal bevorzugt würde, sowie „schlechten Rassen“, welche von selbigen benachteiligt würden, da es die Natur so vorsehe. Anders ausgedrückt der Begriff „Rasse“ wird hier mit Herkunft gleichgesetzt. 1449 wurde in der Heimatstadt des Geistlichen Toledo, das „Estatuto de Limpieza de Sangre“ (Gebot der Blutreinheit) erlassen. Bischöfe und Würdenträger hatten nachzuweisen, dass sich keine Muslime oder Juden unter ihren Vorfahren befänden, wollten sie Ämter ergreifen.

Neben der möglichen Wortherkunft von radix die Wurzel, ist auch die Ableitung von arabischen رأس (arab. ras) der Kopf eine wahrscheinliche Erklärung. Diese Herkunft eignet sich zumindest ebenso gut als Erklärung für die Entstehung von Rassetheorien und Rassismus in der Welt. Dabei ist der Begriff vor allem mit dem Begriff des „Fremden“ andere Herkunft zu verstehen.

Bereits in der Antike hielt man Sklaverei für einen selbstverständlichen Bestandteil der Gesellschaft. Insbesondere rothaarige Thraker oder allgemein Barbaren erachteten Griechen und Römer als dazu geeignet, als Sklaven zu dienen. Jedoch boten die Möglichkeiten einer Freilassung sowie das Erlernen der griechisch-römischen Zivilisation Möglichkeiten aufzusteigen und den geborenen griechischen und römischen Bürgern ebenbürtig zu werden. Im Mittelalter erfolgte die Differenzierung vor allem aufgrund des Glaubens. Insbesondere in der Auseinandersetzung mit Juden und Muslimen, dominierten und dominieren Vorurteile. Diese äußern sich bis heute in Form eines diskriminierenden abwertenden Antisemitismus. Jedoch unterscheidet sich dieses Verständnis besonders vom modernen Rassismus der Neuzeit.

Man kann nicht aus seiner Haut

Macht der Begriff Rasse Sinn? Damit beschäftigte sich das Zeitalter der Aufklärung. Die Menschheit entdeckte immer weitere Teile der Welt und letztlich auch sich selbst aufs Neue. Daher begann die Suche nach einer natürlichen Ordnung und die Rolle des Menschen darin. Die erste systematische Beschreibung stammt von dem deutschen Geographen und Theologen Georg Hornius (1620-1670). Ausgehend vom 1. Buch Mose, teilte er die Menschheit in drei Gruppen Japhetiten („Weiße“), Semiten („Gelbe“) und Hamiten („Schwarze“) ein, benannt nach den drei Söhnen Noahs Jafet, Sem und Ham, welch die biblische Sintflut überlebt hätten. Seitdem folgten unzählige weitere Versuche der Einordnung von „Menschenrassen“. Die Klassifikationen reichen von drei bis über 200 verschiedene Definition, je nach Ansatzweise.

„Die natürliche Auswahl ist das wichtigste, aber nicht das einzige Mittel der Veränderung.", ist eines der wichtigsten Kernelemente der Evolutionstheorie von Charles Darwin. Darwin der selbst Sklaverei als „eines der größten Übel der Menschheit“ betitelte, wurde unfreiwillig zu einem der Begründer des modernen Rassismus. Dieser verstärkte die negative Wahrnehmung gegenüber Menschen anderer Hautfarbe, Menschen aus anderen Regionen der Welt. Der „struggle for existence“ wurde zu einer Grundlage des Kolonialismus. Unterstützt durch die Hypothesen des „White Man Burden“ oder der „Mission Civilisatrice“, verstand man eine natürliche Ordnung der Welt in verschiedene Ränge von Rassen mit Europäern an der Spitze. Im Verständnis des Sozialdarwinismus stehen Gesellschaften miteinander in Konkurrenz um die natürliche Auslese, weshalb es wichtig sei, durch eigene Überlegenheit hier zu bestehen.

Besonders im Gegensatz zu klassischen Verständnissen, dass etwa ein Muslim Christ werden konnte, basiert diese Vorstellung auf einer natürlichen unveränderlichen Ordnung. Dies ist umso perfider, da hier die ethnische Herkunft vermeintlich eindeutige Merkmale zuschreibt. Insbesondere die Phrenologie, die Schädelkunde, versuchte sich daran, bestimmten Gruppen von Menschen bestimmte unveränderliche positive und negative Eigenschaften zuzuschreiben. Völkerschauen wie die von Carl Hagenbeck sollten die eigene Überlegenheit verdeutlichen. Im Zuge der Sklavenbefreiung in den USA war es sogar juristisch umstritten, ob Sklaven überhaupt Menschen oder nicht doch Sachen wären, somit keine Träger von eigenen Rechten wären.

