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Einmal waschen und schleudern, bitte!

Freizeitparktest: Holiday Park

Ein paar gute Fahrgeschäfte und ein vergleichsweise niedriger Eintrittspreis - das bietet der Holiday Park bei Haßloch in der Pfalz. Wer sich in die Tiefe stürzen, mal so richtig nass werden oder sich ordentlich durchschleudern lassen will, kommt hier auf seine Kosten. Ein netter Zeitvertreib für zwischendurch, aber nichts, wofür man stundenlang anreisen sollte.

Am Eingang gibt es gleich eine Überraschung: Heute zahlt jeder nur den Kinder-Eintrittspreis von 22,90 Euro. Auch Jugendliche und Erwachsene bekommen vier Euro Ermäßigung, weil eine Hauptattraktion des Parks, die Achterbahn „GeForce”, im Moment außer Betrieb ist – aber dazu später mehr.

Der Preis ist einer der großen Vorteile des Holiday Parks: Mit maximal 27 Euro für eine Tageskarte liegt er weit unter dem Niveau der meisten anderen Vergnügungslandschaften Deutschlands. Man kann wählen zwischen der „Flatrate”, bei der man alle Attraktionen unbegrenzt nutzen kann, und dem „Schnupperpreis”. Dabei zahlt man nur einen Grundpreis von knapp zehn Euro und kann dann je nach Bedarf Tickets für Achterbahnen, Karussells und Shows nachlösen. Wenn man aber wirklich einen ganzen Tag im Park verbringen will, lohnt sich diese zweite Option nicht sehr.

Die niedrigeren Eintrittspreise lassen sich leicht mit einem Blick auf den Parkplan erklären: Für wenig Geld gibt es leider auch nur wenige Attraktionen, zumindest im Vergleich zur teureren Konkurrenz. Viele Bahnen sind für kleine Kinder ausgelegt, für die älteren Semester ist die Auswahl beschränkt. Aber auch die können im Holiday Park durchaus ihren Spaß haben.

Eines der Aushängeschilder des Parks ist der „Free Fall Tower”, bei dem man sich 70 Meter im freien Fall in die Tiefe stürzen kann. Kurz vor dem Absturz wird ein Foto geschossen, das man später für freizeitparktypisch überteuerte fünf Euro mit nach Hause nehmen darf. Nach wenigen Sekunden ist der Spaß dann auch schon wieder vorbei.

Besonders an heißen Tagen bietet sich danach eine Fahrt mit den „Teufelsfässern” an. Wer mal so richtig nass werden möchte, ist hier genau richtig. Anschließend kann man sich direkt gegenüber in den „Spinning Barrels” trockenschleudern lassen, deren Fahrt aber leider kaum zwei Minuten dauert – wahrscheinlich um Gäste mit schwachem Magen zu schonen.

Wer es etwas gemächlicher angehen lassen will, sollte den „Lighthouse Tower” ausprobieren – ein Kettenkarussell in schwindelerregender Höhe -, oder den „City Jet”, bei dem man per Hebel selbst steuern kann, wie hoch das eigene kleine Flugzeug fliegen soll. Eigentlich eine Bahn für Kinder, die aber auch im Studentenalter erstaunlich viel Spaß macht.

Last but not least kommen auch die Achterbahnfreunde nicht zu kurz, dank des nach wie vor geöffneten „Superwirbels” mit seinen zwei Loopings und einer – mal wieder – leider viel zu kurzen Fahrzeit. Einfach für eine zweite Runde sitzen bleiben lohnt sich.

Die preisgekrönte „GeForce” fährt zurzeit jedoch nicht, nachdem im April einer ihrer Wagen aus der Spur sprang und die Notbremse der Achterbahn auslöste. Die Feuerwehr musste die nur leicht verletzten Fahrgäste per Leiterwagen aus 20 Metern Höhe retten. Das ansonsten sehr hilfsbereite Parkpersonal darf über diesen Vorfall aber scheinbar keine Auskunft mehr geben.

Abgesehen von diesem Wermutstropfen gibt es auch in Haßloch die obligatorische Freizeit-Park Abzocke mit Spielhallen, Softeis und Souvenirläden. Mehr oder weniger spektakuläre Shows dürfen natürlich auch nicht fehlen – zum Beispiel gibt es exotische Reptilien zu sehen oder eine trashige James-Bond-Persiflage auf Wasserski namens „Jim Pond”.

Außerdem nicht zu empfehlen: Die extrem ungruselige Geisterbahn „Burg Falkenstein”, der nasse, aber leider auch langweilige „Donnerfluss” und der „Bounty Tower” – der schlägt nur auf den Magen, macht aber keinen Spaß.

Trotz allem überwiegt der Spaßfaktor im Holiday Park, vor allem wenn man unter der Woche und außerhalb der Schulferien vorbeischaut. So kann man die Flatrate ohne lange Wartezeiten voll auskosten. Dennoch hat man schon in vier bis fünf Stunden alle guten Attraktionen durch. Ein oder mehrere Tage Spaß wie in anderen, größeren Freizeitparks sind hier leider nicht drin. Deswegen eignet sich der Holiday Park eher für einen kurzen Abstecher mit Freunden, wenn man nicht weit weg wohnt, als für wirkliche Achterbahnfreaks, die eine stundenlange Anreise in Kauf nehmen.

Bewertung:
Spaß: 3 von 5 Punkten
Preis: 4 von 5 Punkten

(Text: Timo Brücken)

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Über den Autor

Timo Brücken
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