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Ein zwiespältiges Vergnüngen

Freizeitparktest: Belantis

belantis1Der Leipziger Freizeitpark Belantis ist vor allem Etwas für Familien mit Kindern – mit vielen Mankos: Der Park ist für die Anzahl der Attraktionen zu teuer, im Park warten viele Zuzahlungen und ohne Auto ist er schlecht erreichbar. Trotzdem bietet auch Belantis Zeit für schöne Momente.

belantis5Anreise
Eine Möglichkeit zur Anfahrt sind die Linien der Leipziger Verkehrsbetriebe 3 und 13. Belantis besitzt eine eigene Autobahnabfahrt, der Park liegt in einem ehemaligen Braunkohlegebiet.

Auch mit dem Fahrrad ist die Anlage zu erreichen. Ich entscheide mich für die Fahrt mit dem Bus und werde zum ersten Mal ernüchtert – der Anschlussbus, den ich nach meiner Fahrt nehmen sollte, ist nur bis 11.30 Uhr verfügbar, was mir später einen langen Fußmarsch beschert.

Über eine Stunde laufe ich am Asphalt entlang, wenn eine andere Linie mich nicht ein Stück mitgenommen hätte, wäre ich wohl erst in den späten Nachmittagsstunden im Park angelangt. Dass der Bus nur bis 11.30 fährt, sollte deutlicher dargestellt werden.

Der Park
belantis3Ich betrete den Park, der Eingang ist orientalisch gestaltet, nach ein paar Metern kann ich das Gebiet überblicken: die Landschaft, die verschiedenen Areale. Ich beginne ein Plausch mit einem Mitarbeiter, der Eindruck wird sich später bestätigen: Das Personal ist freundlich, informiert charmant und selbstbewusst über den Park.

Auch auf der Suche nach einer warmen Mahlzeit stelle ich – wie erwartet – fest, dass das Essen sehr teuer ist. Eine 30cm-Bratwurst kostet mit Brötchen 3,50 Euro, ich entscheide mich für die Ofenkartoffel mit Quark, die mit 2,50 Euro den Geldbeutel schont. Und ich bin überrascht: der Quark mundet, die Kartoffel passt hervorragend dazu, dezent gewürzt.

Gestärkt geht es zur Achterbahn. Noch hat Belantis nur eine, jedoch wird im Sommer der Rollercoaster Nummer 2 eröffnet. Vom Eingang aus ragt links der rote Riese hervor, der als Erlebnis für den Sommer 2010 angekündigt wird. Die Bild Leipzig berichtete gerade über die Stahlkonstruktion und sucht einen Namen dafür.

Belantis rührt die Werbetrommel – und zwar kräftig. Besucher, die bis zum 31. Mai den Park besuchen, erhalten im Sommer kostenlosen Eintritt. ‚Keine schlechte Aktion‘, denke ich zuerst, die Werbetafeln mit der Aufschrift „Einmal bezahlen, zweimal kommen“ verraten nicht, dass der Besucher auch viele Zusatzkosten aufbringen muss- es geht gleich am Anfang mit dem Euro zur Segway-Nutzung los.

Zwar wird mit der kostenlosen Fahrt des neuen Fahrgeschäfts geworben, doch wird Geld für eine Hygiene-Haube benötigt und es herrscht Helmpflicht. Auch kleinere Gimmicks wie der Spielbagger oder der mannshohe Heißlufttrockner nach der Wasserrutsche kosten extra.

belantis4Kostenlos sind hingegen die Toiletten, es gibt Vater/Kind bzw. Mutter/Kind-Kabinen, was zeigt, dass der Park vor allem für junge Familien gemacht ist. Das bestätigt ein Blick in die Gesichter der Kinder. Egal ob fünf oder zwölf, ihnen gefällt der Freizeitpark. Jugendliche oder Pärchen entdecke ich seltener auf meinen Streifzügen.

Das Augenmerk fällt aber auch eher auf die verschiedenen Zonen des Parks, die Gestaltung. Indianerdorf mit kindsgerechten Aufgabenstationen, Labyrinth, Mittelalter, Orient, Piraten, überall läuft durchaus passende Musik aus Lautsprechern, die mit Plastik verkleidet wie Granit aussehen.

Die Wiesen sind individuell bepflanzt, die Sandflächen besitzen abwechslungsreiche Felsflächen, die Macher des Parks haben Ideenreichtum bewiesen. Auch ist der Park sauber, die Freiflächen genauso wie Geräte und Toiletten, die Gewissenhaftigkeit ist deutlich erkennbar.

Die Attraktionen sind alle durchweg eine Empfehlung, selbst ich als Achterbahn-Meider überwinde mich nach Zureden und komme zwar blass, aber lebend und angenehm überrascht heraus.

belantis2Besonders hervorzuheben ist hier „Das Tal der Pharaonen“. Belantis wirbt hier mit der „größten Pyramide Europas“. Ich verzichte allerdings auf die Fahrt, da mir nach dem „Drachenritt“, der erwähnten Achterbahn und dem „Verlies des Grauens“, einer Art Lichtspielshow mit Bewegung, schon recht flau im Magen ist.

Das „Labyrinth von Avalon“ jedoch lässt es sich wieder entspannen, dort wo ich durch die engen Gassen der Hecken streifen kann.

Auch werden zu unterschiedlichen Zeiten am Tag Shows im Park angeboten, zum Beispiel ein Quiz. Zu gewinnen gibt es Freikarten für den Park.

Fazit:
Das Fazit fällt zwiespältig aus: Einerseits besitzt der Belantis-Freizeitpark eine angenehme Atmosphäre mit nettem Personal und größtenteils unterhaltsamen Attraktionen, andererseits ist der Park sehr klein. Fast 24 Euro Eintritt für einen Erwachsenen ist meiner  Meinung nach ein überzogener Preis. Noch dazu, weil die Extras, wie erwähnt, separat bezahlt werden müssen. Zudem gibt es keine Familienkarte.

Deswegen lohnt sich der Park vor allem für Ortsansässige oder Urlauber, die sowieso in der Region Sachsen unterwegs sind. Schöne Momente kann Belantis dann allemal bieten.

Bewertung:
Preis: 2 von 5 Punkten
Spaß: 4 von 5 Punkten

(Text: Eric Elert / Fotos: Juana Kuehn)
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Über den Autor

Eric Elert
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