Besonders deutlich und grausam perfide wurde dieses Denken in der Ideologie des Nationalsozialismus. Die Rassenlehre teilt die Menschen in drei verschiedene Gruppen ein. „Kulturstiftende Rassen“, also die „nordisch arische Rasse“ sei dazu bestimmt über die Welt zu herrschen. Hierunter folgten die „Kulturerhaltenden Rassen“ wie die asiatische oder die afrikanische, vornehmlich muslimische Rasse. „Kulturzersetzende Rassen“ wie Juden oder Sinti und Roma seien zu vernichten einschließlich deren Kulturgüter, was grausam geschah.

Überwindung oder Übertreibung?

Auf die Schrecken dieser Zeit folgten die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte, die Bürgerrechtsbewegung mit mutigen Akteuren wie Rosa Parks, die sich weigerte ein Busabteil für Weiße in Alabama 1955 zu verlassen. Die Abschaffung der Apartheid in Südafrika gelang. Man könnte glauben, der Rassismus sei nun überwunden, man habe die Lehren aus der Geschichte gelernt. Feindschaften und Kriege in aller Welt lassen jedoch daran deutlichen Zweifel. Betrachtet man die allein das Verhältnis zwischen der christlich westlichen und der muslimisch östlichen Welt, so bahnt sich hier ein neuer alter „Clash of Civilisations“ an.

Menschen sind fehlerhaft, voller Vorurteile. Vielleicht können es die Maschinen besser als wir? Künstliche Intelligenzen, Algorithmen erscheinen neutral, vorurteilsfrei und verlässlich. Während Menschen aus Erfahrung, Kultur, Antipathie diskriminieren, betreiben Algorithmen basierte Entscheidungssysteme Hyperdiskriminierung bzw. racial profiling. Beispielsweise werden am Flughafen Ben Gurion in Israel Menschen mit arabischen Aussehen oder Namen häufiger kontrolliert als solche mit europäischen Erscheinungsbild und Auftreten. Die amerikanische Justiz verwendet bereits Algorithmen um über Rehabilitation von Straftätern zu entscheiden. Anhand von 21 Kategorien wird das Rückfallrisiko geprüft, wobei Schwarze doppelt so häufig als Weiße mit hoher Rückfallprognose eingestuft werden. Algorithmen berechnen Wahrscheinlichkeiten und übertreiben Rassismus anstatt diesen zu überwinden.

Betrachtet man die Debatten etwa um ein „Türkengen“ oder „Schwabengen“ nach Thilo Sarrazin, so gewinnt die Diskussion um verschiedene genetische Prägungen neuen Aufwind. Der US-Psychologe Charles Murray meinte in „Die Glockenkurve“ die genetische Prädisposition für Intelligenz gefunden zu haben. Demnach schnitten Afroamerikaner in Intelligenztests schlechter ab als Weiße. Jedoch ist dieses Werk aufgrund unklarer Definitionen sowie fehlenden Bezug zu den Umweltbedingungen der einzelnen Probanden sehr umstritten. Dennoch gelang es dem Biologen Anthony Edward nachzuweisen, dass sich Menschen durchaus in genetische Gruppen ordnen lassen können. Hierzu gehören genetische Veranlagungen wie etwa Laktoseunverträglichkeit oder das Gen zum Genuss von Alkohol. Allerding bestätigt dies nicht das Konzept „Rasse“. Neben geographischen Merkmalen könnten andere Kategorien wie etwa die Veranlagung roter Haarfarbe ein gemeinsames Merkmal sein.

Anpassen und Zusammenpassen

„Alle Menschen sind gleich.“ Es ist gut, dass diesem nicht so ist. Die Verschiedenheit der Menschen in Aussehen, Verhalten, Traditionen und Kulturen ist Grundlage für deren Erfolg. Von den unwirtlichsten Bedingungen am Nordpol bis zum Großstadtdschungel von New York hat es der Mensch geschafft sich den unterschiedlichsten Bedingungen anzupassen und zu bestehen. Dies alles ist Zeugnis des Erfindergeistes der Menschheit („human race). Kürzlich gelang es New Yorker Forschern den größten Stammbaum der Welt mit 13 Millionen Personen zu erstellen. Hier werden die unterschiedlichsten Verwandtschaftsverhältnisse deutlich, oder wie es der Biologe und Autor der UNESCO Erklärung von Stadtschlaining Dr. Horst Seidler formuliert: „Was uns eint, sind die Gene – was uns trennt, sind die Vorurteile.“

Als Carl von Linné 1735 die Gattung homo in seinem Werk „Systema Naturae“ beschrieb, so notierte er: „Nocte te ipsum- Erkenne dich selbst!“. Der Naturforscher ging davon aus, dass jeder Mensch ein Verständnis davon habe, was ein Mensch sei und diesen einzigartig ausmache. Biologen versuchten den Menschen wie Tiere zu ordnen, Maschinen versuchen Menschen nach deren Herkunft in bestimmte Profile zu ordnen, ihnen bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben. „Ihr seid keine Roboter, ihr seid keine Tiere, ihr seid Menschen!“, mahnt Charlie Chaplin an.

