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Anzeige – Wie das Medienzeitalter den Film “Die Verlegerin” verändern würde

Die Nutzung von Informationen über das Internet bzw. das Smartphone in der Hosentasche hat sich fundamental verändert. Der neue Film “Die Verlegerin” (ab 22. Februar im Kino) blickt zurück ins Jahr 1971 auf die Enthüllung der Pentagon-Papiere in den USA. Wir nutzen die Gelegenheit und blicken auf das heutige Medienzeitalter und die Folgen für die Pressefreiheit.

Die Verlegerin

Die Nutzung der Medien hat sich in den vergangenen 10 Jahren fundamental verändert. Jeder von uns hat heute seine eigene digitale Blase in der er mehr oder weniger selbst bestimmen kann, welche Informationen für ihn relevant sind. Jeder kann heute mit einem Internetzugang zu jeder Tages- und Nachtzeit nach den Informationen suchen, die für ihn gerade in diesem Moment relevant sind. Und er wird in der Regel auch Antworten finden.

Das bringt in meinen Augen Vor- und auch Nachteile mit sich. Denn es ist zwar gut, dass im heutigen Deutschland nicht nur wenige Medien bestimmen, welche Nachrichten für die Masse relevant sind und dementsprechend vorsortieren. das bringt aber auch die Gefahr mit sich, dass sich jemand komplett in einer digitalen alternativen Nachrichtenwelt verlieren kann.

Die neuen Möglichkeiten des Medienzeitalters

Natürlich sieben große Fernsehanstalten nach wie vor nach den wichtigsten und spektakulärsten Nachrichten aus, um möglichst relevant für die breite Zuschauermasse zu sein. Das müssen sie bei der Fülle an Informationen auch. Aber der Unterschied zu früher liegt in den Möglichkeiten für die Konsumenten im heutigen Medienzeitalter.

Denn niemand ist mehr beschränkt auf diese vergleichsweise wenigen Nachrichten aus der ganzen Welt, wie sie in eine Fernsehsendung oder eine Tageszeitung gepresst werden müssen. Durch das Internet stehen jedem sämtliche Mediatheken, Plattformen, Foren etc. offen, um sich selbst die für sich relevanten News zusammen zu suchen.

Das kann einerseits die Beschränkung auf ganz regionale Informationen aus seiner Region oder seine Stadt sein. Das kann aber andererseits auch der ausschließliche Konsum von Nachrichten aus einem bestimmten Land – oder von einer bestimmten politischen Ausrichtung bedeuten.

DIE VERLEGERIN: Missbrauch und Gefahren der bzw. für die Pressefreiheit

Für mich bringt das insgesamt vor allem positive Einflüsse für eine starke Pressefreiheit. Denn jeder kann im Internet seine Meinung frei äußern und mit anderen teilen. Und jeder hat die Chance, sich anderen Meinungen anzuschließen. Allerdings darf man andererseits auch die Gefahr einer solchen uneingeschränkten Möglichkeit des Veröffentlichens von falschen oder gefälschten Informationen nicht unterschätzen.

Und wie gefährlich kann es eigentlich für einen selbst werden, wenn ich brisante oder gar geheime Informationen im Sinne der Pressefreiheit veröffentlichen will? Der neue Film DIE VERLEGERIN widmet sich genau dieser Thematik: ein gigantischer Vertuschungsskandal im Weißen Haus soll aufgedeckt werden. Doch die US-Regierung kämpft mit allen Mitteln dagegen an. Ein Tauziehen um die Pressefreiheit beginnt.

Fakten zum Film DIE VERLEGERIN

Der Film DIE VERLEGERIN (ab 22. Februar im Kino) spielt im Jahr 1971 und handelt von den geheimen “Pentagon-Papieren” – dem ersten “Leak” der Pressegeschichte. Katharine Graham (Meryl Streep) steht als erste weibliche Zeitungsverlegerin in den USA vor gleich mehreren schwierigen Aufgaben: als Frau wird ihr das Leben in dieser Branche nicht besonders leicht gemacht, ihre Zeitung steht kurz vor dem Börsengang und dann will ihr Chefredakteur (Tom Hanks) auch noch über einen Vertuschungsskandal im Weißen Haus berichten – der immense Ausmaße annimmt. Doch da unter anderem vier Präsidenten der Vereinigten Staaten involviert sind, wird daraus ein mitreißender Kampf um und für die Pressefreiheit. Und damit auch ums Überleben des Verlags.

Dem Regisseur Steven Spielberg ist mit DIE VERLEGERIN ein Meisterwerk gelungen, das insgesamt sechs Golden Globe-Nominierungen einkassiert hat: Bester Film – Drama, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin – Drama – Bester Hauptdarsteller – Drama, Bestes Drehbuch und Beste Filmmusik.

Die Pentagon-Papiere in der heutigen Zeit

Der Film DIE VERLEGERIN (ab 22. Februar im Kino) spielt zwar in der Vergangenheit. Doch es ist erschreckend, wie es trotz der Entwicklung hin zum Medienzeitalter grundsätzliche Intrigen, politisches Kalkül und auch Erpressungen auf heutige Systeme übertragbar sind. Die veränderte Nutzung von Medien in der Publizierung und im Konsum würden in einem solchen Fall der Pentagon-Papiere wie 1971 heute aber deutlich schneller mehr öffentlichen Druck aufbauen, da Informationen schneller und direkter veröffentlicht und auch konsumiert werden.

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