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Es geht auch ohne kino.to weiter

Kommentar zum Urheberrecht bei Filmen
tt_back_view‚ÄěIch darf die DVD kopieren, ich darf es nicht, ich darf sie kopieren, ich darf es nicht…“ – Ja was filmpiraterie_teaserdenn nun? Es gibt so viele verschiedene Meinungen zur Auslegung des Urheberrechts bei Filmen, wie es Rechtsanw√§lte gibt, die das Raubkopieren verfolgen. Ist es bereits Videopiraterie, auf Onlineportalen Filme anzusehen oder beginnt diese erst, wenn ich Filme auf meiner Festplatte horte.


Fakt ist: Fast jeder hat schon einmal mit einer Raubkopie zu tun gehabt. Das geht schon in der Schule los, bei dem harmlose Blockbuster am letzten Schultag gesehen werden. Bei Gefallen wird die DVD ausgeliehen und ‚Äěschnell auf die Festplatte r√ľbergezogen“. Dumm nur, dass man sich in den allermeisten F√§llen dabei strafbar macht.

Was also ist legal?
Die Nutzung von autorisierten Quellen ist legal. Das bedeutet z.B. das Streamen von Filmen von Plattformen, bei denen ihr auch daf√ľr bezahlt. Maxdome oder auch Amazons neue Filmplattform sind ein bekanntes Beispiel daf√ľr. Wenn das Streaming kostenlos und von russischen oder chinesischen Seiten erfolgt, ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit illegal.

Und was ist mit der Privatkopie? Darf ich meine eigenen Filme denn kopieren? Darauf gibt es kein generelles Recht. Die meisten Filme sind heute mit einem Kopierschutz versehen. Solange kein Kopierschutz geknackt wird und die Kopie privat verwendet wird, bewegt man sich im legalen Bereich. Das geht auf die gute alte Art analog: Das hei√üt wie bei den fr√ľheren Mixtapes wird ein Film analog √ľberspielt beziehungsweise analog aufgenommen.

Dabei wird kein Kopierschutz umgangen, sondern einfach der Film noch einmal aufgenommen. Das funktioniert mit sogenannten TV-Grabbern, die man im Handel kaufen kann. Nachteil an der Methode: Es ist verdammt aufwendig, die Qualit√§t der Aufnahme leidet und f√ľr einen echten ‚ÄěHacker“ ist dies sowieso eine unsaubere Laien-Methode.

Aufnahmen von im Fernsehen ausgestrahlten Filmen sind nat√ľrlich nach wie vor kein Problem. S√§mtliche Aufnahmen d√ľrfen nat√ľrlich nicht weiterverkauft werden. Illegal wird es, wenn ein Kopierschutz umgangen wird, z.B. durch zus√§tzliche Software. Ist diese einmal installiert, ist die Praxis dabei sogar recht umg√§nglich. Film einlegen und ganz normal kopieren.

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Millionenschäden durch Piraterie
Ist man erst einmal am fröhlichen Kopieren, denkt man selten an die Folgen, die man verursacht. Jährlich werden laut der Seite respectcopyrights.com Millionenschäden in der Filmwirtschaft durch Piraterie verursacht. Die Seite ist eine Aufklärungskampagne der deutschen Filmwirtschaft und beschreibt, welche kriminelle Machenschaften hinter Anbietern, wie kino.to, stecken und die durch Marketing und Abo-Fallen Einnahmen generieren.

Doch auch das bloße Ansehen von YouTube-Filmen, in denen gerippte Filmsequenzen gezeigt werden oder sogar ganze Filmpassagen zum Ansehen bereitgestellt werden, ist streng genommen nicht erlaubt. Denn beim Streamen werden diese Filme Рwenn auch temporär Рauf dem Computer im Hintergrund gespeichert. Was wiederum dem illegalen Download von Filmen entspricht.

Wie werden Filmpiraten entdeckt?
Nat√ľrlich gibt es unz√§hlige Programme, um seine Identit√§t im Internet zu verschleiern. Doch hat man keine Ahnung davon, l√§sst man Ermittlern freien Lauf. Denn bei jedem Besuch einer Webseite hinterlassen wir Spuren, u.a. die IP-Adresse, die jedem Internetanschluss eine eindeutige Identit√§t zuordnet.

√úber diese kann relativ einfach und schnell die Region ermittelt werden, in der sich der jeweilige Anschluss befindet, sowie √ľber eine Abfrage bei dem jeweiligen Internetprovider auch Namen und Adresse des Inhabers. Wer selbst testen m√∂chte, welche Spuren er hinterl√§sst, kann dies auf auf der Webseite von gulli.com tun.

Allerdings werden Name und Adresse erst vom Provider √ľbermittelt, wenn Ermittler der Urheberrechtsvertreter die Spur aufnehmen. ‚ÄěUnd wie sollen die ausgerechnet auf mich kommen?“ – Gute Frage.¬†Die ungenierte Einstellung kann einem moralisch sicherlich √ľber Gewissensbisse hinweghelfen.

Dann doch lieber DVDs kopieren? Doch wen interessiert das √ľberhaupt? Wenn in den privaten Gem√§chern hinter verschlossenen T√ľren die DVD-Sammlungen ausgetauscht werden, kann das niemand verfolgen. Man spart sich ja auch eine Menge Geld, wenn man sich so Filme teilt. Kritisch wird es erst, wenn die Kripo an der T√ľr klingelt, aber wie sollte diese denn auf eine Privatperson kommen?

Wie kann man der Fillmpiraterie ein Ende setzen? Prinzipiell funktioniert das nur, indem man alle Menschen zum Besseren bekehrt, also von den Argumenten gegen die Piraterie √ľberzeugt. Praktisch bleibt der moralische Aspekt v√∂llig zur√ľck. Die einzige Angst besteht darin, strafrechtlich belangt zu werden. Deswegen besteht meiner Meinung nach der einzige Weg darin, eine legale M√∂glichkeit zu schaffen, kosteng√ľnstig Filme sehen zu k√∂nnen. Doch das wirft leider viele, viele weitere Probleme auf und r√ľckt eine alle zufriedenstellende L√∂sung in weite Ferne.

(Text: Sarah-Janine Fischer / Foto: RESPE©T COPYRIGHTS)

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