Es gibt nur eine Menschheit („human race), Rassismus ist nicht natürlich, sondern ein Hirngespinst, ihre Überwindung aber mehr als nur ein Traum. Rassismus entsteht im Kopf, wie die berühmte Rede von Martin Luther King unter die Haut geht:

„Mir ist es egal, ob du schwarz, weiß, hetero, bisexuell, schwul, lesbisch, klein, groß, dick, dünn, reich oder arm bist. Wenn du nett zu mir bist, bin ich nett zu dir. So einfach ist das,“

erklärt es der amerikanische Rapper Eminem noch einmal wie wir uns verhalten sollen.

Leider prägen immer noch Vorurteile das Bild von einander. Rassismus ist keine Frage von Ethnie, die Überwindung des Rassismus das ist eine Frage wie wir mit anderen einander umgehen. Viele Konflikte prägen unser Miteinander in einer globalen Welt. Wir haben es als Menschen gelernt uns an die verschiedensten Lebensbedingungen anzupassen. Vielleicht gelingt es ja auch, sich einander anzupassen, festzustellen, dass wir doch zusammenpassen.

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Rassismus Geschichte

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde geboren“ beginnt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Dies gilt unabhängig von Herkunft, Rasse oder Hautfarbe. Die Demonstranten von Sharpeville, Südafrika, erfuhren am 21. März. 1960 am eigenen Leib, was es heißt, diese Rechte nicht zu haben. Zum Internationalen Tag gegen Rassismus ein Beitrag, der unter die Haut geht und leider zeigt, wer alles darin und darunter und was alles dahintersteckt.[divide]

Liegt es in unseren Genen?

Auslöser des Massakers von Sharpeville waren die Passgesesetze (Native Urban Act) des südafrikanischen Apartheidsregimes. Alle schwarzen Männer ab 16 Jahren waren verpflichtet sich beim Betreten einer Stadt bei den örtlichen Behörden zu melden. Darauf erhielten sie ein Ausweisbuch, mit Arbeitgeber, Art der Beschäftigung und Bewilligung des Aufenthalts. Begründet wurde eine solche diskriminierende Gesetzgebung durch ein rassistisches Weltbild. „Rassismus ist der Glaube, daß menschliche Populationen sich in genetisch bedingten Merkmalen von sozialem Wert unterscheiden, so daß bestimmte Gruppen gegenüber anderen höherwertig oder minderwertig sind“. (UNESCO Erklärung von Stadtschlaining 1995).„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden“, legt es das Grundgesetz in Artikel 3 deutlich fest. Dem ging die amerikanische Unabhängigkeitserklärung voraus. Sie definiert:
„We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.“
Trotz allem kann nicht verneint werden, dass Menschen unterschiedlich sind. Dies beginnt bei der Hautfarbe. Je nach Region und Herkunft kann diese unterschiedlich stark pigmentiert sein. Aber der Biologe Richard Lewontin wies bereit 1972 nach, dass die genetischen Unterschiede zwischen den Individuen einer Population größer sind als zwischen zwei Populationen. In anderen Worten, ein Europäer und ein Afrikaner können näher verwandt sein als zwei Europäer. Lediglich 0,1% aller Gene unterscheiden die Menschen voneinander, 99,9 % sind gleich bei allen Menschen. Daher konstatierte die UNESCO Erklärung von Stadtschlaining im Jahre 1995: „Es gibt keinen wissenschaftlichen Grund, den Begriff "Rasse" weiterhin zu verwenden.“Rassismus Geschichte

