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Als die USA zerbrachen

Aus der Reihe „Heute vor…“
Der Amerikanische Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 stellt zweifellos einen der wichtigsten Wendepunkte der nordamerikanischen Geschichte dar. Mit der Gründung der „Konföderierten Staaten von Amerika“ manifestierte sich der Konflikt zwischen zwei Weltanschauungen, in dem es nur einen Sieger geben durfte: der Triumph der Freiheit über die Sklaverei.

Im Jahr 1860 wurde mit Abraham Lincoln zum ersten Mal ein Mann aus den aufstrebenden Nordstaaten zum Präsident der Vereinigten Staaten gewählt. Dieser Umstand steht mit seiner Symbolwirkung gleichzeitig für eine allmähliche Abspaltung einiger Staaten aus dem Südosten des nordamerikanischen Kontinents.

Abraham Lincoln Die Ablehnung der Sklaverei durch die Nordstaaten führte im Süden seit einigen Jahren zu einer Angst um die eigene Existenz. Die agrarischen und feudal geführten Südstaaten konnten sich aufgrund der länger währenden Auseinandersetzung mit diesem Problem schließlich auch nicht mit der eher toleranten Haltung Lincolns anfreunden, der immerhin auf die Wahrung der bestehenden Gesetze pochte.

Die Wahl Lincolns stellte somit nicht den Grund, aber immerhin einen Faktor zum Austritt des Staates South Carolina aus der Union im Januar 1861 dar. Bis zum 1. Februar folgten noch weitere sechs Staaten diesem Beispiel: Mississippi, Florida, Alabama, Georgia, Louisiana und Texas.

Das Ziel Lincolns, eine Abspaltung der Südstaaten um jeden Preis zu verhindern, schlug bereits nach wenigen Monaten fehl, seine verhandlungsbereite Haltung in Bezug auf die Sklaverei brachte keinen Nutzen. Am 4. Februar 1861 schlossen sich die sieben Südstaaten zu den „Konföderierten Staaten von Amerika“ zusammen und wählten mit Jefferson Davis ihren eigenen Präsidenten.

Die Spaltung des Landes in einen nördlichen und einen südlichen Bundesstaat verschärfte die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Gegensätze nur zusätzlich, da nun jede Möglichkeit von Lösungen auf Verhandlungsebene unmöglich wurde. Der Weg in einen Bürgerkrieg war unvermeidbar, doch Präsident Lincoln wollte die Hoffnung auf eine friedliche Weiterentwicklung vorerst nicht aufgeben.

Der Amerikanische Bürgerkrieg begann schließlich zwei Monate später. Der Angriff auf das von Unionstruppen besetzte Fort Sumter begann am 12. April und endete einen Tag später mit der Aufgabe der Besatzungstruppen. Während Präsident Lincoln als Reaktion die Streitkräfte der Unionstruppen von 16.000 Mann auf über 170.000 aufstocken ließ, schlossen sich bis Mai 1861 noch Virginia, Arkansas, Tennessee und North Carolina den Konföderierten an.

Damit begann der bis heute schlimmste Krieg auf amerikanischem Territorium, der bis zum Sieg der Union im Jahr 1865 über 600.000 Menschen das Leben kosten sollte. Der Sieg und die daraus resultierenden Folgen für den Süden ebneten in den folgenden Jahrzehnten den Weg für den Aufstieg der Vereinigten Staaten zur Weltmacht, die sie bis ins 21. Jahrhundert sind.

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Wenn Robert mal groß ist, will er es auch bleiben. Bis dahin verbringt er seine Zeit in virtuellen Welten und denkt, redet und schreibt über Filme, Spiele sowie über Gesellschaftsthemen. Der studierte Historiker arbeitet dazu noch als IT-Berater und verreist gern mit dem Fahrrad, um Länder und Leute kennenzulernen.

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