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Ein ganz normaler Tag im Sexshop

Sex sells – mehr denn je

FrĂŒher galten sie als verruchte Etablissements, in denen zwielichtige Gestalten ein- und ausgingen; heute als GeschĂ€fte, in die viele genauso selbstverstĂ€ndlich gehen, als erledigten sie ihren wöchentlichen Supermarkteinkauf. Was es zur Zeit bei Sexshops im Angebot gibt, hat sich back view-Mitarbeiterin Melanie Schwalbe einmal angeschaut.

Es ist ein sonniger Dienstagnachmittag und ich mache mich auf den Weg in einen Sexshop. Ich war schon vorher in solchen GeschĂ€ften. FĂŒr mich haben sie nichts Schmutziges, nichts AnrĂŒchiges. Ich mag es, in den Regalen zu stöbern, Neuheiten zu entdecken und mit der netten VerkĂ€uferin zu plaudern. Die anderen Kunden sind fĂŒr mich keine unheimlichen Wesen, sondern einfach Menschen, die dafĂŒr offen sind; zum Beispiel mit ein paar Spielzeugen und Accessoires ihr Liebesleben aufregender zu machen.

Überall bunte Tierchen
Am liebsten sehe ich mir die bunten Vibratoren an, die in den verschiedensten Farbtönen strahlen und die alle aussehen wie kleine Tiere. Es ist einfach unglaublich interessant, was sich die Hersteller immer wieder Neues einfallen lassen. Dieses Design erinnert in keinster Weise an die ĂŒblichen Dildos und Vibratoren, die man sonst kennt. Sie machen den Kunden Lust darauf, Neues auszuprobieren, ohne sich dabei irgendwie schmutzig vorzukommen.

Es gibt sogar Sextoys von großen, bekannten Firmen, die sonst technische GerĂ€te wie etwa Fernseher oder Handys herstellen. Sie sehen Ă€sthetisch aus, und könnten genauso gut MassagegerĂ€te sein. Solche Spielzeuge gibt es auch fĂŒr MĂ€nner. Vielleicht eine gute Idee, wenn der Freund das nĂ€chste Mal Geburtstag hat oder man ihm einfach mal eine Kleinigkeit schenken will.

Deko der besonderen Art
Jedes Mal faszinieren mich aufs Neue die Handschellen und Peitschen in Glitzeroptik. Da ist kein schweres schwarzes Leder oder kaltes Metall, sondern die Toys sind fast SchmuckstĂŒcke, die ihren Platz auf dem Nachttisch finden könnten. Es gibt sie in lila oder rosa, passend zum Vibrator. Egal, ob man solche GegenstĂ€nde mag oder nicht, ein Blickfang sind sie allemal.

Gerne schaue ich auch in der Dessousabteilung vorbei. Dort gibt es nicht nur UnterwĂ€sche, sondern ebenso Nachthemden oder Tops. NatĂŒrlich im sexy-erotischen Stil. Aber nicht alles ist verrucht. Die Tops könnte man problemlos auf der Straße anziehen, ohne irgendwie schief angeschaut zu werden.

Alles eine Frage der Toleranz
Wenn ich durch den Laden schlendere und die VerkĂ€uferin mich behandelt, als tue ich gerade das Normalste der Welt, dann weiß ich: Es ist wirklich normal, was ich hier tue. Was ist denn auch schlimm daran?

Aber ich gehe selbst nicht in die Porno-DVD-Abteilung, denn das meiste dort finde ich persönlich zu billig. Aber das ist auch nur meine eigene Meinung. Wer sich solche Filme ansehen will, sollte das auch tun. DafĂŒr darf man niemanden verurteilen. Nichts, was man hier sieht, ist schlecht oder abartig. Es gibt eben Menschen, die bestimmte Dinge mögen, denen andere eher aus dem Weg gehen. Aber das ist gut so, denn unterschiedliche Interessen machen das Leben bunter.

Bis zum nÀchsten Mal
Nachdem mir die VerkÀuferin das neueste Toy ihrer Lieblingsfirma gezeigt hat, nehme ich noch einen Katalog mit und verlasse das GeschÀft. Diesmal habe ich nichts gekauft, vielleicht beim nÀchsten Mal. Oder ich kaufe meiner besten Freundin zum Geburtstag einen der Scherzartikel, die im Laden zahlreich vertreten sind.

Vielleicht heiratet sie demnĂ€chst ja auch und ich richte ihre ganze Junggesellinnenparty mit den witzigen Sachen aus. Ich weiß, dass sie mich jetzt hassen wird. Nicht wegen der Sexartikel, sondern wegen der möglichen Hochzeit. Denn Hochzeiten sind fĂŒr sie wirklich schockierend.

(Text: Melanie Schwalbe / Foto: Anna Ehrenstein by jugendfotos.de )
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