Rassismus entsteht im Kopf nicht auf der Haut

Rassistische Konzepte sind stets radikale Konzepte, aber keine natürlichen Ordnungen selbiger. Obwohl der homo sapiens sapiensis bereits 500.000 Jahre alt ist, ist die Rasse gerade einmal knapp 500 Jahre alt. Der Begriff „Rasse“ erhält seine Bedeutung zum ersten Mal im mittelalterlichen Spanien um etwa 1438 beim Geistlichen Alfonso Martinez de Toledo. In seinem Traktat spricht er von „guten Rassen“, welche vom Schicksal bevorzugt würde, sowie „schlechten Rassen“, welche von selbigen benachteiligt würden, da es die Natur so vorsehe. Anders ausgedrückt der Begriff „Rasse“ wird hier mit Herkunft gleichgesetzt. 1449 wurde in der Heimatstadt des Geistlichen Toledo, das „Estatuto de Limpieza de Sangre“ (Gebot der Blutreinheit) erlassen. Bischöfe und Würdenträger hatten nachzuweisen, dass sich keine Muslime oder Juden unter ihren Vorfahren befänden, wollten sie Ämter ergreifen.Neben der möglichen Wortherkunft von radix die Wurzel, ist auch die Ableitung von arabischen رأس (arab. ras) der Kopf eine wahrscheinliche Erklärung. Diese Herkunft eignet sich zumindest ebenso gut als Erklärung für die Entstehung von Rassetheorien und Rassismus in der Welt. Dabei ist der Begriff vor allem mit dem Begriff des „Fremden“ andere Herkunft zu verstehen.Bereits in der Antike hielt man Sklaverei für einen selbstverständlichen Bestandteil der Gesellschaft. Insbesondere rothaarige Thraker oder allgemein Barbaren erachteten Griechen und Römer als dazu geeignet, als Sklaven zu dienen. Jedoch boten die Möglichkeiten einer Freilassung sowie das Erlernen der griechisch-römischen Zivilisation Möglichkeiten aufzusteigen und den geborenen griechischen und römischen Bürgern ebenbürtig zu werden. Im Mittelalter erfolgte die Differenzierung vor allem aufgrund des Glaubens. Insbesondere in der Auseinandersetzung mit Juden und Muslimen, dominierten und dominieren Vorurteile. Diese äußern sich bis heute in Form eines diskriminierenden abwertenden Antisemitismus. Jedoch unterscheidet sich dieses Verständnis besonders vom modernen Rassismus der Neuzeit.

Man kann nicht aus seiner Haut

Macht der Begriff Rasse Sinn? Damit beschäftigte sich das Zeitalter der Aufklärung. Die Menschheit entdeckte immer weitere Teile der Welt und letztlich auch sich selbst aufs Neue. Daher begann die Suche nach einer natürlichen Ordnung und die Rolle des Menschen darin. Die erste systematische Beschreibung stammt von dem deutschen Geographen und Theologen Georg Hornius (1620-1670). Ausgehend vom 1. Buch Mose, teilte er die Menschheit in drei Gruppen Japhetiten („Weiße“), Semiten („Gelbe“) und Hamiten („Schwarze“) ein, benannt nach den drei Söhnen Noahs Jafet, Sem und Ham, welch die biblische Sintflut überlebt hätten. Seitdem folgten unzählige weitere Versuche der Einordnung von „Menschenrassen“. Die Klassifikationen reichen von drei bis über 200 verschiedene Definition, je nach Ansatzweise.„Die natürliche Auswahl ist das wichtigste, aber nicht das einzige Mittel der Veränderung.", ist eines der wichtigsten Kernelemente der Evolutionstheorie von Charles Darwin. Darwin der selbst Sklaverei als „eines der größten Übel der Menschheit“ betitelte, wurde unfreiwillig zu einem der Begründer des modernen Rassismus. Dieser verstärkte die negative Wahrnehmung gegenüber Menschen anderer Hautfarbe, Menschen aus anderen Regionen der Welt. Der „struggle for existence“ wurde zu einer Grundlage des Kolonialismus. Unterstützt durch die Hypothesen des „White Man Burden“ oder der „Mission Civilisatrice“, verstand man eine natürliche Ordnung der Welt in verschiedene Ränge von Rassen mit Europäern an der Spitze. Im Verständnis des Sozialdarwinismus stehen Gesellschaften miteinander in Konkurrenz um die natürliche Auslese, weshalb es wichtig sei, durch eigene Überlegenheit hier zu bestehen.Besonders im Gegensatz zu klassischen Verständnissen, dass etwa ein Muslim Christ werden konnte, basiert diese Vorstellung auf einer natürlichen unveränderlichen Ordnung. Dies ist umso perfider, da hier die ethnische Herkunft vermeintlich eindeutige Merkmale zuschreibt. Insbesondere die Phrenologie, die Schädelkunde, versuchte sich daran, bestimmten Gruppen von Menschen bestimmte unveränderliche positive und negative Eigenschaften zuzuschreiben. Völkerschauen wie die von Carl Hagenbeck sollten die eigene Überlegenheit verdeutlichen. Im Zuge der Sklavenbefreiung in den USA war es sogar juristisch umstritten, ob Sklaven überhaupt Menschen oder nicht doch Sachen wären, somit keine Träger von eigenen Rechten wären.Besonders deutlich und grausam perfide wurde dieses Denken in der Ideologie des Nationalsozialismus. Die Rassenlehre teilt die Menschen in drei verschiedene Gruppen ein. „Kulturstiftende Rassen“, also die „nordisch arische Rasse“ sei dazu bestimmt über die Welt zu herrschen. Hierunter folgten die „Kulturerhaltenden Rassen“ wie die asiatische oder die afrikanische, vornehmlich muslimische Rasse. „Kulturzersetzende Rassen“ wie Juden oder Sinti und Roma seien zu vernichten einschließlich deren Kulturgüter, was grausam geschah.

Überwindung oder Übertreibung?

Auf die Schrecken dieser Zeit folgten die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte, die Bürgerrechtsbewegung mit mutigen Akteuren wie Rosa Parks, die sich weigerte ein Busabteil für Weiße in Alabama 1955 zu verlassen. Die Abschaffung der Apartheid in Südafrika gelang. Man könnte glauben, der Rassismus sei nun überwunden, man habe die Lehren aus der Geschichte gelernt. Feindschaften und Kriege in aller Welt lassen jedoch daran deutlichen Zweifel. Betrachtet man die allein das Verhältnis zwischen der christlich westlichen und der muslimisch östlichen Welt, so bahnt sich hier ein neuer alter „Clash of Civilisations“ an.Menschen sind fehlerhaft, voller Vorurteile. Vielleicht können es die Maschinen besser als wir? Künstliche Intelligenzen, Algorithmen erscheinen neutral, vorurteilsfrei und verlässlich. Während Menschen aus Erfahrung, Kultur, Antipathie diskriminieren, betreiben Algorithmen basierte Entscheidungssysteme Hyperdiskriminierung bzw. racial profiling. Beispielsweise werden am Flughafen Ben Gurion in Israel Menschen mit arabischen Aussehen oder Namen häufiger kontrolliert als solche mit europäischen Erscheinungsbild und Auftreten. Die amerikanische Justiz verwendet bereits Algorithmen um über Rehabilitation von Straftätern zu entscheiden. Anhand von 21 Kategorien wird das Rückfallrisiko geprüft, wobei Schwarze doppelt so häufig als Weiße mit hoher Rückfallprognose eingestuft werden. Algorithmen berechnen Wahrscheinlichkeiten und übertreiben Rassismus anstatt diesen zu überwinden.Betrachtet man die Debatten etwa um ein „Türkengen“ oder „Schwabengen“ nach Thilo Sarrazin, so gewinnt die Diskussion um verschiedene genetische Prägungen neuen Aufwind. Der US-Psychologe Charles Murray meinte in „Die Glockenkurve“ die genetische Prädisposition für Intelligenz gefunden zu haben. Demnach schnitten Afroamerikaner in Intelligenztests schlechter ab als Weiße. Jedoch ist dieses Werk aufgrund unklarer Definitionen sowie fehlenden Bezug zu den Umweltbedingungen der einzelnen Probanden sehr umstritten. Dennoch gelang es dem Biologen Anthony Edward nachzuweisen, dass sich Menschen durchaus in genetische Gruppen ordnen lassen können. Hierzu gehören genetische Veranlagungen wie etwa Laktoseunverträglichkeit oder das Gen zum Genuss von Alkohol. Allerding bestätigt dies nicht das Konzept „Rasse“. Neben geographischen Merkmalen könnten andere Kategorien wie etwa die Veranlagung roter Haarfarbe ein gemeinsames Merkmal sein.

Anpassen und Zusammenpassen

„Alle Menschen sind gleich.“ Es ist gut, dass diesem nicht so ist. Die Verschiedenheit der Menschen in Aussehen, Verhalten, Traditionen und Kulturen ist Grundlage für deren Erfolg. Von den unwirtlichsten Bedingungen am Nordpol bis zum Großstadtdschungel von New York hat es der Mensch geschafft sich den unterschiedlichsten Bedingungen anzupassen und zu bestehen. Dies alles ist Zeugnis des Erfindergeistes der Menschheit („human race). Kürzlich gelang es New Yorker Forschern den größten Stammbaum der Welt mit 13 Millionen Personen zu erstellen. Hier werden die unterschiedlichsten Verwandtschaftsverhältnisse deutlich, oder wie es der Biologe und Autor der UNESCO Erklärung von Stadtschlaining Dr. Horst Seidler formuliert: „Was uns eint, sind die Gene – was uns trennt, sind die Vorurteile.“Als Carl von Linné 1735 die Gattung homo in seinem Werk „Systema Naturae“ beschrieb, so notierte er: „Nocte te ipsum- Erkenne dich selbst!“. Der Naturforscher ging davon aus, dass jeder Mensch ein Verständnis davon habe, was ein Mensch sei und diesen einzigartig ausmache. Biologen versuchten den Menschen wie Tiere zu ordnen, Maschinen versuchen Menschen nach deren Herkunft in bestimmte Profile zu ordnen, ihnen bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben. „Ihr seid keine Roboter, ihr seid keine Tiere, ihr seid Menschen!“, mahnt Charlie Chaplin an.Es gibt nur eine Menschheit („human race), Rassismus ist nicht natürlich, sondern ein Hirngespinst, ihre Überwindung aber mehr als nur ein Traum. Rassismus entsteht im Kopf, wie die berühmte Rede von Martin Luther King unter die Haut geht:
„Mir ist es egal, ob du schwarz, weiß, hetero, bisexuell, schwul, lesbisch, klein, groß, dick, dünn, reich oder arm bist. Wenn du nett zu mir bist, bin ich nett zu dir. So einfach ist das,“

erklärt es der amerikanische Rapper Eminem noch einmal wie wir uns verhalten sollen.

Leider prägen immer noch Vorurteile das Bild von einander. Rassismus ist keine Frage von Ethnie, die Überwindung des Rassismus das ist eine Frage wie wir mit anderen einander umgehen. Viele Konflikte prägen unser Miteinander in einer globalen Welt. Wir haben es als Menschen gelernt uns an die verschiedensten Lebensbedingungen anzupassen. Vielleicht gelingt es ja auch, sich einander anzupassen, festzustellen, dass wir doch zusammenpassen.

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Der organisierte Rassismus des Ku-Klux-Klanshttp://backview.eu/rassismus-ku-klux-klans/ http://backview.eu/rassismus-ku-klux-klans/#comments Fri, 23 Mar 2018 18:21:00 +0000 http://backview.eu/der-organisierte-rassismus-des-ku-klux-klans/ Ku Klux Klan

Der Ku-Klux-Klan ist allgemein bekannt für seine rassistischen Übergriffe und Äußerungen. Seit mehr als 140 Jahren besteht die Gruppierung weißer Südstaatenamerikaner, deren Ziel es ist, ein „reines Amerika" zu schaffen. backview.eu blickt hinter die gewaltverherrlichende Geschichte des Ku-Klux-Klans.[divide]

Ku Klux KlanDer Ku-Klux-Klan, kurz KKK, gehört zu den schlimmsten rassistischsten Organisationen der USA. Am Heiligabend 1865 wurde er von sechs Offizieren gegründet. Anfangs lag es nicht in den Absichten des Klans, Dunkelhäutige zu diskriminieren, doch mit der Zeit wendete sich das Blatt. Als Mitglieder des Klans bemerkten, dass man vor ihnen Angst hatte, begannen schnell die Gewalttaten. Insbesondere Südamerikaner, die gegen die Immigration von Mexikanern in ihr Land waren, traten dem Klan bei und tun es heute immer noch. 1867, zwei Jahre nach der Gründung des KKK, fand in Nashville ein Kongress statt, bei dem eine Verfassung ausgearbeitet wurde und der ehemalige General Nathan Bedfort Forest zum Großen Hexenmeister gewählt wurde. Mittlerweile gibt es unzählige weitere Titel. Alle Staatengruppen der USA werden vom sogenannten Reichs-Hexenmeister geführt. Über die einzelnen Staaten herrschen Große Drachen. Die Night Hawks sind für die Sicherheit verantwortlich und Kludds sind spirituelle Leiter der Klan-Gruppen. Die Mitglieder jeder Gruppe tragen traditionell weiße Roben. Night Hawks tragen schwarze Gewänder, Große Drachen weiße oder rote Roben mit roter Schärpe und der Reichs-Hexenmeister eine grüne Robe.

1867 zählte der Ku-Klux-Klan über 500 000 aktive Mitglieder. Und zahlreiche weitere befürworteten das radikale Vorgehen der Verbindung. 1871 wurde der Klan aufgrund von Gerichtsbestimmungen aufgelöst, doch tatsächlich existierten weiterhin Gruppen in Staaten wie Alabama, Georgia, Mississippi, Northern und Southern California, die noch gewalttätiger vorgingen. Als drei Jahre später jedoch die demokratische Partei die USA regierte, verschwand der Ku-Klux-Klan allmählich von der Bildfläche.

Der 8. Februar 1915

Doch ein simpler Film namens „The Birth of a Nation" sollte den Ku-Klux-Klan erneut aufleben lassen. Die Geschichte basierte auf dem amerikanischen Bürgerkrieg und alsbald erlangte der Film Berühmtheit in den ganzen USA. Die Wut auf „Schwarze" kehrte zurück und viele Menschen wollten dem KKK beitreten. Es sollte ausgerechnet ein ehemaliger Priester sein, der den Klan an Thanksgiving des Jahres 1915 neu begründete. Nun richtete dieser sich auch gegen Einwanderer, Intellektuelle, Juden und Katholiken. In den 1920ern war der KKK so beliebt, dass er einen Beitrag von zehn US-Dollar für jedes neue Mitglied erhob. Schon 1925 zählte die Verbindung fast fünf Millionen Unterstützer. Auch Frauen war es erlaubt dem Klan beizutreten, doch im Gegensatz zu den Männern wurden sie nicht oft zu Zeremonien zugelassen. Dennoch löste sich der Klan aufgrund interner Ungereimtheiten Anfang der 1940er Jahre auf.

1950 bis 1960

Zehn Jahr darauf wurden einige Klan-Organisationen jedoch wieder ins Leben gerufen; zu einer der bekanntesten zählt „White Knight of the Ku-Klux-Klan" in Mississippi. Die Mitglieder dort unterdrückten Farbige, um ihnen dadurch die Möglichkeit zu entziehen, wählen zu gehen. Als sich das FBI schließlich in die Morde und Gewaltakte einmischte, verlor der Klan eine Menge seiner Mitglieder und zählte Ende der 60er nur noch etwa 1 200 Personen. Durch ihren neuen „Anführer" David Duke kam der Ku-Klux-Klan in den 1970ern wieder zu einem besseren Image. Trotzdem gab es einige kleine Gruppen des KKKs, die sich vor allem durch Gewalt auszeichneten.

Dass sich die Verbindung immer in einer gesetzmäßigen Grauzone bewegte, wurde erst im Jahr 1997 gerichtlich anerkannt. Erstmals wurde ein Klan-Mitglied verurteilt: 1997 wurde Henry Hays wegen des Mordes an Michael Donald  hingerichtet. Hays war der erste Weiße seit 1913, der in Alabama wegen Mordes an einem Schwarzen umgebracht wurde.

Noch heute existiert der Ku-Klux-Klan und folgt nahezu derselben Ideologie wie vor 100 Jahren. So werden bei Zusammenkommen Becher mit Schriftzügen wie „I hate niggers" verkauft - ein klares Statement; so wie ihr rassistisches Motto „Für Gott, die Rasse und unsere Nation!". Mitglieder des KKKs geben offen zu, dass es ihre Absicht ist, ein „reines", weißes, christliches Amerika zu schaffen. Ohne Juden, Mexikaner, Homosexuelle und Farbige. Auch Frauen stehen bei ihnen nicht gut da und werden nicht gerne in Führungspositionen gesehen, sondern lieber "hinter dem Herd". Carl Dupre, Großer Drachen des Staates Louisiana, ließ im November 2008 außerdem verlauten, dass der zur Wahl stehende Präsidentschaftskandidat Barack Obama aufgrund seiner Hautfarbe nicht lange Präsident sein werde.

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Ku Klux Klan

Der Ku-Klux-Klan ist allgemein bekannt für seine rassistischen Übergriffe und Äußerungen. Seit mehr als 140 Jahren besteht die Gruppierung weißer Südstaatenamerikaner, deren Ziel es ist, ein „reines Amerika" zu schaffen. backview.eu blickt hinter die gewaltverherrlichende Geschichte des Ku-Klux-Klans.[divide]Ku Klux KlanDer Ku-Klux-Klan, kurz KKK, gehört zu den schlimmsten rassistischsten Organisationen der USA. Am Heiligabend 1865 wurde er von sechs Offizieren gegründet. Anfangs lag es nicht in den Absichten des Klans, Dunkelhäutige zu diskriminieren, doch mit der Zeit wendete sich das Blatt. Als Mitglieder des Klans bemerkten, dass man vor ihnen Angst hatte, begannen schnell die Gewalttaten. Insbesondere Südamerikaner, die gegen die Immigration von Mexikanern in ihr Land waren, traten dem Klan bei und tun es heute immer noch. 1867, zwei Jahre nach der Gründung des KKK, fand in Nashville ein Kongress statt, bei dem eine Verfassung ausgearbeitet wurde und der ehemalige General Nathan Bedfort Forest zum Großen Hexenmeister gewählt wurde. Mittlerweile gibt es unzählige weitere Titel. Alle Staatengruppen der USA werden vom sogenannten Reichs-Hexenmeister geführt. Über die einzelnen Staaten herrschen Große Drachen. Die Night Hawks sind für die Sicherheit verantwortlich und Kludds sind spirituelle Leiter der Klan-Gruppen. Die Mitglieder jeder Gruppe tragen traditionell weiße Roben. Night Hawks tragen schwarze Gewänder, Große Drachen weiße oder rote Roben mit roter Schärpe und der Reichs-Hexenmeister eine grüne Robe.1867 zählte der Ku-Klux-Klan über 500 000 aktive Mitglieder. Und zahlreiche weitere befürworteten das radikale Vorgehen der Verbindung. 1871 wurde der Klan aufgrund von Gerichtsbestimmungen aufgelöst, doch tatsächlich existierten weiterhin Gruppen in Staaten wie Alabama, Georgia, Mississippi, Northern und Southern California, die noch gewalttätiger vorgingen. Als drei Jahre später jedoch die demokratische Partei die USA regierte, verschwand der Ku-Klux-Klan allmählich von der Bildfläche.

Der 8. Februar 1915

Doch ein simpler Film namens „The Birth of a Nation" sollte den Ku-Klux-Klan erneut aufleben lassen. Die Geschichte basierte auf dem amerikanischen Bürgerkrieg und alsbald erlangte der Film Berühmtheit in den ganzen USA. Die Wut auf „Schwarze" kehrte zurück und viele Menschen wollten dem KKK beitreten. Es sollte ausgerechnet ein ehemaliger Priester sein, der den Klan an Thanksgiving des Jahres 1915 neu begründete. Nun richtete dieser sich auch gegen Einwanderer, Intellektuelle, Juden und Katholiken. In den 1920ern war der KKK so beliebt, dass er einen Beitrag von zehn US-Dollar für jedes neue Mitglied erhob. Schon 1925 zählte die Verbindung fast fünf Millionen Unterstützer. Auch Frauen war es erlaubt dem Klan beizutreten, doch im Gegensatz zu den Männern wurden sie nicht oft zu Zeremonien zugelassen. Dennoch löste sich der Klan aufgrund interner Ungereimtheiten Anfang der 1940er Jahre auf.

1950 bis 1960

Zehn Jahr darauf wurden einige Klan-Organisationen jedoch wieder ins Leben gerufen; zu einer der bekanntesten zählt „White Knight of the Ku-Klux-Klan" in Mississippi. Die Mitglieder dort unterdrückten Farbige, um ihnen dadurch die Möglichkeit zu entziehen, wählen zu gehen. Als sich das FBI schließlich in die Morde und Gewaltakte einmischte, verlor der Klan eine Menge seiner Mitglieder und zählte Ende der 60er nur noch etwa 1 200 Personen. Durch ihren neuen „Anführer" David Duke kam der Ku-Klux-Klan in den 1970ern wieder zu einem besseren Image. Trotzdem gab es einige kleine Gruppen des KKKs, die sich vor allem durch Gewalt auszeichneten.Dass sich die Verbindung immer in einer gesetzmäßigen Grauzone bewegte, wurde erst im Jahr 1997 gerichtlich anerkannt. Erstmals wurde ein Klan-Mitglied verurteilt: 1997 wurde Henry Hays wegen des Mordes an Michael Donald  hingerichtet. Hays war der erste Weiße seit 1913, der in Alabama wegen Mordes an einem Schwarzen umgebracht wurde.Noch heute existiert der Ku-Klux-Klan und folgt nahezu derselben Ideologie wie vor 100 Jahren. So werden bei Zusammenkommen Becher mit Schriftzügen wie „I hate niggers" verkauft - ein klares Statement; so wie ihr rassistisches Motto „Für Gott, die Rasse und unsere Nation!". Mitglieder des KKKs geben offen zu, dass es ihre Absicht ist, ein „reines", weißes, christliches Amerika zu schaffen. Ohne Juden, Mexikaner, Homosexuelle und Farbige. Auch Frauen stehen bei ihnen nicht gut da und werden nicht gerne in Führungspositionen gesehen, sondern lieber "hinter dem Herd". Carl Dupre, Großer Drachen des Staates Louisiana, ließ im November 2008 außerdem verlauten, dass der zur Wahl stehende Präsidentschaftskandidat Barack Obama aufgrund seiner Hautfarbe nicht lange Präsident sein werde.

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